Rotblättrige Rose

Rosa glauca · Red-leaved rose (EN) · Rotblättrige Rose (DE)

Die Rotblättrige Rose (Rosa glauca, im Handel noch immer unter dem jüngeren Namen Rosa rubrifolia zu finden) ist eine Wildrose der europäischen Gebirge, die nicht wegen der Blüten, sondern wegen des Laubes kultiviert wird: Die Blätter sind blaugrün mit kupfrig-purpurnem Anflug, die Triebe rotbraun und nur spärlich bestachelt. Sie blüht nur einmal in der Saison, mit kleinen Blüten aus fünf rosa Blütenblättern und hellem Zentrum, auf die dunkelrote, kugelige Hagebutten folgen, die bis in den Winter am Strauch bleiben. Sie ist außergewöhnlich frosthart, im Boden anspruchslos und nach dem Einwurzeln trockenheitsverträglich; in der Gartengestaltung übernimmt sie die Rolle eines Gehölzes für die Laubfarbe, nicht die einer Blütenpflanze.

Sonne/Halbschatten Wenig Wasser USDA 3a–8b
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Der Zierwert liegt im Laub – blaugrün mit purpurnem Anflug, die ganze Saison über dekorativ; die Blüten halten nur gut zwei Wochen.
  • Einmalblühend, einmal in der Saison (Juni–Juli), mit ungefüllten Blüten aus fünf Blütenblättern und 2,5–4 cm Durchmesser.
  • Verblühtes nicht ausputzen – sonst bilden sich keine dunkelroten Hagebutten, die den Herbst und einen großen Teil des Winters über zieren.
  • Minimaler Rückschnitt: Sie blüht an Trieben aus den Vorjahren und wird deshalb nicht wie eine Edelrose geschnitten.
  • Sehr frosthart, bodentolerant und trockenheitsliebend – sie wächst auch auf kalkhaltigem Untergrund und braucht nach dem Einwurzeln praktisch keine Bewässerung.

Botanische Daten

Familie
Rosaceae (Rosaceae)
Höhe
1.5–2.5 m
Breite
1.5–2.5 m
Wuchsform
Ausladend
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Sandig, Lehmig, Humos, Kalkhaltig
pH-Wert
pH 5.5–7.5
Feuchtigkeit
Trocken, Mäßig
Blütezeit
Juni–Juli
Winterhärte
USDA 3a–8b
Vermehrung
Aus Samen, Aus Stecklingen

Merkmale

Strauch mit bogig überhängenden, rotbraunen Trieben, die von einem blaugrauen Wachsreif überzogen sind; er wird meist 1,5–2,5 m hoch und etwa ebenso breit. Die Bestachelung ist spärlich: Die Stacheln sind klein, wenig zahlreich und leicht gekrümmt, wodurch sich der Strauch deutlich bequemer handhaben lässt als die meisten Gartenrosen. Die Blätter sind 5–10 cm lang und bestehen aus 5–9 ovalen Fiederblättchen mit einfach gesägtem Rand; ihre Farbe ist ein blaugrüner Grundton mit kupfrig-purpurnem Anflug, wobei die Stärke der Purpurfärbung vom Standort abhängt – in voller Sonne sind die Blätter deutlich purpurn, im Halbschatten eher blaugrau, im tiefen Schatten schlicht grün. Im Herbst geht das Laub in orange Töne über. Die Blüten sind ungefüllt, aus fünf Blütenblättern aufgebaut, klein (2,5–4 cm Durchmesser), rein rosa mit hellem, fast weißem Zentrum und einem Kranz gelber Staubblätter; sie stehen zu mehreren in lockeren Trauben. Die Blüte ist einmalblühend – sie fällt gewöhnlich in den Juni, in kühleren Lagen an die Wende von Juni und Juli – und wiederholt sich bis zum Saisonende nicht. Die Blütenblätter sitzen locker und fallen nach wenigen Tagen ab, durch Wind, Regen und sogar durch den Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch. Der Duft der Blüten ist schwach – botanische Beschreibungen nennen sie leicht duftend – und macht den Wert der Art nicht aus: Diese Rose pflanzt man nicht des Duftes wegen. Nach dem Verblühen bilden sich kugelige Hagebutten von 10–15 mm Durchmesser, die dunkelrot ausreifen; sie färben sich ab August, und was die Vögel nicht fressen, bleibt über den Herbst und einen großen Teil des Winters an den Trieben. Die Art ist außergewöhnlich frosthart (nach der RHS-Skala Klasse H7, also unter −20 °C) und im Boden anspruchslos: Sie wächst auf sandigem, lehmigem und kalkhaltigem Untergrund von saurer bis alkalischer Reaktion, sofern er durchlässig ist. Sie verträgt trockenen Boden und nach dem Einwurzeln lange niederschlagsfreie Perioden, nicht aber Staunässe. Auch Halbschatten und Nordlagen erträgt sie, blüht dort jedoch schwächer, setzt weniger Hagebutten an und verliert an Purpurintensität. Vermehrt wird sie über Samen (nach Stratifikation) und über verholzte Stecklinge, sodass Baumschulware in der Regel wurzelecht wächst – damit entfällt das für Edelrosen typische Problem der Wildtriebe, die unterhalb der Veredelungsstelle austreiben.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Die angegebenen Werte gelten für die ersten zwei bis drei Saisons nach dem Pflanzen sowie für lange Trockenperioden – und selbst dann gießt man selten, dafür durchdringend. Ein eingewurzelter Strauch wächst im Freiland praktisch ohne Bewässerung. Dauernd nassen Untergrund und Staunässe verträgt er nicht.

Im Sommer alle ~12 Tage · Trockenheitstoleranz: Hoch

Düngung

Die Art wächst auf nährstoffarmen Böden gut und braucht kein Düngeprogramm wie die Edelrosen. Reichliche Stickstoffgaben treiben üppige, weiche Triebe, die für Echten Mehltau anfällig sind, und verbessern weder die Blüte noch den Fruchtansatz.

einmal je Saison im Frühjahr, nur auf nährstoffarmen Böden · kompost, obornik kompostowany

Pflanzung

Durchlässiger Boden mit beliebiger Reaktion – von sauer bis kalkhaltig. Ein sonniger Standort bringt die beste Blattfärbung und den reichsten Fruchtansatz; Halbschatten verträgt die Pflanze auf Kosten von Blüte und Farbe. Wurzelnackte Pflanzen im blattlosen Zustand setzen.

Zeitpunkt: März–April oder Oktober–November · Abstand 120–250 cm

Schnitt

Sie blüht an Trieben aus den Vorjahren, deshalb kürzt man nicht alle Triebe ein. Man schneidet ein bis zwei der ältesten, verkahlten Triebe bodennah heraus und lässt den Rest unangetastet; dazu entfernt man trockene und gebrochene Triebe.

Zeitpunkt: Minimaler Rückschnitt, nur alle paar Jahre nötig. Den Verjüngungsschnitt führt man am besten im Spätwinter aus – am blattlosen Strauch und nach der Zierzeit der Hagebutten. Der zweite mögliche Termin liegt direkt nach der Blüte (Juli–August), kostet aber die Hagebutten, weil er die Fruchtansätze entfernt. · Achtung: Nicht wie eine Edelrose schneiden, also nicht alle Triebe auf gut ein Dutzend Zentimeter einkürzen – das entfernt genau das Holz, an dem die Pflanze blüht. Verblühtes nicht ausputzen: Das Entfernen der welken Blüten nimmt dem Strauch die Hagebutten, also den Hauptschmuck von Herbst und Winter.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

BlauminzePraktische Beobachtung

Niebieskofioletowe kwiaty i szarozielone liście kocimiętki podbijają sinopurpurowe ulistnienie róży, a obie rośliny mają te same wymagania: słońce oraz przepuszczalną, raczej suchą glebę.

BlaurautePraktische Beobachtung

Srebrzyste pędy perowskii rozjaśniają ciemną plamę liści róży i znoszą to samo suche, słoneczne stanowisko.

Gemeine SchafgarbePraktische Beobachtung

Żółte i pomarańczowe odmiany krwawnika tworzą z sinopurpurowym ulistnieniem najmocniejszy kontrast barwny, przy zbliżonych wymaganiach glebowych.

Schlechte Nachbarschaft

Sträucher mit purpurnem Laub (purpurlaubige Sorten von Berberitze, Haselnuss, Kirschpflaume)Praktische Beobachtung

Sadzone bezpośrednio obok znoszą cały efekt: dwie ciemne plamy zlewają się w jedną, a kolor liści róży przestaje być czytelny.

Große Laubbäume (Pflanzung in ihrem Schatten und Wurzelbereich)Praktische Beobachtung

W cieniu liście tracą purpurę na rzecz zieleni, krzew słabiej kwitnie i zawiązuje mniej owoców, a konkurencja korzeniowa dodatkowo go osłabia.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Sternrußtau der Rose

Schwarze bis dunkelbraune Flecken mit ausgefransten Rändern auf den Rosenblättern, um die herum die Blattspreite vergilbt. Befallene Blätter fallen massenhaft ab, was die Pflanze schwächt und die Blüte beeinträchtigt. Die Krankheit verstärkt sich in feuchten Jahren und bei schlechter Luftzirkulation. Die Flecken sind meist rund, mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern bis etwa 1–1,5 cm, und ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal ist der strahlenförmig ausgefranste, federartige Rand — das Pilzmyzel wächst unter der Blattoberhaut nach allen Seiten und erzeugt den charakteristischen „sternförmigen“ Randsaum (daher der Name Sternrußtau). Bei starkem Befall fließen die Flecken zu größeren, unregelmäßigen Feldern zusammen, und die sie umgebende Vergilbung erfasst einen immer größeren Teil der Blattspreite, bis das ganze Blatt gelb wird und abfällt. Auf der Blattoberseite erscheinen kleine, dunkle Konidienfruchtkörper (Acervuli), während die Blattunterseite belagfrei bleibt. Die Symptome treten zuerst an den unteren, ältesten Blättern auf und wandern allmählich zur Strauchspitze hinauf, da die Sporen mit Wasserspritzern vom Boden und von tiefer liegenden Blättern übertragen werden. An jungen, grünen Trieben können kleine, purpurrote Verfärbungen und Flecken auftreten. Für die Keimung der Sporen und die Infektion ist eine langanhaltende, mehrstündige Benetzung der Blätter erforderlich, weshalb die Krankheit nach warmen, regnerischen Perioden ausbricht. Wiederholte Entlaubung erschöpft den Strauch, mindert die Blüte und verschlechtert die Winterhärte.

Rost

Rostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.

Echter Mehltau

Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Blattwespen

Die Larven ähneln stark den Raupen von Schmetterlingen, besitzen aber mehr Paare von Bauchbeinen (sechs und mehr) und einzelne Punktaugen an den Kopfseiten, woran man sie unterscheiden kann. Sie fressen häufig in Gruppen, skelettieren die Blätter oder fressen sie bis auf die Blattrippen und können einen Stachelbeer- oder Johannisbeerstrauch binnen weniger Tage kahl fressen. Wirtspflanzen sind Stachelbeere, Johannisbeere, Rose, Pflaume und Kiefer. Symptome: Neben dem Kahlfraß an Blättern bohren sich die Larven fruchtbewohnender Arten (z. B. an der Pflaume) in die jungen Fruchtansätze und verursachen deren Abfallen. Die erwachsenen Blattwespen sind kleine (wenige Millimeter große) Hautflügler ohne deutliche „Wespentaille“ — der Hinterleib sitzt dem Brustkorb breit an, was sie von Wespen und Bienen unterscheidet; die Weibchen besitzen einen sägeförmigen Legebohrer (daher auch der Name „Sägewespen“), mit dem sie das Gewebe des Blattes oder des Fruchtansatzes einschneiden und die Eier in dessen Inneres legen. Die Larven sind meist grün und in der Farbe dem Blatt angepasst, bei manchen Arten mit dunklen Warzen oder Flecken; ihren Bauchbeinen fehlen die Klammerhäkchen, die Schmetterlingsraupen besitzen, und gestörte Larven vieler Arten heben das hintere Körperende zu einem charakteristischen „S“ empor. Die gefährlichsten Gruppen sind: die Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii) an Stachelbeere und Johannisbeere, die den Strauch von innen kahl frisst; die Schleimigen Blattwespen (Gattung Caliroa) an Birne, Kirsche und Pflaume, deren schleimige, an kleine Schnecken erinnernde Larven die obere Blatthaut ausfressen (Fensterfraß), wodurch das Blatt wie versengt braun wird; die fruchtfressenden Blattwespen der Gattung Hoplocampa an Pflaume und Apfel, die Gänge in den jungen Fruchtansätzen bohren und feuchten, übel riechenden Kot hinterlassen; sowie die Buschhornblattwespen (Diprion, Neodiprion) an der Kiefer, die in Gruppen an den Nadeln fressen. Entwicklungszyklus: Die adulten Tiere fliegen im Frühjahr aus, die Larven fressen einige Wochen, wonach sie in den Boden oder die Streu abwandern, wo sie sich in einem Kokon verpuppen und als Larve (Präpuppe) überwintern; je nach Art entwickeln sich 1–3 Generationen pro Saison.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine Die Hagebutten sind essbar wie bei anderen Rosen. Die Härchen um die Kerne reizen den Verdauungstrakt – Zubereitungen müssen passiert werden.
Hunde Keine Die Pflanzenteile sind nicht giftig. Das einzige Risiko ist mechanischer Natur: Die Stacheln können kleine Verletzungen verursachen.
Katzen Keine Die Pflanzenteile sind nicht giftig. Das einzige Risiko ist mechanischer Natur: Die Stacheln können kleine Verletzungen verursachen.

Geschichte und Herkunft

Die Art stammt aus den Gebirgen Mittel- und Südeuropas – von den Pyrenäen über Alpen und Karpaten bis zu den Gebirgen des Balkans und Bulgariens. Sie trägt zwei lateinische Namen mit verwickelter Geschichte: Rosa glauca veröffentlichte Pierre-André Pourret im Jahr 1788, ein Jahr später beschrieb Dominique Villars dieselbe Pflanze als Rosa rubrifolia. Vorrang hat der ältere Name, gültig ist deshalb Rosa glauca, während Rosa rubrifolia ihr Synonym bleibt – dennoch begegnet man in Baumschulen und Katalogen bis heute „Rosa rubrifolia“, und sowohl der polnische als auch der deutsche Name (Rotblättrige Rose) knüpfen gerade an dieses jüngere, beschreibende Epitheton an. Obwohl es sich um eine europäische Pflanze handelt, kam sie erst spät in die Gärten – breiter gepflanzt wurde sie erst ab dem Ende des 19. Jahrhunderts, als man in der Beetgestaltung die Blattfarbe ebenso zu schätzen begann wie die Blütenfarbe. Heute trägt sie den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society (RHS). Für Polen führt die POWO-Datenbank die Art als gebietsfremd, mit unsicherem Status und wahrscheinlich ausschließlich an die Kultur gebunden, sodass Vorkommen außerhalb von Gärten als Verwilderungen gelten. Aus der Kreuzung der Rotblättrigen Rose mit der Kartoffelrose (Rosa rugosa) ging ‚Carmenetta‘ hervor – dabei handelt es sich jedoch um eine Arthybride und nicht um eine Sorte der Art selbst.

Verwendung

Im Garten ist die Rotblättrige Rose in erster Linie ein Gehölz für die Laubfarbe und keine Blütenpflanze – man greift zu ihr dort, wo eine dunkle, blaupurpurne Fläche gebraucht wird, die die ganze Saison über trägt. Am besten wirkt sie als Solitär vor grünem Hintergrund, in Gruppen auf großen Rabatten sowie in naturnahen Pflanzungen und freiwachsenden Hecken, wo die bogigen Triebe ohne Formschnitt wachsen dürfen. Das blaupurpurne Laub ist ein dankbarer Hintergrund für gelbe, orange und kräftig blaue Blüten; neben andere Gehölze mit purpurnem Laub gesetzt, verliert es den Kontrast und verschmilzt mit ihnen zu einer einzigen dunklen Fläche. Der Standort sollte sonnig sein – im Schatten wächst die Pflanze zwar, blüht aber schwächer, setzt weniger Hagebutten an und ergrünt. Gepflanzt wird im Frühjahr (März–April) oder im Herbst (Oktober–November), im Abstand von etwa 1,2 m in der freiwachsenden Hecke und 2–2,5 m bei Einzelsträuchern; wurzelnackte Ware verlangt einen Termin im blattlosen Zustand. Nach zwei bis drei Saisons, wenn der Strauch eingewurzelt ist, wird Gießen nur noch in langen Trockenperioden nötig – und es ist besser, selten und durchdringend zu gießen als häufig und oberflächlich –, das Düngen beschränkt sich auf Kompost im Frühjahr auf nährstoffarmen Böden. Die Hagebutten haben zwei Aufgaben: Sie zieren Herbst und Winter und dienen den Vögeln als Nahrung, deshalb putzt man nach der Blüte das Verblühte nicht aus. Geschnittene Triebe mit Hagebutten halten sich gut in Kränzen und Wintergestecken, belaubte Triebe werden mitunter als Beiwerk für Sträuße verwendet. Die Hagebutten sind essbar wie bei anderen Rosen, aber klein und fleischarm – in der Küche reichen sie an die Früchte der Kartoffelrose oder der Hundsrose nicht heran, und Zubereitungen muss man passieren, weil die Härchen um die Kerne den Verdauungstrakt reizen. Ökologisch ist der Strauch ebenfalls wertvoll: Die ungefüllten Blüten bieten Bestäubern leicht zugänglichen Pollen (Rosen bilden keinen Nektar, Insekten kommen also ausschließlich des Pollens wegen), und der breit ausladende, dicht verzweigte Strauch gibt Vögeln Deckung und Winternahrung.

Wissenswertes

  • Sie hat zwei lateinische Namen, und beide sind in Umlauf: Rosa glauca (Pourret, 1788) ist der gültige Name, doch Baumschulen verkaufen sie weiterhin als Rosa rubrifolia (Villars, 1789) – einen um ein Jahr jüngeren Namen, der deshalb nur ein Synonym ist, auch wenn er anschaulicher beschreibt.
  • Obwohl sie in den europäischen Gebirgen wild wächst, hielt sie erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts breiter Einzug in die Gärten – mehrere Jahrhunderte später als die aus dem Nahen Osten und aus China eingeführten Rosen.
  • Die Blütenblätter sitzen so locker, dass sie nicht nur bei Wind und Regen abfallen, sondern sogar durch den Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch. Das ist einer der Gründe, warum man die Art wegen des Laubes und nicht wegen der Blüten pflanzt.
  • ‚Carmenetta‘, mitunter als „Sorte der Rotblättrigen Rose“ angeboten, ist in Wirklichkeit eine Hybride mit der Kartoffelrose (Rosa rugosa) – die Art selbst wird fast ausschließlich in der Wildform kultiviert.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die Rotblättrige Rose von der Edelrose?

Praktisch in allem außer der Gattung. Die Rotblättrige Rose ist eine Wildart, die wegen des blaupurpurnen Laubes kultiviert wird; sie blüht einmal in der Saison mit kleinen, ungefüllten Blüten aus fünf Blütenblättern von 2,5–4 cm Durchmesser und setzt nach der Blüte zierende Hagebutten an. Die Edelrose ist eine Gruppe von Gartenhybriden mit großen, gefüllten Blüten und blüht öfterblühend von Juni bis September. Auch die Pflege unterscheidet sich: Die Rotblättrige Rose blüht am Holz der Vorjahre und verlangt einen minimalen Rückschnitt, die Edelrose blüht am diesjährigen Holz und wird im Frühjahr am stärksten von allen Gruppen zurückgeschnitten. Die Rotblättrige Rose wächst meist wurzelecht, deshalb gibt es bei ihr kein Problem mit Wildtrieben, die unterhalb der Veredelungsstelle austreiben.

Wie schneidet man die Rotblättrige Rose?

Minimal. Sie blüht an Trieben, die in den Vorjahren gewachsen sind – ein Einkürzen aller Triebe entfernt also genau das Holz, an dem sie blühen soll. Alle paar Jahre schneidet man ein bis zwei der ältesten, verkahlten Triebe bodennah heraus, um neue Bodentriebe anzuregen, und entfernt trockene sowie gebrochene Triebe. Der Termin richtet sich danach, was wichtiger ist: Ein Schnitt im Spätwinter ist am blattlosen Strauch bequemer und fällt bereits hinter die Zierzeit der Hagebutten, ein Schnitt direkt nach der Blüte ist schonender für die Blüte des Folgejahres, kostet aber die Hagebutten. Zum Vergleich: Edelrosen werden im Frühjahr am stärksten geschnitten (Triebe auf etwa 10–15 cm), Beetrosen (Floribunda) etwas milder – auf etwa 15–20 cm, wobei ein Teil der Triebe als Gerüst des Strauches länger stehen bleibt.

Warum sind die Blätter meiner Rotblättrigen Rose grün und nicht purpurn?

Die häufigste Ursache ist zu wenig Licht – die Art verträgt Halbschatten, färbt sich aber erst in voller Sonne richtig aus; je tiefer der Schatten, desto stärker geht das Laub ins Grüne über. Man muss außerdem bedenken, dass die Grundlage der Blattfarbe hier ein blaugrüner Ton ist und das Purpur nur ein Anflug darauf – selbst ein gut ausgefärbter Strauch ist nicht einheitlich rot. Die zweite Ursache ist genetisch: Aus Samen gezogene Pflanzen unterscheiden sich in der Intensität des Purpurs, denn die Art wird überwiegend generativ vermehrt. Wem es auf einen bestimmten Farbton ankommt, der kauft besser ein Exemplar, das er in der Vegetationszeit lebend gesehen hat, statt blattloser, wurzelnackter Ware.

Sind die Hagebutten der Rotblättrigen Rose essbar?

Ja, sie sind essbar wie die Hagebutten anderer Rosen, aber eher eine Kuriosität als ein Küchenrohstoff: Sie messen 10–15 mm und haben wenig Fruchtfleisch, stehen also hinter den Früchten der Kartoffelrose oder der Hundsrose zurück. Zubereitungen muss man durch ein feines Sieb oder ein Tuch passieren, weil die Härchen um die Kerne den Verdauungstrakt reizen. In der Praxis lässt man die Hagebutten besser am Strauch: Sie halten von August bis in einen großen Teil des Winters, zieren diese Jahreszeit und dienen den Vögeln als Nahrung.

Erkrankt die Rotblättrige Rose so wie Gartenrosen?

Sie ist deutlich weniger heikel als die Gartenhybriden, aber nicht resistent. Zu den Gefahren zählen Sternrußtau, Rosenrost und Echter Mehltau, bei den Schädlingen Blattläuse und die Larven von Blattwespen. Da der Strauch nicht wegen der Blüten kultiviert wird, kann man einen Teil der Blattschäden schlicht hinnehmen – ein Pflanzenschutzprogramm wie bei Edelrosen führt man bei ihr nicht. Grundlage der Vorbeugung sind ein luftiger, sonniger Standort, ein großzügiger Pflanzabstand und das Zusammenrechen des Falllaubes im Herbst.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 25.7.2026.

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