Kurz gefasst
- Im Herbst (September–November) auf ca. 12 cm Tiefe pflanzen.
- Benötigt durchlässigen Boden – die Zwiebeln faulen in stehendem Wasser.
- Blüht nur kurz, meist 2–3 Wochen im April–Mai.
- Die Zwiebel ist giftig für Hunde und Katzen.
- Die Blätter bis zum Vergilben stehen lassen – sie versorgen die Zwiebel fürs nächste Jahr.
- Zum Austreiben der Blüte braucht sie winterliche Kühle – meist 12–16 Wochen bei etwa 5–9 °C; die Knospe selbst wird früher angelegt, in der warmen sommerlichen Ruhephase.
- Die Zwiebel erneuert sich jede Saison: Die alte stirbt nach der Blüte ab, deshalb werden die Blüten großblumiger Sorten von Jahr zu Jahr kleiner.
- Am längsten halten sich im Freiland Darwin-Hybriden und niedrige botanische Tulpen; gefüllte und Papageientulpen pflanzt man meist jedes Jahr neu.
Botanische Daten
- Familie
- Liliaceae (Liliaceae)
- Höhe
- 0.25–0.6 m
- Breite
- 0.1–0.15 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Sandig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 3a–8b
- Vermehrung
- Aus Zwiebeln / Knollen
Merkmale
Zwiebelpflanze mit schmalen, lanzettlichen Blättern und einer einzelnen, kelchförmigen Blüte an einem steifen Stängel. Die Blüten kommen in fast allen Farben außer reinem Blau vor. Blätter sind meist 3–4, seltener 2 oder 5–6; sie sind graugrün, von einem Wachsbelag überzogen und stehen wechselständig im unteren Teil des Triebs. Die Blütenhülle besteht aus sechs Blättern in zwei Kreisen, die nicht in Kelch und Krone gegliedert sind – botanisch spricht man deshalb von Perigonblättern und nicht von Blütenblättern; im Inneren der Blüte stehen sechs Staubblätter und ein oberständiger Fruchtknoten mit dreiteiliger Narbe. Die Blüte öffnet sich bei voller Sonne und schließt sich abends und bei Kühle – das ist eine Reaktion auf den Temperaturwechsel, nicht auf das Licht selbst. Die Höhe von 25–60 cm hängt vor allem von der Sortengruppe ab: frühe und gefüllte Sorten bleiben im unteren Bereich, Darwin-Hybriden und späte einfache Sorten erreichen 60 cm. Das Wachstum ist schnell, der Zyklus jedoch kurz – die Blüte selbst hält 2–3 Wochen, und der gesamte oberirdische Teil trocknet bis Juni ein, wenn die Pflanze in die sommerliche Ruhephase übergeht. Die Zwiebel erneuert sich jede Saison: Die alte stirbt nach der Blüte ab, an ihrer Stelle entsteht eine Ersatzzwiebel mit Brutzwiebeln, wodurch die Blüten großblumiger Sorten von Jahr zu Jahr kleiner werden. Zugwurzeln können die Zwiebel tiefer in den Boden ziehen. Die Blütenknospe wird bereits im Sommer im Inneren der Zwiebel angelegt, während der warmen Ruhephase nach dem Einziehen der Blätter; zum Austreiben der Knospe und zur Streckung des Stängels benötigt die Pflanze dagegen winterliche Kühle – meist 12–16 Wochen bei etwa 5–9 °C. Ohne diese Kühle bleibt die Knospe in der Zwiebel oder blüht kümmerlich dicht über dem Boden, und die Pflanze treibt vor allem Blätter. Standort sonnig oder heller Halbschatten, Boden durchlässig und neutral, leicht saure Reaktion wird ebenfalls toleriert (pH 6,0–7,5).
Beliebte Sorten
- ‘Queen of Night’
- Späte einfache Sorte mit samtigen, dunkelpurpurnen Perigonblättern, die fast schwarz wirken. Erreicht 55–60 cm und blüht im Mai, nach den meisten anderen Sorten – gut für Kontraste mit weißen und gelben Tulpen.
- ‘Ballerina’
- Lilienblütig, mit schlanker Blüte und zurückgebogenen, zugespitzten Perigonblättern in Orange. Höhe 50–55 cm, blüht spät; eine der wenigen Sorten mit deutlichem, süßem Duft.
- ‘Angélique’
- Späte gefüllte Sorte mit dicht gefüllter, hellrosa Blüte, die an eine Pfingstrose erinnert. Niedriger, 40–45 cm, blüht lange, doch die schweren Blüten werden von Regen leicht niedergedrückt – besser an geschützter Stelle pflanzen.
- ‘Rococo’
- Papageientulpe mit zerschlitzten und gewellten Perigonblättern, karminrot mit grünen und violetten Schlieren. Niedrig, 35–40 cm, mit außergewöhnlich großer Blüte; wirkungsvoll aus der Nähe und als Schnittblume.
- ‘Prinses Irene’
- Gruppe Triumph, die Blüte orange mit deutlicher purpurner Flamme auf den äußeren Perigonblättern. Niedrig, 30–35 cm, blüht mitten in der Saison; bewährt sich in Kübeln und im Vordergrund des Beetes.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Die Zwiebeln faulen in staunassem Boden. Während der Wachstumsphase mäßig gießen, nach der Blüte auf ein Minimum reduzieren.
Düngung
Zu viel Stickstoff vermeiden – er schwächt die Haltbarkeit der Zwiebeln in den folgenden Saisons.
Pflanzung
Durchlässiger Boden; schwere, lehmige Böden mit Sand anreichern, um Zwiebelfäule vorzubeugen.
Schnitt
Verblühte Blütenstände entfernen, die Blätter aber bis zum natürlichen Vergilben stehen lassen – sie versorgen die Zwiebel fürs nächste Jahr.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die Tulpe verblüht bereits im Juni und verliert dann ihre Zierwirkung – benachbarte Stauden verdecken die vergilbenden Blätter.
Ähnliche Pflanz- und Blütezeit, ungiftig für Nagetiere im Gegensatz zu Tulpenzwiebeln, was das Ausgraben durch Tiere einschränkt.
Schlechte Nachbarschaft
Konkurrenz um den Platz beim jährlichen Neupflanzen der Zwiebeln kann benachbarte flache Wurzeln beschädigen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Graubrauner, flaumiger Myzelbelag auf Blüten, Früchten, Blättern und Trieben, dem wässrige, faulende Flecken vorausgehen. Er befällt geschwächtes und beschädigtes Gewebe und entwickelt sich rasch bei Feuchtigkeit und Kühle sowie bei schlechter Luftzirkulation. Häufig an Erdbeeren, Begonien, Pfingstrosen und Rosen. Der Belag ist charakteristisch „mausgrau“ — flaumig, aschgrau, und beim Anstoßen des befallenen Gewebes steigt eine sichtbare Wolke von Sporen (Konidien) auf, was das Erkennungsmerkmal dieser Krankheit ist. Die Infektion beginnt meist an den schwächsten Geweben: verblühenden Blütenblättern, Wunden, Hagelschäden oder Fraßstellen von Schädlingen sowie an Pollenresten, die sich auf den Blütenblättern abgelagert haben. An den Blüten erscheinen kleine, braune, wässrige Flecken, die rasch die ganze Blüte erfassen („Blütenfäule“); von der befallenen Blüte wächst der Pilz oft in den Trieb hinein und verursacht dessen Einschnürung und Absterben. An Weichfrüchten (Erdbeere, Himbeere, Weintrauben, Tomate) entwickelt sich eine wässrige, braun werdende Fäule, die von einer dicken Schicht grauen, flaumigen Pilzrasens überzogen ist — die Beere wird weich und „zerfließt“. An Sämlingen und Stecklingen verursacht Botrytis eine Fäule der Triebbasis und ein plötzliches Umfallen der Pflanzen. Im älteren, absterbenden Myzel sowie an Pflanzenresten bilden sich harte, schwarze, unregelmäßige Klümpchen — Sklerotien (Dauerkörper), mit denen der Erreger im Boden und in Pflanzenresten überwintert. Die Krankheit tritt auch nach der Ernte auf, als rasch fortschreitende Lagerfäule von Obst und Gemüse.
Bakterielle NassfäuleBefallene fleischige Organe — Zwiebeln, Knollen, Speicherwurzeln und saftige Stängel — faulen nass und gehen in eine schleimige, wässrige, weiche Masse mit einem charakteristischen, unangenehmen Fäulnisgeruch über. Das Gewebe zerfällt, und die Haut bleibt oft als dünner Sack zurück, der mit zersetztem Fruchtfleisch gefüllt ist. Die Krankheit schreitet bei Wärme und hoher Feuchtigkeit rasch fort, besonders im Lager; sie befällt Zwiebel, Knoblauch, Tulpe, Narzisse, Hyazinthe und Wurzelgemüse. Erste Anzeichen sind kleine, durchscheinende, wie wasserdurchtränkte Flecken, die rasch braun und weich werden; an der Befallsstelle mazeriert das Fruchtfleisch — die Bakterien bauen die Substanzen ab, die die Zellwände verkleben, wodurch das Gewebe seinen Zusammenhalt verliert und zu einem cremig-braunen Brei zerfließt. Im Schnitt ist die Grenze zwischen gesundem und krankem Gewebe wässrig und unscharf, und aus der Verletzung sickert häufig ein trüber, schleimiger Ausfluss. Bei Zwiebeln und am Hals von Zwiebelpflanzen beginnt der Befall meist von oben oder von einer Wunde aus und dringt in die Tiefe vor, was einen weichen, schlüpfrigen „Hals“ ergibt; bei der Kartoffel verbindet sich die Nassfäule der Knolle mit der Schwarzbeinigkeit — der schwärzenden, faulenden Sprossbasis. Das Bakterium selbst bildet weder Myzel noch einen sichtbaren Belag — das unterscheidet es von der Pilzfäule — und der intensive Gestank entsteht durch den sekundären Abbau durch andere Mikroorganismen. Die Symptome schreiten am schnellsten bei Temperaturen über etwa 20 °C, schlechter Belüftung und dem Vorhandensein eines Wasserfilms auf der Oberfläche der Organe fort.
Mosaik (Viruskrankheit)Auf den Blättern erscheint ein charakteristisches Mosaik — unregelmäßige, ineinander übergehende hell- und dunkelgrüne oder gelbe Flecken und Streifen. Die Blätter sind oft verformt, verkräuselt, gekraust und kleiner, und ganze Pflanzen verkümmern und tragen schlecht Früchte. Die Symptome sind am stärksten an jungen Blättern sichtbar, und die Früchte von Gurke, Zucchini oder Tomate können fleckig und missgebildet sein. Die Krankheit befällt viele Gemüsearten, Stauden und Zierpflanzen. Das Krankheitsbild hängt vom konkreten Virus, der Wirtsart und der Temperatur ab — derselbe Erreger ruft an verschiedenen Pflanzen unterschiedliche Symptome hervor. Ein Erkennungsmerkmal ist, dass das Mosaik systemisch ist (es erfasst die ganze Pflanze und entwickelt sich von den jüngsten Blättern aus) und nicht punktuell wie pilzliche Blattflecken — hier fehlen deutlich abgegrenzte Flecken mit Rand, Pilzrasen oder Fruchtkörper. Neben dem Mosaik treten Adernaufhellung (Aufhellung des Gewebes entlang der Blattadern), Streifenbildung sowie blasenartige Aufwölbungen der Blattspreite auf. Eine starke Verschmälerung und Fadenförmigkeit der Tomatenblätter (das sogenannte „Schnürsenkel“-Symptom) hängt vor allem mit CMV (Gurkenmosaikvirus) zusammen, gelegentlich mit Tobamoviren, während TMV/ToMV überwiegend Mosaik und Marmorierung der Blätter hervorrufen. An den Früchten beobachtet man Fleckigkeit, konzentrische Ringe, warzenartige Aufwölbungen (Gurke) und ungleichmäßige Reifung (Tomate), an den Blüten von Zierpflanzen — einen Farbdurchbruch, also Streifen und Flecken von Entfärbungen auf den Blütenblättern. Bei hoher Temperatur (über ~28–30 °C) können sich die Symptome maskieren und vorübergehend verschwinden, um nach der Abkühlung zurückzukehren — das bedeutet keine Heilung der Pflanze.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Feldmäuse (Wühlmäuse)Kleine Nagetiere mit gedrungenem Körper, kurzem Schwanz und stumpfer Schnauze, etwa 9–13 cm lang, ganzjährig aktiv. Sie graben flache Gänge dicht unter der Bodenoberfläche. Symptome: angefressene Wurzeln sowie Rinde am Stammfuß von Bäumen und Sträuchern (im Winter Ringelung der Stämme unter der Schneedecke), ausgefressene Zwiebeln und Knollen, absterbende Pflanzen, die sich leicht herausziehen lassen, sowie kleine Erdhäufchen und zahlreiche Öffnungen flacher Baue, die durch angenagte Pfade im Gras verbunden sind. In der Gartenpraxis werden mit diesem Begriff vor allem die pflanzenfressenden Feldmäuse der Gattung Microtus bezeichnet. Ihr Fell ist graubraun bis rotbraun, und die kleinen, aber deutlich sichtbaren Augen und Ohren unterscheiden sie vom Maulwurf. Sie vermehren sich außerordentlich schnell — ein Weibchen bringt in einer Saison mehrere Würfe mit je einigen Jungen zur Welt, die innerhalb weniger Wochen geschlechtsreif werden —, weshalb die Bestandsdichte in mehrjährigen Zyklen (Gradationsjahren) sprunghaft ansteigen kann, wenn die Schäden massenhaft werden. Sie halten keinen Winterschlaf; die schwersten Schäden richten sie im Spätherbst, Winter und Vorfrühling an, wenn es an grünem Futter fehlt und sie auf Wurzeln, Rinde sowie im Boden überwinternde Zwiebeln übergehen. Unter der Schneedecke, vor Fressfeinden geschützt, nagen sie die Rinde rund um den Stammfuß junger Bäume ab (Ringelung), was sich nach der Schneeschmelze durch plötzliches Welken oder Absterben des Bäumchens zeigt. Am stärksten gefährdet sind junge Obst- und Ziergehölze (besonders Apfelbäume auf schwachwüchsigen Unterlagen), Tulpen- und Krokuszwiebeln, Knollen, Wurzelgemüse, Stauden sowie in Mieten und Komposthaufen eingelagerte Pflanzen; Narzissenzwiebeln werden als giftig meist gemieden. Charakteristisch sind gleichmäßige, glatte Zahnspuren an Wurzeln und Rinde, dicht unter der Bodenoberfläche abgeschnittene Wurzeln sowie ein Netz flacher Gänge mit zahlreichen offenen Ausgängen — anders als beim Maulwurf, dessen Hügel keine Eingangsöffnung haben.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Die Zwiebeln enthalten Glykoside, die bei Verzehr Haut und Verdauungstrakt reizen können. |
| Hunde | Mäßig | Die Tulpenzwiebel ist der giftigste Pflanzenteil für Hunde und Katzen. |
| Katzen | Mäßig | — |
Geschichte und Herkunft
Die Tulpe stammt aus den Gebirgen Zentralasiens und gelangte im 16. Jahrhundert über das Osmanische Reich nach Europa. Im Holland des 17. Jahrhunderts löste sie die berühmte „Tulpenmanie“ aus – einen spekulativen Preisrausch um Zwiebeln seltener Sorten. Der Gattungsname leitet sich höchstwahrscheinlich vom persischen dulband ab, also vom Turban, mit dem die Form der Blüte verglichen wurde; auf Türkisch heißt die Tulpe lale. Das Artepitheton erinnert an Conrad Gesner, der 1559 eine in einem Augsburger Garten blühende Tulpe beschrieb. Mit den Zwiebel- und Samensendungen aus Konstantinopel wird traditionell der kaiserliche Gesandte Ogier Ghiselin de Busbecq in Verbindung gebracht, auch wenn neuere Forschungen seine Rolle als erster Importeur infrage stellen. Entscheidend war Carolus Clusius: Nach seiner Ankunft in Leiden 1593 und der Einrichtung des dortigen botanischen Gartens, der ein Jahr später bepflanzt wurde, legte er eine Tulpensammlung an, mit der die niederländische Züchtung und der Zwiebelhandel ihren Anfang nahmen. Im Osmanischen Reich war die Tulpe eine Hofblume und ein häufiges Motiv des Kunsthandwerks, und die Jahre 1718–1730 gingen als Tulpenzeit in die Geschichte ein; das osmanische Blütenideal mit schmalen, dolchartig zugespitzten Perigonblättern unterschied sich deutlich vom abgerundeten niederländischen Typ.
Verwendung
Für Frühlingsrabatten, Zwiebelkompositionen, Kübel und Balkonkästen sowie als Schnittblume. Gepflanzt werden sie in Gruppen von einem Dutzend und mehr Zwiebeln einer Sorte, im Abstand von 10–15 cm und etwa 12 cm tief, also ungefähr dreimal so tief wie die Zwiebel hoch ist; auf schwerem Boden hilft eine Handvoll Sand unter der Zwiebel. In Kübeln bewährt sich die Pflanzung in Schichten: Tulpen unten, darüber Traubenhyazinthen (Muscari) und Krokusse – ein einziges Gefäß blüht dann mehrere Wochen. Gute Partner im Beet sind Vergissmeinnicht, Stiefmütterchen und Traubenhyazinthen als niedriger Hintergrund sowie Stauden, die sich im Mai und Juni ausbreiten – Funkie (Hosta), Purpurglöckchen (Heuchera) oder Farne –, die die vergilbenden Blätter verdecken. Die Kultursorten ordnen fünfzehn Gartengruppen der KAVB-Klassifikation, was die Auswahl nach Höhe und Blütezeit erleichtert. Großblumige Sorten werden mit der Zeit kleiner: Am längsten halten sich im Freiland Darwin-Hybriden sowie niedrige botanische Tulpen (Wildtulpen), während gefüllte, Papageien- und gefranste Sorten deutlich nachlassen und jedes Jahr neu gepflanzt werden. Für die Vase werden die Stängel im Stadium der ausgefärbten Knospe geschnitten – Tulpen wachsen in der Vase noch weiter und biegen sich zum Licht. Wo Schermäuse und Mäuse fressen, pflanzt man die Zwiebeln in Körben aus Draht.
Wissenswertes
- Auf dem Höhepunkt der Tulpenmanie (1637) kostete eine einzelne Zwiebel einer seltenen Sorte so viel wie ein Haus in Amsterdam.
- Die Niederlande exportieren jährlich über 2 Milliarden Tulpenzwiebeln.
- Die flammenden Muster der teuersten Tulpen der Tulpenmanie, etwa Semper Augustus, wurden vom Tulpenmosaikvirus hervorgerufen – heute werden infizierte Pflanzen aus den Kulturen entfernt, und ein ähnliches Aussehen bieten gesunde, genetisch stabile mehrfarbige Sorten, die oft unter dem Handelsnamen Rembrandt verkauft werden.
- Im Hungerwinter 1944/1945 aß man im besetzten Holland aus Mangel an anderer Nahrung Tulpenzwiebeln – nach dem Entfernen des Zwiebelkerns wurden sie getrocknet und nach amtlichen Anleitungen zu Mehl gemahlen. Das ist kein Rezept zum Nachmachen: Tulpenzwiebeln sind giftig, und trotz des Entfernens des Kerns wurden damals Vergiftungen verzeichnet.
Häufige Fragen
Muss man Tulpenzwiebeln im Winter ausgraben?
Im polnischen Klima ist das meist nicht nötig – Tulpen sind winterhart. Das Ausgraben empfiehlt sich vor allem bei wertvollen Sorten oder auf sehr feuchten Böden, wo die Zwiebeln faulen könnten.
Warum hat meine Tulpe im zweiten Jahr nicht geblüht?
Die häufigste Ursache ist ein zu frühes Abschneiden der Blätter nach der ersten Blüte – die Blätter müssen natürlich vergilben, damit die Zwiebel Reserven für die nächste Saison anlegen kann.
Sind Tulpen für Hunde ungefährlich?
Nein – die Tulpenzwiebel ist mäßig giftig für Hunde und Katzen. Es lohnt sich, sie an für Haustiere unzugänglichen Stellen zu pflanzen.
Wann und wie tief pflanzt man Tulpenzwiebeln?
Von September bis November, solange der Boden nicht gefroren ist – am besten dann, wenn seine Temperatur auf etwa 10 °C gefallen ist. Das Pflanzen in zu warme Erde begünstigt Pilzkrankheiten, zu spätes Pflanzen verkürzt die Zeit, die zum Einwurzeln vor dem Frost bleibt. Tiefe und Abstand wie bei der Beetpflanzung: etwa 12 cm, alle 10–15 cm, mit der Zwiebelspitze nach oben.
Was macht man mit Tulpen im Topf nach der Blüte?
Die verblühte Blüte entfernen und die Blätter bis zum natürlichen Vergilben weiterpflegen (siehe die Frage zur ausbleibenden Blüte im zweiten Jahr). Danach die Zwiebeln herausnehmen, säubern, trocknen und an einem trockenen, luftigen Ort bis zum Herbst aufbewahren, wenn sie ins Freiland gepflanzt werden. Zwiebeln aus dem Treiben blühen im Folgejahr selten ebenso gut – besser ins Beet umsetzen, als sie erneut zu treiben. Beim längeren Sortieren der Zwiebeln lohnen sich Handschuhe: Der Saft der Zwiebelschalen reizt bei manchen Menschen die Haut.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Growing tulipsInstitution / Botanischer Garten
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