Erkennung
Leuchtend grüne Raupen mit schwarzem Kopf, schwarzen Punkten und dunklen Längsstreifen entlang des Körpers, die 4–5 cm lang werden. Sie fressen in einem Gespinst aus dichten, weißen Fäden, fressen die Blätter und benagen die Rinde der Triebe, sodass sie den Strauch vollständig kahl fressen können. Am befallenen Buchsbaum bleiben charakteristische Gespinste, grünliche Kotkrümel und vertrocknete Blattreste zurück. Der ausgewachsene Falter hat weiße Flügel mit einem breiten braunen Rand und eine Spannweite von etwa 4 cm. Als invasive Art bildet er 2–3 Generationen pro Saison, sodass der Fraß vom Frühjahr bis zum Herbst andauern kann. Das Weibchen legt blassgelbe Eier in flachen, dachziegelartig angeordneten Gelegen an der Blattunterseite ab, meist im Inneren des Strauchs. Die jüngsten Raupen schaben nur die untere Blatthaut und das Blattmark ab (sie hinterlassen durchsichtige „Fenster“ und ein Gerüst aus Blattadern), ältere fressen die ganzen Blattspreiten und benagen bei Blattmangel die grüne Rinde der Triebe — diese Ringelung führt zum Absterben ganzer Zweige. Die Puppen befinden sich in einem weißen Gespinst zwischen Blättern und Zweigen. Junge Raupen überwintern verborgen in Kokons (sogenannten Hibernarien) im dichten Inneren des Strauchs und werden bereits im zeitigen Frühjahr aktiv, bevor von außen irgendwelche Symptome sichtbar sind. Neben der typischen Form tritt eine seltenere dunkle (melanistische) Form des Falters mit fast vollständig braunen Flügeln und einem hellen Fleck auf dem Vorderflügel auf. Aus der Ferne wirkt der befallene Buchsbaum ausgetrocknet und ausgeblichen — er wird braun, und zwischen den Trieben ist ein weißes Gespinst mit eingeschlossenen grünlichen Kotkrümeln zu sehen. Die Art stammt aus Ostasien und breitet sich in Europa seit etwa 2007 aus, in Polen wird sie seit etwa 2012 nachgewiesen; es gibt hier keine natürlichen Feinde, die ihre Anzahl begrenzen könnten, daher der plötzliche, invasive Charakter der Schäden.
Bekämpfung
Regelmäßige Kontrolle der Sträucher und das Absammeln der Raupen samt Gespinsten von Hand, besonders im Inneren des Strauchs, wo der Fraß unbemerkt beginnt. Behandlung mit einem Präparat auf Basis von Bacillus thuringiensis (wirksam gegen junge Raupen), bei starkem Befall auch gründliches Einsprühen des Strauchinneren. Pheromonfallen ermöglichen die Überwachung des Falterflugs und die Terminierung der Behandlung, während ein kräftiger Wasserstrahl einen Teil der Raupen abspült. Entscheidend ist die frühe Erkennung: Die Kontrolle des Strauchinneren sollte bereits im zeitigen Frühjahr beginnen, wenn die überwinternden Raupen den Fraß wieder aufnehmen, und alle 1–2 Wochen über die gesamte Saison (2–3 Generationen) wiederholt werden. Bacillus thuringiensis der Varietät kurstaki wirkt über den Darm und ist am wirksamsten gegen die jüngsten Stadien (die Raupen müssen ihn beim Fressen aufnehmen), daher wird die Behandlung bei Wärme durchgeführt, wobei auch das Innere des Strauchs gründlich benetzt wird, und nach 7–10 Tagen wiederholt; bei großen Raupen verliert sie ihre Wirkung. Pheromonfallen und Leimtafeln dienen der Überwachung, nicht der Bekämpfung — sie bestimmen den Höhepunkt des Falterflugs, nach dem (etwa 1–2 Wochen später, wenn die Raupen schlüpfen) die Spritzung geplant wird. Bei starkem, mehrere Generationen umfassendem Befall greift man zu Insektiziden: auf Schmetterlingsraupen selektive Mittel (Spinosyne oder Insektenwachstumsregulatoren) schonen Nützlinge — Spinosyne erfassen dabei ein breiteres Spektrum an Stadien, während Wachstumsregulatoren am wirksamsten gegen junge Larven sind, ähnlich wie Bt —, dagegen wirken Kontaktmittel aus der Gruppe der Pyrethroide schnell und gegen alle Stadien, sind aber unselektiv und schädlich für Bestäuber sowie Räuber — sie sollten punktuell und mit Bedacht eingesetzt werden. Stark kahl gefressene Sträucher bauen ihr Laub nach Beseitigung des Schädlings meist wieder auf, da Buchsbaum gut aus den Trieben regeneriert; herausgeschnittene, mit Gespinst überzogene Teile sollten vernichtet werden, um die Zahl der überwinternden Raupen zu verringern.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Buchsbaumzünsler | Buchsbaumtriebsterben (Pilzkrankheit) |
|---|---|---|
| Verursacher | Schmetterlingsraupen (Insekt) | Pilze (Calonectria pseudonaviculata / Cylindrocladium buxicola, Volutella buxi) |
| Gespinst aus Fäden | Vorhanden — weiß, dicht, mit eingeschlossenem Kot | Kein Gespinst |
| Blattschäden | Ausgefressene und skelettierte Blattspreiten, benagte Triebrinde | Blätter werden braun und fallen ganz ab, ohne Fraßstellen; dunkle Flecken mit dunklerem Rand |
| Spur an den Trieben | Grünlicher Kot und Gespinst im dichten Inneren | Schwarze/braune Streifen und Striche an den Stängeln; bei Feuchtigkeit weißlicher (Calonectria/Cylindrocladium) oder rosafarbener (Volutella) Sporenbelag auf der Blattunterseite |
| Sichtbarer Verursacher und Bedingungen | Grüne Raupen, weiße Falter mit braunem Rand | Kein Insekt; Symptom verstärkt sich bei feuchtem, warmem Wetter |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Kontrolle und Absammeln der Raupen von Hand | Wöchentliche Kontrolle des Strauchinneren, Absammeln der Raupen und Gespinste von Hand, Abspülen eines Teils der Tiere mit kräftigem Wasserstrahl. | Vom zeitigen Frühjahr über die gesamte Saison, alle 1–2 Wochen |
| Bacillus thuringiensis (biologisches Präparat) | Darmwirksames Mittel gegen junge Raupen; Spritzung bei Wärme, gründlich auch im Strauchinneren, nach 7–10 Tagen wiederholen. | Nach dem Schlupf der Raupen jeder Generation, auf die jüngsten Stadien |
| Pheromon-Überwachung | Die Fallen bekämpfen nicht, sondern erkennen nur und bestimmen den Höhepunkt des Falterflugs sowie den Spritztermin (etwa 1–2 Wochen später) — unterstützende Methode. | Während der gesamten Flugzeit der Falter |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Auf Schmetterlingsraupen selektives Insektizid | Spinosyne oder Insektenwachstumsregulator schonen Nützlinge; Spinosyne wirken auf ein breiteres Spektrum an Stadien, Wachstumsregulatoren hauptsächlich auf junge Larven. | Bei starkem Befall, wenn Bt nicht ausreicht |
| Pyrethroid (Kontaktmittel) | Wirkt schnell und gegen alle Stadien, ist aber unselektiv und schädlich für Bestäuber sowie Räuber — punktuell und mit Bedacht einsetzen. | Interventionell bei massivem, mehrere Generationen umfassendem Fraß |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Zierpflanzenschädlinge
- Institut für Pflanzenschutz – Staatliches Forschungsinstitut