Kurz gefasst
- Standort: volle Sonne, durchlässiger, leicht saurer bis neutraler Boden.
- Die Pflanzknollen werden im April–Mai gesetzt, nachdem die Gefahr starker Fröste vorüber ist.
- Das Anhäufeln ist eine entscheidende Maßnahme — es schützt die Knollen vor Ergrünen und Licht.
- Die grünen Teile und die Keime enthalten giftiges Solanin — sie sollten nicht verzehrt werden.
- Die Knollen werden im August–September geerntet, wenn das Kraut zu vergilben und abzusterben beginnt.
Botanische Daten
- Familie
- Solanaceae (Solanaceae)
- Höhe
- 0.3–1 m
- Breite
- 0.4–0.6 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig, Humos
- pH-Wert
- pH 5.5–6.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Juni–Juli
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Stecklingen
Merkmale
Eine krautige Pflanze mit ausladenden, kantigen Stängeln und gefiederten Blättern. Unter der Erde bildet sie Ausläufer, die in Verdickungen enden — den Knollen, die als Speicherorgan dienen. Die weißen oder violetten, in Doldenrispen zusammenstehenden Blüten gehen selten in kleine, giftige Beeren über.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Am wichtigsten ist ein regelmäßiger Zugang zu Wasser in der Phase des Knollenansatzes und -zuwachses; Überwässerung begünstigt Fäulnis.
Düngung
Nach dem Knollenansatz den Stickstoff begrenzen — ein Überschuss verlängert das Wachstum der oberirdischen Teile auf Kosten des Knollenertrags.
Pflanzung
Tief gelockerter Boden; die Pflanzknollen lässt man am besten 2–3 Wochen vor der Pflanzung im Licht vorkeimen.
Schnitt
Das Anhäufeln von Erde um die Triebe — es ist kein Schnitt im engeren Sinne, aber eine entscheidende Pflegemaßnahme, die die sich bildenden Knollen vor Licht und Ergrünen schützt.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die Bohne bindet dank Knöllchenbakterien Luftstickstoff und düngt so den Boden für die Kartoffel, und ihr Geruch erschwert dem Kartoffelkäfer zusätzlich das Auffinden der Wirtspflanzen.
Traditionell an den Ecken des Kartoffelbeets gepflanzt — Gärtner glauben, dass er die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Pilzkrankheiten stärkt.
Schlechte Nachbarschaft
Beide Pflanzen gehören zu den Nachtschattengewächsen und sind anfällig für dieselben Krankheiten, besonders die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), die leicht zwischen den Arten übergreift.
Die stark wuchernden, kriechenden Triebe der Kürbisgewächse konkurrieren mit der flach wurzelnden Kartoffel um Platz und Nährstoffe.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Hoch | Die grünen Pflanzenteile, die Keime und die ergrünte Schale der Knollen enthalten Solanin — ein giftiges Glykoalkaloid; die reifen, gekochten Knollen ohne grüne Stellen selbst sind unbedenklich. |
| Hunde | Mäßig | Rohe, grüne Knollen und das Kraut können eine Solaninvergiftung auslösen. |
| Katzen | Mäßig | — |
Geschichte und Herkunft
Vor Tausenden von Jahren von den Andenvölkern domestiziert, gelangte sie im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa. Zunächst misstrauisch betrachtet und als botanische Kuriosität angebaut, wurde sie im 18.–19. Jahrhundert zur Ernährungsgrundlage eines großen Teils Europas, darunter Polens.
Verwendung
Ein Grundgemüse im Haus- und Erwerbsanbau; angebaut in Kleingärten und auf Feldern. Die Knollen werden auf vielfältige Weise kulinarisch sowie industriell zur Herstellung von Stärke und Alkohol genutzt.
Wissenswertes
- Die durch die Kartoffelfäule verursachte Missernte der Kartoffel in Irland in den 1840er-Jahren führte zu einer Massenauswanderung und zum Tod von über einer Million Menschen.
- Weltweit gibt es Tausende von Kartoffelsorten, die sich in der Farbe von Schale und Fleisch, im Stärkegehalt und im kulinarischen Verwendungszweck unterscheiden.
Häufige Fragen
Warum sind grüne Kartoffeln gefährlich?
Das Ergrünen der Schale bedeutet einen Anstieg der Solaninkonzentration, eines natürlichen Toxins, das die Pflanze vor Schädlingen schützt. In großen Mengen ist Solanin für den Menschen schädlich, deshalb sollte man grüne Stellen der Knolle stets wegschneiden oder die ganze Knolle entsorgen.
Was ist das Anhäufeln und warum ist es so wichtig?
Das Anhäufeln ist das Anhäufen von Erde um die wachsenden Triebe. Es schützt die sich bildenden Knollen vor Lichteinfall (und verhindert so das Ergrünen und Bitterwerden) und vergrößert die Fläche, auf der neue Knollen entstehen können, was den Ertrag steigert.
Wann erntet man Kartoffeln?
Frühkartoffeln werden schon im Juni–Juli geerntet, wenn die Pflanze blüht. Die Haupternte, die zur Lagerung bestimmt ist, erfolgt im August–September, wenn das Kraut zu vergilben und einzutrocknen beginnt, was die Reife der Knollen anzeigt.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Solanum tuberosumDatenbank (GBIF, POWO…)
- USDA PLANTS Database — Solanum tuberosumDatenbank (GBIF, POWO…)
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