Erkennung
Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.
Bekämpfung
Absammeln von Hand in der Dämmerung, Fallen (Bretter, Bier), Barrieren aus scharfkantigen Materialien (Schalen, Asche, Kies), Präparate auf Basis von Eisenphosphat (unbedenklich für Tiere). Feuchte Verstecke reduzieren und morgens statt abends gießen. Ein wirksamer Schutz kombiniert mehrere Methoden zugleich. Grundlage ist das systematische Absammeln von Hand nach der Dämmerung und nach Regen — am besten mit einer Taschenlampe — sowie das Auslegen feuchter Bretter, Platten oder Planen, unter denen sich die Schnecken tagsüber verstecken und von wo sie morgens leicht zu entfernen sind. In das Beet eingegrabene Behälter mit Bier locken einen Teil der Tiere an und ertränken ihn, wirken jedoch nur lokal und gelten als unterstützende Methode, nicht als eigenständige Lösung. Streubarrieren (scharfe Schalen, Kies, Holzasche) sowie Kupferränder erschweren den Schnecken das Überqueren, doch hygroskopische Materialien verlieren nach Durchfeuchtung ihre Wirkung und müssen nach jedem Regen erneuert werden — daher sind sie nur ein Schutz, keine vollständige Abwehr. Es lohnt sich, die natürlichen Feinde der Schnecken zu fördern: Igel, Kröten, Vögel, Laufkäfer und räuberische Glühwürmchenlarven. Eine biologische Methode mit realer Wirkung gegen Nacktschnecken ist das Gießen des Bodens mit einer Suspension der parasitischen Schneckennematoden Phasmarhabditis hermaphrodita — sie parasitieren die Schnecken, wirken jedoch nur in feuchtem und ausreichend warmem Boden. Unter den chemischen Mitteln werden granulierte Molluskizide auf Basis von Eisen(III)-phosphat eingesetzt, relativ unbedenklich für Haustiere und Nützlinge und zu natürlichen Bodenbestandteilen abbaubar. Das historisch verbreitete Metaldehyd wird zunehmend eingeschränkt und aus dem Gartengebrauch zurückgezogen (u. a. Verbot der Anwendung im Freien in Großbritannien) und eben durch Eisenphosphat ersetzt. Vorbeugende Maßnahmen — das Entfernen von Laubstreu und Unkraut an den Beeten, das Auslichten dichter Pflanzungen für eine bessere Durchlüftung und das Gießen am Morgen — verringern feuchte Verstecke und senken den Schneckendruck spürbar.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Schnecken | Raupen von Schmetterlingen und Nachtfaltern (z. B. Kohleule) |
|---|---|---|
| Schleimspur | Silbrige, eingetrocknete Schleimstreifen auf Blättern und Boden | Kein Schleim; vorhanden sind dunkle Kotkügelchen |
| Verursacher am Tag | Versteckt unter Brettern, Steinen, in der Laubstreu — nicht an der Pflanze | Raupe meist an der Pflanze, im Kopf oder in der Knospe |
| Form der Schäden | Löcher mit glatten Rändern, auch mitten in der Blattspreite; Sämlinge bis auf den Boden abgefressen | Fraß vom Rand her und Ausfressen des Blattgewebes, mitunter Gespinste |
| Zusätzliche Spuren | Keine Kot- und Häutungsreste | Dunkler Kot, Häutungsreste, mitunter Gespinst |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Absammeln von Hand und Versteck-Fallen | Abendliches und nachregnerisches Absammeln mit Taschenlampe; Bretter, Platten und feuchte Planen als Tagesverstecke zum morgendlichen Entfernen. | Vom Frühjahr bis Herbst, besonders nach Regen |
| Bierfallen | In das Beet eingegrabene Behälter mit Bier locken die Schnecken an und ertränken sie; lokale Wirkung, ausschließlich unterstützende Methode. | Vegetationsperiode |
| Barrieren und Habitatveränderung | Scharfe Streumaterialien und Kupferränder erschweren das Überqueren, doch Streubarrieren lassen nach Regen nach; das Entfernen von Laubstreu und das Gießen am Morgen verringert feuchte Verstecke. | — |
| Förderung natürlicher Feinde | Igel, Kröten, Vögel, Laufkäfer und Glühwürmchenlarven begrenzen die Population; vorbeugende, keine eingreifende Methode. | — |
| Nematoden Phasmarhabditis hermaphrodita | Gießen des Bodens mit einer Suspension parasitischer Schneckennematoden; wirksam gegen Nacktschnecken in feuchtem, warmem Boden. | Feuchter Boden, Temperatur über etwa 5 Grad C |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Molluskizid auf Basis von Eisen(III)-phosphat | Granulat, relativ unbedenklich für Tiere, im Boden abbaubar; ersetzt das verdrängte Metaldehyd. | Bei starkem Befall, gemäß Etikett |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Pflanzenschutz im Garten