Erkennung
Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Bekämpfung
Abspülen mit einem kräftigen Wasserstrahl, Kaliseife, Ansiedeln von Marienkäfern und Florfliegen, im äußersten Fall Insektizide. Der Wasserstrahl und die Kaliseife (oder ein ölbasiertes Kontaktmittel) wirken ausschließlich am Ort des direkten Kontakts — sie zerstören die Körperhülle und trocknen die Insekten aus, haben aber keine Nachwirkung (Dauerwirkung), weshalb ein gründliches Benetzen der Blattunterseite und Wiederholungen alle 5–7 Tage nötig sind. Der biologische Schutz ist früh am wirksamsten: neben Marienkäfern und Florfliegen bekämpfen auch Schwebfliegenlarven, die Gallmücke Aphidoletes sowie parasitische Blattlausschlupfwespen (Aphidius) die Blattläuse — man sollte sie mit nektarreichen Pflanzen fördern und breit wirkende Insektizide meiden, die sie vernichten. Vorbeugend: mäßige Stickstoffdüngung (ein Stickstoffüberschuss führt zu üppigem, weichem Zuwachs, den Blattläuse bevorzugen), Überwachung mit gelben Leimtafeln sowie das Eindämmen von Ameisen, die Blattläuse „hüten“ und vor natürlichen Feinden schützen. Chemisch und ausschließlich im äußersten Fall: ein Kontakt-Pyrethroid drückt die Population rasch, zerstört jedoch Nützlinge und begünstigt Resistenzen, während ein systemisches, auf saugende Insekten selektives Mittel länger wirkt — die Behandlungen erfolgen außerhalb des Bienenflugs (abends), und die Wirkmechanismen (IRAC) werden rotiert, um die Resistenzbildung zu begrenzen. Neonicotinoide sind in der EU stark eingeschränkt oder im Freilandanbau verboten und daher keine Routinelösung.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Blattläuse | Gewächshaus-Weiße Fliege |
|---|---|---|
| Aussehen des erwachsenen Insekts | Weiche, birnenförmige Insekten von 1–3 mm, grün, schwarz, rosa oder gelb; meist ungeflügelte Kolonien mit einzelnen geflügelten Tieren | Kleine (1–2 mm) weiße Insekten mit wachsbestäubten Flügeln |
| Reaktion auf das Berühren der Pflanze | Bleiben regungslos in der Kolonie | Fliegen massenhaft als weiße Wolke auf |
| Merkmal des Körperbaus | Ein Paar Siphonen und ein Schwänzchen am Hinterleibsende | Keine Siphonen; unbewegliche Larven flach, durchsichtig, an die Blattunterseite geheftet (ähnlich kleinen Schildläusen) |
| Honigtau und Rußtau | Reichlich | Reichlich — ein gemeinsames Symptom, das den Verursacher für sich allein nicht unterscheidet |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Abspülen mit Wasserstrahl | Ein kräftiger Wasserstrahl schlägt die Kolonien von Trieben und Blättern; eine unterstützende Methode, die Wiederholung erfordert, da ein Teil der Insekten zurückkehrt. | Bei Bedarf, bei beginnendem Befall |
| Kaliseife (Schmierseife) | Kontaktmittel — löst die Wachsschicht auf und trocknet den weichen Körper aus; wirkt nur auf benetzte Insekten, ein gründliches Benetzen der Blattunterseite und Wiederholungen sind nötig. | — |
| Ölbasiertes Kontaktmittel | Öl (Raps-, Paraffinöl) verstopft die Atemöffnungen und erstickt Insekten sowie Eier; kontaktwirkend, ohne systemische Wirkung, nicht in praller Sonne und Hitze anwenden. | — |
| Natürliche Feinde (biologischer Schutz) | Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegenlarven, die Gallmücke Aphidoletes und Blattlausschlupfwespen (Aphidius) reduzieren die Population; mit nektarreichen Pflanzen fördern, nicht mit Insektiziden vernichten. | Ab der frühen Befallsphase |
| Ackerbauliche Vorbeugung | Mäßige Stickstoffdüngung, Überwachung mit gelben Leimtafeln sowie Eindämmen der Blattläuse hütenden Ameisen; verlangsamt das Anwachsen der Kolonie, beseitigt sie aber nicht allein. | — |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Kontakt- oder systemisches Insektizid | Ein Kontakt-Pyrethroid drückt die Population rasch (auf Kosten der Nützlinge), ein auf saugende Insekten selektives systemisches Mittel wirkt länger; Wirkmechanismen (IRAC) rotieren, Bestäuber schützen. | Äußerster Fall, bei Massenauftreten |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Pflanzenschädlinge