Hunds-Rose

Rosa canina · Dog rose (EN) · Hunds-Rose (DE)

Die Hunds-Rose (Rosa canina) ist ein heimischer, bestachelter Strauch aus der Familie der Rosengewächse, in ganz Polen häufig an Feldrainen, Wegrändern und Waldsäumen. Sie blüht nur einmal im Jahr, im Juni und Anfang Juli, mit einfachen, fünfblättrigen Blüten, aus denen sich rote Hagebutten entwickeln — einer der Vitamin-C-reichsten Rohstoffe der heimischen Flora. In der Baumschule ist sie die wichtigste Unterlage, auf die die Sorten der Edelrosen okuliert werden.

Sonne/Halbschatten Wenig Wasser USDA 4a–8a
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Heimische Art — die häufigste Wildrose Polens; sie steht nicht unter Artenschutz.
  • Blüht einmalblühend im Juni und Anfang Juli mit einfachen, fünfblättrigen Blüten — sie remontiert nicht wie die Gartenrosen.
  • Die Hagebutten reifen ab September und bleiben den Winter über am Strauch; sie sind eine Heilpflanzendroge mit sehr hohem Vitamin-C-Gehalt.
  • Die wichtigste Unterlage der polnischen Rosenbaumschulen — auf sie werden die Edelsorten okuliert.
  • Nur minimaler Verjüngungsschnitt; ein Einkürzen der Triebe wie bei Edelrosen nimmt dem Strauch die Blüten und damit auch die Hagebutten.

Botanische Daten

Familie
Rosaceae (Rosaceae)
Höhe
1.5–3 m
Breite
1.5–3 m
Wuchsform
Ausladend
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Sandig, Lehmig, Kalkhaltig, Humos
pH-Wert
pH 5.5–7.8
Feuchtigkeit
Trocken, Mäßig
Blütezeit
Juni–Juli
Winterhärte
USDA 4a–8a
Vermehrung
Aus Samen, Aus Stecklingen, Durch Absenker

Merkmale

Ein Strauch mit bogig überhängenden, zum Boden geneigten Trieben, der meist 1,5–3 m hoch und ähnlich breit wird; einzelne Triebe, die sich auf benachbarte Sträucher oder Bäume stützen, klettern deutlich höher. Die Triebe sind mit kräftigen, hakenförmig gebogenen Stacheln besetzt — sie, und nicht Ranken oder Haftscheiben, geben der Pflanze Halt an der Umgebung. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und bestehen meist aus 5–7 elliptischen, scharf gesägten Fiederblättchen. Die Blüten haben nur fünf Blütenblätter, messen etwa 4–5 cm im Durchmesser, sind blassrosa bis fast weiß und nur schwach duftend; sie stehen einzeln oder zu mehreren und öffnen sich im Juni sowie Anfang Juli. Die Blüte ist einmalblühend: Die Knospen werden am Holz der Vorjahre angelegt, sodass der Strauch nicht wie moderne Gartenrosen remontiert — und genau das bestimmt die Schnittweise. Rosenblüten sondern keinen Nektar ab, im strengen Sinne ist die Art also keine Trachtpflanze; für Bienen, Schwebfliegen und Käfer ist sie dagegen eine leicht zugängliche Pollenquelle, denn die einfache Blüte verdeckt die Staubblätter nicht. Nach dem Verblühen wächst der Blütenboden zu einer fleischigen, orangeroten Scheinfrucht von 1,5–2 cm Länge heran — der Hagebutte —, in der die eigentlichen Früchte, die Nüsschen, von steifen, reizenden Härchen umgeben sitzen. Die Hagebutten reifen ab September und hängen den Winter über am Strauch. Die Pflanze bildet ein tiefes, kräftiges Wurzelsystem und verträgt deshalb Trockenheit, Wind und kalkhaltige Böden gut; am besten wächst sie auf neutralem und alkalischem Untergrund, sie erträgt auch schwach sauren Boden, reagiert dagegen schlecht auf staunasse, verdichtete und stark saure Standorte. Aus den Wurzeln treiben Ausläufer aus, sodass der Strauch mit den Jahren zu einem breiten Horst heranwächst — ein Vorteil in der freiwachsenden Hecke und ein Nachteil im schmalen Beet. Zytologisch ist die Art ein Pentaploid mit 35 Chromosomen, und ihre Samen brauchen eine lange, zweistufige Stratifikation, bevor sie keimen.

Beliebte Sorten

‘Inermis’
Ein Unterlagenklon mit nahezu stachellosen Trieben (lateinisch inermis bedeutet wehrlos), was das Okulieren und das Roden der Pflanzen in der Baumschule sicherer macht. Geschätzt für starken Wuchs, ein gesundes Wurzelsystem, Frosthärte und gutes Verwachsen mit Sorten vieler Rosengruppen.
‘Pfänder’
Ein deutscher Unterlagenklon, der auch im polnischen Baumschulhandel geführt wird (Katalog des Verbandes Polnischer Baumschulen). Er zeichnet sich durch gleichmäßigen Wuchs der Sämlinge und frühe Okulationsreife aus.
‘Schmid’s Ideal’
Ein Unterlagenklon, der in polnischen Baumschulkatalogen geführt wird; anatomisch untersucht im Hinblick auf den Bau des Wurzelhalses und das Verwachsen mit der aufokulierten Edelsorte.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Nach dem Anwachsen braucht sie praktisch kein Gießen — das tiefe Wurzelsystem verträgt Trockenheit gut. Gegossen wird in den ersten beiden Standjahren nach der Pflanzung sowie bei anhaltender Hitze, selten, dafür durchdringend.

Im Sommer alle ~14 Tage · Trockenheitstoleranz: Hoch

Düngung

Eine heimische, an nährstoffarme Böden angepasste Art. Stickstoffdüngung treibt üppige, weiche Triebe auf Kosten des Fruchtansatzes und lässt das Holz vor dem Winter schlechter ausreifen.

meist entbehrlich; auf sehr armen Böden alle 2–3 Jahre Kompost im zeitigen Frühjahr · kompost, przekompostowany obornik

Pflanzung

Braucht keine besondere Bodenvorbereitung; verträgt Bodenreaktionen von schwach sauer bis alkalisch. Staunasse, verdichtete und stark saure Standorte meiden; kalkhaltige und steinige Böden verträgt sie sehr gut.

Zeitpunkt: Oktober–November oder März–April (wurzelnackte Ware) · Abstand 80–150 cm

Schnitt

Verjüngungsschnitt, kein Einkürzen: Einige der ältesten Gerüsttriebe werden bodennah herausgenommen, dazu trockene, kranke und sich kreuzende Triebe. Die übrigen Triebe werden nicht eingekürzt — die Blütenknospen werden am Holz der Vorjahre angelegt.

Zeitpunkt: Spätwinter oder Vorfrühling, vor dem Austrieb der Knospen — und nur dann, wenn der Strauch zu dicht oder vergreist ist. · Achtung: Verblühtes nicht ausputzen und nicht nach der Blüte schneiden — gerade aus den verblühten Blüten entstehen die Hagebutten, wegen derer der Strauch meist gepflanzt wird. Auch keinen Schnitt wie bei Edelrosen anwenden (Einkürzen der Triebe auf wenige Augen): Er entfernt das gesamte blühfähige Holz.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Zweigriffeliger WeißdornPraktische Beobachtung

Klasyczna para rodzimego żywopłotu swobodnego: te same wymagania świetlne (słońce lub półcień) i ten sam zakres odczynu gleby (obojętny do zasadowego), podobna, kłująca budowa, a owoce obu krzewów wydłużają bazę pokarmową ptaków na całą jesień i zimę. Głóg potrzebuje jednak podłoża przeciętnie wilgotnego, więc najsuchsze fragmenty pasa lepiej obsadzić samą różą.

Schlehe (Prunus spinosa)Praktische Beobachtung

Rodzimy krzew o zbliżonych wymaganiach glebowych i prawdziwych cierniach; razem z dziką różą tworzy nieprzenikniony pas obronny. Rozrasta się jednak odrostami korzeniowymi jeszcze silniej, więc wymaga szerokiego pasa i odsunięcia od rabat.

Gewöhnlicher SchneeballPraktische Beobachtung

Uzupełnia żywopłot swobodny z dwóch stron sezonu: kwitnie wcześniej (maj–czerwiec), a jej owoce wiszą dłużej, bo utrzymują się do grudnia, podczas gdy owoce róży schodzą do listopada. Wymaga natomiast podłoża wilgotnego i znosi odczyn kwaśny, więc sadzi się ją w niższej, wilgotniejszej części pasa.

Schlechte Nachbarschaft

EdelrosePraktische Beobachtung

Obie róże chorują na te same choroby liści (czarna plamistość, rdza), a rozrastająca się odrostami dzika róża z czasem zagłusza odmianę szlachetną. W bliskim sąsiedztwie trudno też odróżnić jej pędy od dziczek wybijających spod miejsca okulizacji.

Pflanzen dauerfeuchter, saurer Torfmulden (Heidelbeeren, Rhododendren)Praktische Beobachtung

Sam lekko kwaśny odczyn dzikiej róży nie szkodzi — problemem jest reżim wodny takiego miejsca. Krzewy te uprawia się w kwaśnym, stale wilgotnym torfie o słabym drenażu, a dzika róża wymaga podłoża przepuszczalnego i przesychającego; we wspólnej niecce jej korzenie podgniwają, a podniesienie drenażu odbija się na sąsiadach.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Sternrußtau der Rose

Schwarze bis dunkelbraune Flecken mit ausgefransten Rändern auf den Rosenblättern, um die herum die Blattspreite vergilbt. Befallene Blätter fallen massenhaft ab, was die Pflanze schwächt und die Blüte beeinträchtigt. Die Krankheit verstärkt sich in feuchten Jahren und bei schlechter Luftzirkulation. Die Flecken sind meist rund, mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern bis etwa 1–1,5 cm, und ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal ist der strahlenförmig ausgefranste, federartige Rand — das Pilzmyzel wächst unter der Blattoberhaut nach allen Seiten und erzeugt den charakteristischen „sternförmigen“ Randsaum (daher der Name Sternrußtau). Bei starkem Befall fließen die Flecken zu größeren, unregelmäßigen Feldern zusammen, und die sie umgebende Vergilbung erfasst einen immer größeren Teil der Blattspreite, bis das ganze Blatt gelb wird und abfällt. Auf der Blattoberseite erscheinen kleine, dunkle Konidienfruchtkörper (Acervuli), während die Blattunterseite belagfrei bleibt. Die Symptome treten zuerst an den unteren, ältesten Blättern auf und wandern allmählich zur Strauchspitze hinauf, da die Sporen mit Wasserspritzern vom Boden und von tiefer liegenden Blättern übertragen werden. An jungen, grünen Trieben können kleine, purpurrote Verfärbungen und Flecken auftreten. Für die Keimung der Sporen und die Infektion ist eine langanhaltende, mehrstündige Benetzung der Blätter erforderlich, weshalb die Krankheit nach warmen, regnerischen Perioden ausbricht. Wiederholte Entlaubung erschöpft den Strauch, mindert die Blüte und verschlechtert die Winterhärte.

Rost

Rostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.

Echter Mehltau

Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Blattwespen

Die Larven ähneln stark den Raupen von Schmetterlingen, besitzen aber mehr Paare von Bauchbeinen (sechs und mehr) und einzelne Punktaugen an den Kopfseiten, woran man sie unterscheiden kann. Sie fressen häufig in Gruppen, skelettieren die Blätter oder fressen sie bis auf die Blattrippen und können einen Stachelbeer- oder Johannisbeerstrauch binnen weniger Tage kahl fressen. Wirtspflanzen sind Stachelbeere, Johannisbeere, Rose, Pflaume und Kiefer. Symptome: Neben dem Kahlfraß an Blättern bohren sich die Larven fruchtbewohnender Arten (z. B. an der Pflaume) in die jungen Fruchtansätze und verursachen deren Abfallen. Die erwachsenen Blattwespen sind kleine (wenige Millimeter große) Hautflügler ohne deutliche „Wespentaille“ — der Hinterleib sitzt dem Brustkorb breit an, was sie von Wespen und Bienen unterscheidet; die Weibchen besitzen einen sägeförmigen Legebohrer (daher auch der Name „Sägewespen“), mit dem sie das Gewebe des Blattes oder des Fruchtansatzes einschneiden und die Eier in dessen Inneres legen. Die Larven sind meist grün und in der Farbe dem Blatt angepasst, bei manchen Arten mit dunklen Warzen oder Flecken; ihren Bauchbeinen fehlen die Klammerhäkchen, die Schmetterlingsraupen besitzen, und gestörte Larven vieler Arten heben das hintere Körperende zu einem charakteristischen „S“ empor. Die gefährlichsten Gruppen sind: die Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii) an Stachelbeere und Johannisbeere, die den Strauch von innen kahl frisst; die Schleimigen Blattwespen (Gattung Caliroa) an Birne, Kirsche und Pflaume, deren schleimige, an kleine Schnecken erinnernde Larven die obere Blatthaut ausfressen (Fensterfraß), wodurch das Blatt wie versengt braun wird; die fruchtfressenden Blattwespen der Gattung Hoplocampa an Pflaume und Apfel, die Gänge in den jungen Fruchtansätzen bohren und feuchten, übel riechenden Kot hinterlassen; sowie die Buschhornblattwespen (Diprion, Neodiprion) an der Kiefer, die in Gruppen an den Nadeln fressen. Entwicklungszyklus: Die adulten Tiere fliegen im Frühjahr aus, die Larven fressen einige Wochen, wonach sie in den Boden oder die Streu abwandern, wo sie sich in einem Kokon verpuppen und als Larve (Präpuppe) überwintern; je nach Art entwickeln sich 1–3 Generationen pro Saison.

Blattwickler

Die Raupen rollen, falten und verkleben Blätter mit einem Gespinst aus Seidenfäden und schaffen so Verstecke, in denen sie verborgen fressen. Bei Störung winden sie sich heftig rückwärts und lassen sich an Fäden herab, was ihre Bestimmung erleichtert; die erwachsenen Tiere sind kleine Falter mit glockenförmigem Umriss der zusammengelegten Flügel. Wirtspflanzen sind Obstbäume (Apfel, Birne, Pflaume), Ziersträucher und Rosen. Symptome: Die Raupen fressen Blätter, Blütenknospen und Fruchtansätze und beschädigen die Schale reifender Früchte, was deren Wert mindert. Der Name umfasst zahlreiche Arten aus der Familie der Wickler (Tortricidae) mit ähnlicher Lebensweise — u. a. den Apfelschalenwickler (Adoxophyes orana) und den Rosenwickler (Archips rosana). Die Raupen sind schlank, bis etwa 1,5–2 cm lang, meist hell- bis olivgrün mit dunklerem Kopf und Nackenschild, dabei sehr beweglich. Die Falter haben eine Flügelspannweite von etwa 15–25 mm; in Ruhe legen sie die Vorderflügel dachziegelartig zusammen, was den charakteristischen glockenförmigen (trapezförmigen) Umriss ergibt, und ihre Zeichnung ist graubraun mit dunklerer Querbinde. Der Zyklus hängt von der Art ab: Die Wickler überwintern als in Platten an der Rinde abgelegte Eier oder als junge Raupen, die in Rindenritzen und unter Knospenschuppen verborgen sind; im Frühjahr bohren sie sich in die schwellenden Knospen, wandern dann auf Blätter und Fruchtansätze über, und im Laufe der Saison entwickeln sich eine oder zwei Generationen. Ein diagnostisches Merkmal an Kernobst ist das Anheften eines Blattes an die Frucht und das flache Ausfressen der Schale darunter, wonach unregelmäßige, verkorkende Narben zurückbleiben, während das Fruchtfleisch in der Tiefe unversehrt bleibt. An Rosen und Ziersträuchern zeigen sich als Symptom eingerollte, mit Gespinst verbundene junge Blätter sowie ausgefressene Knospen.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine Die Hagebutten sind essbar und werden allgemein zu Konserven verarbeitet. Reizend wirken ausschließlich die steifen Härchen im Inneren der Frucht — sie müssen vor der Verarbeitung entfernt werden.
Hunde Leicht Die Pflanze ist nicht giftig; die reale Gefahr geht von den hakenförmigen Stacheln aus, die mechanische Verletzungen verursachen.
Katzen Keine

Geschichte und Herkunft

Hagebutten wurden in Europa seit Jahrhunderten gesammelt — zunächst als Nahrung und Hausmittel, seit dem 20. Jahrhundert gezielt als vitaminreicher Rohstoff; im Europäischen Arzneibuch werden sie unter dem Namen Rosae pseudo-fructus geführt. Die bekannteste Episode dieser Geschichte ist die britische Sammelaktion aus dem Zweiten Weltkrieg: Von den Zitrusimporten abgeschnitten, organisierte das Gesundheitsministerium 1941 eine großangelegte Ernte durch Schulen und Jugendorganisationen; aus den damals gesammelten rund 200 Tonnen entstanden knapp 600 000 Flaschen Sirup, der vor allem für Kinder bestimmt war. Parallel dazu verlief eine zweite, rein gärtnerische Karriere der Art. Sämlinge der Hunds-Rose bilden ein gesundes, frosthartes Wurzelsystem und verwachsen gut mit den Sorten aller Rosengruppen; dadurch wurden sie zur wichtigsten Unterlage der europäischen und damit auch der polnischen Rosenbaumschulen — okuliert wird auf ihnen im Sommer, meist im Juli und August. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wurden aus der Art Unterlagenklone mit gleichmäßigem Wuchs ausgelesen, darunter Inermis, Pfänder und Schmid’s Ideal, die bis heute in den Baumschulkatalogen geführt werden.

Verwendung

Im Garten bewährt sich die Hunds-Rose vor allem dort, wo sie frei wachsen darf: in freiwachsenden und in Schutzhecken, in Feldgehölzen, zur Befestigung von Böschungen, in Naturgärten und an der Grundstücksgrenze. Das dichte, bestachelte Triebgeflecht bildet eine undurchdringliche Barriere und zugleich Deckung und Nistplatz für Kleinvögel; die den Winter über hängenden Hagebutten sind Nahrung unter anderem für Drosseln, Amseln und Seidenschwänze. Für eine Hecke pflanzt man im Abstand von 80–100 cm, in einer Reihe oder in zwei Reihen auf Lücke; ein einzeln stehender Strauch braucht etwa 1,5 m Abstand zu den Nachbarn, denn er breitet sich auch über Wurzelausläufer aus. Für Formhecken und für repräsentative Rosenbeete eignet sie sich dagegen nicht: Sie blüht kurz und nur einmal, und ein regelmäßiger Formschnitt würde ihr die Hagebutten nehmen. Die Ernte beginnt im September, am besten wenn die Hagebutten voll ausgefärbt, aber noch fest sind; nach den ersten Frösten werden sie weich und süßer, was die Verarbeitung erleichtert, aber die Zeit verkürzt, in der sie verwertet werden müssen. Vor der Verarbeitung entfernt man aus dem Inneren die Samen samt den reizenden Härchen — wer diesen Schritt auslässt, erhält ein Erzeugnis, das im Hals kratzt. Aus dem Fruchtfleisch entstehen Konfitüre, Mus, Sirup, Wein und Likör, getrocknete Hagebutten sind die Grundlage von Tees; verarbeiten und trocknen sollte man möglichst zügig, denn langes Kochen und langsames Trocknen zerstören das Vitamin C. Eine eigene, berufliche Verwendung ist die Baumschule: Auf Sämlingen oder auf Unterlagenklonen der Hunds-Rose werden im Sommer Edelsorten okuliert und damit auf ein stärkeres, frosthärteres Wurzelsystem übertragen.

Wissenswertes

  • Die Hunds-Rose ist ein Pentaploid (2n = 5x = 35) und durchläuft eine im Pflanzenreich einzigartige Teilung, die Canina-Meiose: Nur sieben Chromosomenpaare lagern sich zu Bivalenten zusammen und gelangen in beide Gametentypen, die übrigen werden ausschließlich über die Eizelle weitergegeben. So entstehen tetraploide Eizellen und haploider Pollen, und die Nachkommen erben den weitaus größten Teil des Erbguts von der Mutterpflanze.
  • Der Beiname „Hunds-“ reicht bis in die Antike zurück: Plinius der Ältere überlieferte den Glauben, ein Absud aus der Wurzel dieser Rose heile den Biss eines tollwütigen Hundes. Die Vorstellung erwies sich als falsch, hat sich aber im lateinischen (canina), im deutschen (Hundsrose), im polnischen (psia róża) und im englischen Namen (dog rose) erhalten.
  • Die steifen Härchen im Inneren der Hagebutte wurden früher als Juckpulver verwendet — in den Kragen gestreut lösen sie hartnäckigen Juckreiz auf der Haut aus.
  • Die zottigen, rotgrünen Auswüchse, die manchmal an den Trieben der Hunds-Rose sitzen, sind Bedeguare, im Deutschen auch Rosen- oder Schlafapfel genannt — Gallen, die von den Larven der kleinen Gallwespe Diplolepis rosae hervorgerufen werden. Dem Strauch schaden sie nicht und müssen nicht bekämpft werden.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die Hunds-Rose von der Edelrose?

Die Hunds-Rose ist eine heimische Art, die ohne menschliches Zutun in der Natur wächst; die Edelrose (Rosa × hybrida) ist eine Gruppe von Gartensorten, die seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gezüchtet wurden. Die Wildart hat einfache, fünfblättrige Blüten von 4–5 cm Durchmesser und blüht nur einmal im Jahr, im Juni und Anfang Juli; die Edelrose hat gefüllte Blüten von meist 10–12 cm und blüht öfterblühend von Juni bis September. Auch geschnitten werden sie unterschiedlich: Edelrosen schneidet man am stärksten von allen Rosen zurück, auf wenige Augen (in der Größenordnung von 10–15 cm über dem Boden), Beetrosen etwas milder, die Hunds-Rose dagegen wird nur verjüngt, indem man die ältesten Triebe bodennah herausnimmt und die übrigen nicht einkürzt. Zwischen beiden besteht außerdem eine rein praktische Beziehung: Eine in der Baumschule gekaufte Edelrose ist meist eine Sorte, die genau auf die Hunds-Rose okuliert wurde.

Wie und wann schneidet man die Hunds-Rose?

Minimal und nur dann, wenn der Strauch zu dicht oder vergreist ist. Termin: Spätwinter oder Vorfrühling, vor dem Austrieb der Knospen. Der Eingriff besteht darin, einige der ältesten Gerüsttriebe direkt am Boden herauszunehmen, dazu trockene, kranke und sich kreuzende Triebe; die übrigen Triebe werden nicht eingekürzt, denn die Blütenknospen sitzen am Holz der Vorjahre. Auch Verblühtes wird nicht ausgeputzt — daraus entstehen die Hagebutten, also der eigentliche Wert dieses Strauchs. Ein Schnitt nach der Blüte, wie er für viele frühjahrsblühende Sträucher richtig ist, würde die Hunds-Rose um die gesamte Hagebuttenernte bringen.

Wann erntet man die Hagebutten der Hunds-Rose und wie bereitet man sie zu?

Die Ernte beginnt im September, wenn die Hagebutten voll ausgefärbt, aber noch hart sind — solche vertragen Transport und Trocknung am besten. Nach Frösten geerntete Früchte sind weicher und süßer, ihr Inneres lässt sich leichter herauslösen, doch sie verderben schneller und müssen sofort verarbeitet werden. In beiden Fällen entfernt man vor der Verarbeitung die Samen zusammen mit den harten Härchen, die Hals und Verdauungstrakt reizen. Vitamin C ist wärmeempfindlich und verträgt langes Erhitzen schlecht, deshalb sollte man zügig verarbeiten und trocknen und die getrockneten Hagebutten in einem dicht schließenden, dunklen Gefäß aufbewahren.

Eignet sich die Hunds-Rose für eine Hecke?

Ja, aber ausschließlich für eine freiwachsende (ungeschnittene) oder eine Schutzhecke — nicht für eine Formhecke. Gepflanzt wird alle 80–100 cm, in einer Reihe oder in zwei Reihen auf Lücke; nach einigen Jahren entsteht ein dichter, bestachelter Riegel von 1,5–3 m Höhe. Man muss mit Wurzelausläufern rechnen, die über die Pflanzlinie hinauswandern, deshalb setzt man sie nicht unmittelbar an ein Staudenbeet oder an einen schmalen Gehweg. Ein regelmäßiger Formschnitt verfehlt den Zweck: Er entfernt die Triebe mit den Blütenknospen und damit auch die künftigen Hagebutten, die in der zweiten Jahreshälfte der Hauptwert dieses Strauchs sind.

Warum hat sich meine Gartenrose in eine Wildrose „verwandelt“?

Das ist keine Verwandlung der Sorte, sondern ein Austrieb der Unterlage. Fast jede gekaufte Gartenrose ist eine Sorte, die auf die Hunds-Rose okuliert wurde; schwächelt oder erfriert der Edelteil, treibt die Unterlage unterhalb der Veredelungsstelle mit eigenen Trieben aus. Einen solchen Wildtrieb erkennt man an den feineren, helleren Fiederblättchen (oft sieben je Blatt, während die Sorte meist fünf hat), an dichteren, hakenförmigen Stacheln und daran, dass er unterhalb der Verdickung am Strauchfuß entspringt. Solche Triebe reißt man am Ansatz aus, statt sie mit der Schere zu schneiden — aus einem Stummel treiben mehrere neue nach. Übernimmt der Wildtrieb den Strauch, werden die Blüten klein, einfach und blassrosa, und der Strauch blüht nur noch einmal im Jahr.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 25.7.2026.

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