Kurz gefasst
- Bildet einen luftigen, kugeligen Horst kleiner Blüten von bis zu 100 cm Höhe.
- Braucht volle Sonne sowie trockenen, durchlässigen und kalkhaltigen Boden.
- Sehr frosthart — verträgt bis zur USDA-Zone 3.
- Trockenheitsliebend dank ihrer tiefen Pfahlwurzel; verträgt kein nasses Substrat.
- Bienenweide — die Fülle kleiner Blüten lockt Bienen und Schmetterlinge an.
- Verträgt kein Umpflanzen — der Standort wird dauerhaft gewählt.
Botanische Daten
- Familie
- Caryophyllaceae (Caryophyllaceae)
- Höhe
- 0.6–1 m
- Breite
- 0.6–1.2 m
- Wuchsform
- Kugelförmig
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig, Kalkhaltig, Humos
- pH-Wert
- pH 7–8
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- USDA 3b–9a
- Vermehrung
- Aus Samen, Aus Stecklingen
Merkmale
Sie bildet einen stark verzweigten, kugeligen Horst von bis zu einem Meter Höhe und Breite. Die schmalen, lanzettlichen Blätter sind graugrün. Hunderte winziger, einfacher oder gefüllter Blüten in Weiß oder Hellrosa bilden einen luftigen Schleier. Die Pflanze besitzt eine dicke, tief reichende Pfahlwurzel.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Die tiefe Pfahlwurzel holt Wasser aus den unteren Bodenschichten, wodurch die Pflanze Trockenheit hervorragend verträgt. Sie duldet kein nasses Substrat, besonders im Winter, wenn sie leicht fault.
Düngung
Sparsam; entscheidend ist der Kalkgehalt — auf sauren Böden empfiehlt sich eine Kalkung.
Pflanzung
Sonniger Standort, tiefer, durchlässiger und kalkhaltiger Boden. Den Platz dauerhaft wählen — die Pflanze hat eine Pfahlwurzel und verträgt das Umpflanzen schlecht.
Schnitt
Die verblühten Triebe um etwa ein Drittel einkürzen, um die Pflanze zu einer zweiten, schwächeren Blüte im Herbst anzuregen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Eine klassische Garten- und Straußkombination — die luftige Wolke der kleinen, weißen Gipskrautblüten füllt den Raum zwischen den Rosen und hebt deren Blüten hervor.
Beide Pflanzen mögen Sonne, trockenen und kalkhaltigen Boden; das Gipskraut kaschiert dezent die mit der Zeit verkahlenden, verholzten Basen des Lavendels.
Sie gehören zur selben Familie der Nelkengewächse und haben ähnliche Ansprüche — Sonne sowie durchlässigen, leicht basischen Boden — und bilden eine stimmige Schnittblumen-Rabatte.
Schlechte Nachbarschaft
Der Rhododendron braucht sauren und ständig feuchten Boden, das Gegenteil des kalkhaltigen, trockenen Standorts, den das Gipskraut bevorzugt — beide Pflanzen lassen sich an einem Ort nicht vereinbaren.
Die Heidelbeere wächst ausschließlich auf stark saurem, feuchtem Substrat, das das Gipskraut nicht verträgt; die für das Gipskraut nötige Kalkung wäre für die Heidelbeere tödlich.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Die Wurzeln enthalten Saponine; der Staub getrockneter Blütenstände kann bei empfindlichen Personen die Atemwege und die Haut reizen, was in der Floristik ein Problem sein kann. |
| Hunde | Leicht | Saponine können nach dem Verzehr größerer Mengen der Pflanze Erbrechen und Durchfall auslösen. |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Sie stammt aus den Steppen Osteuropas und Asiens. Im Gartenbau verbreitete sie sich als unentbehrlicher, zarter Hintergrund für größere und farbenprächtigere Pflanzen sowie als klassische Zugabe zu Brautsträußen, daher auch der volkstümliche Name „Schleierkraut“.
Verwendung
Für Staudenrabatten als luftiger Hintergrund, für trockene und kalkhaltige Böschungen sowie für naturnahe Gärten. Die Blüten sind ein klassisches Füllwerk für frische und getrocknete Sträuße und harmonieren hervorragend mit Rosen.
Wissenswertes
- Ein ausgewachsenes Exemplar kann in einer Saison über tausend kleine Blüten hervorbringen.
- In Nordamerika, wohin sie eingeschleppt wurde, gilt sie mitunter als invasive Pflanze, während sie in Europa eine heimische Art ist.
Häufige Fragen
Warum blüht das Gipskraut nicht oder wächst schlecht?
Die häufigste Ursache sind saurer, schwerer oder zu feuchter Boden sowie Sonnenmangel. Das Gipskraut braucht volle Sonne und ein durchlässiges, kalkhaltiges Substrat — auf saurem Boden sollte man es kalken.
Kann man das Rispen-Gipskraut umpflanzen?
Besser vermeidet man das. Die Pflanze bildet eine tiefe Pfahlwurzel, die leicht beschädigt wird, und ältere Exemplare vertragen das Umpflanzen schlecht. Den Standort wählt man am besten gleich beim Pflanzen dauerhaft aus.
Ist das Gipskraut frosthart?
Ja, es ist sehr frosthart und übersteht die USDA-Zone 3. Gefährlicher als Frost ist für es die winterliche Nässe — auf durchlässigem Boden überwintert es problemlos, auf nassem kann es faulen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Gypsophila paniculataInstitution / Botanischer Garten
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