Kurz gefasst
- Standort: Halbschatten oder Schatten, nährstoffreicher, humoser und dauerhaft frischer Boden.
- Blüht von April bis Juni mit den charakteristischen Herzen.
- Im Sommer zieht sie natürlich ein und geht in die Ruhephase — das ist normal.
- Sehr winterhart (USDA-Zone 3), langlebig und anspruchslos.
- Achtung: Alle Teile sind giftig, der Saft reizt die Haut.
Botanische Daten
- Familie
- Papaveraceae (Papaveraceae)
- Höhe
- 0.6–0.9 m
- Breite
- 0.45–0.6 m
- Wuchsform
- Horstbildend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 6–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- April–Juni
- Winterhärte
- USDA 3a–9a
- Vermehrung
- Durch Teilung, Aus Stecklingen
Merkmale
Bildet einen Horst zarter, bogig überhängender Triebe von 60–90 cm Höhe mit weichen, tief eingeschnittenen, blaugrünen Blättern. An den gebogenen Stielen hängen in einer Reihe abgeflachte, herzförmige Blüten aus rosa Außenblättern und einem vorstehenden weißen Inneren, die einem Herzen mit heraustretendem Tropfen gleichen.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Den Boden im Frühjahr und während der Blüte gleichmäßig frisch halten. Im Sommer zieht die Pflanze natürlich ein (Ruhephase), dann wird das Gießen reduziert.
Düngung
Eine Schicht Kompost oder Laubhumus im Frühjahr genügt völlig.
Pflanzung
Nährstoffreicher, humoser, feuchter, aber durchlässiger Standort; den Boden mit Kompost oder Laubmulch anreichern.
Schnitt
Das absterbende Laub erst nach vollständigem Vergilben entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die Funkie entfaltet ihr Laub, wenn das Tränende Herz im Sommer einzieht — ihre breiten Blätter kaschieren die entstehende Lücke im Beet.
Ein schattiger, feuchtigkeitsliebender Farn mit denselben Ansprüchen; er füllt in der zweiten Sommerhälfte den Platz des Tränenden Herzens.
Blüht später und mag denselben feuchten, humosen Boden im Halbschatten — verlängert die Zierwirkung des Beetes.
Schlechte Nachbarschaft
Die Fetthenne braucht volle Sonne und trockenen, durchlässigen Boden — Bedingungen, die dem schattigen und feuchten Standort des Tränenden Herzens entgegengesetzt sind.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Der Saft aus Trieben und Wurzeln enthält Isochinolin-Alkaloide und kann die Haut reizen; der Verzehr verursacht Magenbeschwerden. |
| Hunde | Mäßig | Das Fressen, besonders der Wurzeln, kann Magen-Darm- und neurologische Störungen auslösen (Zittern, bei hohen Dosen Krämpfe). |
| Katzen | Mäßig | Für Katzen giftig — Magen-Darm- und neurologische Symptome. |
Geschichte und Herkunft
Nach Europa brachte sie 1846 der schottische Pflanzenjäger Robert Fortune aus China. Rasch wurde sie zu einer der beliebtesten Stauden viktorianischer Gärten. Früher der Gattung Dicentra zugeordnet, wird sie heute als Lamprocapnos spectabilis klassifiziert.
Verwendung
Für schattige und halbschattige Beete, Waldgärten, Unterpflanzungen von Bäumen und Sträuchern sowie die Kübelkultur. Wirkungsvoll in Kombination mit Funkien, Farnen und Astilben, die die Lücke nach ihrer sommerlichen Ruhe schließen.
Wissenswertes
- Zieht man an der Blüte und legt ihre Teile auseinander, treten Formen zutage, die im volkstümlichen Spiel als Dame im Bad oder als Leier gedeutet wurden — daher englische Namen wie lady-in-a-bath.
- Das charakteristische sommerliche Einziehen des Laubes ist die Strategie eines Waldfrühblühers, der Feuchtigkeit und Licht des zeitigen Frühjahrs nutzt, bevor sich das Laub der Bäume entfaltet.
Häufige Fragen
Warum vertrocknet mein Tränendes Herz schon im Juli?
Das ist natürlich. Das Tränende Herz ist ein Frühjahrsgeophyt — nach der Blüte, im heißen Sommer, geht es in die Ruhe über und wirft die Blätter ab. Die Pflanze stirbt nicht und treibt im folgenden Frühjahr erneut aus.
Wohin pflanzt man das Tränende Herz am besten?
In den Halbschatten oder Schatten, in nährstoffreichen, humosen und dauerhaft frischen Boden. Volle Sonne und Trockenheit verkürzen die Blüte und beschleunigen das sommerliche Einziehen.
Ist das Tränende Herz giftig?
Ja. Alle Teile enthalten Isochinolin-Alkaloide. Der Saft kann die Haut reizen, und der Verzehr (besonders der Wurzeln) ist für Menschen und Haustiere schädlich.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Lamprocapnos spectabilisInstitution / Botanischer Garten
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