Kurz gefasst
- Eine windende Kletterpflanze — sie windet sich um die Stütze und haftet nicht von selbst.
- Die Blüten duften am intensivsten am Abend und in der Nacht und locken Nachtfalter und andere bestäubende Insekten an.
- Wächst am besten nach dem Grundsatz „Füße im Schatten, Kopf in der Sonne“ — beschattete Basis, besonnte Blütentriebe.
- Die roten Beeren im Herbst sind für Menschen giftig, werden aber von Vögeln gern gefressen.
- Frosthart bis USDA-Zone 5, in Polen überwintert es ohne Abdeckung.
Botanische Daten
- Familie
- Caprifoliaceae (Caprifoliaceae)
- Höhe
- 2–6 m
- Breite
- 1–2 m
- Wuchsform
- Überhängend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 5.5–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- Juni–September
- Winterhärte
- USDA 5a–9a
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker, Aus Samen
Merkmale
Eine verholzende, windende Kletterpflanze mit ovalen, mattgrünen Blättern und Blüten, die in kopfigen Blütenständen an den Triebenden zusammenstehen. Die röhrenförmigen Blüten, cremefarben bis gelblich mit einem rötlichen Anflug außen, verströmen einen intensiven, süßen Duft, der sich nach der Dämmerung verstärkt. Im Herbst erscheinen glänzende, rote Beeren in Trauben.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Den Grundsatz „Füße im Schatten, Kopf in der Sonne“ anwenden — die Basis der Pflanze mulchen und feucht halten, während die Blütentriebe zur Sonne emporklettern.
Düngung
Mäßige Gaben genügen — ein Stickstoffüberschuss verringert die Blüte zugunsten des Blattwachstums.
Pflanzung
Eine beschattete, gemulchte Basis und einen besonnten Platz für die oberen Triebe bereitstellen; sofort ein Gitter, Schnüre oder Kletterstäbe aufstellen.
Schnitt
Zu lange Triebe einkürzen, das dichte Innere des Strauchs für eine bessere Durchlüftung auslichten.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ähnliche Lichtansprüche und die Möglichkeit, sie gemeinsam über dieselbe Pergola oder denselben Zaun zu ziehen — die kontrastierenden Blüten verlängern die Zierperiode.
Beide Kletterpflanzen vertragen den Grundsatz „Füße im Schatten, Kopf in der Sonne“ gut und können gemeinsam über dieselbe Konstruktion klettern.
Schlechte Nachbarschaft
Das Geißblatt wird gern von Blattläusen besiedelt, die leicht von ihm auf die nahe stehenden Bohnen übergehen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Mäßig | Die roten Beeren sind beim Verzehr giftig und können Erbrechen und Bauchschmerzen verursachen. |
| Hunde | Mäßig | — |
| Katzen | Mäßig | — |
Geschichte und Herkunft
Eine heimische europäische Art, seit Jahrhunderten in Hecken und an Katen in den ländlichen Gebieten Großbritanniens und Westeuropas präsent, wo sie als „woodbine“ bekannt ist. In der polnischen Volkstradition schrieb man dem Geißblatt Schutzeigenschaften zu, wenn man es am Hauseingang pflanzte.
Verwendung
Zum Beranken von Zäunen, Pergolen, Lauben und alten Bäumen in naturnahen Gärten, in der Nähe von Terrassen und Bänken — dort, wo sich der abendliche Duft voll genießen lässt. Eine hervorragende Pflanze zur Förderung von Bestäubern und Vögeln.
Wissenswertes
- Der Gattungsname Lonicera erinnert an den deutschen Botaniker und Arzt Adam Lonicerus aus dem 16. Jahrhundert.
- Der starke, nächtliche Duft der Blüten ist eine an die Bestäubung durch nach der Dämmerung aktive Nachtfalter angepasste Strategie.
Häufige Fragen
Warum duften die Blüten des Geißblatts am Abend am stärksten?
Das ist eine natürliche, an die Bestäubung durch Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten angepasste Strategie, die die Hauptbestäuber dieser Art sind — der intensive Duft nach der Dämmerung soll sie wirksamer anlocken als tagsüber.
Sind die Beeren des Geißblatts gefährlich?
Ja, die roten Beeren sind beim Verzehr für Menschen und Haustiere giftig — sie können Erbrechen und Bauchschmerzen hervorrufen. Es lohnt sich, kleine Kinder in der Nähe der fruchtenden Pflanze zu beaufsichtigen, während die Beeren für Vögel im Herbst eine unbedenkliche und wertvolle Nahrung sind.
Wie zieht man das Geißblatt, damit es gut blüht?
Es lohnt sich, den Grundsatz „Füße im Schatten, Kopf in der Sonne“ anzuwenden — die Basis der Pflanze beschatten und mulchen und den Trieben das Emporklettern zur Sonne ermöglichen. Ein jährlicher, leichter Schnitt nach der Blüte erhält den kompakten Wuchs und regt eine reichere Blüte in der nächsten Saison an.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Lonicera periclymenumInstitution / Botanischer Garten
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