Perückenstrauch

Cotinus coggygria · Smoke bush (EN) · Perückenstrauch (DE)

Der Perückenstrauch (Cotinus coggygria) ist ein großer Strauch oder kleiner Zierbaum, geschätzt für seine luftigen, „rauchigen” Blütenstände, die an Rauchschwaden erinnern, sowie für sein sich im Herbst intensiv verfärbendes Laub, besonders eindrucksvoll bei purpurblättrigen Sorten wie 'Royal Purple'.

Sonne/Halbschatten Wenig Wasser USDA 5a–8b Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Luftige, flauschige Blütenstände erzeugen im Sommer den Effekt eines über dem Strauch schwebenden „Rauchs”.
  • Purpurblättrige Sorten haben dunkle Blätter, die sich im Herbst rot und orange färben.
  • Benötigt volle Sonne und einen trockenen, durchlässigen Boden — Feuchtigkeit verträgt er schlecht.
  • Der Saft kann die Haut reizen — beim Schneiden empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen.
  • Man kann ihn auf große Blätter (starker Schnitt) oder auf reiche Blüte (leichter Schnitt) ziehen.

Botanische Daten

Familie
Anacardiaceae (Anacardiaceae)
Höhe
2–4 m
Breite
2–4 m
Wuchsform
Ausladend
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Sandig, Kalkhaltig, Lehmig, Humos
pH-Wert
pH 5.5–7.8
Feuchtigkeit
Trocken, Mäßig
Blütezeit
Juni–August
Winterhärte
USDA 5a–8b
Vermehrung
Aus Stecklingen, Durch Absenker

Merkmale

Ein ausladender, dichter Strauch oder kleines Bäumchen mit rundlichen, elliptischen Blättern — bei den ziertragenden dunkelpurpurnen Sorten verfärben sie sich im Herbst zu flammendem Rot, Orange und Scharlach. Im Sommer bildet er lockere, stark verzweigte Blütenstände; die kleinen Blüten verblühen rasch, doch ihre verlängerten, behaarten Blütenstiele halten sich wochenlang und bilden eine charakteristische, rauchige Wolke in rosa-violettem Ton.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Nach dem Anwachsen sehr trockenheitsbeständig. Verträgt keine Staunässe und keine schweren, dauerhaft feuchten Böden. Nur junge Exemplare regelmäßig gießen.

Im Sommer alle ~14 Tage · Trockenheitstoleranz: Hoch

Düngung

Sparsam — auf fruchtbarem, überdüngtem Boden wächst der Strauch üppig, verfärbt sich jedoch im Herbst schlechter und setzt weniger Blütenstände an.

selten, nur auf sehr mageren Böden · kompost w niewielkiej ilości

Pflanzung

Wächst am besten auf durchlässigem, mäßig fruchtbarem oder sogar magerem Boden in voller Sonne — solche Bedingungen ergeben die intensivste Blattfarbe und die üppigsten „Rauchschwaden”.

Zeitpunkt: Frühjahr oder Herbst · Abstand 150–250 cm

Schnittkalender

Schnittgruppe: Sträucher, die jedes Frühjahr verjüngt werden (für dekorative Triebe/Blätter)

Warum dann: Wird für farbige Wintertriebe oder große, dekorative Blätter kultiviert; ein starker Schnitt im zeitigen Frühjahr erzwingt junge, besonders dekorative Neutriebe.

Was und wie schneiden

Im zeitigen Frühjahr, vor dem Austrieb, die vorjährigen Triebe tief über der verholzten Basis abschneiden (Stummel mit 2–3 Knospen); nach dem Schnitt die Pflanze düngen. Nur bei bereits eingewachsenen Pflanzen anwenden (meist ab dem 2.–3. Jahr nach dem Pflanzen) — frisch gepflanzte nicht so stark schneiden, sie zuerst gut einwurzeln lassen.

Im zeitigen Frühjahr, vor dem Blattaustrieb.

Was du nicht tun solltest

Nicht bei Pflanzen anwenden, deren Reiz die Blüten am alten Holz sind — sonst verlierst du die Blüte.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Echter LavendelPraktische Beobachtung

Beide Arten mögen volle Sonne und einen trockenen, durchlässigen Boden — die purpurnen Blätter des Perückenstrauchs kontrastieren in einer mediterran gestalteten Pflanzung schön mit dem Violett des Lavendels.

BlauschwingelPraktische Beobachtung

Die silbrig-blauen Grashorste mit ähnlichen, trockenen Ansprüchen setzen sich wirkungsvoll gegen das dunkle Purpur der Perückenstrauch-Blätter ab.

Schlechte Nachbarschaft

BauernhortensiePraktische Beobachtung

Die Hortensie benötigt einen stets feuchten, fruchtbaren Boden, während sich der Perückenstrauch am besten auf magerem, durchlässigem Untergrund verfärbt und Feuchtigkeit schlecht verträgt — sie haben gegensätzliche Standortansprüche.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Verticillium-Welke

Das erste Symptom ist ein plötzliches Welken und Vertrocknen der Blätter an einzelnen Ästen oder auf einer Seite der Krone, während der übrige Teil der Pflanze scheinbar gesund bleibt. Im Querschnitt eines befallenen Triebes zeigt sich eine bräunliche oder grünliche Verfärbung des Holzes — die vom Pilz verstopften Leitbündel, die kein Wasser mehr leiten. Die Krankheit schreitet in den folgenden Jahren fort, erfasst einen immer größeren Teil der Krone und führt zum allmählichen Absterben der Pflanze. Besonders empfindlich sind Ahorne (vor allem der Fächerahorn), der Trompetenbaum sowie viele andere Bäume, Sträucher und Stauden. Die Krankheit tritt in zwei Formen auf: einer „akuten“ Form, bei der ein Ast oder die gesamte Pflanze innerhalb weniger Wochen rasch abstirbt, und einer „chronischen“ Form — einem langsamen Absterben über mehrere Saisons hinweg, mit kleineren, aufgehellten Blättern, randlichem Vertrocknen der Blattspreiten (das an einen Sonnenbrand erinnert) und vorzeitiger Herbstfärbung an den befallenen Trieben. Die sektorenweise, einseitige Verteilung der Symptome ist vor allem an Gehölzen das Erkennungsmerkmal der Verticillium-Welke — es stirbt jener Teil der Krone ab, den die verstopften Leitbündel versorgen. Die Holzverfärbung ist am besten direkt unter der Rinde als längliche Streifen und im Querschnitt als unterbrochener Ring zu erkennen; bei Ahornen ist sie oft olivgrün. Die Symptome verstärken sich bei Hitze und Trockenheit, wenn der Wasserbedarf die Leistungsfähigkeit der geschädigten Leitbündel übersteigt. An krautigen Pflanzen (Dahlie, Aster, Chrysantheme, Tomate, Kartoffel, Erdbeere) treten Welke und Vergilbung der unteren Blätter, Verkümmerung sowie einseitige (halbseitige) Vergilbung der Blattspreite auf — bei diesen Arten ist das Symptombild allein jedoch unzuverlässig für die Unterscheidung, da die einseitige Vergilbung auch durch die Fusarium-Welke verursacht werden kann. Die Verfärbung der Leitbündel allein ist nicht eindeutig — eine sichere Diagnose erfordert die Laborisolierung des Erregers.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Leicht Der Saft aus Trieben und Blättern kann bei empfindlichen Personen die Haut reizen — der Perückenstrauch gehört zur Familie der Sumachgewächse, die mit dem Sumach verwandt ist. Beim Schneiden empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen.
Hunde Leicht
Katzen Leicht

Geschichte und Herkunft

Seit Jahrhunderten in Gärten kultiviert, früher auch wirtschaftlich geschätzt — aus dem Holz gewann man einen gelben Farbstoff („junger Fustik”), und die gerbstoffreichen Blätter dienten zum Gerben von Leder. Die purpurblättrigen Ziersorten, allen voran die beliebte 'Royal Purple', wurden im 20. Jahrhundert selektiert und machten den englischen Namen „smoke bush” (Rauchstrauch) bekannt.

Verwendung

Als eindrucksvoller Solitär, in Gruppen sowie in naturalistischen und mediterran gestalteten Pflanzungen gepflanzt, wo man ihn mit Gräsern und trockenheitsverträglichen Stauden kombiniert. Geschätzt für zwei saisonale Schauspiele — die sommerlichen „Rauchschwaden” und die flammenden Herbstfarben. Auch für Sträuße verwendet.

Wissenswertes

  • Den „Rauch”-Effekt erzeugen nicht die Blüten, sondern die verlängerten, flaumig behaarten Blütenstiele der verblühten Blütenstände.
  • Der Perückenstrauch gehört zur Familie der Sumachgewächse — zu seinen weiteren Verwandten zählen Mango, Cashewnuss und Sumach.
  • Der englische Name „smoke bush” (Rauchstrauch) bezieht sich unmittelbar auf die luftigen Blütenstände, die an Rauchschwaden erinnern.

Häufige Fragen

Warum bildet mein Perückenstrauch nicht den charakteristischen „Rauch”?

Die häufigste Ursache ist ein zu starker Frühjahrsschnitt. Die flauschigen Blütenstände entwickeln sich an den vorjährigen Trieben, sodass ein starkes Einkürzen des Strauches, obwohl es das Laub verbessert, sie entfernt. Um „Rauch” zu erhalten, schneide nur leicht und formend.

Wie erzielt man die intensivste Herbstfärbung?

Der Perückenstrauch färbt sich am schönsten in voller Sonne und auf magerem, durchlässigem Boden. Im Schatten sowie auf fruchtbarem, überdüngtem Untergrund bleiben die Blätter im Sommer grüner und röten sich im Herbst schwächer. Schränke die Stickstoffdüngung ein.

Ist der Perückenstrauch giftig?

Der Saft aus Trieben und Blättern kann bei empfindlichen Personen die Haut reizen, da der Perückenstrauch zur Familie der Sumachgewächse gehört, die mit dem Sumach verwandt ist. Er ist nicht stark giftig, doch beim Schneiden sollte man Handschuhe tragen und den Kontakt des Safts mit Haut und Augen vermeiden.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 15.7.2026.

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