Kurz gefasst
- Windet sich (schlingt) um eine Stütze — im Gegensatz zum selbstklimmenden Efeu braucht sie eine solide Konstruktion, etwa eine Pergola oder ein kräftiges Rankgitter.
- Lange, duftende Blütentrauben erscheinen im April/Mai, meist kurz vor oder gleichzeitig mit dem Laubaustrieb.
- Eine ausgewachsene Pflanze wird sehr schwer — die Tragkonstruktion muss entsprechend verstärkt sein.
- Braucht zweimal jährlich Rückschnitt (Sommer und Winter), um den Wuchs zu bremsen und die Blüte zu fördern.
- Kann erst nach mehreren Jahren zum ersten Mal blühen — das ist normal und erfordert Geduld.
- Samen und Hülsen sind bei Verzehr für Menschen und Haustiere giftig.
Botanische Daten
- Familie
- Fabaceae (Fabaceae)
- Höhe
- 10–20 m
- Breite
- 3–8 m
- Wuchsform
- Überhängend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 5a–9b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Kräftig wachsende, verholzende Schlingpflanze mit gefiederten Blättern aus 7-13 Fiederblättchen. Die in herabhängenden, 15-30 cm langen Trauben zusammengefassten Blüten sind lilablau und stark duftend; sie öffnen sich von der Basis der Traube zur Spitze hin. Die Früchte sind samtige, längliche Hülsen, die im Herbst reifen und über den Winter an der Pflanze bleiben.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen recht widerstandsfähig gegen zeitweilige Trockenheit; regelmäßiges Gießen ist vor allem in den ersten 2-3 Jahren nach der Pflanzung wichtig.
Düngung
Stickstoffreiche Dünger vermeiden — überschüssiger Stickstoff fördert den Triebwuchs auf Kosten der Blütenbildung.
Pflanzung
An einer soliden, stabilen Konstruktion pflanzen — Pergola, Laube oder kräftigem Rankgitter — da sich die ausgewachsene Pflanze um die Stütze windet und mit der Zeit sehr schwer und verholzt wird. Im Gegensatz zu Efeu haftet der Blauregen nicht selbstständig — er windet sich (schlingt) um die Stütze und braucht eine physische Struktur zum Klettern.
Schnitt
Der Sommerschnitt kürzt lange, diesjährige Triebe auf 5-6 Knospen und begrenzt so den vegetativen Wuchs; der Winterschnitt kürzt dieselben Triebe noch stärker auf 2-3 Knospen, was die Bildung von Blütenknospen für die nächste Saison fördert.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der Blauregen windet sich (schlingt) um eine Stütze, im Gegensatz zu selbstklimmenden Pflanzen — er braucht eine solide, stabile Struktur, die dem Gewicht der ausgewachsenen, verholzenden Pflanze standhält.
Schlechte Nachbarschaft
Ein ausgewachsener Blauregen wird sehr schwer und kann mit der Zeit eine schwache, nicht ausreichend verstärkte Konstruktion verformen oder beschädigen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus.
Deckel- und NapfschildläuseUnbewegliche, braune oder gelbliche Schilde (1–4 mm), die an Stängeln und der Blattunterseite haften, besonders entlang der Blattadern. Leicht mit Auswüchsen an der Pflanze zu verwechseln. Sie saugen Pflanzensaft, verursachen Vergilbung und Schwächung und scheiden klebrigen Honigtau aus. Häufig an Ficus, Orchideen und Pflanzen mit festen Blättern.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Mäßig | Samen und Hülsen enthalten das Glykosid Wisterin — der Verzehr verursacht Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. |
| Hunde | Mäßig | — |
| Katzen | Mäßig | — |
Geschichte und Herkunft
In den 1820er Jahren aus China nach Europa und Nordamerika als Zierpflanze für Gärten und Wintergärten eingeführt, erlangte sie durch ihre spektakuläre, üppige Blüte rasch Beliebtheit. In vielen wärmeren Regionen (etwa im Südosten der USA) hat sie sich außerhalb von Gärten so stark ausgebreitet, dass sie dort lokal als invasive Art gilt — im polnischen Klima wird eine solche Gefahr nicht beobachtet.
Verwendung
Zum Berankung solider Pergolen, Lauben, kräftiger Rankgitter und verstärkter Mauern, als eindrucksvoller Frühlingsakzent in Ziergärten. Eine hervorragende Bienenweide, die während der üppigen Frühlingsblüte Bienen und andere Bestäuber anzieht.
Wissenswertes
- Die Blüten des Blauregens öffnen sich nacheinander von der Basis der Traube zur Spitze hin, wodurch eine einzelne Traube über einen längeren Zeitraum eindrucksvoll blüht, statt alle Blüten gleichzeitig zu zeigen.
- Junge Blauregen-Pflanzen können launisch beim Blühbeginn sein — ein aus Samen gezogenes Exemplar kann bis zu 10-15 Jahre bis zur ersten Blüte brauchen, weshalb für den Garten veredelte oder aus Trieben einer bereits blühenden Pflanze bewurzelte Exemplare empfohlen werden, die deutlich schneller, meist innerhalb von 2-4 Jahren, blühen.
Häufige Fragen
Warum blüht mein Blauregen nicht, obwohl er schon seit Jahren wächst?
Das ist eines der häufigsten Anliegen bei dieser Pflanze. Ein aus Samen gezogener Blauregen kann 10-15 Jahre bis zur ersten Blüte brauchen, während veredelte oder aus Trieben einer bereits blühenden Pflanze bewurzelte Exemplare meist nach 2-4 Jahren blühen. Zusätzlich können eine zu hohe Stickstoffgabe im Dünger sowie fehlender regelmäßiger Sommer-/Winterschnitt die Blüte zugunsten des Triebwachstums verzögern.
Braucht der Blauregen eine besondere Konstruktion zum Klettern?
Ja — im Gegensatz zu selbstklimmenden Pflanzen wie Efeu windet sich der Blauregen (schlingt) um eine Stütze und haftet nicht selbstständig an glatten Flächen. Er braucht eine solide, stabile Konstruktion, etwa eine Pergola, eine Laube oder ein kräftiges Rankgitter, da die ausgewachsene Pflanze mit der Zeit sehr schwer und verholzt wird.
Wie oft muss man den Blauregen zurückschneiden?
Üblicherweise zweimal im Jahr: der erste Schnitt im Sommer, kurz nach der Blüte, begrenzt den Wuchs der diesjährigen Triebe, der zweite im Winter, in der Ruhephase, kürzt sie noch stärker und fördert die Bildung von Blütenknospen für die nächste Saison.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Wisteria sinensisInstitution / Botanischer Garten
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