Kiwi

Actinidia deliciosa · Kiwi (EN) · Kiwi (DE)

Die Kiwi (Actinidia deliciosa) ist eine stark wachsende, zweihäusige Fruchtkletterpflanze, deren behaarte, braune Früchte als Kiwi bekannt sind — mit grünem, süßsäuerlichem, vitamin-C-reichem Fruchtfleisch.

Sonne/Halbschatten Viel Wasser USDA 7a–9b
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Zweihäusige Kletterpflanze — für den Fruchtansatz braucht es eine männliche und eine weibliche Pflanze (ein männliches Exemplar bestäubt mehrere weibliche).
  • Behaarte Früchte, die im Spätherbst reifen; sie reifen auch nach der Ernte im Lager nach.
  • Braucht einen warmen, geschützten Standort und eine stabile Rankhilfe — in Polen liegt sie an der Grenze der Winterhärte.
  • Fruchtbarer, humoser, leicht saurer und gleichmäßig leicht feuchter, aber durchlässiger Boden.
  • Fruchtet am diesjährigen Trieb — der Winterschnitt ist entscheidend.

Botanische Daten

Familie
Actinidiaceae (Actinidiaceae)
Höhe
4–8 m
Breite
2–4 m
Wuchsform
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Humos, Lehmig, Sandig
pH-Wert
pH 5.5–7
Feuchtigkeit
Mäßig, Feucht
Blütezeit
Mai–Juni
Winterhärte
USDA 7a–9b
Vermehrung
Aus Stecklingen, Durch Absenker

Merkmale

Mehrjährige, verholzende Kletterpflanze, die an einer Stütze 4–8 m erreicht. Die großen, herzförmigen Blätter an rötlichen Stielen sind weich behaart. Duftende, cremeweiße Blüten erscheinen im Mai und Juni; die Pflanze ist zweihäusig, männliche und weibliche Blüten stehen also auf getrennten Exemplaren. Die Frucht ist eine eiförmige Beere mit brauner, rauer Behaarung.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Die großen, dünnen Blätter verdunsten stark — bei Hitze und während der Fruchtbildung braucht die Pflanze reichliches, regelmäßiges Gießen, verträgt aber keine Staunässe an den Wurzeln.

Im Sommer alle ~3 Tage · Trockenheitstoleranz: Niedrig

Düngung

Starkzehrer; nach der Sommermitte keine Stickstoffdüngung mehr, damit das Holz vor dem Winter ausreifen kann.

im Frühjahr und Frühsommer · kompost lub obornik wiosną, nawóz o zrównoważonym NPK

Pflanzung

Tiefgründiger, humoser, durchlässiger Boden an warmem, windgeschütztem Standort; eine stabile Tragkonstruktion (Pergola, Draht) ist unverzichtbar.

Zeitpunkt: April–Mai, nach den letzten Frösten · Abstand 300–400 cm

Schnittkalender

Schnittgruppe: Weinrebe und Kiwi — Schnitt im Hochwinter

Warum dann: Weinrebe und Kiwi „bluten" nach dem Schnitt stark Saft, sobald der Austrieb einsetzt; in voller Ruhe (Hochwinter) sind die Wunden ungefährlich und heilen schneller.

Was und wie schneiden

Im Hochwinter, wenn die Pflanze ruht — am besten an einem milderen, frostfreien und trockenen Tag — schneide die vorjährigen Triebe an einem gewählten festen Gerüst auf 1–2 Augen zurück (Zapfenschnitt).

Im Winter (Dezember–Februar) im blattlosen Zustand sowie korrigierend im Sommer.

Was du nicht tun solltest

Schneide nicht im Spätwinter oder Frühjahr — der Saftaustritt schwächt die Pflanze und überschwemmt die Knospen. Vermeide den Schnitt auch bei strengem Frost, da frische Wunden erfrieren können.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Niedrige Bodendecker-Stauden (z. B. Immergrün, Günsel)Gärtnerische Tradition

Sie beschatten und kühlen den Wurzelbereich der Kletterpflanze, die kein Austrocknen des Bodens verträgt.

Zwiebelpflanzen (Knoblauch, Schnittlauch)Gärtnerische Tradition

Aromatische Ausdünstungen können helfen, Pilzkrankheiten am Triebgrund einzudämmen.

Schlechte Nachbarschaft

Rasen unter der KletterpflanzePraktische Beobachtung

Eine dichte Grasnarbe unter der Kiwi konkurriert um Wasser und Stickstoff und bremst das Wachstum der jungen Pflanze deutlich.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Wurzelfäule (Phytophthora-Fäule)

Die Krankheit entwickelt sich in zu nassem, schlecht durchlüftetem Substrat und befällt die Wurzeln sowie die Triebbasis. Die Wurzeln werden braun, faulen und verlieren die Rinde, die sich leicht abziehen lässt, und an der Stängelbasis entsteht eine dunkle, wässrige Fäule. Der oberirdische Teil welkt, vergilbt und stirbt trotz feuchter Erde ab – ein typisches Symptom, denn die geschädigten Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf. Besonders gefährdet sind Zimmerpflanzen, Sukkulenten und Kakteen (bei Überwässerung) sowie im Freiland Nadelgehölze, Rhododendren, Heidekrautgewächse und Erdbeeren auf staunassen Standorten. Der Prozess beginnt unauffällig an den Wurzelhaaren und Wurzelspitzen, die sich dunkel verfärben und absterben, woraufhin die Fäule zu den Skelettwurzeln und zum Wurzelhals fortschreitet. Gesunde, helle, aktive Wurzeln verschwinden – es bleibt eine dunkle, braunrostige oder schwärzliche, wässrige Masse, und die äußere Rindenschicht der Wurzel lässt sich wie ein Handschuh abstreifen und legt den verfärbten Zentralzylinder frei. Bei Bäumen und Sträuchern zeigt sich der Befall von Wurzelhals und Stammbasis (Stammgrundfäule) als dunkler, oft herablaufender Fleck, mitunter mit Ausfluss, und die Rinde ist an dieser Stelle feucht und eingesunken; bei Nadelgehölzen und Rhododendren beobachtet man ein Braunwerden und Absterben von unten oder aus der Kronenmitte bei noch feuchtem Boden. Charakteristisch ist das nesterweise (herdförmige) Auftreten der Symptome im Beet – dort, wo sich Wasser und Erreger örtlich ansammeln. Es lohnt sich, die beiden verursachenden Eipilz-Gattungen zu unterscheiden: Pythium befällt hauptsächlich Sämlinge und Feinwurzeln und verursacht Umfallkrankheit und Wurzelfäule in kühlem, nassem Substrat, während Phytophthora auch ältere, verholzte Pflanzen, Skelettwurzeln und den Wurzelhals angreift, stärker in wärmerem, mit Wasser gesättigtem Boden. Entscheidend für die Diagnose ist der Widerspruch der Symptome: Die Pflanze welkt und wirkt „trocken“, obwohl das Substrat nass ist – dies ist die Folge der zerstörten Wurzeln, nicht eines Wassermangels.

Spinnmilben

Winzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.

Deckel- und Napfschildläuse

Unbewegliche, braune oder gelbliche Schilde (1–4 mm), die an Stängeln und der Blattunterseite haften, besonders entlang der Blattadern. Leicht mit Auswüchsen an der Pflanze zu verwechseln. Sie saugen Pflanzensaft, verursachen Vergilbung und Schwächung und scheiden klebrigen Honigtau aus. Häufig an Ficus, Orchideen und Pflanzen mit festen Blättern. Der Sammelname umfasst zwei Gruppen mit unterschiedlicher Biologie. Die Deckelschildläuse (Diaspididae) besitzen einen harten, vom Körper getrennten Wachsschild, den man anheben kann — darunter kommt ein winziges, bein- und flügelloses Weibchen zum Vorschein; sie scheiden keinen Honigtau aus. Die Napfschildläuse (Coccidae) haben eine gewölbte, napfförmige, mit dem Körper verwachsene Hülle und sind es, die ihn reichlich absondern. Der klebrige Honigtau — die Domäne der Napfschildläuse und anderer honigtaubildender Schildläuse, nicht der Deckelschildläuse — lagert sich auf den Blättern ab und lockt Schwärzepilze (Rußtau, Rußtaupilzbelag) sowie Ameisen an, die die Kolonie vor Fressfeinden verteidigen. Das einzige bewegliche saugende Stadium ist die wandernde Larve (der sogenannte Crawler) — eine flache, winzige Larve, die nach dem Schlupf unter dem Schild der Mutter über die Pflanze auswandert, sich dann festsetzt, den Stechrüssel in die Leitgewebe treibt und die Beweglichkeit verliert; die erwachsenen Weibchen bleiben bis zum Lebensende unbeweglich. Die Männchen verpuppen sich und fressen als winzige, geflügelte, kurzlebige Insekten nicht. In beheizten Innenräumen vermehrt sich der Schädling das ganze Jahr über und bildet mehrere sich überlappende Generationen; im Freiland meist 1–3 Generationen, wobei begattete Weibchen oder unter dem Schild verborgene Eier überwintern. Die Fraßsymptome sind Vergilbung und vorzeitiger Blattfall, das Absterben von Trieben, Verkümmerung sowie Schwächung der Pflanze und sekundär ein schwarzer Rußtaubelag auf den mit Honigtau bedeckten Blättern. An Obstbäumen, die von der San-José-Schildlaus (Comstockaspis perniciosa) befallen sind, treten rund um die Saugstellen rötliche Verfärbungen auf, und stark besiedelte Äste sterben ab. Da die Schilde unbeweglich sind und sich farblich auf Rinde und Blattadern tarnen, wird der Befall leicht übersehen, bis Honigtau auftritt oder die Pflanze deutlich geschwächt ist — deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten und Triebwinkel entscheidend.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine Reife Früchte sind essbar und gesund; sie enthalten jedoch Calciumoxalat-Kristalle und das Enzym Actinidin, die bei empfindlichen Personen ein Kribbeln im Mund oder eine allergische Reaktion auslösen können.
Hunde Keine
Katzen Keine Die Frucht ist ungiftig; Triebe und Blätter wirken auf Katzen anregend wie Katzenminze, da die Pflanze Actinidin enthält.

Geschichte und Herkunft

Die Art stammt aus China, wo man sie chinesische Stachelbeere nannte. Anfang des 20. Jahrhunderts gelangten Samen nach Neuseeland, wo großfrüchtige Sorten (u. a. Hayward) gezüchtet und die Früchte unter dem Handelsnamen Kiwi vermarktet wurden. Heute wird Kiwi vor allem im Mittelmeerraum, in Neuseeland und Chile angebaut.

Verwendung

Für den heimischen Obstanbau an Pergolen, Lauben und stabilen Spalieren in wärmeren, geschützten Gartenbereichen. Wegen des starken Wuchses und der Notwendigkeit, ein Pflanzenpaar zu setzen, eignet sie sich für große Standorte, nicht für den Balkon.

Wissenswertes

  • Die behaarte Kiwi ist Actinidia deliciosa; die glattschalige, goldene Kiwi ist die eigene Art Actinidia chinensis, und die kleinfrüchtige, sehr winterharte Kiwibeere ist Actinidia arguta.
  • Die Früchte werden fest und hart geerntet — sie werden erst nach der Ernte weich und süß, weshalb sie Transport und Lagerung gut vertragen.

Häufige Fragen

Warum trägt meine Kiwi keine Früchte?

Die häufigste Ursache ist ein fehlender Bestäuber. Die Kiwi ist zweihäusig, daher muss neben den weiblichen Pflanzen ein männliches Exemplar wachsen. Verzögert wird der Fruchtansatz auch durch Frostschäden an den Frühjahrstrieben sowie durch ein zu junges Alter der Pflanze — die ersten Früchte erscheinen meist erst nach einigen Jahren.

Übersteht die Kiwi den polnischen Winter?

Actinidia deliciosa ist frostempfindlicher als die kleinfrüchtige Kiwibeere und braucht in weiten Teilen Polens einen warmen, geschützten Standort sowie einen Winterschutz für junge Pflanzen. Spätfröste können frische Triebe und Blüten schädigen.

Wann erntet man Kiwifrüchte?

Die Früchte werden im Spätherbst geerntet, solange sie noch hart sind, kurz vor den ersten stärkeren Frösten. Sie reifen und werden im Lager weich, man muss also nicht warten, bis sie am Trieb weich werden.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 20.7.2026.

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