Kurz gefasst
- Standort: volle Sonne, nährstoffreicher, durchlässiger Boden mit neutraler Reaktion.
- Empfindlich gegen Staunässe — verträgt schwere, nasse Böden schlecht.
- Viele Sorten sind selbstfruchtbar, doch ein Befruchter verbessert den Ertrag in der Regel.
- Der Schnitt erfolgt am besten nach der Ernte, nicht im Winter, wegen des Risikos der Silberglanzkrankheit.
- Kerne, Blätter und Rinde enthalten Amygdalin — die Frucht selbst ist unbedenklich.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 3–8 m
- Breite
- 3–5 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne
- Boden
- Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 5a–8a
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Ein mittelgroßer Baum mit ausladender, unregelmäßiger Krone und dunkelgrauer Rinde. Die weißen Blüten erscheinen vor oder gleichzeitig mit den Blättern, früher als bei vielen anderen Steinobstbäumen. Die Frucht ist eine Steinfrucht mit blauviolettem, violettem oder gelbem Wachsbelag, deren Kern sich je nach Sorte leicht oder schwer vom Fruchtfleisch löst.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Empfindlich gegen Staunässe, die den Gummifluss aus dem Stamm und die Wurzelfäule begünstigt. Während des Fruchtwachstums regelmäßig gießen, besonders in trockenen Sommern.
Düngung
Mäßige Gaben — ein Stickstoffüberschuss verzögert den Eintritt des Baumes in die Ruhephase und erhöht die Frostanfälligkeit.
Pflanzung
Ein vor Wind und Spätfrösten geschützter Standort; nährstoffreicher, durchlässiger Boden ohne stauendes Grundwasser.
Schnitt
Sich kreuzende, kranke und nach innen wachsende Triebe entfernen; eine leicht ausladende, luftige Hohlkrone formen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der Geruch des Knoblauchs hilft, Pflaumenblattläuse und andere saugende Schädlinge fernzuhalten, die junge Triebe befallen.
Als Zwischenfrucht unter dem Baum ausgesät, lockt sie Bestäuber und Nützlinge an und verbessert die Bodenstruktur im Unterwuchs der Obstanlage.
Schlechte Nachbarschaft
Der Walnussbaum gibt Juglon in den Boden ab — eine allelopathische Verbindung, die für viele Pflanzen giftig ist, darunter die Pflaume, deren Wachstum sie hemmt und deren Kondition sie schwächt.
Erhöhtes Risiko der Verticillium-Welke, einer bodenbürtigen Pilzkrankheit, die sowohl Nachtschattengewächse als auch im selben Boden wachsende Steinobstbäume befällt.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Kerne, Blätter und Rinde enthalten Amygdalin, eine Verbindung, die geringe Mengen Blausäure freisetzt — das Fruchtfleisch ist unbedenklich und voll essbar. |
| Hunde | Mäßig | Das Fressen einer großen Menge Kerne kann gefährlich sein; die Früchte ohne Kerne sind in kleinen Mengen unbedenklich. |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Im Mittelmeerraum und im Kaukasus seit Jahrtausenden kultiviert, gelangte sie zur Römerzeit nach Mitteleuropa. In Polen ist sie seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil von Hausgärten und die Grundlage des traditionellen Pflaumenmuses und Dörrobstes (sogenannte Zwetschgen).
Verwendung
Obstbaulicher Anbau für frische Früchte, Dörrobst und Konserven (Pflaumenmus, Kompotte, Liköransätze, z. B. Sliwowitz). In Hausgärten einzeln oder in kleinen Gruppen als Obst- und zur Blütezeit auch Zierbaum gepflanzt.
Wissenswertes
- Getrocknete Zwetschgen sind eine der ältesten polnischen Obstkonserven und waren bereits in der altpolnischen Küche bekannt.
- Der Wachsbelag auf der Fruchtschale ist eine natürliche, essbare Schutzschicht und kein Zeichen von Verschmutzung oder Spritzmittel.
Häufige Fragen
Warum tritt aus dem Stamm meiner Pflaume ein klebriger Gummi aus?
Das ist Gummifluss — eine Reaktion des Baumes auf Verletzung, Frost, Überwässerung oder Pilzinfektion. Es lohnt sich, die Bodendrainage zu prüfen und den Schnitt an feuchten Tagen zu vermeiden; bei ausgeprägten Symptomen sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.
Wann schneidet man die Pflaume am besten?
Am sichersten gleich nach der Ernte, im August oder September — die Wunden heilen schneller, und das Risiko einer Infektion durch die Silberglanz verursachenden Pilze ist am geringsten. Den Schnitt im Winter vermeiden.
Sind Pflaumenkerne giftig?
Einzelne versehentlich verschluckte Kerne sind ungefährlich, doch sie enthalten Amygdalin, das Blausäure freisetzt, daher sollte man sie nicht absichtlich in größeren Mengen verzehren oder zerbeißen.
Quellen
- RHS — Prunus domestica (plum)Institution / Botanischer Garten
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
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