Kurz gefasst
- Liefert süße, essbare Feigen — eine der ältesten Obstpflanzen der Welt.
- Große, handförmige Blätter geben dem Garten mediterranes Flair.
- Braucht den wärmsten, geschützten Platz, am besten an einer Südwand.
- In kühlerem Klima im Winter schützen oder im Kübel frostfrei überwintern.
- Der milchige Blattsaft reizt die Haut und ist phototoxisch — mit Handschuhen arbeiten.
Botanische Daten
- Familie
- Moraceae (Moraceae)
- Höhe
- 3–6 m
- Breite
- 3–6 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Lehmig, Sandig, Kalkhaltig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7.8
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- —
- Winterhärte
- USDA 7a–10b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Ausladender, oft mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum mit glatter, grauer Rinde. Die Blätter sind groß, rau und handförmig gelappt (meist 3–5 Lappen). Was wir als Frucht ansehen, ist tatsächlich ein fleischiger Fruchtstand (Syconium) mit winzigen, im Inneren verborgenen Blüten. Beliebte Tafelsorten setzen die Feigen parthenokarp an, ohne Bestäubung.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen trockenheitsverträglich, doch regelmäßiges Gießen zur Fruchtzeit verbessert die Feigenqualität. Verträgt keine Staunässe.
Düngung
Mäßig — ein Stickstoffüberschuss ergibt üppige Blätter auf Kosten der Früchte und schwächt die Verholzung vor dem Winter.
Pflanzung
Warmer, geschützter Standort, am besten an einer Südwand. Ein begrenzter Wurzelraum (Kübel oder enges Pflanzloch) fördert die Fruchtbildung.
Schnitt
Erfrorene Triebe entfernen, die Krone auslichten; in Wandkultur fächerförmig ziehen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Mediterraner Begleiter mit denselben Ansprüchen: Wärme, Sonne und trockener, durchlässiger Boden an der aufgeheizten Wand.
Teilt die Vorliebe für einen warmen, geschützten Platz an einer Südwand und ein ähnliches Wasserregime.
Schlechte Nachbarschaft
Sie beschatten die fruchtende Feige und konkurrieren um den warmen, abtrocknenden Standort, den die Pflanze für süße Früchte unbedingt braucht.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Auf Blättern, Trieben und Früchten bildet sich ein schwarzer, rußartiger Belag, der sich mit dem Finger teilweise abwischen lässt. Diese Pilze infizieren das Pflanzengewebe nicht – sie entwickeln sich auf dem süßen, klebrigen Honigtau, den Blattläuse, Weiße Fliegen, Wollläuse, Blattflöhe und Schildläuse ausscheiden. Der Belag entsteht also genau dort, wo diese Schädlinge saugen, und schadet vor allem dadurch, dass er die Blattspreite verdeckt, die Photosynthese einschränkt und die Pflanzen verunstaltet. Häufig ist das Symptom an Zitruspflanzen, Linde, Ahorn sowie an Zimmer- und Gewächshauspflanzen zu sehen. Der Belag ist mal dünn und spinnwebartig, mal dick, krustig und mattschwarz – je nach Pilzart und Menge des Honigtaus; an immergrünen Pflanzen kann er den ganzen Winter über bestehen bleiben. Ein entscheidendes Erkennungsmerkmal: Wischt man die Blattspreite ab, kommt unter der schwarzen Schicht gesundes, grünes Gewebe zum Vorschein – der Rußtau hinterlässt keine Flecken, Nekrosen oder Fraßstellen, denn er dringt nicht ins Blatt ein. Charakteristisch ist auch die Ausdehnung des Symptoms: Der Ruß setzt sich dort ab, wo der klebrige Honigtau heruntertropft, und erscheint daher nicht nur auf den Blättern, sondern auch auf Gegenständen unter der Pflanze – dem Gehweg, Gartenmöbeln, der Fensterbank oder der Karosserie –, was für sich genommen den Schädlingsbefall weiter oben verrät. Die Rußtaupilze selbst sind dunkel gefärbte (melaninhaltige) Saprophyten, weshalb die Schicht tiefschwarz ist. Der unmittelbare Schaden für die Pflanze ist meist mäßig – Schwächung durch Beschattung der Blätter, Vigorverlust, schlechteres Aussehen und geminderter Handelswert von Früchten oder Zierpflanzen –, doch ein dichter, langanhaltender Belag auf vielen Blättern schränkt Assimilation und Zuwachs tatsächlich ein. Den Rußtau betrachtet man am besten als sichtbares Signal dafür, dass sich weiter oben an der Pflanze (oder am Baum darüber) eine Kolonie saugender Insekten entwickelt.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Deckel- und NapfschildläuseUnbewegliche, braune oder gelbliche Schilde (1–4 mm), die an Stängeln und der Blattunterseite haften, besonders entlang der Blattadern. Leicht mit Auswüchsen an der Pflanze zu verwechseln. Sie saugen Pflanzensaft, verursachen Vergilbung und Schwächung und scheiden klebrigen Honigtau aus. Häufig an Ficus, Orchideen und Pflanzen mit festen Blättern. Der Sammelname umfasst zwei Gruppen mit unterschiedlicher Biologie. Die Deckelschildläuse (Diaspididae) besitzen einen harten, vom Körper getrennten Wachsschild, den man anheben kann — darunter kommt ein winziges, bein- und flügelloses Weibchen zum Vorschein; sie scheiden keinen Honigtau aus. Die Napfschildläuse (Coccidae) haben eine gewölbte, napfförmige, mit dem Körper verwachsene Hülle und sind es, die ihn reichlich absondern. Der klebrige Honigtau — die Domäne der Napfschildläuse und anderer honigtaubildender Schildläuse, nicht der Deckelschildläuse — lagert sich auf den Blättern ab und lockt Schwärzepilze (Rußtau, Rußtaupilzbelag) sowie Ameisen an, die die Kolonie vor Fressfeinden verteidigen. Das einzige bewegliche saugende Stadium ist die wandernde Larve (der sogenannte Crawler) — eine flache, winzige Larve, die nach dem Schlupf unter dem Schild der Mutter über die Pflanze auswandert, sich dann festsetzt, den Stechrüssel in die Leitgewebe treibt und die Beweglichkeit verliert; die erwachsenen Weibchen bleiben bis zum Lebensende unbeweglich. Die Männchen verpuppen sich und fressen als winzige, geflügelte, kurzlebige Insekten nicht. In beheizten Innenräumen vermehrt sich der Schädling das ganze Jahr über und bildet mehrere sich überlappende Generationen; im Freiland meist 1–3 Generationen, wobei begattete Weibchen oder unter dem Schild verborgene Eier überwintern. Die Fraßsymptome sind Vergilbung und vorzeitiger Blattfall, das Absterben von Trieben, Verkümmerung sowie Schwächung der Pflanze und sekundär ein schwarzer Rußtaubelag auf den mit Honigtau bedeckten Blättern. An Obstbäumen, die von der San-José-Schildlaus (Comstockaspis perniciosa) befallen sind, treten rund um die Saugstellen rötliche Verfärbungen auf, und stark besiedelte Äste sterben ab. Da die Schilde unbeweglich sind und sich farblich auf Rinde und Blattadern tarnen, wird der Befall leicht übersehen, bis Honigtau auftritt oder die Pflanze deutlich geschwächt ist — deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten und Triebwinkel entscheidend.
WollläuseInsekten, die von einem weißen, wattigen Wachsbelag bedeckt sind und sich in den Blattachseln, am Triebansatz und auf der Blattunterseite ansammeln. Sie sehen aus wie Wattebäusche. Sie saugen Pflanzensaft, schwächen die Pflanze und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich der schwarze Rußtaupilz entwickelt. Ein häufiger Schädling an Zimmerpflanzen und Sukkulenten. Die erwachsenen Weibchen sind ovale, weiche Insekten von etwa 2–5 mm Länge, mit rosafarbenem oder grauem, unter Wachs verborgenem Körper, oft mit Wachsfortsätzen an den Seiten und am Hinterleibsende. Die Männchen sind winzig, geflügelt und fressen nicht. Bei den meisten Arten werden die Eier in weiße, wattige Eisäcke (Kokons) abgelegt, aus denen bewegliche Larven (Wandernymphen) schlüpfen, die über die Pflanze kriechen und den Befall auf benachbarte Exemplare übertragen; ein Teil der Wollläuse (z. B. Pseudococcus longispinus) ist jedoch eierlebendgebärend und bringt lebende Wandernymphen ohne deutlichen Eisack zur Welt. Unter den warmen, trockenen Bedingungen von Wohnungen und Gewächshäusern entwickeln sich Wollläuse das ganze Jahr über in mehreren sich überlappenden Generationen — deshalb reicht eine einmalige Behandlung selten aus. Fraßsymptome sind Wachstumshemmung, Vergilben, Verformung und vorzeitiger Blattfall, bei starkem Befall das Absterben der Triebe; der schwarze Rußtau auf dem Honigtau schränkt zusätzlich die Photosynthese ein und entstellt die Pflanze. Eine eigene Form sind die Wurzelwollläuse (Rhizoecus), die weiße, wachsige Ansammlungen an den Wurzeln und im Wurzelballen bilden — die Pflanze schwächelt und welkt, ohne dass an den oberirdischen Teilen ein Schädling sichtbar wird. Wollläuse werden oft von Ameisen begleitet, die den Honigtau fressen und die Kolonien vor natürlichen Feinden schützen.
NapfschildlausEine Napfschildlaus, deren Weibchen braune, halbkugelige, stark gewölbte „Näpfchen“ (3–6 mm) bilden, die unbeweglich an Trieben, Zweigen und Blattansätzen sitzen. Sie saugen Saft und schwächen so die Pflanzen und scheiden reichlich Honigtau aus, auf dem sich schwarzer Rußtaupilz entwickelt, der Blätter und Früchte verunstaltet. Sie befällt Obstbäume (Pflaume, Pfirsich), Weinreben, Ziersträucher sowie Zimmerpflanzen. Sie gehört zu den Napfschildläusen (Weichschildläuse, Coccidae) und nicht zu den echten Deckelschildläusen — ihr brauner Schild ist der sklerotisierte Körper des Weibchens, der sich nicht von ihm ablösen lässt. Im polnischen Klima bildet sie meist eine Generation pro Jahr aus. Sie überwintert als Junglarve (zweites Stadium), die an Trieben und Zweigen, in Rindenrissen sowie an den Knospen festgeheftet ist. Im Frühjahr nehmen die Larven ihre Saugtätigkeit wieder auf, und die Weibchen wachsen rasch heran und verwandeln sich in die charakteristischen, aushärtenden „Näpfchen“. Unter dem Schild legt das reife Weibchen zahlreiche Eier ab — oft von mehreren Hundert bis über Tausend. Die daraus schlüpfenden wandernden Larven (sogenannte Crawler) verteilen sich meist Ende Juni bis Anfang Juli auf Blätter und junge Triebe, wo sie sich festheften und saugen; vor dem Blattfall kehren sie zum Überwintern an die Triebe zurück. Anzeichen eines Befalls sind geschwächtes Wachstum und das Absterben von Zweigen bei starkem Auftreten, klebriger, glänzender Honigtau auf den Blättern und unter der Pflanze, ein schwarzer Rußtaubelag, der die Photosynthese beeinträchtigt, sowie zahlreiche Ameisen, die den Honigtau abweiden. Larven und Weibchen sammeln sich in Zweiggabeln, an der Unterseite der Triebe, am Blattansatz sowie entlang der Blattadern und Blattstiele.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Die Früchte sind essbar, doch der milchige Saft von Blättern und Trieben enthält Furocumarine und kann nach Hautkontakt unter Sonneneinstrahlung eine Photodermatitis (Reizung, Blasen) auslösen. |
| Hunde | Mäßig | Blätter und Saft können Reizungen von Verdauungstrakt und Haut verursachen. |
| Katzen | Mäßig | Die Pflanze gilt als giftig für Katzen; der Saft reizt Haut und Schleimhäute. |
Geschichte und Herkunft
In Westasien und im Mittelmeerraum seit mindestens mehreren Jahrtausenden kultiviert; in antiken Quellen und religiösen Texten vielfach als Sinnbild des Wohlstands erwähnt. Ins kühlere Europa gelangte sie als Obstpflanze, die Schutz braucht.
Verwendung
Für süße Tafelfrüchte sowie als Zierpflanze mit exotischem Wuchs auf Terrassen und an sonnigen Mauern kultiviert. In kühlerem Klima meist im großen Kübel gezogen, der im Winter in einem hellen, kühlen Raum überwintert.
Wissenswertes
- Wildfeigen bestäubt in der Natur ausschließlich eine winzige Feigenwespe in enger Symbiose mit der Pflanze, doch die Tafelsorten tragen auch ohne sie.
- Die Feige kann zwei Ernten pro Saison bringen: frühe Feigen an den vorjährigen Trieben und die Haupternte am diesjährigen Zuwachs.
Häufige Fragen
Übersteht die Feige den Winter in Mitteleuropa?
In den wärmsten Lagen und an einer Südwand können winterharte Sorten nach Abdecken im Freiland überwintern. Sicherer ist die Kultur im großen Kübel, der im Winter in einen hellen, kühlen (einige Grad über null) Raum gestellt wird.
Warum setzt die Feige keine Früchte an?
Meist fehlt es an Wärme und Sonne, oder ein Stickstoffüberschuss fördert Blätter auf Kosten der Früchte. Zudem sollte man parthenokarpe Sorten wählen, die ohne Bestäubung tragen — in unserem Klima fehlt die bestäubende Feigenwespe.
Ist der Saft der Feige gefährlich?
Die Früchte sind essbar, doch der milchige Saft von Blättern und Trieben enthält phototoxische Furocumarine. Nach Hautkontakt und Sonneneinstrahlung kann er Reizungen und Blasen verursachen, daher Schnitt und Ernte am besten mit Handschuhen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Ficus caricaInstitution / Botanischer Garten
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