Pflanzenkrankheit

Verticillium-Welke

Erreger: Verticillium dahliae / V. albo-atrum (bodenbürtiger Pilz)

Diagnose nach Symptom

Symptome

Das erste Symptom ist ein plötzliches Welken und Vertrocknen der Blätter an einzelnen Ästen oder auf einer Seite der Krone, während der übrige Teil der Pflanze scheinbar gesund bleibt. Im Querschnitt eines befallenen Triebes zeigt sich eine bräunliche oder grünliche Verfärbung des Holzes — die vom Pilz verstopften Leitbündel, die kein Wasser mehr leiten. Die Krankheit schreitet in den folgenden Jahren fort, erfasst einen immer größeren Teil der Krone und führt zum allmählichen Absterben der Pflanze. Besonders empfindlich sind Ahorne (vor allem der Fächerahorn), der Trompetenbaum sowie viele andere Bäume, Sträucher und Stauden. Die Krankheit tritt in zwei Formen auf: einer „akuten“ Form, bei der ein Ast oder die gesamte Pflanze innerhalb weniger Wochen rasch abstirbt, und einer „chronischen“ Form — einem langsamen Absterben über mehrere Saisons hinweg, mit kleineren, aufgehellten Blättern, randlichem Vertrocknen der Blattspreiten (das an einen Sonnenbrand erinnert) und vorzeitiger Herbstfärbung an den befallenen Trieben. Die sektorenweise, einseitige Verteilung der Symptome ist vor allem an Gehölzen das Erkennungsmerkmal der Verticillium-Welke — es stirbt jener Teil der Krone ab, den die verstopften Leitbündel versorgen. Die Holzverfärbung ist am besten direkt unter der Rinde als längliche Streifen und im Querschnitt als unterbrochener Ring zu erkennen; bei Ahornen ist sie oft olivgrün. Die Symptome verstärken sich bei Hitze und Trockenheit, wenn der Wasserbedarf die Leistungsfähigkeit der geschädigten Leitbündel übersteigt. An krautigen Pflanzen (Dahlie, Aster, Chrysantheme, Tomate, Kartoffel, Erdbeere) treten Welke und Vergilbung der unteren Blätter, Verkümmerung sowie einseitige (halbseitige) Vergilbung der Blattspreite auf — bei diesen Arten ist das Symptombild allein jedoch unzuverlässig für die Unterscheidung, da die einseitige Vergilbung auch durch die Fusarium-Welke verursacht werden kann. Die Verfärbung der Leitbündel allein ist nicht eindeutig — eine sichere Diagnose erfordert die Laborisolierung des Erregers.

Bekämpfung

Es gibt keine wirksamen chemischen Mittel gegen diesen bodenbürtigen Pilz, der über die Wurzeln in die Pflanze eindringt. Befallene Äste sollten bis ins gesunde Gewebe zurückgeschnitten und die Pflanzen durch maßvolles Gießen bei Trockenheit und ausgewogene Düngung gestärkt werden, was oft ausreicht, damit der Baum die Infektion selbst eindämmt. Stark und dauerhaft befallene Pflanzen müssen im Extremfall gerodet werden. Führe den Schnitt deutlich unterhalb des verfärbten Holzes und desinfiziere die Werkzeuge zwischen den einzelnen Schnitten und Pflanzen, da sich der Pilz mit dem Saft und im Holz ausbreitet. Bringe abgeschnittene Triebe sowie gerodete Pflanzen samt Wurzelballen aus dem Garten und entsorge sie über den Abfall (oder verbrenne sie, sofern die örtlichen Vorschriften dies zulassen) — kompostiere sie nicht, da im abgestorbenen Gewebe überdauernde Mikrosklerotien entstehen. Vermeide eine reichliche Stickstoffdüngung, die einen üppigen, anfälligen Zuwachs anregt; setze auf eine ausgewogene Düngung mit Kaliumanteil sowie auf ein feuchtigkeitsbewahrendes Mulchen. Bäume und Sträucher können befallene Leitbündel „abschotten“ (kompartimentieren) und nach einigen Saisons gesunden Zuwachs bilden, weshalb es sich bei schwächerem Befall lohnt, der Pflanze Zeit zu geben, statt sie sofort zu entfernen. Krautige Pflanzen und Gemüse werden vollständig entfernt. Eine chemische Bodenentseuchung oder Bodenbegasung hat ausschließlich im professionellen Baumschulbetrieb Bedeutung und ist im Garten keine realistische Option.

Vorbeugung

An Standorten, an denen zuvor an Verticillium-Welke erkrankte Pflanzen standen, sollten keine empfindlichen Arten gepflanzt werden, da der Pilz lange im Boden überlebt. Es empfiehlt sich, ausschließlich gesundes, kontrolliertes Baumschulmaterial zu verwenden und Wurzelverletzungen bei Gartenarbeiten zu vermeiden. Mikrosklerotien behalten ihre Lebensfähigkeit im Boden sogar über ein bis zwei Jahrzehnte, weshalb du nach empfindlichem Gemüse eine lange Fruchtfolge mit widerstandsfähigen Arten (Getreide, Gräser, Mais) einhalten und einen frei gewordenen Standort nach einem erkrankten Baum mit widerstandsfähigen Pflanzen bepflanzen solltest — mit Nadelgehölzen, Ginkgo, Birke, Buche, Eiche, Hainbuche, Weißdorn, Apfel oder Birne — statt erneut mit Ahorn, Trompetenbaum, Sumach, Dahlie oder Tomate. Entferne Unkräuter, da viele von ihnen symptomlose Träger sind und einen Sporenvorrat im Boden aufbauen. Achte auf Drainage und Bodenstruktur, verdichte ihn nicht und übertrage weder Erde noch Werkzeuge von befallenen auf gesunde Standorte. Schränke die Stickstoffdüngung ein und lass es weder zu Austrocknung noch zu Staunässe kommen, da Stress die Pflanze für einen Befall anfällig macht.

Unterscheidung von Verwechslungen

MerkmalVerticillium-WelkeFusarium-Welke
WirtsspektrumSehr breit — Bäume und Sträucher (Ahorne, Trompetenbaum) sowie zahlreiche Stauden und Gemüse.Vorwiegend krautige Pflanzen und Gemüse (Tomate, Kürbisgewächse, Nelke); spezialisierte Formen, Bäume selten befallen.
Verstärkende BedingungenKühler — Symptome oft im Frühjahr und Herbst sowie in kühlen Sommern (Optimum ca. 20–25 °C).Wärme und Hitze — Verstärkung im Hochsommer (Optimum ca. 28 °C).
Verfärbung der LeitbündelBräunliche bis grünlich-olivfarbene Streifen im Holz (bei Ahornen olivgrün).Rotbraune bis dunkelbraune Verfärbung, oft höher im Stängel reichend.
AnfangssymptomSektorenweises, einseitiges Welken einzelner Äste oder Kronenteile (am deutlichsten an Bäumen und Sträuchern).Chlorose und Welke, von den unteren, älteren Blättern nach oben fortschreitend.

Bekämpfung — biologische und chemische Methoden

Ökologische und biologische Methoden

MethodeWirkungsweiseAnwendung
Sanitärschnitt und Entfernung befallener PflanzenSchneide Äste bis ins gesunde Gewebe zurück, desinfiziere die Werkzeuge zwischen den Schnitten; stark befallene Pflanzen samt Wurzelballen entfernen und über den Abfall entsorgen (nicht kompostieren).Nach dem Auftreten des Welkens, außerhalb der Trockenperiode
Auswahl widerstandsfähiger Arten und SortenPflanze an Standorten nach der Krankheit widerstandsfähige Arten (Nadelgehölze, Birke, Buche, Eiche, Hainbuche, Apfel, Gräser) statt anfälliger Ahorne und Trompetenbäume.Beim Umpflanzen und Anlegen von Pflanzungen
Lange Anbaupause und FruchtfolgeMikrosklerotien überdauern ein bis zwei Jahrzehnte im Boden — führe nach empfindlichem Gemüse über viele Jahre widerstandsfähige Arten (Getreide, Gräser, Mais) ein.
Verringerung des PflanzenstressesMaßvolles Gießen bei Trockenheit, Mulchen und eine ausgewogene, nicht überstickte Düngung helfen der Pflanze, die Infektion selbst abzuschotten.Während der gesamten Vegetationsperiode
Mikrobiologische Präparate (Trichoderma, Bacillus)Antagonistische Pilze und Bakterien, die den Wurzelbereich besiedeln, drängen den Erreger zurück — unterstützende und vorbeugende Wirkung, sie heilen die befallene Pflanze nicht.

Chemische Methoden

MethodeWirkungsweise
Bodenbegasung / BodenentseuchungReduzierung der Sporen im Boden, nur im professionellen Baumschulbetrieb eingesetzt; in der EU stark eingeschränkt, tilgt den Pilz nicht und ist im Hobbygarten ungeeignet.

Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.

Quellen

  • Krankheiten der Zierbäume und Ziersträucher
  • Institut für Gartenbau – Staatliches Forschungsinstitut

Pflanzenprofile anfällig für verticillium-welke

Verwandte Gefahren