Kurz gefasst
- Ein säulenförmiger Riese: in der Natur bis 10 m, im Topf über viele Jahre realistisch 2–3 m.
- Er wächst für einen Kaktus schnell — mehrere bis mehrere Dutzend Zentimeter pro Saison.
- Große, weiße, duftende Blüten öffnen sich nachts, nur für eine einzige Nacht.
- Die Früchte (Peruanische Pitaya) sind essbar, dornenlos, mit weißem Fruchtfleisch und feinen Samen.
- Er verlangt eine kühle (8–12 °C) und trockene Überwinterung — sonst vergeilt er und verblasst.
- Die beliebte Form 'Monstrosus' (Felsenkaktus) wächst unregelmäßig, zu felsigen Gebilden.
Botanische Daten
- Familie
- Cactaceae (Cactaceae)
- Höhe
- 2–10 m
- Breite
- 0.3–2 m
- Wuchsform
- Säulenförmig
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Aus Samen
Merkmale
Ein säulenförmiger Kaktus mit aufrechten, 10–20 cm dicken Trieben mit deutlichen, scharfen Rippen (meist 6–9), in einem charakteristischen blaugrünen, fast bläulichen Ton, der von einem die Verdunstung mindernden Wachsbelag herrührt. Die Areolen sitzen entlang der Rippenkanten und tragen kurze, steife Dornen in Farben von bernsteingelb bis fast schwarz. Mit dem Alter verzweigt sich die Pflanze zu einer kandelaberartigen Säule, und ihre Basis verkorkt und bräunt — ein natürlicher Vorgang, kein Krankheitszeichen. Ausgewachsene Exemplare treiben im Sommer sehr große (15–20 cm), trichterförmige, weiße Blüten von starkem Duft, die sich nach der Dämmerung öffnen und am nächsten Morgen welken. Nach der Bestäubung bilden sich kugelige, dornenlose Früchte mit roter oder gelblicher Schale und weißem, süßem Fruchtfleisch, das mit feinen, schwarzen Samen durchsetzt ist.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Von Mai bis September reichlich gießen, aber erst nach dem Abtrocknen des gesamten Wurzelballens — er ist einer der wenigen Kakteen, die in der Saison wirklich schnell wachsen und tatsächlich Wasser verbrauchen. Von November bis März muss die Pflanze eine kühle (8–12 °C), trockene Ruhe haben: höchstens eine sparsame Wassergabe alle 6 Wochen, ausschließlich damit die Wurzeln nicht schrumpfen. Eine warme und begossene Überwinterung ergibt blasse, dünne, vergeilte Zuwächse, die nie wieder dicker werden.
Düngung
In der empfohlenen Konzentration, ausschließlich in der Wachstumssaison. Bei seinem raschen Wachstum reagiert der Cereus stärker auf Düngung als kugelige Kakteen, doch ein Stickstoffüberschuss ergibt weiche, zum Umkippen neigende Triebe.
Pflanzung
Mineralisches Kakteensubstrat mit hohem Anteil an Splitt und Perlit. Der Topf unbedingt schwer und breit — eine ausgewachsene, zwei Meter hohe Säule hat einen hoch liegenden Schwerpunkt und kippt in leichtem Plastik schlicht um. Ein tiefes Tongefäß mit Abzugsloch ist hier eine praktische und keine ästhetische Wahl.
Schnitt
Den Scheitel mit einem sauberen, scharfen Messer senkrecht zum Trieb abschneiden; die Pflanze treibt unterhalb des Schnitts wieder aus, meist mit mehreren neuen Armen, und das abgeschnittene Stück lässt sich nach 1-2 Wochen Abtrocknen der Wunde als neue Pflanze bewurzeln.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ein Kaktus mit demselben Kulturregime — volle Sonne, mineralisches Substrat und eine trockene, kühle Überwinterung; beide vertragen es, im Sommer auf die Terrasse gestellt zu werden.
Eine Sukkulente mit identischen Boden- und Wasseransprüchen und einer kontrastierenden, rosettigen Silhouette — eine klassische Zusammenstellung in Wüstenkompositionen.
Ein Kaktus aus demselben Lebensraumtyp; die kugelige Form ergänzt die senkrechte Säule des Cereus bei gleicher Pflege gut.
Schlechte Nachbarschaft
Der Farn verlangt ein dauerhaft feuchtes Substrat und eine hohe Luftfeuchtigkeit — unter solchen Bedingungen fault die Basis des Cereus.
Ein ausgewachsener Cereus wirft einen schmalen, aber dichten Schatten und nimmt beim Umtopfen den ganzen Wurzelballen ein — an seinem Fuß gepflanzte niedrige, lichthungrige Pflanzen schwächeln und vergeilen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Die Krankheit entwickelt sich in zu nassem, schlecht durchlüftetem Substrat und befällt die Wurzeln sowie die Triebbasis. Die Wurzeln werden braun, faulen und verlieren die Rinde, die sich leicht abziehen lässt, und an der Stängelbasis entsteht eine dunkle, wässrige Fäule. Der oberirdische Teil welkt, vergilbt und stirbt trotz feuchter Erde ab – ein typisches Symptom, denn die geschädigten Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf. Besonders gefährdet sind Zimmerpflanzen, Sukkulenten und Kakteen (bei Überwässerung) sowie im Freiland Nadelgehölze, Rhododendren, Heidekrautgewächse und Erdbeeren auf staunassen Standorten. Der Prozess beginnt unauffällig an den Wurzelhaaren und Wurzelspitzen, die sich dunkel verfärben und absterben, woraufhin die Fäule zu den Skelettwurzeln und zum Wurzelhals fortschreitet. Gesunde, helle, aktive Wurzeln verschwinden – es bleibt eine dunkle, braunrostige oder schwärzliche, wässrige Masse, und die äußere Rindenschicht der Wurzel lässt sich wie ein Handschuh abstreifen und legt den verfärbten Zentralzylinder frei. Bei Bäumen und Sträuchern zeigt sich der Befall von Wurzelhals und Stammbasis (Stammgrundfäule) als dunkler, oft herablaufender Fleck, mitunter mit Ausfluss, und die Rinde ist an dieser Stelle feucht und eingesunken; bei Nadelgehölzen und Rhododendren beobachtet man ein Braunwerden und Absterben von unten oder aus der Kronenmitte bei noch feuchtem Boden. Charakteristisch ist das nesterweise (herdförmige) Auftreten der Symptome im Beet – dort, wo sich Wasser und Erreger örtlich ansammeln. Es lohnt sich, die beiden verursachenden Eipilz-Gattungen zu unterscheiden: Pythium befällt hauptsächlich Sämlinge und Feinwurzeln und verursacht Umfallkrankheit und Wurzelfäule in kühlem, nassem Substrat, während Phytophthora auch ältere, verholzte Pflanzen, Skelettwurzeln und den Wurzelhals angreift, stärker in wärmerem, mit Wasser gesättigtem Boden. Entscheidend für die Diagnose ist der Widerspruch der Symptome: Die Pflanze welkt und wirkt „trocken“, obwohl das Substrat nass ist – dies ist die Folge der zerstörten Wurzeln, nicht eines Wassermangels.
WollläuseInsekten, die von einem weißen, wattigen Wachsbelag bedeckt sind und sich in den Blattachseln, am Triebansatz und auf der Blattunterseite ansammeln. Sie sehen aus wie Wattebäusche. Sie saugen Pflanzensaft, schwächen die Pflanze und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich der schwarze Rußtaupilz entwickelt. Ein häufiger Schädling an Zimmerpflanzen und Sukkulenten. Die erwachsenen Weibchen sind ovale, weiche Insekten von etwa 2–5 mm Länge, mit rosafarbenem oder grauem, unter Wachs verborgenem Körper, oft mit Wachsfortsätzen an den Seiten und am Hinterleibsende. Die Männchen sind winzig, geflügelt und fressen nicht. Bei den meisten Arten werden die Eier in weiße, wattige Eisäcke (Kokons) abgelegt, aus denen bewegliche Larven (Wandernymphen) schlüpfen, die über die Pflanze kriechen und den Befall auf benachbarte Exemplare übertragen; ein Teil der Wollläuse (z. B. Pseudococcus longispinus) ist jedoch eierlebendgebärend und bringt lebende Wandernymphen ohne deutlichen Eisack zur Welt. Unter den warmen, trockenen Bedingungen von Wohnungen und Gewächshäusern entwickeln sich Wollläuse das ganze Jahr über in mehreren sich überlappenden Generationen — deshalb reicht eine einmalige Behandlung selten aus. Fraßsymptome sind Wachstumshemmung, Vergilben, Verformung und vorzeitiger Blattfall, bei starkem Befall das Absterben der Triebe; der schwarze Rußtau auf dem Honigtau schränkt zusätzlich die Photosynthese ein und entstellt die Pflanze. Eine eigene Form sind die Wurzelwollläuse (Rhizoecus), die weiße, wachsige Ansammlungen an den Wurzeln und im Wurzelballen bilden — die Pflanze schwächelt und welkt, ohne dass an den oberirdischen Teilen ein Schädling sichtbar wird. Wollläuse werden oft von Ameisen begleitet, die den Honigtau fressen und die Kolonien vor natürlichen Feinden schützen.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Pflanze ist nicht giftig, und ihre Früchte sind essbar. Die einzige Gefahr ist mechanisch: die Dornen auf den Rippen sind kurz, aber hart und scharf, und eine ausgewachsene, schwere Säule, die von der Fensterbank kippt, stellt ein reales Verletzungsrisiko dar. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | Nicht giftig, doch Katzen klettern gern an säulenförmigen Kakteen hoch und können sie umwerfen oder sich die Pfoten zerstechen — die Pflanze stellt man besser außer Reichweite. |
Geschichte und Herkunft
Die Art stammt von den trockenen Küsten Venezuelas, Kolumbiens und der Niederländischen Antillen und nicht — wie der im Handel verfestigte Name Cereus peruvianus nahelegt — aus Peru; der seit dem 18. Jahrhundert wiederholte Namensirrtum erwies sich als dauerhafter als alle späteren taxonomischen Korrekturen, und bis heute wird die Pflanze in Europa unter dem falschen Namen verkauft. Die Gattung Cereus (vom lateinischen cereus — Kerze, wächsern) war eine der ersten beschriebenen Kakteengattungen und bildete lange einen „Sammeltopf“, in den man die meisten säulenförmigen Arten der Neuen Welt warf. In der Heimat der Pflanze werden die Säulen des Cereus seit Langem als lebende, undurchdringliche Zäune gepflanzt, und seine Früchte werden gesammelt und auf lokalen Märkten verkauft.
Verwendung
Eine eindrucksvolle, statuenhafte Pflanze für helle, sonnige Innenräume, Wintergärten und Kakteensammlungen — eine der wenigen Arten, die in einer Wohnung tatsächlich Möbelgröße erreichen. Im Sommer wird er gern in voller Sonne auf die Terrasse oder den Balkon gestellt (nach schrittweiser Abhärtung, um Verbrennungen der Haut zu vermeiden). Im Handel dient er auch sehr häufig als kräftige, widerstandsfähige Unterlage zum Pfropfen anderer Kakteen. In warmen Ländern wird er ins Freiland als Hecke gepflanzt und für die Früchte kultiviert.
Wissenswertes
- Der Artname führt seit über zweihundert Jahren in die Irre: der „peruanische“ Cereus wächst in Peru von Natur aus nicht — er stammt von der karibischen Küste Südamerikas, und der Fehler hat sich trotz späterer taxonomischer Korrekturen im Gartenhandel verfestigt.
- Die Blüten öffnen sich ausschließlich nach der Dämmerung und schließen sich am nächsten Morgen endgültig — sie werden von Nachtfaltern und Fledermäusen bestäubt, denen sie mit weißer Farbe und starkem Duft das nachts nicht verfügbare Farbsignal ersetzen.
- Die im Handel beliebte Form 'Monstrosus', als „Felsenkaktus“ verkauft, ist eine verfestigte Mutation des Vegetationspunktes: statt einer geraden Säule baut die Pflanze unregelmäßige, verdrehte Gebilde, die an einen Miniaturfelsen erinnern. Es ist dieselbe Pflanze, die dieselbe Pflege verlangt, und keine eigene Art.
Häufige Fragen
Blüht der Peruanische Apfelkaktus im Haus?
Ja, aber erst, wenn er herangewachsen ist — es blühen in der Regel ausgewachsene Exemplare von mindestens einem Meter, die einige Saisons voller Sonne hinter sich haben. Bedingung ist außerdem eine kühle (8–12 °C) und trockene Überwinterung; eine Pflanze, die das ganze Jahr im warmen Zimmer steht, wächst, statt zu ruhen, und setzt keine Knospen an. Man sollte wissen, worauf man wartet: die Blüte öffnet sich nach der Dämmerung, duftet eine Nacht lang und ist am Morgen bereits verwelkt — man verpasst sie also leicht.
Was ist der „Felsenkaktus“ und ist das eine andere Pflanze?
Es ist dieselbe Pflanze — die Form 'Monstrosus', also eine verfestigte Mutation des Vegetationskegels, durch die der Kaktus statt einer geraden Säule unregelmäßige, verdrehte Gebilde bildet. Er verlangt genau dieselbe Pflege wie die typische Form: volle Sonne, mineralisches Substrat und eine trockene Überwinterung. Er wächst langsamer und bleibt niedriger, ist also mitunter bequemer für die Fensterbank.
Mein Cereus ist bis zur Decke gewachsen — kann ich ihn einkürzen?
Ja, und das ist ein Standardeingriff. Im Frühjahr oder Frühsommer schneidet man den Scheitel mit einem sauberen, scharfen Messer senkrecht zum Trieb ab. Die Pflanze treibt unterhalb des Schnitts wieder aus, meist mit mehreren neuen Armen, wodurch sie kandelaberartiger wird. Der abgeschnittene Scheitel gehört nicht in den Müll: nach 1–2 Wochen Abtrocknen der Wunde an einem trockenen, luftigen Ort stellt man ihn flach in trockenes Substrat, wo er nach einigen Wochen Wurzeln bildet. Schneide nicht im Herbst oder Winter — die Wunde heilt dann langsam, und leicht setzt sich Fäulnis darin fest.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Cereus repandusInstitution / Botanischer Garten
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