Kurz gefasst
- Stammveredelte Hängeform — kleine Krone mit einem Vorhang herabhängender Triebe.
- Die silbrig-gelben Frühjahrskätzchen sind eine der ersten Bienenweiden.
- Bevorzugt einen sonnigen oder halbschattigen Standort und einen stets feuchten, nährstoffreichen Boden.
- Sehr frosthart — verträgt Fröste bis zur USDA-Zone 4.
- Ideal für kleine Gärten, an Gartenteichen und für große Kübel.
Botanische Daten
- Familie
- Salicaceae (Salicaceae)
- Höhe
- 1.5–2 m
- Breite
- 1–1.5 m
- Wuchsform
- Überhängend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 5.5–7.5
- Feuchtigkeit
- Feucht, Mäßig
- Blütezeit
- März–April
- Winterhärte
- USDA 4a–8b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen
Merkmale
Eine stammveredelte Form, die eine kompakte, schirm- oder kuppelförmige Krone aus dicht bis zum Boden herabhängenden Trieben bildet. Die Blätter sind breit elliptisch, oberseits dunkelgrün, unterseits silbrig behaart. 'Kilmarnock' ist ein männlicher Klon — im zeitigen Frühjahr, vor dem Blattaustrieb, bedeckt er sich mit silbrigen, flauschigen Kätzchen, die mit dem Reifen der Staubbeutel einen goldgelben Ton annehmen.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Wie die meisten Weiden liebt sie einen stets feuchten Boden und verträgt anhaltende Trockenheit schlecht, dafür jedoch zeitweilige Überschwemmungen gut. Kübelexemplare im Sommer sogar alle 2–3 Tage gießen.
Düngung
Mäßig — die schnell wachsende Weide benötigt keine intensive Düngung.
Pflanzung
Das Pflanzloch mit Kompost anreichern; an trockeneren, durchlässigen Standorten feuchtigkeitsspeichernde organische Substanz zugeben. Am schönsten wirkt sie als Solitär.
Schnitt
Den dichten Vorhang hängender Triebe auslichten und die längsten einkürzen, damit die Krone nicht auf dem Boden aufliegt und ihre regelmäßige, schirmförmige Gestalt behält. Am Stamm unterhalb der Veredelungsstelle austreibende Triebe unbedingt entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Dieselbe Gruppe stammveredelter Zierweiden mit ähnlichen Feuchtigkeitsansprüchen — sie fügen sich als kleine Akzente in einem kleinen Garten schön zusammen.
Beide Arten mögen einen stets feuchten Standort am Gartenteich; die Sumpfdotterblume blüht im zeitigen Frühjahr gleichzeitig mit den Weidenkätzchen.
Funkien wachsen gut in feuchtem, nährstoffreichem Untergrund und im leichten Schatten unter der schirmförmigen Krone der Weide.
Schlechte Nachbarschaft
Extrem unterschiedliche Wasseransprüche — der Lavendel braucht einen trockenen, durchlässigen Standort, die Weide dagegen ständige Feuchtigkeit; die gemeinsame Kultur schadet einer der Pflanzen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Rinde der Weiden enthält Salicin — eine Verbindung mit aspirinähnlicher Wirkung — die Pflanze gilt jedoch nicht als giftig. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die hängende Sorte der Sal-Weide wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in der Umgebung der schottischen Stadt Kilmarnock gefunden und rasch als Zierbäumchen vermehrt. Da die Hängeform keinen geraden Stamm bildet, wird sie von Anfang an ausschließlich als Hochstammveredelung kultiviert — wodurch die herabhängenden Triebe den charakteristischen „Schirm” bilden.
Verwendung
Ein beliebtes Bäumchen für kleine Gärten, für Rabatten, an Gartenteichen sowie für die Kübelkultur auf Terrasse und Balkon. Einzeln als Zier-Solitär gepflanzt, besonders dort, wo man die Frühjahrskätzchen und den kompakten, hängenden Wuchs schätzt.
Wissenswertes
- 'Kilmarnock' ist ein männlicher Klon — seine Kätzchen sind mit gelbem Pollen übersät, der eine frühe Frühjahrsnahrung für Bienen ist; das weibliche Gegenstück ist die Sorte 'Weeping Sally'.
- Die Rinde der Weiden lieferte über Jahrhunderte Salicin — den Ausgangsstoff, von dem sich die Acetylsalicylsäure, also Aspirin, ableitet.
- Die Höhe des Bäumchens ist von vornherein durch die Veredelungshöhe festgelegt — die Krone hängt nach unten und wächst praktisch nicht in die Höhe.
Häufige Fragen
Wie hoch wird die Kilmarnock-Weide?
Ihre Höhe bestimmt die Veredelungsstelle am Stamm — meist 1,5–2 m. Die aus hängenden Trieben bestehende Krone hängt nach unten und breitet sich vor allem seitlich aus, sodass das Bäumchen praktisch nicht höher wächst als der Veredelungspunkt.
Wann und wie schneidet man eine hängende Weide auf Stamm?
Am besten kurz nach dem Verblühen der Kätzchen, im zeitigen Frühjahr. Man lichtet den dichten Vorhang aus hängenden Trieben aus und kürzt die längsten ein, damit sie nicht auf dem Boden aufliegen. Auch alle am Stamm unterhalb der Veredelungsstelle austreibenden Triebe müssen entfernt werden.
Ist die Kilmarnock-Weide gut für Bienen?
Ja. Es ist ein männlicher Klon, dessen silbrige Kätzchen sich im zeitigen Frühjahr mit gelbem Pollen bedecken. Sie blüht im März und April, wenn nur wenige Pflanzen Nahrung bieten, und ist daher eine wertvolle, frühe Pollenquelle für Bienen und andere Bestäuber.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Salix caprea 'Kilmarnock'Institution / Botanischer Garten
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