Kurz gefasst
- Eine heimische Art, auf feuchten Wiesen und in lichten Wäldern in ganz Polen anzutreffen.
- Sie toleriert Schatten und Feuchtigkeit — auch schweren Lehm und zeitweilige Überstauung.
- Blüht von Juni bis August; die riesigen Rispen ergeben den Effekt eines goldgrünen Schleiers.
- Die Blätter bleiben fast den ganzen Winter über grün — der Horst ist außerhalb der Saison zierend.
- Sie sät sich reichlich aus; ein Schnitt der Rispen vor der Samenreife löst das Problem.
- Die Blattränder sind scharf rau — zur Pflege Handschuhe anziehen.
Botanische Daten
- Familie
- Poaceae (Poaceae)
- Höhe
- 0.6–1.2 m
- Breite
- 0.4–0.7 m
- Wuchsform
- Horstbildend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten, Schatten
- Boden
- Lehmig, Humos, Torfig, Tonig
- pH-Wert
- pH 4.5–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht, Nass
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- USDA 4a–9a
- Vermehrung
- Durch Teilung, Aus Samen
Merkmale
Sie bildet einen kompakten, dichten Rasen von 30–50 cm Höhe, aus dem ab Juni schlanke Blütenhalme von bis zu 1,2 m wachsen. Die Blütenstände sind im Verhältnis zur Pflanze riesig und sehr locker — zusammengesetzt aus Tausenden feiner, glänzender Ährchen, aufgespannt an haarfeinen Ästchen. Die Farbe wechselt im Lauf der Saison: junge Rispen sind grünlich mit silbrigem oder leicht purpurnem Schimmer, im Sommer hellen sie auf, und im Herbst gehen sie in ein warmes, strohiges Gold über. Wie bei allen Gräsern haben die Blüten keine farbigen Blütenblätter — der Effekt entsteht ausschließlich aus der Menge der Ährchen und der Art, wie sie das Licht einfangen. Die Blätter sind schmal, dunkelgrün, immergrün oder halbimmergrün, und ihre Ränder sind mit Kieselsäure durchsetzt und so rau, dass sie die Haut schneiden können.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Eine Art feuchter und schwerer Böden — sie verträgt sogar zeitweilige Überstauung und verdichteten, lehmigen Untergrund, doch bei Trockenheit vertrocknet sie rasch und verliert ihren Zierwert. An einem sonnigen Standort braucht sie entschieden mehr Wasser als im Schatten.
Düngung
Eine sehr anspruchslose Pflanze; ein Stickstoffüberschuss führt zum Lagern der Blütenhalme und zum Auseinanderfallen des Horstes.
Pflanzung
Sie verlangt keine besondere Vorbereitung — sie kommt auf verdichteten und feuchten Böden zurecht, auf denen die meisten Ziergräser versagen. Auf leichtem, austrocknendem Untergrund lohnt es sich, Kompost zuzugeben und zu mulchen.
Schnitt
Den Horst von vertrockneten Blättern durchkämmen und die verblühten Blütenhalme entfernen; vernachlässigte Horste kann man auf etwa 10 cm zurückschneiden. Will man die Selbstaussaat begrenzen, müssen die Rispen früher geschnitten werden — noch vor der Samenreife gegen Ende des Sommers.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Beide Arten mögen feuchten Halbschatten, und der luftige Schleier der Schmielenrispen gleicht die schweren, breiten Blätter der Funkie hervorragend aus.
Identische Ansprüche — feuchter, humoser Boden und Halbschatten; die gefiederten Blütenstände der Astilbe und die transparenten Rispen der Schmiele blühen zur selben Zeit.
Eine natürliche Zusammenstellung aus der Krautschicht des feuchten Waldes — Farn und Schmiele wachsen auch in der Natur nebeneinander, sodass sie zusammen ein glaubwürdiges Waldbeet ergeben.
Schlechte Nachbarschaft
Er braucht trockenen, durchlässigen und basischen Boden in voller Sonne; die für die Schmiele nötige Feuchtigkeit führt beim Lavendel zur Wurzelfäule.
Ein trockenheitsliebendes Gras magerer Standorte — unter den für die Schmiele passenden Bedingungen fällt es auseinander und verliert seine blaugraue Farbe.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Nicht giftige Pflanze, doch die Blätter haben scharf raue, mit Kieselsäure durchsetzte Ränder, die die Haut leicht verletzen — zum Säubern des Horstes lohnt es sich, Handschuhe anzuziehen. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
| Pferde | Keine | Nicht giftig, aber hart und als Futter wenig wertvoll — die Tiere meiden sie auf den Weiden. |
Geschichte und Herkunft
Die Schmiele begleitet den Menschen seit Langem als verbreiteter Bestandteil von Wiesen und Weiden, wo sie eher als Ärgernis galt — das Vieh meidet ihre harten Blätter, sodass die Horste zu Bulten heranwuchsen, die die Weide einnahmen. Ihre Gartenkarriere verdankt sie den deutschen Gärtnereien des 20. Jahrhunderts: Karl Foerster brachte Sorten wie „Goldtau“ und „Bronzeschleier“ in Kultur und würdigte damit den Effekt des leuchtenden Schleiers. Heute ist sie eines der Grundgräser der naturalistischen Strömung, besonders geschätzt dafür, dass sie sich dort bewährt, wo sonnen- und trockenheitsliebende Gräser versagen.
Verwendung
Für naturalistische und Waldbeete, Feuchtgärten, Ufer von Gewässern, Parks und Pflanzungen im Schatten von Bäumen, wo die meisten Ziergräser versagen. In größeren Gruppen gepflanzt ergibt sie den Effekt eines einheitlichen, leuchtenden Schleiers; sie bewährt sich auch als Pflanze, die das Beet mit dem wilden Teil des Gartens verbindet und heimische Insekten unterstützt.
Wissenswertes
- Schmielenhorste auf beweideten Wiesen können Jahrzehnte überdauern und zu deutlichen Bulten heranwachsen, die im Englischen tussocks heißen — die Tiere fressen sie nicht ab, also wachsen sie, während das Gras ringsum ständig kurz gehalten wird.
- Die Rispen der Schmiele werden bisweilen als das beste Gras zum Fotografieren im Gegenlicht bezeichnet — ein einzelnes Ährchen ist beinahe unsichtbar, doch Tausende von ihnen ergeben zusammen den Effekt eines leuchtenden Nebels.
- Die Art ist so anpassungsfähig, dass sie vom Flachland bis in die alpine Stufe wächst, und sogar auf subantarktischen Inseln — sie gehört zu den am weitesten verbreiteten Gräsern der Welt.
Häufige Fragen
Wächst die Rasen-Schmiele im Schatten?
Ja — sie ist eines der wenigen Ziergräser, die Schatten und Halbschatten wirklich vertragen, denn in der Natur wächst sie unter anderem in der Krautschicht lichter Wälder. Im Schatten blüht sie etwas bescheidener als in der Sonne, behält aber einen schönen, dichten Rasen und braucht deutlich weniger Wasser. In voller Sonne sieht sie am eindrucksvollsten aus, sofern der Boden feucht bleibt.
Sät sich die Schmiele im Garten aus?
Sie kann es — sie sät sich recht reichlich aus, vor allem auf feuchtem und offenem Boden, und die Sämlinge können im ganzen Beet auftauchen. Die Pflanze hat jedoch keine Ausläufer, und der Horst selbst breitet sich nicht zur Seite aus. Stört die Selbstaussaat, genügt es, die Rispen gegen Ende des Sommers zu schneiden, bevor die Samen reifen; dann verliert man allerdings den winterlichen Zierwert.
Wann schneidet man die Rasen-Schmiele?
Im Vorfrühling, im März, vor dem Austrieb — wie alle Ziergräser. Im Herbst schneidet man sie nicht: die bereiften Rispen sind eine Zierde des Winterbeets, und die trockenen Blätter schützen das Herz des Horstes vor Frost. Meist genügt es, den Horst mit behandschuhter Hand durchzukämmen und die alten Blütenhalme zu entfernen; eine vernachlässigte Pflanze kann man auf etwa 10 cm zurückschneiden.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Deschampsia cespitosaInstitution / Botanischer Garten
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