Kurz gefasst
- Wächst in Sonne und Schatten, auch im schwierigen, trockenen Schatten unter Bäumen.
- Bildet einen dichten, geschlossenen Teppich, der Unkraut wirksam unterdrückt.
- Die aromatischen Blätter sind halbimmergrün und verfärben sich im Herbst rot.
- Sehr resistent gegen Trockenheit, Frost und Vernachlässigung — praktisch pflegefrei.
- Blüht im Mai und Juni und lockt Bienen und Hummeln an.
Botanische Daten
- Familie
- Geraniaceae (Geraniaceae)
- Höhe
- 0.25–0.4 m
- Breite
- 0.4–0.6 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Lehmig, Sandig, Kalkhaltig
- pH-Wert
- pH 6–7.8
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- Mai–Juni
- Winterhärte
- USDA 4a–8b
- Vermehrung
- Durch Teilung, Aus Stecklingen, Durch Ausläufer, Aus Samen
Merkmale
Er breitet sich mit dicken, fleischigen, über den Boden kriechenden Rhizomen aus, aus denen handförmig gelappte, harzig duftende Blätter wachsen. Im Sommer ist das Laub frischgrün, im Herbst und Winter färbt es sich rostbraun und rot, da die Pflanze meist nicht alle Blätter abwirft. Im Mai und Juni schweben über dem Horst kleine, rosa bis purpurne Blüten mit langen, herausragenden Staubblättern und der charakteristischen schnabelförmigen Frucht, die für die Storchschnäbel typisch ist.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Eine der wenigen Bodendecker-Stauden, die im trockenen Schatten unter Bäumen gut zurechtkommen. Nach dem Einwachsen sehr trockenheitsresistent — Wassergaben sind vor allem in der ersten Saison und während langer Hitzeperioden nötig.
Düngung
Eine anspruchslose Pflanze — eine dünne Schicht Kompost im Frühjahr genügt, eine Düngung ist nicht nötig.
Pflanzung
Verträgt fast jeden durchlässigen Boden, auch magere und steinige. Auf großen Flächen im Abstand von etwa 30–40 cm pflanzen, damit er sich rasch zu einem dichten Teppich schließt.
Schnitt
Nach der Blüte kann der Horst leicht zurückgeschnitten werden, um ihn zu verdichten und aufzufrischen; im Frühjahr beschädigte oder verfärbte Blätter entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ein klassisches Duo für den Schatten — der Storchschnabel füllt den Platz zwischen den Funkienhorsten dicht aus und unterdrückt Unkraut, während sich deren Blätter erst entfalten.
Beide Stauden schätzen den Halbschatten und bilden eine wirkungsvolle Blattkomposition; die dekorativen Blätter des Purpurglöckchens kontrastieren mit dem aromatischen Laub des Storchschnabels.
Zwei robuste, immergrüne Bodendecker-Stauden mit ähnlichen Ansprüchen — zusammen ergeben sie eine dichte, niedrige Einfassung von Rabatten und Böschungen.
Schlechte Nachbarschaft
Der dichte, sich rasch ausbreitende Teppich des Storchschnabels kann zarte, langsam wachsende Nachbarn ersticken, indem er ihnen Licht und Platz nimmt.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Pflanze gilt als ungiftig; bei empfindlichen Personen kann der Kontakt mit den aromatischen Blättern selten die Haut reizen. Die ätherischen Öle der Blätter werden in der Parfümerie gewonnen. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Eine Art der südeuropäischen Gebirge, seit Jahrhunderten in Gärten kultiviert; ihre aromatischen Blätter waren die Quelle eines Öls (des sogenannten Zdravetz), das in der Parfümerie verwendet wurde, besonders auf dem Balkan. Im modernen Gartenbau erlangte sie Ruhm als zuverlässiger Bodendecker für Stellen, an denen nur wenige andere Stauden zurechtkommen.
Verwendung
Ideal für die Bepflanzung von Böschungen, den Unterwuchs unter Bäumen und Sträuchern, Beeträndern sowie trockenen und schattigen Stellen, an denen er Unkraut unterdrücken soll. Bewährt sich auch in naturnahen und Steingärten sowie als anspruchsloses Grün in Parks.
Wissenswertes
- Zerriebene Blätter verströmen einen intensiven, harzig-würzigen Duft, der Rehe und Kaninchen wirksam abschreckt.
- Auf dem Balkan ist das Öl dieser Pflanze, bekannt als Zdravetz, mitunter ein Bestandteil von Parfüms.
Häufige Fragen
Kommt der Balkan-Storchschnabel im trockenen Schatten unter Bäumen zurecht?
Ja — das ist einer seiner größten Vorzüge. Er gehört zu den wenigen Bodendecker-Stauden, die im trockenen Schatten gut wachsen, wo sie mit den Wurzeln der Bäume konkurrieren. Nach dem Einwachsen bildet er dort einen dichten, eigenständigen Teppich.
Ist der Balkan-Storchschnabel immergrün?
Er ist halbimmergrün — in milden Wintern behält er die meisten seiner aromatischen Blätter, die sich zudem rot und rostbraun verfärben. Vom Frost geschädigte Blätter lassen sich im zeitigen Frühjahr leicht entfernen, und die Pflanze regeneriert sich schnell.
Wie vermehrt man den Balkan-Storchschnabel?
Am einfachsten durch Teilung des Horstes oder das Abtrennen von Stücken des kriechenden Rhizoms mit Wurzeln im Frühjahr oder Frühherbst. Die Abschnitte wurzeln schnell, daher lässt sich die Pflanze sehr leicht für größere Flächen vermehren.
Quellen
- RHS — Geranium macrorrhizumInstitution / Botanischer Garten
- Plants of the World Online (POWO) — Geranium macrorrhizumDatenbank (GBIF, POWO…)
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