Blauglockenbaum

Paulownia tomentosa · Foxglove tree (EN) · Blauglockenbaum (DE)

Der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) ist ein außergewöhnlich schnell wachsender Baum mit riesigen, herzförmigen Blättern und violetten, glockenförmigen Blüten in großen Rispen; eindrucksvoll, aber vielerorts invasiv.

Sonne Mäßig Wasser USDA 5a–9b
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Einer der am schnellsten wachsenden Bäume — jung über 2 m Zuwachs pro Jahr möglich.
  • Violette, duftende, glockenförmige Blüten erscheinen im Frühjahr vor dem Laub.
  • Riesige Blätter werfen tiefen Schatten und viel Falllaub.
  • Versamt sich reichlich und verhält sich mancherorts invasiv — mit Bedacht pflanzen.
  • Wertvolle, ergiebige Bienenweide.

Botanische Daten

Familie
Paulowniaceae (Paulowniaceae)
Höhe
10–15 m
Breite
6–12 m
Wuchsform
Ausladend
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne
Boden
Lehmig, Sandig, Humos
pH-Wert
pH 5.5–7.5
Feuchtigkeit
Mäßig
Blütezeit
April–Mai
Winterhärte
USDA 5a–9b
Vermehrung
Aus Samen, Aus Stecklingen

Merkmale

Baum mit breiter, ausladender Krone und dicken, weichen Trieben. Die Blätter sind sehr groß (bei jungen Exemplaren über 40 cm), herzförmig und behaart (tomentosa bedeutet filzig). Die Blüten ähneln dem Fingerhut: violett, glockenförmig, in aufrechten Rispen und stark duftend. Als Frucht bilden sich eiförmige Kapseln mit Tausenden winziger, geflügelter Samen.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Junge, schnell wachsende Exemplare mit riesigen Blättern verdunsten viel und brauchen regelmäßige Wassergaben. Ältere Bäume vertragen Trockenheit besser.

Im Sommer alle ~7 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Mäßig; ein Stickstoffüberschuss ergibt üppigen, aber weniger verholzten und weniger frosttoleranten Zuwachs.

im Frühjahr, in der Jugendphase für rasches Wachstum · kompost, nawóz wieloskładnikowy

Pflanzung

Tiefgründiger, nährstoffreicher und durchlässiger Standort in voller Sonne, geschützt vor starkem Wind, der die großen Blätter zerreißt.

Zeitpunkt: April–Mai · Abstand 600–1000 cm

Schnittkalender

Schnittgruppe: Sträucher, die jedes Frühjahr verjüngt werden (für dekorative Triebe/Blätter)

Warum dann: Wird für farbige Wintertriebe oder große, dekorative Blätter kultiviert; ein starker Schnitt im zeitigen Frühjahr erzwingt junge, besonders dekorative Neutriebe.

Was und wie schneiden

Im zeitigen Frühjahr, vor dem Austrieb, die vorjährigen Triebe tief über der verholzten Basis abschneiden (Stummel mit 2–3 Knospen); nach dem Schnitt die Pflanze düngen. Nur bei bereits eingewachsenen Pflanzen anwenden (meist ab dem 2.–3. Jahr nach dem Pflanzen) — frisch gepflanzte nicht so stark schneiden, sie zuerst gut einwurzeln lassen.

Im zeitigen Frühjahr.

Was du nicht tun solltest

Nicht bei Pflanzen anwenden, deren Reiz die Blüten am alten Holz sind — sonst verlierst du die Blüte.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Weite RasenflächePraktische Beobachtung

Als Solitär im offenen Raum zeigt sie Wuchs und Blüte am besten, und das riesige Falllaub lässt sich hier leicht entfernen.

Schlechte Nachbarschaft

Niedrige Stauden und Beete direkt unter der KronePraktische Beobachtung

Der dichte Schatten der riesigen Blätter, gierige Wurzeln und eine dicke Schicht Falllaub unterdrücken kleinere Pflanzen direkt unter der Paulownia.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine
Hunde Leicht
Katzen Leicht

Geschichte und Herkunft

Die Gattung wurde nach Anna Pawlowna, Tochter von Zar Paul I., benannt. Im 19. Jahrhundert als Zier- und Nutzbaum nach Europa gebracht; auch für ihr leichtes, schnell wachsendes Holz geschätzt. In Nordamerika und Teilen Europas gilt sie als invasiv.

Verwendung

Als Solitär in großen Gärten und Parks für die auffälligen Blüten und den exotischen Wuchs gepflanzt. Wird zur Gewinnung riesiger Blätter mitunter auf den Stock gesetzt (Coppicing) und in subtropisch wirkenden Pflanzungen verwendet. Wegen der Invasivität sollte man sie nicht in der Nähe naturnaher Flächen pflanzen.

Wissenswertes

  • Paulownia-Samen dienten einst als stoßdämpfende Füllung beim Transport von chinesischem Porzellan.
  • Das Holz ist sehr leicht, formstabil und in Japan (Kiri) für Truhen und Instrumente hoch geschätzt.

Häufige Fragen

Wie schnell wächst die Paulownia?

Sie ist einer der am schnellsten wachsenden Bäume der gemäßigten Zone — junge, gut gewässerte Exemplare können 2–4 m pro Saison zulegen. Das Tempo nimmt mit dem Alter ab, sobald der Baum blüht und fruchtet.

Ist die Paulownia invasiv?

Sie kann es sein. Sie bildet riesige Mengen leichter, geflügelter Samen, die sich leicht ausbreiten und auf Ruderalflächen keimen. Vielerorts wird zur Vorsicht geraten und vom Pflanzen nahe Naturlebensräumen abgeraten.

Warum blüht meine Paulownia nicht?

Meist eine Frage des Alters und erfrorener Knospen. Die Blütenknospen werden im Herbst angelegt und überwintern — in kälteren Zonen kann strenger Frost sie zerstören. Auch jährliches starkes Zurückschneiden auf den Stock verhindert die Blüte zugunsten großer Blätter.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 20.7.2026.

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