Kurz gefasst
- Ein HORSTBAMBUS — er läuft nicht durch den Garten und braucht keine Rhizomsperre.
- Immergrün und frosthart etwa bis zur USDA-Zone 5 — einer der widerstandsfähigsten Bambusse.
- Er bevorzugt Halbschatten und Schutz vor Wintersonne und frostigem Wind.
- Er hat einen hohen Wasser- und Stickstoffbedarf — anders als Ziergräser mag er Düngung.
- Nicht wie ein Ziergras schneiden — im Frühjahr nur auslichten und alte Halme herausnehmen.
- Hervorragend für immergrüne Hecken, Sichtschutz und große Kübel.
Botanische Daten
- Familie
- Poaceae (Poaceae)
- Höhe
- 2–4 m
- Breite
- 1.2–2.5 m
- Wuchsform
- Horstbildend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Halbschatten, Schatten, Sonne
- Boden
- Humos, Lehmig, Sandig
- pH-Wert
- pH 5–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- —
- Winterhärte
- USDA 5a–9a
- Vermehrung
- Durch Teilung
Merkmale
Er bildet einen dichten, deutlich begrenzten Horst aus zahlreichen dünnen Halmen von bis zu 1,5 cm Durchmesser, anfangs grün, im Alter vergilbend. Die Halme sind gerade, neigen sich aber unter dem Gewicht der feinen, schmal-lanzettlichen Blätter sanft nach außen, wodurch die ganze Pflanze ihre charakteristische Schirmform annimmt — daher der Handelsname „Schirmbambus“. Die Blätter sind immergrün und bleiben das ganze Jahr über an der Pflanze; bei starkem Frost rollen sie sich ein, was eine normale Schutzreaktion und kein Zeichen des Absterbens ist. Die praktisch entscheidende Eigenschaft ist der Rhizomtyp: die Fargesie hat ein pachymorphes, also kurzes und kompaktes Rhizom, weshalb sich der Horst jährlich nur um einige Zentimeter erweitert und dort bleibt, wo man ihn gepflanzt hat. Sie blüht äußerst selten und treibt dann unscheinbare, grünbraune Ährchen, wie sie für Gräser typisch sind.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Er hat einen hohen und beständigen Wasserbedarf — sich einrollende Blätter sind ein Zeichen von Trockenheit. Gießen muss man auch im Winter während langer Fröste ohne Schnee: die Pflanze ist immergrün und verdunstet weiterhin, während der gefrorene Boden ihr kein Wasser liefert, wodurch die Blätter vertrocknen.
Düngung
Im Gegensatz zu den Ziergräsern mag der Bambus eine reichliche Stickstoffdüngung — ein gewöhnlicher Rasendünger bewährt sich gut. Die letzte Gabe spätestens im Juli, damit die Halme vor dem Winter noch verholzen können.
Pflanzung
Ein Pflanzloch von doppelter Ballenbreite, der Boden mit Kompost angereichert, aber durchlässig. Ein vor frostigem Wind und vor der südwestlichen Wintersonne geschützter Standort. Eine Rhizomsperre ist nicht nötig — es ist ein Horstbambus.
Schnitt
Die Fargesie schneidet man nicht bodennah zurück. Im Frühjahr schneidet man einzelne alte, verfärbte oder erfrorene Halme direkt an der Basis heraus und lichtet einen zu dichten Horst aus. Die Höhe reguliert man, indem man die Halme über einem gewählten Knoten einkürzt — der Bambus wächst von der Schnittstelle aus nicht nach oben nach, der Halm bleibt also bereits auf dieser Höhe und treibt Seitenzweige.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der klassische Unterwuchs unter dem Bambushorst — die Funkie verträgt Halbschatten und Feuchtigkeit, und ihre breiten Blätter kontrastieren mit dem feinen, zarten Laub der Fargesie.
Farn und Bambus teilen dieselben Ansprüche (Halbschatten, humoser, feuchter Boden) und ergeben zusammen ein glaubwürdiges Bild eines asiatischen Bergunterwuchses.
Ähnliche Bedürfnisse — saurer, humoser Boden, Schutz vor der Wintersonne und beständige Feuchtigkeit; beide Arten sind immergrün und bilden zusammen einen dichten, ganzjährigen Sichtschutz.
Schlechte Nachbarschaft
Sie breiten sich mit langen Ausläufern über den ganzen Garten aus und dringen in wenigen Saisons in den Horst der Fargesie ein, überwuchern sie und machen es unmöglich, beide Pflanzen beim Entfernen auseinanderzuhalten.
Er verlangt einen trockenen, mageren und basischen Standort in voller Sonne — das reichliche Gießen und die Stickstoffdüngung, die der Bambus braucht, richten ihn rasch zugrunde.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
| Pferde | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Art sammelte Ernest Wilson 1907 in Zentralchina und benannte sie nach seiner Tochter Muriel. Jahrzehntelang war sie im Handel als Arundinaria murielae und Sinarundinaria murielae bekannt, erst später wurde sie in die Gattung Fargesia eingegliedert. Nahezu alle im 20. Jahrhundert in Europa kultivierten Exemplare stammten aus einer einzigen Aufsammlung Wilsons, waren also ein einziger Klon — was in den 1990er Jahren dramatische Folgen hatte, als sie in ganz Europa gleichzeitig zu blühen begannen und abstarben.
Verwendung
Für immergrüne Hecken und Sichtschutzwände (deutlich sicherer als ausläufertreibende Bambusse), als Hintergrund von Beeten, für asiatische und Waldgärten, als Solitär sowie für große Kübel auf Terrassen und Patios. Im Gefäß verlangt er ein besonders regelmäßiges Gießen und einen Schutz des Wurzelballens im Winter, denn die Wurzeln im Kübel frieren weit schneller durch als im Boden.
Wissenswertes
- Bambusse sind monokarp: sie blühen einmal in mehreren Jahrzehnten und sterben danach ab. Der Garten-Bambus hat einen Zyklus von etwa 100 Jahren, und alle vom selben Klon abstammenden Pflanzen blühen weltweit gleichzeitig, unabhängig vom Klima — genau das geschah in den 1990er Jahren, als die europäischen Exemplare aus Wilsons einziger Aufsammlung nahezu gleichzeitig blühten und vertrockneten. Die heutigen Sorten wie „Simba“ oder „Jumbo“ stammen von späteren, jüngeren Sämlingen ab, ihre Blüte ist also für die kommenden Jahrzehnte nicht zu erwarten.
- Die Massenblüte der Bambusse in China ist ein reales Problem für die Großen Pandas — Fargesia ist eine der Grundpflanzen ihrer Nahrung, und das Absterben einer ganzen Bambuspopulation nimmt ihnen für viele Jahre die Nahrungsgrundlage.
- Eingerollte Blätter an einem frostigen Tag sind kein Zeichen des Vertrocknens, sondern eine Art, die Verdunstung zu begrenzen — nach dem Tauwetter rollen sie sich wieder auf.
Häufige Fragen
Breitet sich die Fargesie im ganzen Garten aus und braucht sie eine Rhizomsperre?
Nein und nein — das ist das Wichtigste, was man vor dem Kauf wissen sollte. Die Fargesie ist ein Horstbambus: sie hat ein kurzes, kompaktes Rhizom, der Horst erweitert sich also jährlich um einige Zentimeter und bleibt dort, wo man ihn gepflanzt hat. Eine Rhizomsperre ist überflüssig. Das Weglaufen durch den Garten betrifft die ausläufertreibenden Bambusse, vor allem die Gattung Phyllostachys, deren Triebe mehrere Meter von der Mutterpflanze entfernt austreiben können und für die eine Sperre unerlässlich ist.
Übersteht die Fargesie den Winter in Polen und warum rollen sich ihre Blätter ein?
Ja, sie ist einer der frosthärtesten Bambusse — sie hält etwa bis zur USDA-Zone 5 aus, überwintert in Polen also in den meisten Regionen im Freiland. Das Einrollen der Blätter bei Frost ist eine normale Schutzreaktion, die die Verdunstung begrenzt, und kein Zeichen des Absterbens. Die größte Gefahr ist nicht der Frost selbst, sondern das Austrocknen: eine immergrüne Pflanze verdunstet auch im Winter, nimmt aus dem gefrorenen Boden aber kein Wasser auf. Deshalb sollte der Standort vor Wintersonne und Wind geschützt sein, und bei langem Frost ohne Schnee lohnt es sich, sie an einem wärmeren Tag zu gießen.
Wie schneidet man die Fargesie?
Völlig anders als Ziergräser — niemals den ganzen Horst bodennah abschneiden, denn der Bambus ist immergrün und ein solcher Schnitt nimmt ihm seinen gesamten Assimilationsapparat. Im Frühjahr, im April, schneidet man einzelne alte, verfärbte oder erfrorene Halme direkt an der Basis heraus und lichtet einen zu dichten Horst aus. Die Höhe reguliert man, indem man einen Halm über einem gewählten Knoten einkürzt: der Bambus wächst von der Schnittstelle aus nicht nach oben nach, der Halm bleibt also auf dieser Höhe und verzweigt sich nur zur Seite, wird also dichter — was in einer Hecke erwünscht ist.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Fargesia murielaeInstitution / Botanischer Garten
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