Kurz gefasst
- Stammveredelte Kugelform — kompakte Krone ohne die Notwendigkeit eines jährlichen Formschnitts.
- Blüht praktisch nicht, bildet daher keine Hülsen und verschmutzt keine Beläge.
- Außergewöhnlich beständig gegen Trockenheit, Versalzung und städtische Verschmutzung.
- Als Schmetterlingsblütler bindet sie Stickstoff aus der Luft — eine Stickstoffdüngung ist nicht erforderlich.
- Die gesamte Pflanze (außer den Blüten) ist giftig; die Wildart kann invasiv sein.
Botanische Daten
- Familie
- Fabaceae (Fabaceae)
- Höhe
- 4–6 m
- Breite
- 3–5 m
- Wuchsform
- Kugelförmig
- Wuchsgeschwindigkeit
- Langsam
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Sandig, Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 5.5–7.8
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- —
- Winterhärte
- USDA 4a–8b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Ausläufer
Merkmale
Ein Bäumchen mit dichter, kugel- oder schirmförmiger Krone auf einem geraden Stamm, gewonnen durch Veredelung der Sorte auf einer Unterlage der Wildart. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, mit eiförmigen Fiederblättchen, hellgrün und vergilben im Herbst. Im Gegensatz zur Wildrobinie bildet die Sorte 'Umbraculifera' nur selten und spärlich Blütenknospen, weshalb sie fast nie die für die Art charakteristischen weißen, schmetterlingsförmigen Blüten hervorbringt.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen außergewöhnlich beständig gegen Trockenheit und magere Böden. Regelmäßiges Gießen benötigen nur junge, frisch gepflanzte Exemplare. Staunässe verträgt sie schlecht.
Düngung
Sparsam — als Schmetterlingsblütler bindet sie dank Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft, sodass eine Stickstoffdüngung überflüssig ist und übermäßiges Wachstum auf Kosten des kompakten Wuchses fördert.
Pflanzung
Verträgt trockene, magere und versalzte Böden — bewährt sich unter städtischen Bedingungen. Ein vor starkem Wind geschützter Standort, da das Holz mitunter bruchanfällig ist.
Schnitt
Die Kugelform hält die kompakte Krone fast von selbst; es genügt, kranke, sich kreuzende und über die Kugelkontur hinausragende Triebe zu entfernen. Alle am Stamm unterhalb der Veredelungsstelle erscheinenden Austriebe sowie Wurzelausläufer unbedingt herausschneiden — sie stammen von der wilden Unterlage und verderben den Wuchs.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die frühjahrsblühenden Zwiebelpflanzen blühen, bevor die Robinie ihre Blätter entfaltet, und nutzen das volle Licht unter der noch blattlosen Krone.
Den leichten, durchlässigen Schatten der gefiederten Blätter vertragen schattenliebende Bodendecker, die unter der Krone gepflanzt werden, gut.
Schlechte Nachbarschaft
Die Robinie reichert den Boden mit Stickstoff an und wirft Schatten, während der Lavendel Sonne sowie einen mageren, durchlässigen Untergrund benötigt — in solcher Nachbarschaft verliert er seinen kompakten Wuchs und Duft.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Mäßig | Rinde, Samen und Blätter enthalten giftige Proteine (Robin) sowie das Glykosid Robinin. Der Verzehr, besonders von Rinde und Samen, verursacht Übelkeit, Erbrechen und Schwäche. |
| Pferde | Hoch | Pferde sind besonders empfindlich — das Benagen von Rinde oder Trieben kann eine schwere, mitunter lebensbedrohliche Vergiftung auslösen. |
| Hunde | Mäßig | — |
Geschichte und Herkunft
Die Gattung Robinia erinnert an Jean Robin, den Gärtner der französischen Könige, der die Robinie zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Europa brachte. Die Art breitete sich rasch als Bienenweide- und Bodenschutzbaum aus, verwilderte jedoch mit der Zeit an vielen Standorten und wird heute mancherorts als invasiv bekämpft. Die kugelige, fruchtlose Form 'Umbraculifera' wurde gerade im Hinblick auf geordnete städtische Pflanzungen selektiert.
Verwendung
Ein klassisches Bäumchen zur Bepflanzung von Straßen, Parkplätzen, Wegen und kleinen Gärten, wo man den kompakten, regelmäßigen Wuchs und die Widerstandsfähigkeit gegen schwierige städtische Bedingungen schätzt. Es verträgt Verschmutzung und Trockenheit gut und spendet kompakten Schatten, ohne sich wie die Wildrobinie auszubreiten.
Wissenswertes
- Trotz des volkstümlichen Namens „Akazie” ist die Robinie nicht mit den echten Akazien (Acacia) verwandt — sie gehört zu den Robinien aus der Familie der Hülsenfrüchtler.
- Das Holz der Wildart ist außergewöhnlich hart und fäulnisbeständig und wurde traditionell für Pfosten und Pfähle verwendet.
- Die Ausgangsart ist einer der wertvollsten Bienenweidebäume (der berühmte „Akazienhonig”), doch die kugelige Zierform blüht praktisch nicht und ist daher für Bienen bedeutungslos.
Häufige Fragen
Warum blüht meine Kugelrobinie nicht?
Das ist normal — die Sorte 'Umbraculifera' wurde als nahezu blütenlose Form selektiert. Sie bildet nur sehr selten und spärlich Blütenknospen, wodurch sie keine Hülsen ansetzt und den Belag unter der Krone nicht verschmutzt. Ausbleibende Blüte ist kein Krankheitszeichen.
Ist die Robinie giftig?
Ja. Rinde, Samen und Blätter enthalten das giftige Protein Robin sowie das Glykosid Robinin. Der Verzehr, besonders von Rinde und Samen, ist für Menschen und Tiere schädlich; besonders empfindlich sind Pferde. Die Blüten der Wildart sind essbar, doch diese Sorte blüht ohnehin fast nicht.
Woher stammen die wilden Austriebe am Stamm und wie entfernt man sie?
Die kugelige Sorte wird auf eine Unterlage der wilden Robinie veredelt, die dazu neigt, Wurzelausläufer und Triebe unterhalb der Veredelungsstelle zu bilden. Solche Austriebe sollten regelmäßig direkt an der Basis herausgeschnitten werden — lässt man sie stehen, übernehmen sie die Pflanze und verwandeln die kompakte Kugel in das dornige Dickicht der invasiven Art.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Robinia pseudoacacia 'Umbraculifera'Institution / Botanischer Garten
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