Kurz gefasst
- Säulenförmiger Trieb, dicht mit langen, weißen Haaren bedeckt.
- Wächst sehr langsam — braucht viele Jahre, um einen Meter Höhe zu erreichen.
- Unter den Haaren verbergen sich scharfe Dornen.
- Benötigt volle Sonne, ein basisches, kalkhaltiges Substrat und einen trockenen Winter.
- In der Zimmerkultur blüht er praktisch nicht.
Botanische Daten
- Familie
- Cactaceae (Cactaceae)
- Höhe
- 0.3–1 m
- Breite
- 0.1–0.2 m
- Wuchsform
- Säulenförmig
- Wuchsgeschwindigkeit
- Langsam
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Sandig, Kalkhaltig
- pH-Wert
- Neutral (pH 6,5–7,2), Alkalisch (pH > 7,2)
- Feuchtigkeit
- Trocken
- Blütezeit
- —
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Der einzelne, walzenförmige Trieb ist von einem Dickicht langer, dünner, weißer Borsten bedeckt, die die Pflanze in der Natur vor der brennenden Sonne und der nächtlichen Kälte schützen. Die Haare verdecken harte, gelbliche Dornen. Die charakteristische Behaarung sieht an jungen Exemplaren am schönsten aus.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Sehr fäulnisempfindlich. Sparsam und am besten von unten gießen, um die Haare nicht zu nässen; im Winter völlig trocken und kühl halten.
Düngung
Verdünnt, stickstoffarm — ein Überschuss fördert weichen, fäulnisanfälligen Zuwachs.
Pflanzung
Mineralisches, basisches Substrat mit Kalkzusatz (z. B. zerkleinerter Kalkstein) und grobem Sand; die Oberfläche mit Kies abdecken, damit die Haare nicht auf feuchter Erde liegen.
Schnitt
Verschmutzte oder ergraute Haare lassen sich behutsam mit lauwarmem Wasser und etwas Schmierseife abwaschen und trocknen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Sie teilen den Standort (volle Sonne, trockene Winterruhe) und das durchlässige Substrat und passen daher in eine gemeinsame Sammlung.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Die Krankheit entwickelt sich in zu nassem, schlecht durchlüftetem Substrat und befällt die Wurzeln sowie die Triebbasis. Die Wurzeln werden braun, faulen und verlieren die Rinde, die sich leicht abziehen lässt, und an der Stängelbasis entsteht eine dunkle, wässrige Fäule. Der oberirdische Teil welkt, vergilbt und stirbt trotz feuchter Erde ab – ein typisches Symptom, denn die geschädigten Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf. Besonders gefährdet sind Zimmerpflanzen, Sukkulenten und Kakteen (bei Überwässerung) sowie im Freiland Nadelgehölze, Rhododendren, Heidekrautgewächse und Erdbeeren auf staunassen Standorten. Der Prozess beginnt unauffällig an den Wurzelhaaren und Wurzelspitzen, die sich dunkel verfärben und absterben, woraufhin die Fäule zu den Skelettwurzeln und zum Wurzelhals fortschreitet. Gesunde, helle, aktive Wurzeln verschwinden – es bleibt eine dunkle, braunrostige oder schwärzliche, wässrige Masse, und die äußere Rindenschicht der Wurzel lässt sich wie ein Handschuh abstreifen und legt den verfärbten Zentralzylinder frei. Bei Bäumen und Sträuchern zeigt sich der Befall von Wurzelhals und Stammbasis (Stammgrundfäule) als dunkler, oft herablaufender Fleck, mitunter mit Ausfluss, und die Rinde ist an dieser Stelle feucht und eingesunken; bei Nadelgehölzen und Rhododendren beobachtet man ein Braunwerden und Absterben von unten oder aus der Kronenmitte bei noch feuchtem Boden. Charakteristisch ist das nesterweise (herdförmige) Auftreten der Symptome im Beet – dort, wo sich Wasser und Erreger örtlich ansammeln. Es lohnt sich, die beiden verursachenden Eipilz-Gattungen zu unterscheiden: Pythium befällt hauptsächlich Sämlinge und Feinwurzeln und verursacht Umfallkrankheit und Wurzelfäule in kühlem, nassem Substrat, während Phytophthora auch ältere, verholzte Pflanzen, Skelettwurzeln und den Wurzelhals angreift, stärker in wärmerem, mit Wasser gesättigtem Boden. Entscheidend für die Diagnose ist der Widerspruch der Symptome: Die Pflanze welkt und wirkt „trocken“, obwohl das Substrat nass ist – dies ist die Folge der zerstörten Wurzeln, nicht eines Wassermangels.
WollläuseInsekten, die von einem weißen, wattigen Wachsbelag bedeckt sind und sich in den Blattachseln, am Triebansatz und auf der Blattunterseite ansammeln. Sie sehen aus wie Wattebäusche. Sie saugen Pflanzensaft, schwächen die Pflanze und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich der schwarze Rußtaupilz entwickelt. Ein häufiger Schädling an Zimmerpflanzen und Sukkulenten. Die erwachsenen Weibchen sind ovale, weiche Insekten von etwa 2–5 mm Länge, mit rosafarbenem oder grauem, unter Wachs verborgenem Körper, oft mit Wachsfortsätzen an den Seiten und am Hinterleibsende. Die Männchen sind winzig, geflügelt und fressen nicht. Bei den meisten Arten werden die Eier in weiße, wattige Eisäcke (Kokons) abgelegt, aus denen bewegliche Larven (Wandernymphen) schlüpfen, die über die Pflanze kriechen und den Befall auf benachbarte Exemplare übertragen; ein Teil der Wollläuse (z. B. Pseudococcus longispinus) ist jedoch eierlebendgebärend und bringt lebende Wandernymphen ohne deutlichen Eisack zur Welt. Unter den warmen, trockenen Bedingungen von Wohnungen und Gewächshäusern entwickeln sich Wollläuse das ganze Jahr über in mehreren sich überlappenden Generationen — deshalb reicht eine einmalige Behandlung selten aus. Fraßsymptome sind Wachstumshemmung, Vergilben, Verformung und vorzeitiger Blattfall, bei starkem Befall das Absterben der Triebe; der schwarze Rußtau auf dem Honigtau schränkt zusätzlich die Photosynthese ein und entstellt die Pflanze. Eine eigene Form sind die Wurzelwollläuse (Rhizoecus), die weiße, wachsige Ansammlungen an den Wurzeln und im Wurzelballen bilden — die Pflanze schwächelt und welkt, ohne dass an den oberirdischen Teilen ein Schädling sichtbar wird. Wollläuse werden oft von Ameisen begleitet, die den Honigtau fressen und die Kolonien vor natürlichen Feinden schützen.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Pflanze ist ungiftig, doch unter den weichen weißen Haaren verbergen sich scharfe, steife Dornen — Vorsicht ist geboten. |
Geschichte und Herkunft
Einer der bekanntesten Kakteen der Welt und ein Klassiker jeder Sammlung. In seiner natürlichen Umgebung im mittleren Mexiko wird er zu einer massiven, über zehn Meter hohen Säule, die Hunderte von Jahren zählt, bleibt in Kultur jedoch jahrzehntelang klein. Wegen des Drucks durch Sammler sind die wild wachsenden Populationen geschützt.
Verwendung
Eine ausschließlich dekorative Sammlerpflanze für die Topfkultur auf den sonnigsten Fensterbänken; das ganze Jahr über im Haus gehalten oder im Sommer auf einer geschützten, warmen Terrasse.
Wissenswertes
- In seiner Heimat kann er über zehn Meter hoch werden und mehr als zwei Jahrhunderte leben, wobei er jährlich nur um Millimeter zunimmt.
- Die (nächtlichen, glockenförmigen) Blüten erscheinen erst an sehr alten, hohen Exemplaren, weshalb man sie in der Zimmerkultur selten zu sehen bekommt.
Häufige Fragen
Kann ich die ergrauten, verschmutzten Haare des Greisenhaupts waschen?
Ja, vorsichtig. Die Haare lassen sich behutsam mit lauwarmem Wasser und etwas milder Seife abwaschen und anschließend an einem warmen, luftigen Ort gut trocknen. Wichtig ist, dass die Pflanze nach der Behandlung rasch abtrocknet — lange feuchte Haare fördern Fäulnis.
Warum wächst das Greisenhaupt so langsam?
Das ist eine natürliche Eigenschaft der Art. Selbst unter guten Bedingungen nimmt es jährlich nur um wenige bis wenige Dutzend Millimeter zu und braucht viele Jahre, um einen Meter zu erreichen. Das Wachstum lässt sich nicht durch Düngen erzwingen — ein Stickstoffüberschuss ergibt einen weichen, krankheitsanfälligen Zuwachs.
Blüht das Greisenhaupt im Topf?
In der Praxis fast nie. Die Blüten erscheinen erst an sehr alten, hohen (mehrere Meter messenden) Exemplaren, die man in der Zimmerkultur nicht erreicht. Das Greisenhaupt wird für seine dekorative, weiße Behaarung kultiviert, nicht für die Blüten.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Cephalocereus senilisDatenbank (GBIF, POWO…)
- Royal Horticultural Society — Cephalocereus senilisInstitution / Botanischer Garten
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