Kurz gefasst
- Der ganze Sinn der Kultur sind die roten Blattspitzen — dorthin pflanzen, wo die Sonne sie von hinten durchleuchtet.
- Es wächst langsam, der Horst ist brav; mit der Invasivität der Wildform hat es nichts zu tun.
- Es treibt spät im Frühjahr aus — im April nicht für tot halten.
- Alle Triebe mit rein grünen Blättern herausschneiden, denn sie verdrängen mit der Zeit die roten.
- Es überwintert in Zone 5b–6, sofern der Boden durchlässig ist; im Herbst nicht zurückschneiden.
- Vermehrung ausschließlich durch Teilung — aus Samen reproduziert sich die Sorte nicht.
Botanische Daten
- Familie
- Poaceae (Poaceae)
- Höhe
- 0.3–0.5 m
- Breite
- 0.3–0.4 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Langsam
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Sandig, Lehmig
- pH-Wert
- pH 5.5–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- August–September
- Winterhärte
- USDA 5b–9b
- Vermehrung
- Durch Teilung
Merkmale
Es bildet kleine, aufrechte Horste von 30–50 cm Höhe. Die Blätter wachsen nahezu senkrecht, sind steif, zugespitzt und färben sich allmählich: im Frühjahr röten sich nur die Spitzen, ab Juli zieht die blutige Farbe immer weiter herab, bis sie im Herbst fast das ganze Blatt erfasst und in ein rostiges Braun übergeht. Dieses Rot ist nahezu transparent und zeigt sich erst im durchfallenden Licht voll, weshalb ein im Gegenlicht betrachteter Horst völlig anders aussieht als dieselbe Pflanze von vorn beleuchtet. Bei uns blüht es selten und unregelmäßig, erst gegen Ende des Sommers, und treibt schmale, silbrigweiße, flauschige Rispen — sie sind hübsch, doch im polnischen Klima sollte man nicht mit ihnen rechnen; der Zierwert liegt ausschließlich im Laub. Die Pflanze zieht zum Winter ein und treibt aus den Rhizomen erst im Mai wieder aus.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Es mag einen gleichmäßig frischen Boden — bei Trockenheit rollen sich die Blätter ein und verlieren die Intensität des Rots. Im Winter ist die Drainage entscheidend; ein staunasser Standort ist die häufigste Ursache für den Ausfall der Horste.
Düngung
Sparsam — ein Stickstoffüberschuss ergibt üppige, aber grüne Blätter und schwächt die rote Ausfärbung deutlich.
Pflanzung
Ein durchlässiger, mit Kompost angereicherter Standort. Es lohnt sich, dort zu pflanzen, wo der Horst von der Nachmittagssonne von hinten durchleuchtet wird — das ist die Voraussetzung für jenen Effekt, wegen dessen dieses Gras kultiviert wird.
Schnitt
Die vorjährigen, vertrockneten Blätter dicht über dem Boden abschneiden. Eine gesonderte, wichtige Maßnahme ist das systematische Herausschneiden von Trieben mit rein grünen Blättern — das Blutgras neigt stark zur Rückmutation, und die grünen Triebe, die kräftiger wachsen, würden mit der Zeit die roten verdrängen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die blaugrauen Büschel des Schwingels sind der stärkstmögliche Kontrast zu den roten Blättern des Blutgrases; beide Gräser bleiben niedrig und verdecken einander nicht.
Ähnliche Licht- und Drainageansprüche, und die fleischigen, blaugrünen Blätter der Fetthenne bilden einen ruhigen Hintergrund für die kräftige Farbe des Blutgrases.
Ein heller, silbriger Hintergrund hebt das Rot der Blätter maximal hervor, und die Boden- und Lichtansprüche beider Pflanzen sind ähnlich.
Schlechte Nachbarschaft
Das Blutgras wächst langsam und konkurriert nicht um Raum; eine aggressive Decke dringt rasch in den Horst ein und verdeckt die unteren Blattpartien, also gerade das, was von der Sonne durchleuchtet werden soll.
Sie verlangt Schatten und dauerhaft feuchten Boden; unter solchen Bedingungen färbt sich das Blutgras nicht rot und kümmert, und die breiten Blätter der Funkie beschatten es zusätzlich.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Im warmen Klima ist die Art ein verbreitetes Wiesen- und Pioniergras. Die rotlaubige Form wurde in Japan selektiert, wo sie als „Chi gaya“, also Blutgras, bekannt ist; nach Europa gelangte sie in den 1960er Jahren und gewann rasch an Beliebtheit unter dem niederländischen Handelsnamen „Red Baron“, der ein Synonym des älteren Sortennamens „Rubra“ ist.
Verwendung
Für niedrige Stauden- und Kiesbeete, als Einfassung und für den Vordergrund von Pflanzungen, für japanische Gärten und moderne minimalistische Kompositionen. Sehr gut sieht es in Kübeln auf Terrassen aus, wo man es leicht so stellen kann, dass die Blätter von der Nachmittagssonne durchleuchtet werden, und das Gefäß im Winter an einen vor Regen geschützten Platz rücken kann.
Wissenswertes
- Die wilde, grüne Form gilt in den Tropen als eines der lästigsten Unkräuter der Welt — sie hat Millionen Hektar in Südostasien und Afrika erobert, breitet sich mit scharfen Rhizomen aus und begünstigt Brände. In den USA steht die Art deshalb auf der bundesweiten Unkrautliste. Die Ziersorte stellt dieses Problem im polnischen Klima nicht: sie wächst langsam, horstig, setzt kaum Samen an und es sind keine Fälle von Verwilderung verzeichnet — doch das ist das Verdienst der Kühle, nicht der Sorte selbst.
- Grüne Triebe, die im Horst auftauchen, sind eine Rückmutation zur Wildform. Sie sind stärker als die roten, und wenn man sie nicht herausschneidet, ergrünt der Horst nach einigen Saisons vollständig.
- Wegen des Erfordernisses der Durchleuchtung pflanzen Gestalter das Blutgras an Stellen, an denen man im Gegenlicht daran vorbeigeht — zum Beispiel am westlichen Rand eines Weges. Dieselbe Pflanze auf der gegenüberliegenden Seite gesetzt sieht schlicht wie ein dunkles Gras aus.
Häufige Fragen
Warum ist mein Blutgras nicht rot, sondern grün?
Meistens aus drei Gründen. Erstens — zu wenig Sonne: im Schatten wird der rote Farbstoff kaum gebildet. Zweitens — zu viel Stickstoff, der üppigen, grünen Wuchs vorantreibt. Drittens und am wichtigsten — die Rückmutation: im Horst erscheinen Triebe der wilden, grünen Form, die schneller wachsen als die roten. Solche Triebe muss man regelmäßig an der Basis herausschneiden, sonst verdrängen sie nach einigen Jahren die ganze Sorte.
Ist das Blutgras invasiv und breitet es sich im Garten aus?
Die wilde, grüne Art ist in den Tropen ein gefährliches Unkraut, doch die Ziersorte „Red Baron“ stellt unter polnischen Bedingungen keine Gefahr dar. Sie wächst langsam, bildet einen kompakten Horst, setzt praktisch keine Samen an, und eine Verwilderung außerhalb der Gärten ist nicht verzeichnet. Man sollte aber wissen, dass sie vor allem das kühle Klima aufhält und nicht die Sorte selbst — deshalb schneidet man grüne Rückmutationstriebe sofort heraus.
Wann treibt das Blutgras im Frühjahr aus und übersteht es den Winter?
Es treibt sehr spät aus, meist erst im Mai — ein leerer Horst im April bedeutet nicht, dass die Pflanze eingegangen ist, und man sollte ihn dann nicht umgraben. Es ist etwa bis zur USDA-Zone 5b–6 winterhart, entscheidend ist jedoch die Drainage: es geht eher an der Winternässe zugrunde als am Frost. Die trockenen Blätter schneidet man nicht im Herbst, sondern im Frühjahr — sie schützen die Knospen und sind eine Zierde des Winterbeets.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Imperata cylindrica „Red Baron”Institution / Botanischer Garten
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