Freesie

Freesia × hybrida · Freesia (EN) · Freesie (DE)

Die Hybrid-Freesie (Freesia × hybrida) ist eine niedrige Zwiebelstaude aus der Familie der Schwertliliengewächse, die seit dem späten 19. Jahrhundert wegen ihrer intensiv duftenden, bunten Blüten in einseitig gebogenen Trauben kultiviert wird. Ein Klassiker der Floristik und Brautsträuße, in Deutschland und der Schweiz im Freiland ab Mai oder ganzjährig in Kübeln unter Glas kultiviert.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 9a–10b
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Standort: Sonne oder Halbschatten, durchlässiger, leicht saurer bis neutraler Boden.
  • Blüht V–VII im Freiland, in Kübeln nach Vorbereitung zu jeder Jahreszeit.
  • INTENSIV duftend — eine der wohlriechendsten Gartenpflanzen, fruchtig-zitrusartiger Duft.
  • In Mitteleuropa werden die Zwiebeln über den Winter ausgegraben (nicht frostfest, USDA 9+) und trocken bei 20–25 °C gelagert.
  • Klassiker der Schnittblumen — im Vasenwasser 7–14 Tage haltbar; Blüten öffnen sich nacheinander vom unteren Ende des gebogenen Blütenstiels.

Botanische Daten

Familie
Iridaceae (Iridaceae)
Höhe
0.3–0.5 m
Breite
0.1–0.15 m
Wuchsform
Horstbildend
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Humos, Sandig
pH-Wert
pH 6–7
Feuchtigkeit
Mäßig
Blütezeit
Mai–Juli
Winterhärte
USDA 9a–10b
Vermehrung
Aus Zwiebeln / Knollen, Aus Samen

Merkmale

Niedrige (30–50 cm) Zwiebelstaude mit Knollenzwiebeln (Kormus), umgeben von faseriger Hülle. Schmale, schwertförmige Blätter treiben in einem Fächer aus dem Boden und werden bis zu 30 cm lang. Blüten zu 6–12 in einer einseitigen, waagerecht gebogenen Traube auf einem steifen, dünnen Blütenstiel — das charakteristische Merkmal der Gattung. Einzelblüten trichterförmig, 4–6 cm im Durchmesser, mit sechs nach außen zurückgebogenen Blütenblättern; Färbung von reinweiß über alle Töne von Gelb, Orange, Rosa, Rot bis intensivem Violett, auch zweifarbig. Sie verströmen einen SEHR starken, angenehmen Zitrus-Frucht-Duft mit rosigen Untertönen — eine der duftreichsten Zwiebelpflanzen. Nach der Blüte bilden sich Samenkapseln, aber die Sorten werden vegetativ aus Tochterknollen vermehrt.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Regelmäßig während Wachstum und Blüte; nach dem Verblühen das Gießen auf ein Minimum reduzieren, bis die Blätter natürlich vergilben. In der Ruhezeit (VIII–XII) Zwiebeln trocken bei 20–25 °C lagern.

Im Sommer alle ~3 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Halbe Dosis der Etikettangabe — Freesien reagieren empfindlich auf Stickstoffüberschuss (Pflanzen kippen um).

alle 2 Wochen während Wachstum und Blüte (V–VII) · nawóz fosforowo-potasowy dla roślin cebulowych

Pflanzung

Leichter, durchlässiger Boden mit Kompost angereichert. Ins Freiland erst nach den letzten Frösten (V) setzen. Für den Kübel: Torf und Sand 3:1 oder Fertigsubstrat für Zwiebelpflanzen. Zwiebeln mit der Spitze nach oben setzen.

Zeitpunkt: April–Mai im Freiland; Januar–März in Kübeln unter Glas · Abstand 6–10 cm

Schnitt

Verblühte Stiele nach dem vollständigen Verblühen abschneiden, Blätter für den eigenen Welkeprozess belassen.

Zeitpunkt: Nach dem Verblühen — Entfernen der verblühten Stiele. · Achtung: Grüne Blätter nicht abschneiden — die Zwiebel legt in ihnen Reserven für die nächste Saison an. Zu frühes Schneiden bedeutet keine Blüte im Folgejahr.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Niedrige Beetstauden (Sedum, Polster-Phlox)Praktische Beobachtung

Freesien haben schmale, senkrechte Blätter — bodendeckende Stauden füllen den Raum zwischen ihnen aus, ohne um Licht zu konkurrieren.

Schlechte Nachbarschaft

Pflanzen mit sommerlichem WasserbedarfPraktische Beobachtung

Nach der Blüte brauchen Freesien einen trockenen Zeitraum zum Anlegen ihrer Reserven — die Nachbarschaft von im Sommer regelmäßig gegossenen Stauden (Hosta, Astilbe) verursacht Zwiebelfäulnis.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine
Hunde Keine
Katzen Keine

Geschichte und Herkunft

Die Gattung Freesia wurde 1866 vom deutschen Botaniker Christian F. Ecklon beschrieben, benannt zu Ehren seines befreundeten Arzt-Botanikers Friedrich H. T. Freese. Die Pflanzen stammen aus Südafrika, vor allem der Kap-Region. Die ersten Gartenhybriden züchtete 1878 in England George Wilson durch Kreuzung von F. refracta mit F. leichtlinii. Seit dem späten 19. Jahrhundert sind die Niederlande das weltweite Zentrum der Freesienzucht — bis heute stammen >90 % der globalen Zwiebel- und Schnittblumenproduktion von dort. Moderne Sorten (mehrere Hundert registriert) unterscheiden sich in Farbe, Blütengröße und Duftintensität.

Verwendung

Freilandkultur in Rabatten und Einfassungen — Zwiebeln nach den letzten Frösten im Mai setzen, Blüte VI–VII. In Kübeln unter Glas lässt sich die Blütezeit steuern — im Januar gesetzte Zwiebeln blühen im April, im Juli gesetzte im Oktober. Ein Klassiker der Floristik — die industrielle Zucht liefert ganzjährig Schnittblumen. Ausgezeichnet für Balkon und Terrasse in Kübeln mit gutem Drainage; nach der Blüte werden die Zwiebeln ausgegraben und trocken bei 20–25 °C bis zur nächsten Pflanzung gelagert.

Wissenswertes

  • Der Name Freesia ehrt den deutschen Arzt und Botaniker Friedrich Heinrich Theodor Freese (1795–1876) aus Kiel, einen Freund des Entdeckers der Gattung.
  • Freesien gehören zu den am häufigsten in der Parfümerie eingesetzten Blüten — ihr Duft wird synthetisch nachgebildet, weil sich das ätherische Öl nicht wirtschaftlich gewinnen lässt.
  • Die Blüten öffnen sich der Reihe nach vom unteren Ende des gebogenen Blütenstiels — die unteren verblühen, während die oberen erst zu erblühen beginnen; das ergibt eine außergewöhnlich lange Straußhaltbarkeit (bis zu 2 Wochen).
  • In der viktorianischen Blumensprache stand die Freesie für Vertrauen und Unschuld — bis heute eine klassische Hochzeitsblume.

Häufige Fragen

Überstehen Freesien den mitteleuropäischen Winter im Freiland?

Nein — Freesien sind nicht winterhart (Zone USDA 9+, vertragen etwa −3 °C Minimum). In Deutschland und der Schweiz werden die Zwiebeln nach dem Welken der Blätter im Herbst ausgegraben, von Erde befreit, 2 Wochen getrocknet und warm bei 20–25 °C gelagert (nicht kalt — das zerstört die Blütenanlagen). Wiedergesetzt werden sie im Mai.

Warum blühen meine Freesien nicht?

Häufigste Ursachen: zu niedrige Temperatur nach der Pflanzung (unter 10 °C stoppt das Wachstum); kalte Lagerung der Zwiebeln statt warm (Freesien brauchen eine warme Dormanz, sonst bilden sich keine Blütenknospen); Stickstoffüberschuss; zu flache Pflanzung. Optimal: Zwiebeln 5 cm tief, Wachstumstemperatur 15–20 °C, mäßige Düngung mit Phosphor und Kalium.

Wie pflanze ich Freesien im Kübel, damit sie in einem bestimmten Monat blühen?

Vom Setzen bis zur Blüte vergehen bei 15–20 °C 90–120 Tage. Für Osterblüten setzt man die Zwiebeln im Januar, für Allerheiligen Anfang August. In den ersten 6 Wochen sollte das Substrat nur leicht feucht sein, danach regelmäßig gießen. Hohe Temperaturen (>25 °C) verkürzen die Zeit bis zur Blüte, aber auch die Blühdauer.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 24.8.2026.

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