Kurz gefasst
- Er heftet sich mit Haftwurzeln selbstständig an Mauern, Rinde und Felsen an – Rankgitter oder Drähte sind nicht nötig.
- Im Gegensatz zu den meisten Kletterpflanzen wächst er gut im Schatten und Halbschatten, nicht nur in der Sonne.
- Er blüht spät, im September–Oktober, wenn nur wenige andere Pflanzen den Bienen Nektar liefern.
- Die im Winter reifenden schwarzen Beeren sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel.
- Die gesamte Pflanze ist bei Verzehr für Menschen und Haustiere giftig.
- Sehr frosthart (Zone 4a–9b) und kann viele Jahrzehnte alt werden.
Botanische Daten
- Familie
- Araliaceae (Araliaceae)
- Höhe
- 3–20 m
- Breite
- 1–5 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Schatten, Halbschatten, Sonne
- Boden
- Lehmig, Humos, Kalkhaltig
- pH-Wert
- pH 6–7.8
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- September–Oktober
- Winterhärte
- USDA 4a–9b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Immergrüne, verholzende Kletterpflanze mit zwei Wuchsformen: die jugendlichen, kriechenden oder kletternden Triebe tragen charakteristische, gelappte Blätter mit 3–5 Lappen, während die reifen, an sonnigen, hohen Partien blühenden Triebe ganzrandige, eiförmige Blätter besitzen. Die Blüten sind klein, grünlich, in kugeligen Dolden angeordnet, unscheinbar, aber reich an Nektar. Die Frucht ist eine schwarze, kugelige Beere.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwurzeln sehr trockenheitstolerant; Bewässerung ist vor allem im ersten Jahr nach der Pflanzung und während anhaltender Hitzeperioden nötig.
Düngung
Anspruchslose Pflanze – auf armen, mageren Böden kann eine kleine Dosis Mehrnährstoffdünger gegeben werden.
Pflanzung
Er verträgt nahezu jeden Gartenboden; er heftet sich mit Haftwurzeln selbstständig an Mauern, Baumrinde und andere raue Oberflächen an – ein Rankgitter, Drähte oder eine andere Stütze sind nicht erforderlich.
Schnitt
Triebe, die über die vorgesehene Fläche hinauswachsen, zurückschneiden; Bewuchs entfernen, der Regenrinnen, Fenster und Dachziegel blockiert.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Efeu heftet sich mit Haftwurzeln selbstständig an raue Oberflächen wie Ziegel oder Rinde an und benötigt keine zusätzliche Befestigung.
Schlechte Nachbarschaft
Ein dichter Efeubewuchs an einem jungen Baum kann den Lichtzutritt zu seiner Krone einschränken und die Beobachtung des Gesundheitszustands des Stammes erschweren.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern.
Deckel- und NapfschildläuseUnbewegliche, braune oder gelbliche Schilde (1–4 mm), die an Stängeln und der Blattunterseite haften, besonders entlang der Blattadern. Leicht mit Auswüchsen an der Pflanze zu verwechseln. Sie saugen Pflanzensaft, verursachen Vergilbung und Schwächung und scheiden klebrigen Honigtau aus. Häufig an Ficus, Orchideen und Pflanzen mit festen Blättern.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Mäßig | Blätter und Früchte (schwarze Beeren) enthalten Saponine – der Verzehr verursacht Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, der Kontakt mit dem Saft kann Hautreizungen hervorrufen. |
| Hunde | Mäßig | — |
| Katzen | Mäßig | — |
Geschichte und Herkunft
Der Efeu ist seit Jahrtausenden ein heimischer Bestandteil europäischer Laubwälder und hat seit der Antike eine starke symbolische Bedeutung – in der griechischen und römischen Mythologie wurde der Efeukranz mit dem Dionysos-/Bacchus-Kult als Symbol der Treue und des ewigen Bestehens (immergrüne Blätter) verbunden. Im Ziergartenbau wird er seit Jahrhunderten als Bodendecker und zur Mauerbegrünung kultiviert.
Verwendung
Zur Begrünung von Mauern, Zäunen und Stämmen alter Bäume, als dichter, immergrüner Bodendecker in schattigen Winkeln des Gartens, in denen kaum andere Pflanzen gedeihen, sowie als Pflanze von hohem Wert für Bestäuber und Vögel in naturnahen Gärten.
Wissenswertes
- Der Efeu blüht erst an reifen, älteren Trieben, die bereits mehrere Jahre geklettert sind und genügend Licht erreicht haben – junge, am Boden kriechende Triebe blühen nie.
- Die spätherbstliche Blüte (September–Oktober) macht den Efeu zu einer der letzten verfügbaren Nektarquellen für Bienen und andere Bestäuber vor dem Winter, wenn die meisten Pflanzen bereits verblüht sind.
- Die für Menschen giftigen schwarzen Efeubeeren sind eine sichere und geschätzte Nahrung für Wacholderdrosseln, Hausrotschwänze und andere in Polen überwinternde Vögel.
Häufige Fragen
Zerstört Efeu Mauern und Gebäudefassaden?
An soliden, unversehrten Mauern richtet Efeu in der Regel keine nennenswerten Schäden an und schützt den Putz sogar vor Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Ein Problem stellen bereits rissige oder strukturell schwache Mauern dar – dort können die Haftwurzeln in Spalten eindringen. Regelmäßiges Zurückschneiden an Regenrinnen, Fenstern und Dachziegeln beugt Problemen vor.
Braucht Efeu Sonne, um gut zu wachsen?
Nein, er ist eine der wenigen Kletterpflanzen, die auch im Schatten und tiefen Halbschatten gut zurechtkommen – in der Natur wächst er als Unterwuchs in Laubwäldern. In der Sonne wächst er etwas schneller und blüht bereitwilliger, aber Schatten ist für ihn kein Hindernis.
Warum blüht mein Efeu nie?
Die Blüten erscheinen ausschließlich an reifen Trieben, die bereits mehrere Jahre geklettert sind und die gut beleuchteten, höheren Partien der Kletterhilfe erreicht haben. Am Boden kriechende Triebe oder erst kürzlich gepflanzte Pflanzen verbleiben in der Jugendphase und blühen nicht.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Hedera helixInstitution / Botanischer Garten
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