Kurz gefasst
- Er wurzelt nicht im Grund — er schwimmt frei, und die Wurzeln hängen locker im Wasserkörper.
- Die Rosetten runder, am Grund herzförmiger Blätter sehen aus wie Seerosen in Miniatur (das Blatt misst 2–5 cm).
- Er blüht von Juni bis August mit kleinen, weißen Blüten mit drei Blütenblättern und gelber Mitte.
- Er überwintert als Turionen — Winterknospen, die im Herbst auf den Grund sinken und im Frühjahr wieder auftauchen.
- Er benötigt ruhiges, vor Wind geschütztes Wasser; einen Springbrunnen oder eine Strömung verträgt er nicht.
- Er breitet sich flächig über Ausläufer aus — überzählige Rosetten fischt man einfach mit dem Kescher heraus.
Botanische Daten
- Familie
- Hydrocharitaceae (Hydrocharitaceae)
- Höhe
- 0.02–0.05 m
- Breite
- 0.2–0.5 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Torfig
- pH-Wert
- pH 6.5–8
- Feuchtigkeit
- Nass
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- USDA 4a–9b
- Vermehrung
- Durch Ausläufer, Durch Teilung, Aus Samen
Merkmale
Eine Pflanze mit verkürztem Trieb, der eine Rosette aus 3–8 auf der Wasseroberfläche schwimmenden Blättern bildet. Die Blätter sind rund bis nierenförmig, am Grund herzförmig, 2–5 cm im Durchmesser, ledrig und glänzend, unterseits mit einem schwammigen Luftgewebe, das für Auftrieb sorgt — das Ganze erinnert an eine verkleinerte Seerose, ist mit ihr aber nicht verwandt. Die mehrere Zentimeter langen Wurzeln hängen frei im Wasser und reichen nicht bis zum Grund. Die Blüten sind klein (2–3 cm), weiß, mit drei zarten Blütenblättern und einem gelben Fleck am Grund, und erheben sich dicht über die Wasserfläche; die Pflanze ist zweihäusig, sodass man in einer Kolonie meist nur Blüten eines Geschlechts antrifft und Samen selten angesetzt werden. Die wichtigste Vermehrungsart sind die Ausläufer: Aus der Rosette wachsen waagerechte Triebe, die in einer neuen Rosette enden, wodurch sich die Kolonie flächig, flach über den Wasserspiegel ausbreitet.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Die Pflanze schwimmt frei auf der Oberfläche und wird überhaupt nicht gegossen — es zählt ausschließlich ein gleichbleibender Wasserstand im Gewässer. Eine aufgetauchte Rosette vertrocknet binnen weniger Stunden, deshalb muss man in flachen Gefäßen das im Sommer verdunstete Wasser nachfüllen.
Pflanzung
Er benötigt weder Untergrund noch Korb — die Rosetten legt man schlicht auf die Oberfläche ruhigen Wassers, und ihre Wurzeln hängen frei im Wasserkörper und reichen nicht bis zum Grund. Bedingung für den Erfolg ist ein geschützter, stiller Platz: Wind und der Strahl eines Springbrunnens drängen die Rosetten an ein Ufer und zerschlagen die Kolonie.
Schnitt
Überzählige Rosetten einfach mit dem Kescher herausfischen, wenn die Kolonie mehr als die Hälfte des Wasserspiegels zu bedecken beginnt. Die herausgefischte Biomasse einige Stunden am Ufer liegen lassen, damit kleine Wassertiere ins Gewässer zurückkehren, und sie danach kompostieren.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der hohe Horst der Schwertlilie in der Uferzone schirmt die Wasserfläche vor Wind ab, und der Froschbiss benötigt gerade ruhiges Wasser — ohne Schutz werden die Rosetten an ein Ufer gedrängt und die Kolonie zerfällt.
Unterwasserpflanzen, die das Wasser mit Sauerstoff anreichern, konkurrieren mit den Algen um Nährstoffe und halten das Wasser klar, was dem Froschbiss zugutekommt — und er beschattet im Gegenzug die Oberfläche und begrenzt die Algenblüte zusätzlich.
Schlechte Nachbarschaft
Sie besetzt genau dieselbe Nische — die Wasseroberfläche — vermehrt sich aber schneller und bildet eine dichte Decke, unter der die Rosetten des Froschbisses erstickt werden und aufhören zu blühen.
Die riesigen Blätter des Lotos erheben sich hoch über das Wasser und beschatten dessen Oberfläche vollständig — der kleine, lichtliebende Froschbiss kümmert darunter und verschwindet.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Der Froschbiss war seit jeher ein Bestandteil europäischer Altarme, Überschwemmungsflächen und Torfstichgräben — er hat keine Geschichte der Kultivierung oder wirtschaftlichen Nutzung hinter sich, ist dafür aber ein guter Zeuge der Veränderungen in der Gewässerlandschaft. Flussregulierung, die Trockenlegung von Altarmen und die Eutrophierung der Gewässer haben dazu geführt, dass er in vielen Regionen Polens und Westeuropas deutlich seltener geworden ist, obwohl er landesweit noch immer eine recht häufige und nicht unter Schutz gestellte Art ist. Ein umgekehrtes Schicksal ereilte ihn in Nordamerika, wohin er im 20. Jahrhundert über botanische Gärten gelangte — dort hat er ohne natürliche Gegenspieler die Kanäle und Überschwemmungsflächen des Einzugsgebiets der Großen Seen erobert und wird als invasive Art bekämpft.
Verwendung
Eine Pflanze für kleine Gartenteiche, Zuber und Mini-Teiche in Gefäßen auf der Terrasse, wo Seerosen weit zu groß wären. Er beschattet die Wasseroberfläche und begrenzt so die Entwicklung von Algen, und seine herabhängenden Wurzeln bieten Jungfischen und kleinen Wasserwirbellosen Schutz — daher der hohe Naturwert trotz des bescheidenen Aussehens. Er bewährt sich in naturnahen Pflanzungen und überall dort, wo einem eine heimische Art statt exotischer Schwimmpflanzen am Herzen liegt. Unter einer Bedingung: Das Wasser muss ruhig und geschützt sein.
Wissenswertes
- Der Artname morsus-ranae bedeutet wörtlich „Froschbiss“ — er spielt auf die Einbuchtung am Blattgrund an, die wie eine Bissspur aussieht.
- Im Herbst bildet die Pflanze Turionen — kompakte, stärkereiche Winterknospen, die sich ablösen und auf den Grund sinken, wo sie das Zufrieren der Wasserfläche überdauern. Im Frühjahr sammeln sie Gas an, tauchen zur Oberfläche auf und entwickeln sich zu neuen Rosetten; deshalb bedeckt sich ein Gewässer, das im Herbst ganz leer wirkt, im Mai wieder mit Froschbiss.
- Obwohl er wie eine Miniatur-Seerose aussieht, gehört er zu einer völlig anderen Familie — den Froschbissgewächsen (Hydrocharitaceae), derselben wie die Kanadische Wasserpest.
Häufige Fragen
Muss man den Froschbiss in einem Korb auf dem Grund pflanzen?
Nein. Das ist eine frei schwimmende Pflanze — sie wurzelt nicht im Grund, und ihre Wurzeln hängen locker im Wasserkörper und nehmen die Nährstoffe unmittelbar aus ihm auf. Die Rosetten legt man einfach auf die Wasseroberfläche, und mehr ist nicht zu tun. Wichtig ist nur, dass der Platz vor Wind geschützt und ohne Springbrunnen ist, denn die Strömung drängt die Rosetten an ein Ufer.
Mein Froschbiss ist im Herbst verschwunden — ist die Pflanze eingegangen?
Höchstwahrscheinlich nicht. Der Froschbiss überwintert in Form von Turionen, also Winterknospen, die sich im Herbst von den Rosetten lösen und auf den Grund des Gewässers sinken. Im Frühjahr, wenn sich das Wasser erwärmt, tauchen sie zur Oberfläche auf und entwickeln sich zu neuen Rosetten. Deshalb sollte man im Herbst den Grund des Teichs nicht bis auf die nackte Folie säubern — die Entfernung des Sediments samt den Turionen bedeutet, dass die Pflanze nicht zurückkehrt.
Überwuchert der Froschbiss den Gartenteich?
In nährstoffreichem Wasser kann er sich rasch ausbreiten und einen beträchtlichen Teil der Wasserfläche bedecken, doch im Gegensatz zu Pflanzen, die sich über Rhizome ausbreiten, lässt er sich sehr leicht beherrschen — es genügt, die überzähligen Rosetten mit dem Kescher herauszufischen und auf den Kompost zu werfen. Eine gute Faustregel ist, etwa die Hälfte des Wasserspiegels frei zu lassen, damit die Unterwasserpflanzen genug Licht haben.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- GBIF — Hydrocharis morsus-ranaeDatenbank (GBIF, POWO…)
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