Kurz gefasst
- Der Zierwert liegt in den Blättern: grün mit silbrigem Streifen entlang der Mittelrippe, bei Gartensorten fast vollständig versilbert.
- Eine Schattenpflanze — Halbschatten und Schatten, sie kommt auch im trockenen Schatten unter Bäumen und Sträuchern zurecht, wo Gras nicht wächst.
- Sie breitet sich durch kriechende, an den Knoten wurzelnde Triebe sowie unterirdische Ausläufer aus; bei einem Pflanzabstand von 35–45 cm schließt sich der Teppich im zweiten Jahr.
- Sie blüht von Mai bis September, am reichsten im Mai und Juni; die Blüten mit langer Röhre werden vor allem von Hummeln besucht.
- Ein Rückschnitt des Teppichs auf etwa 5 cm nach der Blüte verjüngt ihn — ohne ihn strecken sich die Triebe und die Mitte des Horstes verkahlt.
Botanische Daten
- Familie
- Lamiaceae (Lamiaceae)
- Höhe
- 0.15–0.6 m
- Breite
- 0.4–1 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- Mai–September
- Winterhärte
- USDA 4a–8a
- Vermehrung
- Durch Teilung, Aus Stecklingen, Durch Ausläufer
Merkmale
Eine Staude mit kriechenden oder aufsteigenden Trieben, die wie bei allen Lippenblütlern vierkantig sind und an den Knoten wurzeln — dadurch breitet sich eine einzelne Pflanze seitlich aus und bildet einen dichten Teppich von 0,4–1 m Breite. Neben den kriechenden Trieben bildet sie ein verzweigtes Rhizom und unterirdische Ausläufer, mit denen sie sich ebenfalls vegetativ vermehrt. In Kultur ist der Horst meist 15–25 cm hoch; die aufrechten oder aufsteigenden Blütentriebe der Wildformen und wild wachsenden Pflanzen sind oft deutlich höher und erreichen bis zu 60 cm. Die Blätter sind gegenständig, gestielt, eiförmig bis dreieckig-herzförmig, gekerbt-gesägt, etwas runzelig und weich behaart. Ihr Erkennungsmerkmal ist der helle, silbrigweiße Streifen entlang der Mittelrippe — von ihm leitet sich das Artepitheton maculatum ab, also „gefleckt“. Bei Wildpflanzen ist der Streifen schmal; Gartensorten wurden so ausgelesen, dass das Silber fast die gesamte Blattfläche einnimmt und das Grün nur als schmaler Rand bleibt. Die Blüten sind typisch lippenförmig: die Kronröhre ist lang und gebogen, die Oberlippe helmförmig und behaart, die Unterlippe dreilappig mit einer dunkleren Zeichnung, die das Insekt zum Nektar führt; sie stehen in Scheinquirlen in den Achseln der oberen Blätter. Die Farbe reicht von Rosa und Purpurrosa bis zu reinem Weiß bei Sorten wie White Nancy. Die Blüte dauert von Mai bis September, ist aber im Mai und Juni am reichsten — später erscheinen die Blüten nur noch schubweise, besonders nach dem Rückschnitt des Teppichs. Die Pflanze verhält sich halbimmergrün: in milden Wintern überdauern die bodennahen Blätter bis zum Frühjahr, in strengeren stirbt der Teppich bis zum Boden ab und treibt aus den Knospen am Triebgrund wieder aus. Von der Großen Brennnessel, mit der sie wegen der Blattform gelegentlich verglichen wird, unterscheiden sie das Fehlen der Brennhaare, der vierkantige Stängel und die Lippenblüte — beide Pflanzen gehören zu völlig verschiedenen Familien.
Beliebte Sorten
- ‘White Nancy’
- Blatt fast vollständig silbrig, mit schmalem grünem Rand, Blüten rein weiß. Die am häufigsten gepflanzte weiße Sorte; kompakt und niedrig, erhellt tiefen Schatten am wirksamsten.
- ‘Beacon Silver’
- Klassische Sorte mit stark versilbertem Blatt mit grünem Rand und rosa-lila Blüten. In feuchten, schwülen Sommern ist sie mehr als andere anfällig für Blattflecken.
- ‘Purple Dragon’
- Sorte mit deutlich größeren und dunkleren, purpurvioletten Blüten; Blatt silbrig mit grünem Rand. Wird gewählt, wenn neben den Blättern auch die Blüte sichtbar sein soll.
- ‘Pink Pewter’
- Silbriges Blatt und zarte, hellrosa Blüten. Sie wächst dicht und gleichmäßig, wodurch sie sich gut als Einfassung eines schattigen Beetes eignet.
- ‘Anne Greenaway’
- Dreifarbiges Blatt: grüne Blattfläche mit silbrigem Streifen und gelbgrünem Rand, Blüten lila-rosa. Die blattdekorativste Sorte, färbt sich aber erst im hellen Halbschatten gut aus.
- ‘Golden Anniversary’
- Grüne Blattmitte, silbriger Streifen und goldgelber Rand, Blüten rosa. Sie wächst langsamer als die silbrigen Sorten und braucht Schutz vor scharfer Sonne, die den goldenen Rand verbrennt.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Auf gemulchtem Boden im Schatten kommt sie meist von selbst zurecht. Wassergaben braucht sie in der ersten Saison nach dem Pflanzen sowie bei anhaltender Trockenheit — dann welken die Blätter und Mehltau tritt auf. Sie verträgt kein stehendes Wasser: in Senken mit Staunässe fault der Teppich von innen.
Düngung
Eine dünne Schicht Kompost oder verrotteten Laubs rund um den Horst verteilt. Ein Stickstoffüberschuss streckt und lockert die Triebe, weshalb Mineraldünger überflüssig ist.
Pflanzung
Die oberste Schicht mit Kompost mischen, nach dem Pflanzen mit Rinde oder Laub mulchen. Im trockenen Schatten unter Bäumen größere Löcher als üblich graben und durch die erste Saison wässern, bevor sich die Pflanzen mit ihren Wurzeln durch das dichte Wurzelgeflecht des Baumes durchgesetzt haben.
Schnitt
Nach dem Verblühen den gesamten Teppich mit der Schere oder dem Rasenmäher auf hoher Einstellung auf etwa 5 cm zurückschneiden. Innerhalb von 2–3 Wochen treibt die Pflanze eine dichte, frisch gefärbte Blattrosette nach und blüht oft ein zweites Mal. Im zeitigen Frühjahr die durch den Winter beschädigten Blätter entfernen und während der Saison die bewurzelten Triebe, die über den vorgesehenen Platz hinauswachsen, abschneiden.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Klasyczne zestawienie cienistej rabaty: srebrny kobierzec jasnoty rozjaśnia podstawę dużej, niebieskozielonej kępy funkii i zakrywa ziemię wtedy, gdy funkia jeszcze nie wzeszła albo już zamarła. Obie potrzebują próchnicznej, umiarkowanie wilgotnej gleby w półcieniu.
Pionowy pióropusz paproci i płaski kobierzec jasnoty dzielą to samo siedlisko runa leśnego i nie konkurują o światło na tym samym poziomie — jasnota zajmuje ziemię pod liśćmi paproci.
Bergenia ma duże, skórzaste liście i mocną kępę, której jasnota nie jest w stanie zagłuszyć; kontrast grubej, ciemnej blaszki ze srebrną drobną jasnotą działa przez cały sezon, także zimą.
Schlechte Nachbarschaft
Dwie płożące byliny okrywowe o identycznych wymaganiach i tym samym sposobie rozrostu — ukorzenianiu pędów. Zamiast czystego kobierca powstaje niestabilna mozaika, w której jedna roślina wypiera drugą.
Paproć strusia rozrasta się podziemnymi rozłogami i tworzy zwartą kolonię, która z czasem przerasta i wypiera niższy kobierzec jasnoty.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.
GrauschimmelGraubrauner, flaumiger Myzelbelag auf Blüten, Früchten, Blättern und Trieben, dem wässrige, faulende Flecken vorausgehen. Er befällt geschwächtes und beschädigtes Gewebe und entwickelt sich rasch bei Feuchtigkeit und Kühle sowie bei schlechter Luftzirkulation. Häufig an Erdbeeren, Begonien, Pfingstrosen und Rosen. Der Belag ist charakteristisch „mausgrau“ — flaumig, aschgrau, und beim Anstoßen des befallenen Gewebes steigt eine sichtbare Wolke von Sporen (Konidien) auf, was das Erkennungsmerkmal dieser Krankheit ist. Die Infektion beginnt meist an den schwächsten Geweben: verblühenden Blütenblättern, Wunden, Hagelschäden oder Fraßstellen von Schädlingen sowie an Pollenresten, die sich auf den Blütenblättern abgelagert haben. An den Blüten erscheinen kleine, braune, wässrige Flecken, die rasch die ganze Blüte erfassen („Blütenfäule“); von der befallenen Blüte wächst der Pilz oft in den Trieb hinein und verursacht dessen Einschnürung und Absterben. An Weichfrüchten (Erdbeere, Himbeere, Weintrauben, Tomate) entwickelt sich eine wässrige, braun werdende Fäule, die von einer dicken Schicht grauen, flaumigen Pilzrasens überzogen ist — die Beere wird weich und „zerfließt“. An Sämlingen und Stecklingen verursacht Botrytis eine Fäule der Triebbasis und ein plötzliches Umfallen der Pflanzen. Im älteren, absterbenden Myzel sowie an Pflanzenresten bilden sich harte, schwarze, unregelmäßige Klümpchen — Sklerotien (Dauerkörper), mit denen der Erreger im Boden und in Pflanzenresten überwintert. Die Krankheit tritt auch nach der Ernte auf, als rasch fortschreitende Lagerfäule von Obst und Gemüse.
SchneckenNackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Pflanze ist nicht giftig, aber auch kein Heilkräuterrohstoff — in der Kräuterheilkunde verwendet man die Blüte der Weißen Taubnessel (Lamium album), nicht der Gefleckten. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Linné beschrieb dieses Taxon zunächst im Werk „Species Plantarum“ von 1753 als Varietät der Weißen Taubnessel — Lamium album var. maculatum — und erhob es in der zweiten Auflage dieses Werks, 1763, in den Rang einer eigenen Art; daher lautet die vollständige Autorenangabe Lamium maculatum (L.) L. Der Gattungsname Lamium wird mit dem griechischen laimos, also Schlund, in Verbindung gebracht, was sich auf die Form der langen Kronröhre bezieht. In Polen ist die Gefleckte Taubnessel eine heimische Pflanze: sie wächst in der Krautschicht fruchtbarer Laubwälder, in Auwäldern und ufernahen Gebüschen sowie an Wegrändern und Ruderalstellen, recht verbreitet im ganzen Land — sowohl im Tiefland als auch in den niedrigeren Gebirgslagen. In die Gärten hielt sie nicht als Blüh-, sondern als Blattpflanze Einzug — erst die Selektion aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Sorten mit über die ganze Blattfläche ausgebreitetem Silber hervorbrachte (Beacon Silver, White Nancy), machte aus ihr eine der grundlegenden Bodendeckerstauden für den Schatten. Die volkstümlichen Namen in vielen Sprachen wiederholen dasselbe Missverständnis: das deutsche Taubnessel und das englische deadnettle bedeuten wörtlich „taube“ und „tote Nessel“, also eine, die nicht brennt. In Nordamerika, wohin die Art aus der Kultur gelangte, ist sie verwildert und wird in einigen nordöstlichen Bundesstaaten als invasive Pflanze eingestuft; in Polen, in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, verursacht sie kein solches Problem.
Verwendung
Die grundlegende Verwendung ist die Bedeckung schwieriger Stellen: unter Bäumen und Sträuchern, an Nordwänden, entlang schattiger Wege und an schattigen Böschungen, wo Gras nicht wächst und viele Stauden versagen. Man pflanzt sie im Abstand von 35–45 cm, fünf bis acht Stück pro Quadratmeter — bei dieser Dichte schließt sich der Teppich im zweiten Jahr. Das Silber der Blätter erhellt den Schatten wirksamer als die Blüten und wirkt die ganze Saison über, weshalb die Taubnessel ein dankbarer Hintergrund für Pflanzen mit großer oder dunkler Blattfläche ist: Funkien, Farne, Bergenien, Purpurglöckchen mit purpurnen Blättern. Sie bewährt sich auch als Einfassung eines schattigen Beetes und als überhängende Pflanze in Kübeln und Kästen, die im Schatten stehen — auch auf einem nach Norden gerichteten Balkon — besonders in den weißblühenden Sorten. Im trockenen Schatten unter flach wurzelnden Bäumen kommt sie besser zurecht als die meisten Stauden, wächst aber langsamer an — im ersten Jahr braucht sie Wassergaben und Mulch, später versorgt sie sich meist selbst. Sie breitet sich rasch aus und dringt in die Nachbarn ein, deshalb pflanzt man sie nicht neben niedrige, langsam wachsende Stauden oder in Sammlerbeete; ihre Begrenzung ist jedoch einfach, denn es genügt, die bewurzelten Triebe am Rand des Teppichs herauszureißen, und das herausgerissene Stück eignet sich sofort zum Pflanzen an anderer Stelle. Für Standorte in voller Sonne und für trockene, überhitzte Beete eignet sie sich nicht — dort welken die Blätter, verlieren ihre Färbung und werden rasch von Mehltau befallen.
Wissenswertes
- Das Artepitheton maculatum bedeutet „gefleckt“ und bezieht sich auf den hellen Streifen entlang der Mittelrippe des Blattes. Er ist auch bei wild wachsenden Pflanzen vorhanden — die Züchter haben ihn lediglich über die ganze Blattfläche ausgeweitet.
- Als Heilpflanze dient die Weiße Taubnessel (Lamium album), nicht die Gefleckte: ihre Blüten gelten in der Kräuterheilkunde als schleimhautbedeckendes Mittel. Die Gefleckte Taubnessel ist unbedenklich, ersetzt aber in diesen Anwendungen die Weiße nicht.
- Die Lippenblüte mit langer, gebogener Röhre ist an Hummeln angepasst: das Insekt landet auf der Unterlippe und greift nach dem Nektar tief in der Röhre, während ihm von der helmförmigen Oberlippe Pollen auf den Rücken rieselt. Die Honigbiene mit ihrer kürzeren Zunge nutzt die Taubnessel schlechter — daher wird die Trachtquelle trotz der langen Blütezeit als mäßig eingestuft.
- Trotz ihrer der Brennnessel täuschend ähnlichen Blätter ist die Taubnessel mit ihr nicht verwandt — sie gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae), wie Minze und Salbei, die Brennnessel dagegen zu den Brennnesselgewächsen (Urticaceae). Entscheidend sind der Tastsinn und der Querschnitt des Stängels, der bei der Taubnessel deutlich vierkantig ist.
Häufige Fragen
Ist die Gefleckte Taubnessel wuchernd und erstickt sie ihre Nachbarn?
Sie breitet sich rasch aus, aber auf leicht beherrschbare Weise. Sie verbreitet sich vor allem durch kriechende Triebe, die an den Knoten auf der Bodenoberfläche wurzeln, sodass ein unerwünschtes Stück meist einfach samt bewurzeltem Trieb herausgerissen werden kann; bei älteren Horsten sollte man prüfen, ob im Boden kein Rhizom oder unterirdischer Ausläufer verblieben ist, denn aus ihnen treibt die Pflanze wieder aus. Zum Problem wird sie erst in der Nachbarschaft niedriger, langsam wachsender Stauden und in Sammlerbeeten; als Bodendecker unter Sträuchern und Bäumen ist sie unbedenklich. Den Rand des Teppichs sollte man zweimal pro Saison durchsehen.
Der Teppich sieht nach der Blüte unordentlich aus und verkahlt in der Mitte — was tun?
Das ist die normale Reaktion der Taubnessel nach der Hauptblüte und der übliche Zeitpunkt für den Rückschnitt. Der gesamte Teppich wird mit der Schere oder dem Rasenmäher auf hoher Einstellung auf etwa 5 cm zurückgeschnitten. Innerhalb von 2–3 Wochen treibt die Pflanze eine dichte, frisch gefärbte Blattrosette nach, die bis zum Winter erhalten bleibt, und blüht oft ein zweites Mal. Das Unterlassen dieses Eingriffs ist die häufigste Ursache für auseinanderfallende, in der Mitte kahle Horste.
Kommt die Taubnessel im trockenen Schatten unter Bäumen zurecht?
Ja, sie gehört zu den wenigen Stauden, die das vertragen, aber man muss ihr am Anfang helfen. Die Konkurrenz der Baumwurzeln führt dazu, dass die Pflanzen langsamer anwachsen, deshalb brauchen sie im ersten Jahr regelmäßige Wassergaben und Mulch aus Rinde oder Laub. Nach dem Einwurzeln versorgen sie sich selbst, obwohl in einem sehr trockenen Sommer die Blätter welken können und Mehltau auftritt. Man sollte sie nicht mit einer in voller Sonne trockenheitsresistenten Pflanze verwechseln — dort kommt sie nicht zurecht.
Worin unterscheidet sich die Gefleckte Taubnessel von der Weißen und der Purpurroten?
Die Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum) ist eine bodendeckende Staude mit Blättern, die einen hellen Streifen entlang der Mittelrippe tragen, und rosa oder weißen Blüten, die gärtnerisch kultiviert wird. Die Weiße Taubnessel (Lamium album) hat einheitlich grüne Blätter und rein weiße Blüten; sie ist die Heilpflanze und eine häufige Art der Wegränder. Die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) ist eine einjährige, niedrige Pflanze mit purpurnen oberen Blättern — ein verbreitetes Unkraut in Kulturen und Gärten, das nicht absichtlich gepflanzt wird.
Ist die Gefleckte Taubnessel giftig für Kinder, Hunde und Katzen?
Sie zählt nicht zu den Giftpflanzen und hat keine Brennhaare, obwohl ihre Blätter an die Brennnessel erinnern. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie eine Heilpflanze ist — in der Kräuterheilkunde verwendet man die Blüte der Weißen Taubnessel (Lamium album), nicht der Gefleckten, sodass die Gartentaubnessel nicht für Tees und Aufgüsse gesammelt wird.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Lamium maculatumDatenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Lamium maculatumInstitution / Botanischer Garten
- Missouri Botanical Garden — Plant Finder: Lamium maculatumInstitution / Botanischer Garten
- Atlas roślin Polski — jasnota plamista (Lamium maculatum)Datenbank (GBIF, POWO…)
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