Kurz gefasst
- Wächst sehr schnell — vom Samen zur Blüte in nur einer Saison.
- Braucht volle Sonne und regelmäßiges Gießen.
- Junge Blütenköpfe zeigen Heliotropismus — sie folgen der Sonne.
- Stark bienenfreundlich, und die Samen sind wertvolle Vogelnahrung.
- Hohe Sorten benötigen eine Stütze.
Botanische Daten
- Familie
- Asteraceae (Asteraceae)
- Höhe
- 0.5–3.5 m
- Breite
- 0.3–0.6 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Humos, Lehmig, Sandig
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Juli–September
- Winterhärte
- USDA 3a–10b
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Eine Pflanze mit einem dicken, behaarten Stängel und großen, herzförmigen Blättern. Der Blütenstand ist ein prächtiger Blütenkorb aus zungenförmigen Randblüten (den „Blütenblättern") und zahlreichen kleinen Röhrenblüten in der Mitte, aus denen sich die Samen entwickeln.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Braucht regelmäßiges Gießen während der schnellen Wachstumsphase und der Knospenbildung, besonders hohe Sorten.
Düngung
Zu viel Stickstoff fördert üppiges Blattwerk zu Lasten der Blüten; Kalium stärkt die Stängel.
Pflanzung
Fruchtbarer, durchlässiger Boden in voller Sonne; hohe Sorten sollten mit einer Stütze gesichert werden.
Schnitt
Verblühte Blütenköpfe entfernen, falls die Samen nicht als Vogelfutter dienen sollen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die Sonnenblume kann als Fangpflanze einen Teil der Schädlinge ablenken, und ihre hohen Stängel spenden hitzeempfindlichem Gemüse leichten Schatten.
Die hohen Stängel der Sonnenblume können als natürliche Stütze für rankende Gurken dienen.
Schlechte Nachbarschaft
Die Sonnenblume gibt allelopathische Substanzen ab, die das Wachstum von Kartoffeln in unmittelbarer Nachbarschaft hemmen können.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Sonnenblume wurde von den indigenen Völkern Nordamerikas vor Tausenden von Jahren als Nutz- und Ölpflanze domestiziert. Im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht, ist sie heute eine der wichtigsten Ölpflanzen der Welt.
Verwendung
Für Ziergärten, als Schnittblume, als Sichtschutzpflanze sowie für Pflanzungen, die Bestäuber und Vögel anlocken. Niedrige Sorten eignen sich für große Kübel.
Wissenswertes
- Junge Sonnenblumenköpfe zeigen Heliotropismus — sie drehen sich der Sonne nach, doch ausgewachsene bleiben meist nach Osten ausgerichtet stehen.
- Die Anordnung der Samen im Blütenkorb folgt der mathematischen Fibonacci-Folge.
Häufige Fragen
Warum kippt die Sonnenblume um?
Hohe Sorten mit schwerem Blütenkorb brechen bei Wind leicht ab. Es lohnt sich, ihnen von Anfang an eine stabile Stütze zu geben und sie an einem windgeschützten Ort zu pflanzen.
Dreht sich die Sonnenblume wirklich der Sonne nach?
Ja, aber das betrifft vor allem junge, sich noch entwickelnde Pflanzen (Heliotropismus). Ausgewachsene Blütenköpfe bleiben meist nach Osten gerichtet stehen.
Wann erntet man Sonnenblumenkerne?
Wenn die Rückseite des Blütenkorbs gelb wird und die Samen prall und hart sind — meist im September/Oktober. Man kann den Blütenkorb auch als Vogelfutterstelle stehen lassen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Helianthus annuusInstitution / Botanischer Garten
Meine Notiz
Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.