Kurz gefasst
- Es handelt sich um einen WALDKAKTUS, keinen Wüstenkaktus — in der Natur wächst er als Epiphyt im Schatten feuchter brasilianischer Wälder.
- Er benötigt Halbschatten und regelmäßiges, mäßiges Gießen — er verträgt kein langes Austrocknen wie Wüstenkakteen.
- Er blüht im Winter (November–Januar), meist um die Weihnachtszeit.
- Zur Knospenbildung benötigt er im Herbst kürzere Tage und kühlere Temperaturen.
- Die flachen Triebsegmente übernehmen die Funktion von Blättern und speichern Wasser.
Botanische Daten
- Familie
- Cactaceae (Cactaceae)
- Höhe
- 0.2–0.4 m
- Breite
- 0.3–0.6 m
- Wuchsform
- Überhängend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Langsam
- Standort
- Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Torfig
- pH-Wert
- pH 5.5–6.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- November–Januar
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Stecklingen
Merkmale
Die Pflanze bildet überhängende, stark verzweigte Triebe aus flachen, gekerbten Segmenten (Phyllokladien) von wenigen Zentimetern Länge. Die Blüten wachsen an den Enden der Segmente, sind röhrenförmig, zweiseitig symmetrisch und leicht nach unten gerichtet — ein Merkmal, das sie vom verwandten Osterkaktus unterscheidet.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Im Gegensatz zu Wüstenkakteen verträgt er kein langes Austrocknen — die Segmente welken und schrumpeln dann. Gießen, sobald die oberste Substratschicht abgetrocknet ist, dabei eine hohe Luftfeuchtigkeit beibehalten.
Düngung
Die Düngung von September bis zur Knospenbildung aussetzen, um die Blühinduktion nicht zu stören.
Pflanzung
Leichtes, durchlässiges epiphytisches Substrat — eine Mischung aus Lauberde, Torf, Rinde und Perlit; schwere Gartenerde vermeiden.
Schnitt
Vorsichtig 1–2 Segmente von den Triebenden abdrehen oder abschneiden, um die Verzweigung und Verdichtung der Pflanze anzuregen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ähnliche Ansprüche: gestreutes Licht, hohe Luftfeuchtigkeit und Vermeidung direkter Sonne — sie gedeihen gut nebeneinander auf derselben Fensterbank.
Sie mögen denselben Halbschatten und dieselbe feuchte Luft und bilden zusammen eine Pflanzengruppe mit ähnlicher Pflege.
Schlechte Nachbarschaft
Aloe ist eine Wüstensukkulente, die volle Sonne und langes Austrocknen zwischen den Wassergaben benötigt — unter denselben Bedingungen wie der Weihnachtskaktus leidet immer einer von beiden.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Die Krankheit entwickelt sich in zu nassem, schlecht durchlüftetem Substrat und befällt die Wurzeln sowie die Triebbasis. Die Wurzeln werden braun, faulen und verlieren die Rinde, die sich leicht abziehen lässt, und an der Stängelbasis entsteht eine dunkle, wässrige Fäule. Der oberirdische Teil welkt, vergilbt und stirbt trotz feuchter Erde ab – ein typisches Symptom, denn die geschädigten Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf. Besonders gefährdet sind Zimmerpflanzen, Sukkulenten und Kakteen (bei Überwässerung) sowie im Freiland Nadelgehölze, Rhododendren, Heidekrautgewächse und Erdbeeren auf staunassen Standorten. Der Prozess beginnt unauffällig an den Wurzelhaaren und Wurzelspitzen, die sich dunkel verfärben und absterben, woraufhin die Fäule zu den Skelettwurzeln und zum Wurzelhals fortschreitet. Gesunde, helle, aktive Wurzeln verschwinden – es bleibt eine dunkle, braunrostige oder schwärzliche, wässrige Masse, und die äußere Rindenschicht der Wurzel lässt sich wie ein Handschuh abstreifen und legt den verfärbten Zentralzylinder frei. Bei Bäumen und Sträuchern zeigt sich der Befall von Wurzelhals und Stammbasis (Stammgrundfäule) als dunkler, oft herablaufender Fleck, mitunter mit Ausfluss, und die Rinde ist an dieser Stelle feucht und eingesunken; bei Nadelgehölzen und Rhododendren beobachtet man ein Braunwerden und Absterben von unten oder aus der Kronenmitte bei noch feuchtem Boden. Charakteristisch ist das nesterweise (herdförmige) Auftreten der Symptome im Beet – dort, wo sich Wasser und Erreger örtlich ansammeln. Es lohnt sich, die beiden verursachenden Eipilz-Gattungen zu unterscheiden: Pythium befällt hauptsächlich Sämlinge und Feinwurzeln und verursacht Umfallkrankheit und Wurzelfäule in kühlem, nassem Substrat, während Phytophthora auch ältere, verholzte Pflanzen, Skelettwurzeln und den Wurzelhals angreift, stärker in wärmerem, mit Wasser gesättigtem Boden. Entscheidend für die Diagnose ist der Widerspruch der Symptome: Die Pflanze welkt und wirkt „trocken“, obwohl das Substrat nass ist – dies ist die Folge der zerstörten Wurzeln, nicht eines Wassermangels.
WollläuseInsekten, die von einem weißen, wattigen Wachsbelag bedeckt sind und sich in den Blattachseln, am Triebansatz und auf der Blattunterseite ansammeln. Sie sehen aus wie Wattebäusche. Sie saugen Pflanzensaft, schwächen die Pflanze und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich der schwarze Rußtaupilz entwickelt. Ein häufiger Schädling an Zimmerpflanzen und Sukkulenten. Die erwachsenen Weibchen sind ovale, weiche Insekten von etwa 2–5 mm Länge, mit rosafarbenem oder grauem, unter Wachs verborgenem Körper, oft mit Wachsfortsätzen an den Seiten und am Hinterleibsende. Die Männchen sind winzig, geflügelt und fressen nicht. Bei den meisten Arten werden die Eier in weiße, wattige Eisäcke (Kokons) abgelegt, aus denen bewegliche Larven (Wandernymphen) schlüpfen, die über die Pflanze kriechen und den Befall auf benachbarte Exemplare übertragen; ein Teil der Wollläuse (z. B. Pseudococcus longispinus) ist jedoch eierlebendgebärend und bringt lebende Wandernymphen ohne deutlichen Eisack zur Welt. Unter den warmen, trockenen Bedingungen von Wohnungen und Gewächshäusern entwickeln sich Wollläuse das ganze Jahr über in mehreren sich überlappenden Generationen — deshalb reicht eine einmalige Behandlung selten aus. Fraßsymptome sind Wachstumshemmung, Vergilben, Verformung und vorzeitiger Blattfall, bei starkem Befall das Absterben der Triebe; der schwarze Rußtau auf dem Honigtau schränkt zusätzlich die Photosynthese ein und entstellt die Pflanze. Eine eigene Form sind die Wurzelwollläuse (Rhizoecus), die weiße, wachsige Ansammlungen an den Wurzeln und im Wurzelballen bilden — die Pflanze schwächelt und welkt, ohne dass an den oberirdischen Teilen ein Schädling sichtbar wird. Wollläuse werden oft von Ameisen begleitet, die den Honigtau fressen und die Kolonien vor natürlichen Feinden schützen.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Pflanze ist eine im 19. Jahrhundert in Europa entstandene Gartenhybride aus der Kreuzung zweier brasilianischer Schlumbergera-Arten, die von Sammlern von Waldepiphyten eingeführt wurden. Sie gewann als Zimmerpflanze schnell an Beliebtheit, dank ihrer Blütezeit rund um die winterlichen Feiertage.
Verwendung
Ausschließlich eine Topf- bzw. Zimmerpflanze — für helle, aber nicht sonnige Fensterbänke, gut beleuchtete Badezimmer und Innenräume mit erhöhter Luftfeuchtigkeit. Eindrucksvoll auch als Hängepflanze im Ampeltopf.
Wissenswertes
- Trotz des Namens „Kaktus“ hat er nichts mit einem trockenen Standort zu tun — es handelt sich um eine Pflanze des tropischen Waldes, die an Schatten und Feuchtigkeit gewöhnt ist.
- Die Blüte wird, ähnlich wie beim Weihnachtsstern, durch die Verkürzung der Tageslänge und den Temperaturrückgang im Herbst ausgelöst.
- Bei guter Pflege kann er jahrzehntelang im selben Topf leben und blühen und wird manchmal von Generation zu Generation weitergegeben.
Häufige Fragen
Warum will mein Weihnachtskaktus nicht blühen?
Meist fehlt ihm der Reiz kurzer Tage und kühler Temperaturen im Herbst. Stellen Sie die Pflanze für 6–8 Wochen im Herbst an einen Ort, an dem sie nachts (mindestens 12–14 Stunden) Dunkelheit und eine Temperatur von etwa 15–18 °C hat — das löst die Knospenbildung aus.
Kann man den Weihnachtskaktus wie einen gewöhnlichen Kaktus halten und selten gießen?
Nein — es ist ein Waldkaktus, ein Epiphyt, der an feuchte Luft und ein regelmäßig (wenn auch mäßig) feuchtes Substrat gewöhnt ist. Langes Austrocknen, wie es für Wüstenkakteen typisch ist, führt zum Welken der Segmente.
Warum fallen die Knospen vor dem Aufblühen ab?
Meist handelt es sich um eine Stressreaktion: das Umstellen des Topfes, Zugluft, einen plötzlichen Temperaturwechsel oder das Austrocknen des Substrats während der Knospenbildung. Es lohnt sich, der Pflanze während der Knospenbildung einen festen Standort zu geben.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Schlumbergera × buckleyiDatenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden Plant Finder — SchlumbergeraInstitution / Botanischer Garten
Meine Notiz
Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.