Kurz gefasst
- Flache, ovale Segmente (Kladodien), besetzt mit Dornen und feinen, widerhakigen Glochiden.
- Gelbe Blüten und essbare Früchte (Kaktusfeige, prickly pear) im Sommer und Herbst.
- In Polen ist er nicht winterhart — er muss im Haus oder Gewächshaus überwintert werden.
- In seiner Heimat erreicht er mehrere Meter Höhe und eine baumartige Form; im Topf meist 0,3–1,5 m.
- Sehr trockenheitsresistent, benötigt volle Sonne und ein durchlässiges Substrat.
- Die Glochiden dringen leicht in die Haut ein — die Pflege erfordert Handschuhe.
Botanische Daten
- Familie
- Cactaceae (Cactaceae)
- Höhe
- 0.3–1.5 m
- Breite
- 0.3–1.2 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig
- pH-Wert
- pH 6–8
- Feuchtigkeit
- Trocken
- Blütezeit
- Mai–Juli
- Winterhärte
- USDA 8b–11a
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Aus Samen
Merkmale
Ein im botanischen Sinne blattloser Kaktus, der aus flachen, ovalen Segmenten (Kladodien) aufgebaut ist, die die Funktion von Blättern und Trieben übernehmen und kettenartig miteinander verbunden sind. Die Segmente sind mit Dornen sowie mit Büscheln feiner, widerhakiger Glochiden besetzt, die sich bei der leisesten Berührung ablösen. Im Frühjahr und Sommer erscheinen an den Rändern der Segmente große, gelbe Blüten, aus denen sich birnenförmige, bunte Früchte entwickeln.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Die Segmente (Kladodien) speichern große Wasservorräte. Reichlich, aber selten gießen, erst nach dem vollständigen Austrocknen des Substrats — im Winter, wenn die Pflanze kühl überwintert, das Gießen auf ein Minimum reduzieren oder ganz einstellen.
Düngung
Geringe Gaben eines stickstoffarmen, kaliumreichen Düngers — ein Überschuss an Stickstoff führt zu weichen, fäulnisanfälligen Segmenten.
Pflanzung
Sehr durchlässiges, mineralisches Kakteensubstrat (mit Zusatz von Splitt, Perlit oder Sand); Topf mit Abzugsloch.
Schnitt
Ganze Segmente (Kladodien) mit einem scharfen, sauberen Messer am Grund abschneiden, stets mit Schutzhandschuhen und am besten mit einem zusätzlichen Hilfsmittel (z. B. einer Zange) — die feinen, widerhakigen Glochiden dringen leicht in die Haut ein und lassen sich schwer entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Identische Ansprüche — volle Sonne, sehr durchlässiges Substrat, seltenes Gießen; eine natürliche Begleitung in Kakteen- und Sukkulentenarrangements.
Schlechte Nachbarschaft
Ein gemeinsames, regelmäßig gegossenes Substrat im Schatten führt zur Fäulnis der Wurzeln und Segmente des Feigenkaktus, der Trockenheit und volle Sonne benötigt.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Insekten, die von einem weißen, wattigen Wachsbelag bedeckt sind und sich in den Blattachseln, am Triebansatz und auf der Blattunterseite ansammeln. Sie sehen aus wie Wattebäusche. Sie saugen Pflanzensaft, schwächen die Pflanze und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich der schwarze Rußtaupilz entwickelt. Ein häufiger Schädling an Zimmerpflanzen und Sukkulenten.
Deckel- und NapfschildläuseUnbewegliche, braune oder gelbliche Schilde (1–4 mm), die an Stängeln und der Blattunterseite haften, besonders entlang der Blattadern. Leicht mit Auswüchsen an der Pflanze zu verwechseln. Sie saugen Pflanzensaft, verursachen Vergilbung und Schwächung und scheiden klebrigen Honigtau aus. Häufig an Ficus, Orchideen und Pflanzen mit festen Blättern.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Die Pflanzen sind nicht giftig, doch die Dornen und feinen, widerhakigen Glochiden, die die Segmente bedecken, dringen leicht in die Haut ein und verursachen langanhaltende Reizungen und Juckreiz. Bei der Pflege stets Handschuhe tragen. |
| Hunde | Leicht | Der Kontakt mit Dornen und Glochiden kann Maul und Pfoten reizen; der Verzehr der Früchte in kleinen Mengen ist generell unbedenklich, doch die Dornen an der Fruchtschale müssen entfernt werden. |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Der Feigenkaktus wurde von den präkolumbischen Zivilisationen Mesoamerikas (u. a. den Azteken) als Nutzpflanze angebaut und selektiert — als Quelle für Früchte, Futter und den Cochenille-Farbstoff aus den auf ihm lebenden Insekten. Nach der spanischen Eroberung verbreitete sich die Art rasch im gesamten Mittelmeerraum, in Nordafrika und anderen warmen Regionen der Welt, wo sie vielerorts verwilderte und zu einem Bestandteil der lokalen Küche und Landschaft wurde.
Verwendung
Als Topfpflanze im Sommer für sonnige Terrassen und Balkone, mit obligatorischer Überwinterung in einem kühlen, hellen Raum (z. B. einem unbeheizten Gewächshaus) im Winter. In wärmeren Ländern wird er auch als Nutzpflanze (Früchte, essbare junge Segmente) und undurchdringliche Hecke angebaut.
Wissenswertes
- Die Früchte des Feigenkaktus, bekannt als Kaktusfeige oder prickly pear, werden in der mexikanischen, mediterranen und nordafrikanischen Küche vielfach roh, als Saft und in Marmeladen gegessen — sie haben einen süßen, leicht herben Geschmack, der an Wassermelone mit einer Note von Birne erinnert.
- Junge Segmente (Nopal) sind nach dem Entfernen der Dornen ein beliebtes Gemüse der mexikanischen Küche und werden wie grüne Bohnen zubereitet.
- In der Natur und in warmem Klima kann die Pflanze mit der Zeit einen verholzten Stamm ausbilden und eine baumartige Form von mehreren Metern Höhe annehmen — im polnischen Klima, wo sie ausschließlich im Topf kultiviert wird, bleibt sie deutlich kleiner.
Häufige Fragen
Kann man den Feigenkaktus in Polen im Freiland kultivieren?
Nicht dauerhaft — die Art ist im polnischen Klima nicht winterhart (sie wächst natürlicherweise in den Zonen 8b–11a) und muss im Winter in einen hellen, kühlen und frostfreien Raum gebracht werden. In Polen wird sie ausschließlich als Topf- oder Gewächshauspflanze kultiviert.
Wie geht man beim Umtopfen sicher mit dem Feigenkaktus um?
Immer mit dicken Handschuhen — neben den sichtbaren Dornen sind die Segmente mit feinen, widerhakigen Glochiden bedeckt, die nahezu unsichtbar sind, sich bei Berührung leicht ablösen und in die Haut eindringen, wo sie langanhaltenden Juckreiz verursachen. Zum Umsetzen größerer Segmente empfiehlt sich eine Zange oder eine zusammengerollte Zeitung.
Sind die Früchte des Feigenkaktus essbar?
Ja, die Früchte (Kaktusfeige) werden vielfach roh, als Saft und in Marmeladen gegessen, besonders in der mexikanischen und mediterranen Küche. Vor dem Verzehr müssen jedoch Dornen und Glochiden gründlich von der Schale entfernt werden, am besten mit Handschuhen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Opuntia ficus-indicaInstitution / Botanischer Garten
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