Kurz gefasst
- Standort: Sonne bis Halbschatten, fruchtbarer, durchlässiger, neutraler Boden.
- Blüht eindrucksvoll im Mai — weiße oder rosafarbene Blüten in aufrechten „Kerzen“.
- Die Samen (Kastanien) sind roh für Menschen und Tiere giftig — ungenießbar.
- Die Blätter werden im Sommer häufig von der Kastanien-Miniermotte geschädigt.
- Benötigt viel Platz — die Krone ist ausladend und kann mehr als zehn Meter Breite erreichen.
Botanische Daten
- Familie
- Sapindaceae (Sapindaceae)
- Höhe
- 20–30 m
- Breite
- 12–20 m
- Wuchsform
- Kugelförmig
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Mai–Mai
- Winterhärte
- USDA 4a–8a
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Die handförmigen Blätter bestehen meist aus 5–7 verkehrt-eiförmigen Fiederblättchen an langen Stielen. Die weißen Blüten mit gelbem oder rosafarbenem Fleck an der Basis stehen in großen, aufrechten, kerzenähnlichen Blütenständen, die während der Maiblüte schon von weitem sichtbar sind. Die Früchte sind stachelige Kapseln, die glänzende, braune Samen — Kastanien — verbergen.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Junge Bäume in den ersten Saisons regelmäßig gießen. Ausgewachsene Exemplare können in heißen, trockenen Sommern vorzeitig Blätter verlieren.
Düngung
Mäßig — in fruchtbarem Boden benötigen ausgewachsene Bäume in der Regel keine zusätzliche Düngung.
Pflanzung
Fruchtbarer, durchlässiger Boden mit neutralem pH-Wert; benötigt wegen der breiten, ausladenden Krone viel Platz.
Schnitt
Entfernen von Totholz und sich kreuzenden Trieben, Kronenformung bei jungen Bäumen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der schattentolerante Efeu eignet sich gut als Bodendecker im dichten Schatten der breiten Krone der Rosskastanie.
Pflanzen, die tiefen Schatten und trockeneren Boden tolerieren, kommen mit den Bedingungen unter der Krone der Rosskastanie gut zurecht.
Schlechte Nachbarschaft
Lavendel benötigt volle Sonne und trockenen Boden, die unter der dichten Krone der Rosskastanie fehlen.
Herabfallende, von der Kastanien-Miniermotte geschädigte Blätter sowie der dichte Schatten erschweren die Pflege eines gesunden Rasens unter der Krone.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Mäßig | Die Samen (Kastanien), die Rinde und die Blätter enthalten Saponine (u. a. Äsculin) und sind roh ungenießbar — sie können Übelkeit und Reizungen des Verdauungstrakts hervorrufen. |
| Hunde | Mäßig | Das Fressen von Kastanien kann Erbrechen, Durchfall und Schwäche verursachen. |
| Pferde | Hoch | Trotz des Artnamens sind rohe Kastanien und Triebe für Pferde giftig und dürfen nicht als Futter verabreicht werden. |
Geschichte und Herkunft
Im 16. Jahrhundert vom Balkan nach Mitteleuropa gebracht, wurde die Rosskastanie dank ihrer dekorativen Blüte und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber städtischen Bedingungen schnell ein beliebter Park- und Alleebaum. Der Artname „hippocastanum“ (Pferdekastanie) geht auf die alte Volksüberzeugung zurück, dass pulverisierte Samen an Pferde mit Atemwegserkrankungen verfüttert wurden.
Verwendung
Vor allem als stattlicher Park-, Allee- und Schattenbaum in großen Gärten. Die Samen werden in der pharmazeutischen Industrie (Präparate gegen Krampfadern) sowie früher zur Herstellung von Seife und technischer Stärke verwendet.
Wissenswertes
- Seit den 1990er-Jahren werden Rosskastanien in polnischen Städten massiv von der Kastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) befallen — einem kleinen Falter, dessen Larven das Blattgewebe aushöhlen und so die Blätter bereits im August braun werden und vorzeitig abfallen lassen.
- Trotz ihrer Giftigkeit wird der Extrakt aus den Samen der Rosskastanie (Äsculin, Aescin) in Präparaten gegen Veneninsuffizienz und Schwellungen verwendet.
- Das Sammeln von Kastanien im Herbst ist in Polen eine beliebte Beschäftigung für Kinder, obwohl diese Früchte nicht zum Essen geeignet sind.
Häufige Fragen
Sind Kastanien (die Samen der Rosskastanie) essbar?
Nein — rohe Kastanien enthalten giftige Saponine und sind ungenießbar, im Unterschied zu den essbaren Esskastanien (Castanea sativa), mit denen sie manchmal verwechselt werden.
Was ist die Kastanien-Miniermotte, und wie geht man mit ihr um?
Es ist ein kleiner Falter, dessen Larven die Blätter der Rosskastanie minieren und dadurch ein Braunwerden und vorzeitiges Abfallen verursachen. Zur Eindämmung gehören das herbstliche Harken und Entfernen des Falllaubs (darin überwintern die Puppen) sowie vorbeugende, von Fachleuten durchgeführte Behandlungen bei größeren Pflanzungen.
Ist die Rosskastanie gefährlich für Hunde?
Ja, das Fressen von Kastanien kann bei Hunden Erbrechen, Durchfall und Schwäche verursachen. Es lohnt sich, im Herbst beim Spaziergang aufzupassen, wenn unter den Bäumen viele abgefallene Samen liegen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Aesculus hippocastanumDatenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Aesculus hippocastanumInstitution / Botanischer Garten
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