Hirschzunge

Asplenium scolopendrium · Hart's-tongue fern (EN) · Hirschzunge (DE)

Die Hirschzunge (Asplenium scolopendrium), auch Hirschzungenfarn genannt, ist ein kleiner, immergrüner Felsfarn mit ungeteilten, ledrigen, zungenförmigen Wedeln – in seiner Familie außergewöhnlich, weil er nicht die typisch gefiederte Farnform besitzt.

Schatten/Halbschatten Viel Wasser USDA 5a–9b
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Ganzrandige, bandförmige, glänzende Wedel – völlig anders als die typisch gefiederten Farnblätter.
  • Immergrün – schmückt den Garten auch im Winter.
  • Braucht Schatten, Feuchtigkeit und alkalischen, kalkhaltigen Boden.
  • Wächst sehr langsam und bildet kleine, dichte Horste (0,2–0,4 m).
  • In Polen von Natur aus selten und unter Artenschutz gestellt.
  • Ideal für Steingärten, Mauerritzen und schattige Gartenecken.

Botanische Daten

Familie
Aspleniaceae (Aspleniaceae)
Höhe
0.2–0.4 m
Breite
0.3–0.4 m
Wuchsform
Horstbildend
Wuchsgeschwindigkeit
Langsam
Standort
Schatten, Halbschatten
Boden
Kalkhaltig, Humos, Lehmig
pH-Wert
pH 7–8
Feuchtigkeit
Feucht
Blütezeit
Winterhärte
USDA 5a–9b
Vermehrung
Durch Teilung, Aus Samen

Merkmale

Anders als die meisten Farne, die fiederteilige Wedel besitzen, bildet die Hirschzunge ganze, schmale, bandförmige Wedel mit gewelltem Rand und herzförmigem Grund, die einer langen Zunge ähneln – daher der Name. Die Wedel sind glänzend, ledrig und immergrün, in einer dichten, trichterförmigen Rosette angeordnet. Die Sporenbehälter auf der Blattunterseite bilden ein charakteristisches, quer verlaufendes, leiterartiges Muster (von dem sich der lateinische Artname scolopendrium ableitet, der an einen Hundertfüßer erinnert).

Anbau und Pflege

Bewässerung

Das Substrat sollte gleichmäßig feucht sein, aber niemals in Wasser stehen – gute Drainage bei gleichzeitiger Feuchtigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg, typisch für Felspflanzen.

Im Sommer alle ~5 Tage · Trockenheitstoleranz: Niedrig

Düngung

Sehr anspruchslos – zu viel Dünger schadet mehr als sein Fehlen.

einmal im Frühjahr · kompost

Pflanzung

Kalkhaltiger oder neutraler, durchlässiger Humusboden; bewährt sich gut in Mauerritzen und Kalksteingärten sowie zwischen Baumwurzeln.

Zeitpunkt: Frühjahr oder Frühherbst · Abstand 25–35 cm

Schnitt

Nur beschädigte, braun gewordene Wedel direkt am Ansatz entfernen.

Zeitpunkt: Zeitiges Frühjahr, vor dem Austrieb der neuen Wedel. · Achtung: Nicht die ganze Pflanze für den Winter zurückschneiden – die Wedel sind immergrün und zieren den Garten auch außerhalb der Saison.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Fels- und kalkliebende Pflanzen (z. B. Felsen-Glockenblumen, Hauswurz)Praktische Beobachtung

Gemeinsame Ansprüche – alkalischer, durchlässiger Untergrund und ein schattiger, kühler Standort, wie er für Kalksteingärten typisch ist.

Efeublättriges Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium)Gärtnerische Tradition

Eine klassische Kombination in schattigen, kalkhaltigen Gartenecken – ähnliche Boden- und Lichtansprüche und eine sich ergänzende dekorative Blattwirkung.

Schlechte Nachbarschaft

Säureliebende Pflanzen (z. B. Heidekraut, Rhododendren)Praktische Beobachtung

Der alkalische, kalkhaltige Untergrund, den die Hirschzunge braucht, ist für säureliebende Pflanzen geradezu schädlich – sie zeigen auf Kalk Chlorose.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Schnecken

Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine
Hunde Keine
Katzen Keine

Geschichte und Herkunft

Die Art ist von Natur aus an kalkhaltige Böden Europas und des Mittelmeerraums gebunden und wird in der britischen Gartenkultur seit langem geschätzt – im viktorianischen Zeitalter wurden während der sogenannten „Pteridomanie“ (der Mode des Farnsammelns) zahlreiche Gartensorten mit gewellten, kammförmigen oder verzweigten Wedeln herausgezüchtet. In Polen kommt sie selten vor, vor allem auf kalkhaltigem Untergrund in schattigen Wäldern und Felsspalten, und ist eine geschützte Art.

Verwendung

Für schattige Steingärten auf kalkhaltigem Untergrund, Mauerritzen, Wegeinfassungen im Waldgarten sowie als Zimmerpflanze für kühle, schattige Räume. Dank der immergrünen Wedel gibt sie dem Garten auch in den Wintermonaten Struktur.

Wissenswertes

  • Der Artname scolopendrium stammt vom griechischen Wort für Hundertfüßer – er bezieht sich auf die regelmäßige, quer verlaufende Anordnung der Sporenbehälter auf der Blattunterseite.
  • Im viktorianischen Zeitalter wurden Dutzende Gartensorten der Hirschzunge mit fantasievoll gewellten, kammförmigen oder gegabelten Wedeln herausgezüchtet und in Gewächshäusern gesammelt.
  • Sie ist einer der wenigen heimischen europäischen Farne mit ganzen, ungeteilten Wedeln – selbst für Menschen ohne Farnkenntnisse leicht zu erkennen.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die Hirschzunge von typischen Farnen?

Die meisten Farne haben fiederteilige Wedel, die in kleine Fiedern gegliedert sind, während die Hirschzunge ganze, ungeteilte, bandförmige Wedel mit gewelltem Rand bildet, die einer langen Zunge ähneln – daher ihr Name. Sie ist einer der wenigen europäischen Farne mit einer solchen Blattform.

Welchen Boden braucht die Hirschzunge?

Anders als die meisten Farne, die sauren Boden bevorzugen, braucht die Hirschzunge einen alkalischen oder neutralen, kalkreichen Boden – am besten wächst sie in Spalten von Kalkfelsen und Mauern oder in mit Kalk vermischtem Boden.

Kann man die Hirschzunge in Polen kultivieren?

Ja, sie ist winterhart (Zone 5a) und gedeiht unter den richtigen Bedingungen – Schatten, Feuchtigkeit und alkalischem Boden – gut in polnischen Gärten. In der Natur ist sie bei uns jedoch selten und geschützt, daher sollten Pflanzen für den Garten aus Gärtnereien stammen und niemals an Naturstandorten ausgegraben werden.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 9.7.2026.

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