Kurz gefasst
- Eine einjährige Pflanze — jedes Jahr direkt ins Freiland säen, ab Ende April, auf warmem Boden.
- Sonniger Standort, durchlässiger, eher kalkhaltiger und mäßig nährstoffreicher Boden.
- Die Samen keimen bei Licht — sehr flach aussäen und nur andrücken.
- Ernte zu Beginn der Blüte; später verholzen die Triebe und verlieren ihre pikante Schärfe.
- Die Blüten von Juli bis September werden gern von Bienen und Hummeln besucht.
- Der klassische Nachbar der Bohne — er begrenzt den Anflug der Schwarzen Bohnenlaus und erleichtert die Verdauung der Hülsenfrüchte.
Botanische Daten
- Familie
- Lamiaceae (Lamiaceae)
- Höhe
- 0.2–0.4 m
- Breite
- 0.15–0.3 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig, Humos, Kalkhaltig
- pH-Wert
- pH 6.5–7.5
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- Juli–September
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Es bildet ein schlankes, verzweigtes Pflänzchen von 20–40 cm Höhe mit dünnen, unten verholzenden Trieben und schmalen, lanzettlichen Blättern von dunkelgrüner Farbe. Die kleinen, weißrosa oder hell lilafarbenen Blüten wachsen in den Blattachseln entlang der ganzen Triebe und sind sehr nektarreich. Das Aroma ist scharf, würzig und deutlich pfeffrig — kräftiger und beißender als beim Thymian, mit dem das Bohnenkraut mitunter verwechselt wird.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Sparsam gießen, erst wenn die obere Bodenschicht abgetrocknet ist. An einem feuchten, schweren Standort lagern sich die Triebe und faulen an der Basis, und das Aroma lässt deutlich nach.
Düngung
Minimal — das Bohnenkraut gedeiht am besten auf mäßig nährstoffreichem Boden. Eine Stickstoffdüngung bringt üppige, schlaffe Triebe mit schwächerem, weniger pikantem Aroma.
Pflanzung
Ein sonniger, warmer Standort, der Boden durchlässig und eher kalkhaltig. Die Samen keimen bei Lichtzutritt — sehr flach aussäen und nur andrücken, nicht mit einer dicken Erdschicht bedecken.
Schnitt
Ganze Triebe 5–8 cm über dem Boden an einem sonnigen Tag nach dem Abtrocknen des Taus abschneiden — dann ist der Ölgehalt am höchsten. Bei einer frühen ersten Ernte schafft die Pflanze noch einen Austrieb und eine zweite Ernte.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Das berühmteste Paar des Companion Plantings — in den Reihenzwischenräumen der Bohne gepflanztes Bohnenkraut begrenzt den Anflug der Schwarzen Bohnenlaus, und in der Küche landen die beiden Pflanzen ohnehin in einem Topf. Der deutsche Name Bohnenkraut sagt alles.
Sehr ähnliche Ansprüche (Sonne, durchlässiger Boden, sparsames Gießen), und das niedrige Bohnenkraut nimmt der Zwiebel kein Licht weg.
Am Rand des Salatbeetes gepflanzt gilt es als blattlausabwehrend; der schnell wachsende Salat ist vom Beet verschwunden, bevor sich das Bohnenkraut ausgebreitet hat.
Schlechte Nachbarschaft
Die Minze breitet sich mit Ausläufern aus und überwuchert in einer Saison die zarten Bohnenkrautsämlinge, wobei sie um sie herum ein zu feuchtes Substrat hält.
Die Gurke benötigt gleichmäßige Feuchtigkeit und nährstoffreichen Boden — unter solchen Bedingungen lagert sich das Bohnenkraut, fault an der Basis und verliert sein pikantes Aroma.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Ein klassisches Küchengewürz, in normalem Verzehr unbedenklich. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Das Bohnenkraut war eines der grundlegenden Gewürze des antiken Rom — man verwendete es lange bevor der schwarze Pfeffer nach Europa gelangte, und es war dieses Kraut, das den Speisen die Schärfe gab. Die Römer brachten es mit den Satyrn in Verbindung, woher wahrscheinlich der Gattungsname Satureja stammt. In Mitteleuropa hat es sich dauerhaft mit der Hülsenfruchtküche verbunden: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es weder grüne Bohnen noch Bohnensuppe ohne Bohnenkraut.
Verwendung
Für den Gemüsegarten, den Kräutergarten und Balkonkübel in sonniger Lage. In der Küche ist es vor allem ein Gewürz zu Bohnen, Erbsen, Linsen, Puffbohnen und Kohl, bewährt sich aber auch bei Braten, Würsten, Marinaden, Salzgurken und Kartoffeln. Das Aroma ist scharf, daher gibt man es maßvoll zu, meist während des Garens. Getrocknet behält es seine Kraft das ganze Jahr über sehr gut, deshalb trocknet man die im Juli geschnittenen Büschel auf Vorrat.
Wissenswertes
- Das Bohnenkraut war der europäische Pfefferersatz in Zeiten, in denen echter Pfeffer eine Luxusware war, die nur den Reichsten zur Verfügung stand.
- Die Tradition, Bohnenkraut an Bohnen zu geben, hat eine praktische Begründung — das Kraut gilt als blähungslindernd bei Hülsenfruchtgerichten.
Häufige Fragen
Warum muss man Bohnenkraut jedes Jahr neu aussäen?
Weil es von Natur aus eine einjährige Pflanze ist — es schließt seinen Lebenszyklus in einer Saison mit dem Ansetzen der Samen ab und stirbt nach den ersten Frösten. Mit einer Abdeckung ist daran nichts zu verbessern. Wer ein mehrjähriges Bohnenkraut möchte, muss zu einer anderen Art greifen — dem Bergbohnenkraut (Satureja montana), einem frostharten Halbstrauch mit ähnlichem, wenn auch etwas schärferem Aroma.
Wann erntet man Bohnenkraut, damit es das meiste Aroma hat?
Ganz zu Beginn der Blüte, meist im Juli — dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Die Triebe werden an einem sonnigen Tag nach dem Abtrocknen des Taus etwa 5–8 cm über dem Boden geschnitten. Nach der Vollblüte verholzen die Triebe und die Blätter verlieren ihre charakteristische Schärfe. Bei einer frühen ersten Ernte schafft die Pflanze noch einen Austrieb und einen zweiten Ertrag gegen Ende des Sommers.
Hilft Bohnenkraut wirklich gegen Blattläuse an Bohnen?
Das ist eine der am besten begründeten Empfehlungen des Companion Plantings — Gärtner beobachten seit Generationen einen geringeren Anflug der Schwarzen Bohnenlaus an Bohnen, die neben Bohnenkraut stehen, wahrscheinlich dank der starken ätherischen Öle, die den Geruch der Wirtspflanze überdecken. Man sollte es jedoch als Unterstützung und nicht als Garantie betrachten — bei starkem Schädlingsdruck reicht die Nachbarschaft allein nicht aus.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Satureja hortensisDatenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Satureja hortensisInstitution / Botanischer Garten
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