Silberkerze

Actaea simplex · Bugbane (EN) · Silberkerze (DE)

Die Silberkerze (Actaea simplex) ist eine stattliche, schattenverträgliche Staude mit gefiederten Blättern und hohen, weißen, duftenden Blütenkerzen, die sich im Herbst öffnen, wenn die meisten Pflanzen bereits verblüht sind.

Halbschatten/Schatten Viel Wasser USDA 4a–8b Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Standort: Halbschatten oder Schatten, nährstoffreicher, humoser und dauerhaft feuchter Boden.
  • Blüht außergewöhnlich spät — von September bis Oktober und lockt Bienen und Schmetterlinge an.
  • Wird 1,2–1,8 m hoch; die schlanken Blütenkerzen brauchen Windschutz.
  • Sorten mit purpurnem Laub (Brunette, James Compton) kontrastieren mit den weißen Blüten.
  • Giftpflanze — alle Teile, besonders die Samen, sind nach Verzehr schädlich.

Botanische Daten

Familie
Ranunculaceae (Ranunculaceae)
Höhe
1.2–1.8 m
Breite
0.5–0.7 m
Wuchsform
Horstbildend
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Halbschatten, Schatten
Boden
Humos, Lehmig
pH-Wert
pH 5.5–7
Feuchtigkeit
Mäßig, Feucht
Blütezeit
September–Oktober
Winterhärte
USDA 4a–8b
Vermehrung
Durch Teilung, Aus Samen

Merkmale

Bildet breite, mehrjährige Horste aus dunkelgrünen oder purpurbraunen, zwei- bis dreifach gefiederten Blättern. Im Herbst wachsen daraus mehrere schlanke, blattlose Triebe mit schmalen, walzenförmigen Blütenständen aus kleinen, weißen, stark duftenden Blüten. Der Duft ist süß und honigartig und zieht in der Dämmerung Bestäuber an.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Braucht dauerhaft feuchten Boden — an trockenem Standort werden die Blattränder braun und die Pflanzen blühen schwach. Mulchen hilft, die Feuchtigkeit zu halten.

Im Sommer alle ~4 Tage · Trockenheitstoleranz: Niedrig

Düngung

Eine Schicht Kompost rund um den Horst — die Silberkerze mag nährstoffreichen, humosen Boden.

einmal im Jahr, im Frühjahr · kompost, dobrze rozłożony obornik

Pflanzung

Tief umgegrabener, mit Kompost angereicherter Standort im Schatten oder Halbschatten, geschützt vor starkem Wind (hohe Blütenstände). Die Pflanze mag kein Umsetzen — einmal gepflanzt, breitet sie sich über Jahre am selben Platz aus.

Zeitpunkt: April–Mai oder September · Abstand 60–90 cm

Schnitt

Verblühte Blütenstände und vertrocknete Blätter nach den ersten Frösten entfernen.

Zeitpunkt: Im Spätherbst oder frühen Frühjahr. · Achtung: Die Blätter nicht im Sommer schneiden — sie bilden den ausladenden, zierenden Horst und versorgen das Rhizom.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

FunkiePraktische Beobachtung

Identische Ansprüche — feuchter Schatten und nährstoffreicher Boden; die breiten Funkienblätter verdecken die unteren Partien der hohen Silberkerzen-Triebe.

Japan-AnemonePraktische Beobachtung

Beide Arten blühen im Herbst im Halbschatten und ergeben eine stimmige, späte Beetkomposition.

StraußfarnPraktische Beobachtung

Farne und Silberkerze teilen die Vorliebe für feuchte, humose Standorte im Baumschatten.

Schlechte Nachbarschaft

Echter LavendelPraktische Beobachtung

Lavendel braucht einen trockenen, sonnigen und durchlässigen Standort — das genaue Gegenteil des feuchten Schattens, den die Silberkerze benötigt.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Schnecken

Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Mäßig Alle Teile, besonders Früchte und Samen, enthalten reizende Stoffe; der Verzehr verursacht Übelkeit, Erbrechen und Reizung der Schleimhäute.
Hunde Leicht Der Verzehr führt zu Speichelfluss und Magen-Darm-Beschwerden.
Katzen Leicht

Geschichte und Herkunft

Die Gattung Actaea (früher Cimicifuga) wächst in den kühlen Wäldern der Nordhalbkugel. Der Name Cimicifuga bedeutet wanzenvertreibend — früher räucherte man Räume mit getrockneten Pflanzen aus. In die Schattengärten kam sie dank der spektakulären, purpurblättrigen Sorten des 20. Jahrhunderts.

Verwendung

Hervorragend für Beete im Baumschatten, an Teichrändern und in naturnahen Waldgärten. Purpurblättrige Sorten setzt man als Solitärakzent, und die hohen Blütenstände liefern Schnittmaterial für Sträuße.

Wissenswertes

  • Sie blüht so spät, dass sie als Kerze gilt, die die Saison im Staudenbeet beschließt.
  • Der honigartige Blütenduft ist abends am stärksten, wenn Nachtfalter die Pflanze besuchen.

Häufige Fragen

Warum blüht meine Silberkerze nicht?

Die häufigste Ursache ist ein zu trockener Standort oder zu viel Sonne. Die Silberkerze blüht am besten im feuchten Halbschatten auf nährstoffreichem Boden; bei Trockenheit bildet sie wenige Blüten und die Blattränder werden braun.

Ist die Silberkerze giftig?

Ja. Alle Pflanzenteile, vor allem Früchte und Samen, enthalten reizende Verbindungen und sind nach Verzehr schädlich. Man sollte sie mit Bedacht dort pflanzen, wo Kinder oder Tiere spielen.

Muss man die hohen Blütenstände stützen?

An geschütztem Standort meist nicht. In zugigen Beeten können sich die bis 1,8 m hohen, schlanken Triebe nach Regen biegen — dann helfen dezente Stützen.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 20.7.2026.

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