Kurz gefasst
- Ein großer, ausladender Baum für größere Gärten und Parks.
- Sehr resistent gegen Trockenheit, Frost und Stadtbedingungen, anspruchslos im Boden.
- Die Früchte sind essbar und süß, hinterlassen beim Herabfallen jedoch starke Flecken auf Belägen.
- Die Blätter sind seit Jahrtausenden die Grundnahrung der Seidenraupenlarven.
- Nur im Winter schneiden — in der Vegetationszeit tritt reichlich Saft aus den Wunden aus.
Botanische Daten
- Familie
- Moraceae (Moraceae)
- Höhe
- 8–15 m
- Breite
- 6–12 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Lehmig, Sandig
- pH-Wert
- pH 5.5–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 4a–9b
- Vermehrung
- Aus Samen, Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Die Krone ist breit und abgerundet. Die Blätter sind in der Form sehr variabel — von ganzrandig herzförmig bis tief gelappt, im Herbst färben sie sich gelb. Die Blüten sind unscheinbar, in Kätzchen angeordnet und windblütig. Die Frucht ist ein brombeerähnlicher Fruchtstand (Sammelfrucht), weiß, rosa oder fast schwarz, je nach Form.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Junge Bäume bei Trockenheit bis zum Anwachsen gießen; etablierte Exemplare sind sehr trockenheitsresistent und benötigen praktisch keine Bewässerung.
Düngung
Ein anspruchsloser Baum — auf durchschnittlichem Gartenboden ist eine Düngung meist überflüssig.
Pflanzung
Sonniger Standort, fern von Terrassen und Gehwegen — die reifen Früchte fallen herab und hinterlassen starke Flecken auf Belägen und Kleidung.
Schnitt
Kranke, sich kreuzende und in die Kroneninnere wachsende Triebe entfernen; in der Jugend formen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Der schattenliebende Bodendecker gedeiht gut im Halbschatten unter der ausladenden Krone der Maulbeere, wo Rasen kümmert.
Verträgt Schatten und die Wurzelkonkurrenz des Baumes und bildet einen attraktiven Unterwuchs unter der Maulbeere.
Schlechte Nachbarschaft
Die ausladende Krone der Maulbeere wirft dichten Schatten, und die flachen Wurzeln konkurrieren um Wasser und Nährstoffe, sodass Pflanzen mit vollem Sonnenbedarf unter ihr schwächeln.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Winzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Deckel- und NapfschildläuseUnbewegliche, braune oder gelbliche Schilde (1–4 mm), die an Stängeln und der Blattunterseite haften, besonders entlang der Blattadern. Leicht mit Auswüchsen an der Pflanze zu verwechseln. Sie saugen Pflanzensaft, verursachen Vergilbung und Schwächung und scheiden klebrigen Honigtau aus. Häufig an Ficus, Orchideen und Pflanzen mit festen Blättern. Der Sammelname umfasst zwei Gruppen mit unterschiedlicher Biologie. Die Deckelschildläuse (Diaspididae) besitzen einen harten, vom Körper getrennten Wachsschild, den man anheben kann — darunter kommt ein winziges, bein- und flügelloses Weibchen zum Vorschein; sie scheiden keinen Honigtau aus. Die Napfschildläuse (Coccidae) haben eine gewölbte, napfförmige, mit dem Körper verwachsene Hülle und sind es, die ihn reichlich absondern. Der klebrige Honigtau — die Domäne der Napfschildläuse und anderer honigtaubildender Schildläuse, nicht der Deckelschildläuse — lagert sich auf den Blättern ab und lockt Schwärzepilze (Rußtau, Rußtaupilzbelag) sowie Ameisen an, die die Kolonie vor Fressfeinden verteidigen. Das einzige bewegliche saugende Stadium ist die wandernde Larve (der sogenannte Crawler) — eine flache, winzige Larve, die nach dem Schlupf unter dem Schild der Mutter über die Pflanze auswandert, sich dann festsetzt, den Stechrüssel in die Leitgewebe treibt und die Beweglichkeit verliert; die erwachsenen Weibchen bleiben bis zum Lebensende unbeweglich. Die Männchen verpuppen sich und fressen als winzige, geflügelte, kurzlebige Insekten nicht. In beheizten Innenräumen vermehrt sich der Schädling das ganze Jahr über und bildet mehrere sich überlappende Generationen; im Freiland meist 1–3 Generationen, wobei begattete Weibchen oder unter dem Schild verborgene Eier überwintern. Die Fraßsymptome sind Vergilbung und vorzeitiger Blattfall, das Absterben von Trieben, Verkümmerung sowie Schwächung der Pflanze und sekundär ein schwarzer Rußtaubelag auf den mit Honigtau bedeckten Blättern. An Obstbäumen, die von der San-José-Schildlaus (Comstockaspis perniciosa) befallen sind, treten rund um die Saugstellen rötliche Verfärbungen auf, und stark besiedelte Äste sterben ab. Da die Schilde unbeweglich sind und sich farblich auf Rinde und Blattadern tarnen, wird der Befall leicht übersehen, bis Honigtau auftritt oder die Pflanze deutlich geschwächt ist — deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten und Triebwinkel entscheidend.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Die reifen Früchte sind essbar und schmackhaft; unreife Früchte und der weiße Milchsaft können den Verdauungstrakt reizen. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
In China wird sie seit Jahrtausenden für die Seidenraupenzucht angebaut, deren Larven sich ausschließlich von ihren Blättern ernähren. Mit der Seidenraupenzucht verbreitete sie sich über Asien nach Europa; in Polen wird sie vor allem als Zier- und Obstbaum gepflanzt.
Verwendung
Die Früchte werden roh gegessen, getrocknet oder verarbeitet; die Blätter dienten und dienen der Fütterung von Seidenraupen. Sie wird als Schattenbaum in Parks und größeren Gärten gepflanzt und verträgt städtische Bedingungen gut.
Wissenswertes
- Die Blätter der Weißen Maulbeere sind die einzige natürliche Nahrung der Larven des Maulbeerspinners (Bombyx mori).
- Die beliebte Hängesorte 'Pendula' bildet eine schirmartige, überhängende Krone und wird als Zierbaum gepflanzt.
Häufige Fragen
Färben die Maulbeerfrüchte ab?
Ja, die reifen Früchte der dunklen Formen hinterlassen starke Flecken auf Gehwegen, Terrassen und Kleidung. Der Baum sollte fern von Belägen gepflanzt werden; es gibt auch Formen mit weißen Früchten, die deutlich weniger flecken.
Wann schneidet man die Maulbeere?
Ausschließlich im Winter, während der vollen Ruhephase. Ein Schnitt im Frühjahr oder Sommer führt zu starkem „Bluten“ von Saft aus den Wunden, was den Baum schwächt.
Kann man mit einer Maulbeere im Garten Seidenraupen züchten?
Ja — die Blätter der Weißen Maulbeere sind die natürliche Nahrung der Maulbeerspinnerlarven. Das ist ihre wichtigste wirtschaftliche Bedeutung, neben den Früchten.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Morus albaInstitution / Botanischer Garten
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