Ginkgo

Ginkgo biloba · Maidenhair tree (EN) · Ginkgo (DE)

Der Ginkgo (Ginkgo biloba) ist ein nacktsamiger Reliktbaum, „lebendes Fossil” genannt — der einzige lebende Vertreter seiner uralten Gruppe, mit charakteristischen, fächerförmigen Blättern, die sich im Herbst spektakulär in ein reines, goldenes Gelb verfärben.

Sonne/Halbschatten Wenig Wasser USDA 4a–8b Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • „Lebendes Fossil” — die einzige überlebende Art einer alten, prähistorischen Pflanzengruppe.
  • Die charakteristischen, fächerförmigen Blätter färben sich im Herbst zu einem intensiven Goldgelb.
  • Außergewöhnlich beständig gegen Verschmutzung, Krankheiten und Schädlinge — ideal für Städte.
  • In städtischen Pflanzungen setzt man männliche Exemplare, da die Früchte weiblicher Exemplare stinken.
  • Der Blattauszug wird in der Kräuterheilkunde verwendet; die rohen Samen sind jedoch giftig.

Botanische Daten

Familie
Ginkgoaceae (Ginkgoaceae)
Höhe
10–30 m
Breite
6–10 m
Wuchsform
Kegelförmig
Wuchsgeschwindigkeit
Langsam
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Lehmig, Sandig, Humos
pH-Wert
pH 5–8
Feuchtigkeit
Mäßig
Blütezeit
Winterhärte
USDA 4a–8b
Vermehrung
Aus Samen, Aus Stecklingen

Merkmale

Ein großer, langlebiger Baum mit anfangs kegelförmigem, im Alter breit ausladendem Wuchs. Die Blätter sind unter den Bäumen einzigartig — fächerförmig, ledrig, mit gabelig verzweigter Nervatur, oft mit einem flachen Einschnitt, der sie in zwei Lappen teilt (daher der Artname biloba, „zweilappig”). Der Ginkgo ist eine zweihäusige und nacktsamige Pflanze — er hat keine echten Blüten; weibliche Exemplare bilden Samen, die von einer fleischigen, stark und unangenehm riechenden Samenschale umhüllt sind.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Nach dem Anwachsen sehr robust und beständig gegen Trockenheit sowie städtische Bedingungen. Regelmäßiges Gießen benötigen nur junge, langsam wachsende Exemplare.

Im Sommer alle ~12 Tage · Trockenheitstoleranz: Hoch

Düngung

Mäßig — der Ginkgo wächst langsam und benötigt keine intensive Düngung.

einmal im Jahr, im Frühjahr · kompost

Pflanzung

Verträgt ein breites Bodenspektrum, auch verdichtete städtische Untergründe und verschmutzte Luft. Wächst am besten in der Sonne, auf tiefgründigem, durchlässigem Boden. Für Städte werden männliche Exemplare empfohlen.

Zeitpunkt: zeitiges Frühjahr oder Herbst · Abstand 500–800 cm

Schnitt

Meist unnötig — der Ginkgo bildet von selbst einen regelmäßigen Wuchs. Bei Bedarf beschädigte, kranke oder sich kreuzende Triebe entfernen. Er verträgt Schnitt und Formung gut.

Zeitpunkt: Im blattlosen Zustand, im Spätwinter. · Achtung: Ein starker Schnitt der gesunden Krone ist nicht nötig; der Baum wirkt in seinem natürlichen, freien Wuchs am schönsten.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

FunkiePraktische Beobachtung

Schattenliebende Funkien wachsen gut im lichten Schatten der ausladenden Ginkgokrone und bilden einen attraktiven Unterwuchs.

Frühlings-KrokusPraktische Beobachtung

Die frühjahrsblühenden Zwiebelpflanzen blühen unter dem noch blattlosen Baum und nutzen das volle Licht, bevor sich die Blätter entfalten.

Schlechte Nachbarschaft

Echter LavendelPraktische Beobachtung

Der Lavendel benötigt volle Sonne und trockenen Boden und schwächt sich im Schatten der sich ausbreitenden Ginkgokrone ab und verliert Duft sowie kompakten Wuchs.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Mäßig Rohe Samen enthalten Ginkgotoxin (MPN) und können in größeren Mengen verzehrt eine Vergiftung mit Krämpfen auslösen. Die fleischige Samenschale der Samen weiblicher Exemplare enthält Ginkgolsäuren, die die Haut stark reizen. Standardisierte Blattauszüge werden in der Phytotherapie verwendet, doch man sollte die Droge nicht auf eigene Faust verzehren.
Hunde Mäßig
Katzen Leicht

Geschichte und Herkunft

Die Gattung Ginkgo existiert in nahezu unveränderter Form seit über 200 Millionen Jahren — Ginkgos wuchsen bereits zur Zeit der Dinosaurier, im Jura. In freier Wildbahn starb die Art fast aus und überlebte vor allem durch die Kultur an chinesischen und japanischen Tempeln; nach Europa wurde er im 18. Jahrhundert gebracht. Die legendäre Widerstandsfähigkeit des Baumes bestätigten Exemplare, die die Explosion der Atombombe in Hiroshima 1945 überstanden und bereits im folgenden Frühjahr neue Triebe austrieben.

Verwendung

Geschätzt als eindrucksvoller Park-, Straßen- und Solitärbaum, besonders wegen der goldenen Herbstfarbe und der außergewöhnlichen Beständigkeit gegen schwierige städtische Bedingungen. Gepflanzt in Parks, botanischen Gärten und Alleen; eignet sich auch als Bonsai. In öffentlichen Pflanzungen wählt man männliche Exemplare, um stinkende Samen zu vermeiden.

Wissenswertes

  • Ginkgos, die in der Nähe des Explosionsepizentrums in Hiroshima wuchsen, überlebten und trieben aus den Wurzeln wieder aus — in Japan werden sie „Hibakujumoku”, überlebende Bäume, genannt.
  • Es ist die einzige lebende Art ihrer Gruppe — sie hat keine nahen Verwandten unter den heutigen Pflanzen und wird daher „lebendes Fossil” genannt.
  • Der standardisierte Blattauszug des Ginkgos gehört zu den am häufigsten untersuchten pflanzlichen Drogen, traditionell zur Unterstützung der Durchblutung verwendet.

Häufige Fragen

Warum pflanzt man in Städten ausschließlich männliche Ginkgos?

Der Ginkgo ist eine zweihäusige Pflanze. Weibliche Exemplare bilden Samen mit einer fleischigen Samenschale, die nach dem Herabfallen einen außergewöhnlich unangenehmen, ranzigen Geruch verströmt. Daher setzt man in Straßen- und Parkpflanzungen vegetativ vermehrte männliche Exemplare, die keine Früchte tragen.

Ist der Ginkgo schwierig in der Kultur?

Im Gegenteil — es ist einer der widerstandsfähigsten Bäume. Er verträgt städtische Verschmutzung, verdichtete Böden, Trockenheit und Fröste und erkrankt dabei kaum, auch Schädlinge befallen ihn nicht. Er wächst allerdings langsam, besonders in der Jugend, und benötigt endgültig recht viel Platz.

Sind die Samen und Blätter des Ginkgos sicher?

Rohe Samen enthalten Ginkgotoxin und können in größeren Mengen verzehrt eine Vergiftung auslösen, und die fleischige Samenschale reizt die Haut. Standardisierte Blattauszüge werden in der Phytotherapie verwendet, doch man sollte die Droge nicht eigenständig ohne fachkundiges Wissen zubereiten oder verzehren.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 15.7.2026.

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