Kurz gefasst
- Eine der wenigen Bodendeckerpflanzen, die tiefen Schatten vertragen, auch unter Nadelbäumen.
- Immergrün — der Teppich sieht das ganze Jahr über gleich aus.
- Wächst sehr langsam: Auf den Schluss des Teppichs muss man 2–3 Jahre warten, manchmal länger.
- Verlangt sauren und humosen, dauerhaft leicht feuchten Boden; verträgt weder Sonne noch Trockenheit.
- Kleine, weiße, leicht duftende Blütenstände im April und Mai — sie sind hier nicht der Schmuck.
- In den ersten Saisons unbedingt mulchen und gießen, sonst gewinnen die Unkräuter.
Botanische Daten
- Familie
- Buxaceae (Buxaceae)
- Höhe
- 0.15–0.3 m
- Breite
- 0.3–0.6 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Langsam
- Standort
- Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Torfig, Lehmig
- pH-Wert
- pH 5–6.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 4a–8a
- Vermehrung
- Durch Teilung, Aus Stecklingen, Durch Ausläufer
Merkmale
Aus unterirdischen Ausläufern wachsen aufrechte, fleischige Triebe von 15–30 cm Höhe, die in einer Rosette am Ende gekerbter, ledriger, dunkelgrüner Blätter enden — dadurch hat der Teppich eine nahezu einheitliche Höhe und ein geordnetes, fast „geschorenes“ Aussehen. Er breitet sich mit Ausläufern aus, doch diese sind kurz und langsam, sodass neue Triebe nahe der Mutterpflanze erscheinen. Die Blüten sind klein, weiß, zu steifen Ähren an der Spitze der Triebe zusammengefasst und leicht süßlich duftend; Früchte setzen in unserem Klima selten an. Die beliebte Sorte „Green Carpet“ ist niedriger und kompakter als der Typ.
Anbau und Pflege
Bewässerung
In den ersten 2–3 Saisons, bevor der Teppich sich schließt, benötigt er regelmäßiges Gießen — das ist die häufigste Ursache von Misserfolgen. Später kommt er allein zurecht, doch bei langer Trockenheit unter Bäumen werden die Blätter matt und braun an den Rändern.
Düngung
Eine dünne Schicht Kompost oder saure Mulchschicht. Düngung in den ersten Saisons verkürzt die Zeit bis zum Schluss des Teppichs tatsächlich.
Pflanzung
Den Boden mit saurem Torf oder kompostierter Rinde mischen. Nach dem Pflanzen unbedingt mulchen — in den ersten 2–3 Jahren schützt die Mulchschicht und nicht der Ysander den Boden vor Unkraut.
Schnitt
Ein Schnitt ist nicht nötig. Einen nach Jahren verflachten Teppich kann man verjüngen, indem man die Triebe um etwa die Hälfte einkürzt — er treibt dichter aus, doch der Wiederaufbau dauert eine Saison.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Identische Ansprüche — saurer, humoser Boden und Halbschatten. Der Ysander bildet einen grünen Teppich am Fuß des Strauchs, wo die Erde gewöhnlich kahl liegt.
Die großen, blaugrünen Blätter der Funkie kontrastieren mit dem feinen, immergrünen Teppich, und wenn die Funkie im Winter einzieht, hält der Ysander das Beet grün.
Derselbe saure Boden und derselbe geschützte, halbschattige Standort; der flach wurzelnde Ysander konkurriert nicht mit den Wurzeln der Azalee um Wasser.
Schlechte Nachbarschaft
Das Immergrün besetzt dieselbe Etage und wächst um ein Mehrfaches schneller — es überwuchert den Ysander, bevor dieser einen geschlossenen Teppich bilden kann.
Widersprüchliche Ansprüche: Der Lavendel braucht Sonne, trockenen und basischen Boden, der Ysander Schatten, Feuchtigkeit und saure Reaktion — eine von beiden wird immer leiden.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Enthält geringe Mengen der für die Familie der Buchsbaumgewächse typischen Steroidalkaloide. Das Fressen der Blätter kann den Verdauungstrakt reizen; schwere Vergiftungen werden nicht beschrieben. |
| Hunde | Leicht | Das Fressen einer größeren Menge Triebe kann Erbrechen oder Durchfall hervorrufen. |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
In die europäischen und amerikanischen Gärten gelangte er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Japan und machte rasch Karriere als Lösung eines uralten Problems: was man an einer trockenen, dunklen Stelle unter Bäumen pflanzen soll. In den Vereinigten Staaten wurde er zu einer der am häufigsten gepflanzten Bodendeckerpflanzen — so sehr, dass er lokal in den Wäldern der Ostküste zu verwildern begann. In Polen, wo die Winter härter sind und die Frühjahrsfröste ihn stärker bremsen, bleibt er eine entschieden weniger ausbreitungsfreudige Pflanze.
Verwendung
Zur dauerhaften Begrünung schattiger Stellen, an denen der Rasen versagt: unter Baumkronen, an Nordwänden von Gebäuden, zwischen säureliebenden Sträuchern und entlang schattiger Wege. Er bewährt sich besonders dort, wo uns an einem ruhigen, gleichmäßigen Grünteppich gelegen ist und wir es nicht eilig haben — wer einen schnellen Effekt braucht, sollte das Immergrün wählen.
Wissenswertes
- Trotz seines krautigen Aussehens gehört der Ysander zur selben Familie wie der Buchsbaum — die Verwandtschaft verraten das ledrige, immergrüne Blatt und die unscheinbare, kronblattlose Blüte.
- Der Gattungsname Pachysandra bedeutet wörtlich „dickstaubblättrig“ (gr. pachys — dick, aner/andros — Mann, Staubblatt) und bezieht sich auf die deutlich verdickten Staubfäden, die im Blütenstand aus der Nähe gut zu sehen sind.
Häufige Fragen
Wie lange braucht der Ysander, um die Fläche zu bedecken?
Bei einem Pflanzabstand von 20–30 cm entsteht ein geschlossener Teppich meist erst in der dritten Saison, an einem schwächeren Standort noch später. Das ist sein größter Nachteil und der grundlegende Unterschied zum Immergrün. In dieser Zeit muss der Boden gemulcht und von Unkraut freigehalten werden — sonst nehmen die Unkräuter den Platz ein, bevor der Ysander ihn selbst einnimmt. Dichteres Pflanzen (alle 20 cm) verkürzt die Wartezeit, erhöht aber entsprechend die Kosten.
Warum vergilben und verbrennen die Blätter des Ysanders?
Meist ist das die Folge eines zu hellen Standorts oder der Austrocknung — der Ysander ist eine Pflanze der Waldkrautschicht und bleicht in der Sonne aus, während seine Blätter an den Rändern braun werden. Die zweite häufige Ursache ist ein zu basischer Boden, in dem die Pflanze kein Eisen aufnimmt (die Blätter hellen zwischen den Nerven auf). Es hilft, ihn in den Schatten zu versetzen, mit saurer Rinde zu mulchen und mit einem Präparat für säureliebende Pflanzen zu düngen.
Ist der Ysander ausbreitungsfreudig wie das Immergrün?
Nein. Er breitet sich mit kurzen Ausläufern aus und tut das sehr langsam, sodass er in polnischen Gärten keine Probleme bereitet und sich leicht in den Grenzen des Beetes halten lässt. Das ist das umgekehrte Problem wie beim Immergrün: Hier muss man ihm eher beim Wachsen helfen, als ihn zu bremsen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Pachysandra terminalisDatenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Plant Finder: Pachysandra terminalisInstitution / Botanischer Garten
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