Kurz gefasst
- Breitet sich über oberirdische Ausläufer aus, die an den Knoten wurzeln — ein einzelner Setzling schließt in wenigen Jahren einen Teppich von 30–60 cm Durchmesser, langfristig 0,5–1 m, und wächst weiter.
- Standort: Halbschatten und Schatten, humoser, durchlässiger und mäßig feuchter Boden; Trockenheit verträgt er nicht.
- Blüht von April–Mai bis Juni mit blauvioletten Ähren von 10–30 cm Höhe — eine frühe Trachtquelle für Hummeln.
- Er ist immergrün, nach einem strengen Winter eher halbimmergrün: Die Rosetten überwintern belaubt, doch erfrorenes Laub muss man im zeitigen Frühjahr herausrechen.
- Ausbreitungsfreudig — er dringt in den Rasen ein und überwuchert zierliche Steingartenstauden, daher sollte man die Pflanzung mit einer Randbegrenzung einfassen.
Botanische Daten
- Familie
- Lamiaceae (Lamiaceae)
- Höhe
- 0.1–0.3 m
- Breite
- 0.5–1 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 5.5–7.2
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- April–Juni
- Winterhärte
- USDA 3a–9a
- Vermehrung
- Durch Teilung, Durch Ausläufer, Aus Samen
Merkmale
Niedrige Staude, die flache, dichte Teppiche aus Blattrosetten bildet, die durch oberirdische Ausläufer verbunden sind. Die Ausläufer entspringen den Blattachseln, kriechen über den Boden und wurzeln an den Knoten, wo sie neue Rosetten anlegen — daher das Artepitheton reptans, also „kriechend“. Der Blattteppich selbst ist 10–15 cm hoch, die aufrechten Blütentriebe 10–30 cm, und eine einzelne Pflanze breitet sich in wenigen Jahren auf 30–60 cm Durchmesser aus, langfristig auf 0,5–1 m, und wächst weiter, denn der Klon kennt keine natürliche Grenze. Die Blätter sind verkehrt-eiförmig bis spatelförmig, 4–8 cm lang, mit welligem oder flach gekerbtem Rand, dunkelgrün und glänzend, bei der Wildform oft mit bräunlichem Anflug; Zuchtsorten haben sie purpurschwarz oder panaschiert. Das Rosettenlaub überwintert — der Günsel ist immergrün, nach strengeren Wintern eher halbimmergrün: Bei Frost ohne Schneedecke werden die Blätter braun und müssen im Frühjahr entfernt werden. Der Stängel ist vierkantig, typisch für Lippenblütler, und meist nur an zwei gegenüberliegenden Seiten behaart. Der Blütenstand ist eine dichte, scheinbar ährenförmige Triebspitze aus Scheinquirlen von je mehreren Blüten, die in den Achseln der Tragblätter stehen. Die einzelne Blüte ist 1–1,7 cm lang und wirkt einlippig: Die Oberlippe ist sehr kurz und zweilappig, die Unterlippe breit und dreilappig; die Farbe ist bei Wildpflanzen blauviolett, in Kultur auch weiß und rosa. Die Frucht besteht aus vier Klausen, wie bei der ganzen Familie. Von den beiden verwandten heimischen Arten unterscheiden den Kriechenden Günsel vor allem die Ausläufer: Der Genfer Günsel (Ajuga genevensis) bildet keine aus und hat einen ringsum behaarten Stängel, und der Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis) wächst ebenfalls ohne Ausläufer, dafür ist sein Blütenstand deutlich pyramidenförmig, mit großen, dachziegelartig überlappenden Tragblättern. Die Pflanze verlangt Halbschatten oder Schatten sowie humosen und mäßig feuchten Boden mit einem pH von 5,5–7,2; Frost verträgt sie sehr gut (Zonen 3a–9a), Trockenheit gar nicht.
Beliebte Sorten
- ‘Atropurpurea’
- Die älteste und am weitesten verbreitete dunkellaubige Sorte: braunpurpurne Blätter, blauviolette Blüten. Die Farbe hält sie am besten im Halbschatten mit Morgensonne; im tiefen Schatten ergrünt sie.
- ‘Black Scallop’
- Sehr dunkle, fast schwarze, stark glänzende Blätter mit deutlich wellig gekerbtem Rand. Die Rosette ist kompakt und steifer als bei älteren Sorten, und die Färbung ist am tiefsten bei guter Belichtung.
- ‘Burgundy Glow’
- Eine panaschierte Sorte — cremeweiße, rosa-burgunderrote und grüne Blätter zugleich, gezogen allein wegen des Laubs. Sie treibt rückschlagende Triebe mit gewöhnlichen grünen Blättern, die kräftiger wachsen und die Sorte verdrängen, weshalb man sie an der Basis herausschneiden muss.
- ‘Catlin’s Giant’
- Die größte der gängigen Sorten: braungrüne Blätter, die bis etwa 15 cm lang werden, Blütenstände bis ungefähr 20 cm. Sie bildet eine kräftigere, deutlich strukturreichere Decke als die Art.
- ‘Multicolor’
- Wird bisweilen als Rainbow verkauft. Grüne Blätter, gesprenkelt mit Creme, Rosa und Braun; sie wächst langsamer als einfarbige Sorten und braucht Schutz vor greller Sonne, da die hellen Blattpartien verbrennen.
- ‘Braunherz’
- Eine deutsche Auslese mit gleichmäßigen, dunkelbraunpurpurnen, glänzenden Blättern. Geschätzt für die einheitliche, ganzsaisonal beständige Farbe und den kräftigen Wuchs, der rasch eine dichte Decke ergibt.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Braucht dauerhaft mäßig feuchten Boden — bei Trockenheit werden die Blätter vom Rand her braun, der Teppich lichtet sich und legt den Boden frei. Seltener, aber durchdringend an der Rosettenbasis gießen. Zeitweise nassen Boden verträgt er, denn in der Natur wächst er auch auf feuchten Wiesen; gefährlich wird erst stehendes Wasser in verdichtetem, luftarmem Boden, besonders im Winter — dann faulen die Rosetten.
Düngung
In nährstoffreichem Boden genügt eine dünne Schicht Kompost, im Frühjahr zwischen den Rosetten verteilt. Ein Stickstoffüberschuss führt zu weichen, üppigen Blättern, die in einem dichten Teppich leichter erkranken.
Pflanzung
Humoser, durchlässiger und mäßig feuchter Boden. Die Fläche vor der Pflanzung gründlich von Unkraut befreien — das Jäten in einem geschlossenen Teppich ist schon sehr schwierig — und die obere Schicht mit Kompost mischen. Die Rosette so setzen, dass ihre Mitte auf Bodenniveau bleibt; zugeschüttet fault sie.
Schnitt
Verblühte Blütenstände abschneiden — das ordnet die Decke und begrenzt die Selbstaussaat; auf größeren Flächen genügt es, mit dem auf höchste Schnitthöhe eingestellten Rasenmäher darüberzufahren. Im zeitigen Frühjahr das erfrorene, braun gewordene Laub herausrechen. Ausläufer, die über den vorgesehenen Bereich hinauswachsen, mit dem Spaten entlang der Pflanzkante abstechen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Te same wymagania — półcień, cień i wilgotna, próchniczna gleba. Funkia wschodzi późno i przez pół wiosny odsłania ziemię, którą dąbrówka ma już wtedy zakrytą i obsypaną kwiatami.
Tawułka dzieli z dąbrówką upodobanie do cienia i stale wilgotnej gleby, a kwitnie latem, gdy dąbrówka ma już po kwitnieniu. Wyrasta wyraźnie ponad matę, więc nie konkurują o to samo piętro.
Cebule sadzone pod okrywą przebijają się przez nią wiosną, a rozłożyste liście dąbrówki maskują potem żółknące liście narcyza, których nie wolno ścinać przed zaschnięciem.
Schlechte Nachbarschaft
Podwójna niezgodność: floks szydlasty wymaga pełnego słońca i suchej, przepuszczalnej gleby, a przy tym jest tak niski, że rozłogi dąbrówki wchodzą w jego poduchę i ją przygłuszają.
Rozłogi płożą się po powierzchni gleby i wchodzą w darń, gdzie dąbrówka zachowuje się jak chwast — trzeba ją wybierać ręcznie razem z ukorzenionymi rozetami. Nasadzenie przy trawniku wymaga obrzeża albo odcinania krawędzi.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Die Krankheit entwickelt sich in zu nassem, schlecht durchlüftetem Substrat und befällt die Wurzeln sowie die Triebbasis. Die Wurzeln werden braun, faulen und verlieren die Rinde, die sich leicht abziehen lässt, und an der Stängelbasis entsteht eine dunkle, wässrige Fäule. Der oberirdische Teil welkt, vergilbt und stirbt trotz feuchter Erde ab – ein typisches Symptom, denn die geschädigten Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf. Besonders gefährdet sind Zimmerpflanzen, Sukkulenten und Kakteen (bei Überwässerung) sowie im Freiland Nadelgehölze, Rhododendren, Heidekrautgewächse und Erdbeeren auf staunassen Standorten. Der Prozess beginnt unauffällig an den Wurzelhaaren und Wurzelspitzen, die sich dunkel verfärben und absterben, woraufhin die Fäule zu den Skelettwurzeln und zum Wurzelhals fortschreitet. Gesunde, helle, aktive Wurzeln verschwinden – es bleibt eine dunkle, braunrostige oder schwärzliche, wässrige Masse, und die äußere Rindenschicht der Wurzel lässt sich wie ein Handschuh abstreifen und legt den verfärbten Zentralzylinder frei. Bei Bäumen und Sträuchern zeigt sich der Befall von Wurzelhals und Stammbasis (Stammgrundfäule) als dunkler, oft herablaufender Fleck, mitunter mit Ausfluss, und die Rinde ist an dieser Stelle feucht und eingesunken; bei Nadelgehölzen und Rhododendren beobachtet man ein Braunwerden und Absterben von unten oder aus der Kronenmitte bei noch feuchtem Boden. Charakteristisch ist das nesterweise (herdförmige) Auftreten der Symptome im Beet – dort, wo sich Wasser und Erreger örtlich ansammeln. Es lohnt sich, die beiden verursachenden Eipilz-Gattungen zu unterscheiden: Pythium befällt hauptsächlich Sämlinge und Feinwurzeln und verursacht Umfallkrankheit und Wurzelfäule in kühlem, nassem Substrat, während Phytophthora auch ältere, verholzte Pflanzen, Skelettwurzeln und den Wurzelhals angreift, stärker in wärmerem, mit Wasser gesättigtem Boden. Entscheidend für die Diagnose ist der Widerspruch der Symptome: Die Pflanze welkt und wirkt „trocken“, obwohl das Substrat nass ist – dies ist die Folge der zerstörten Wurzeln, nicht eines Wassermangels.
Echter MehltauWeißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.
SchneckenNackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Gehört nicht zu den Giftpflanzen; in der alten Kräuterheilkunde wurde das Kraut äußerlich bei Wunden angewandt. Die moderne Phytotherapie verwendet es nicht, es gibt daher keinen Grund, es zu verzehren. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Art wurde von Carl von Linné in seinem Werk „Species Plantarum“ von 1753 beschrieben. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst nahezu ganz Europa und reicht nach Süden bis Nordwestafrika, nach Osten bis zum Kaukasus und Iran; in Polen ist der Kriechende Günsel eine häufige Pflanze, die in Laubwäldern und an ihren Rändern, auf feuchten Wiesen, in Gebüschen und an Wegen wächst. Nach Nordamerika gelangte er als Zierpflanze und hat sich dort als Gartenflüchtling eingebürgert. Der Gattungsname Ajuga wird teils vom lateinischen a- (ohne) und iugum (Joch) hergeleitet, was auf die Blüte ohne deutliche Oberlippe anspielen soll, teils vom alten Kräuternamen abiga; das Epitheton reptans bedeutet „kriechend“. In der alten Kräuterheilkunde zählte das Kraut des Günsels zu den Wundpflanzen — man wandte es äußerlich bei Prellungen, Wunden und Blutungen an, wovon europäische Kräuterbücher seit dem 16. Jahrhundert berichten; die moderne Phytotherapie verwendet es nicht. Im Gartenbau gewann die Art erst als Bodendecker Bedeutung, und der Wendepunkt war die Auslese dunkel- und buntlaubiger Sorten, die man nicht wegen der Blüten, sondern wegen des ganzjährig farbbeständigen Laubs zieht.
Verwendung
Der Günsel gehört zu den zuverlässigeren bodendeckenden Stauden für schattige Stellen: unter Sträuchern und tief wurzelnden Bäumen, an Böschungen, entlang von Wegen, zwischen Gehwegplatten und in Waldgärten. Man pflanzt ihn im Abstand von 25–35 cm, also etwa 8–16 Setzlinge pro Quadratmeter — je dichter, desto schneller schließt sich der Teppich. Die Fläche muss vor der Pflanzung gründlich von Unkraut befreit und bis zum Schließen des Teppichs gemulcht werden, denn das Jäten in einer fertigen Decke ist schon sehr schwierig. Gut macht er sich in Gesellschaft von Funkien, Farnen und Prachtspieren, die über den Teppich hinauswachsen, sowie von Frühjahrszwiebeln, die man darunter setzt — der Günsel verdeckt deren vergilbendes Laub. Gelegentliches Betreten verträgt er, doch als Weg oder als Ersatz für einen Nutzrasen taugt er nicht; an einer schattigen Stelle, die niemand betritt, kann er den Rasen ersetzen. Eine Grenze ist die Feuchtigkeit: Im trockenen Schatten, etwa dicht an den Stämmen flach wurzelnder Bäume, verkahlt der Günsel und geht ein, wo Trockenheit das Kleine Immergrün und der Japanische Ysander besser vertragen. Die zweite Grenze ist die Ausbreitungsfreude — die Ausläufer dringen in den Rasen ein und überwuchern zierliche Steingartenstauden, daher sollte man die Pflanzung mit einer Randbegrenzung einfassen oder einmal im Jahr die Kante mit dem Spaten abstechen. Sorten mit purpurnen und panaschierten Blättern färben sich umso kräftiger, je mehr Licht sie erhalten, deshalb setzt man sie eher in den Halbschatten; im tiefen Schatten ergrünen sie, und der ganze Effekt reduziert sich auf eine gewöhnliche grüne Decke.
Wissenswertes
- Die Blüte des Günsels wirkt einlippig, weil die Oberlippe der Krone auf zwei winzige Zähnchen verkürzt ist — das ist das einfachste Erkennungsmerkmal der ganzen Gattung Ajuga.
- Obwohl er zu den Lippenblütlern gehört, also zur Familie von Minze, Salbei und Thymian, duftet der Günsel nicht: Ätherische Öle enthält er nur in Spuren, und das Zerreiben eines Blattes gibt kein Aroma.
- Pflanzen der Gattung Ajuga sind eine erforschte Quelle von Phytoecdysteroiden — Verbindungen, die den Häutungshormonen der Insekten entsprechen; Gewebekulturen des Kriechenden Günsels werden in Laboren gerade zu deren Gewinnung genutzt.
- In alten Kräuterbüchern führte man den Günsel als Wundpflanze, in englischen Quellen unter dem Namen bugle — daher die bis heute gültige englische Artbezeichnung.
Häufige Fragen
Eignet sich der Kriechende Günsel für die Pflanzung unter Bäumen?
Ja, sofern der Schatten nicht trocken ist. Am besten wächst er unter Sträuchern und tief wurzelnden Bäumen sowie im Unterwuchs eines Waldgartens, wo der Boden feucht bleibt. Im trockenen Schatten dicht an den Stämmen flach wurzelnder Bäume — Birke, Fichte, Spitzahorn — verkahlt der Teppich und geht ein; dort bewähren sich Kleines Immergrün oder Japanischer Ysander zuverlässiger.
Wie hält man den Günsel davon ab, in den Rasen einzudringen?
Die Ausläufer kriechen über die Bodenoberfläche, daher genügt eine physische Barriere: eine 10–15 cm tief eingegrabene Randbegrenzung oder eine mit dem Spaten abgestochene Kante, die man ein- bis zweimal im Jahr erneuert. Auch das Abschneiden verblühter Blütenstände lohnt sich, um die Selbstaussaat zu begrenzen. Pflanzen, die bereits in die Grasnarbe eingedrungen sind, entfernt man von Hand — herausziehen muss man die ganzen bewurzelten Rosetten, denn zurückgelassene treiben wieder aus.
Warum verkahlt und fault die Mitte des Günsel-Teppichs?
Das ist eine Fäule der Rosettenbasis, die durch zu nassen, verdichteten Boden und fehlende Durchlüftung in einer dichten, mehrjährigen Decke begünstigt wird. Vorbeugen lässt sich mit der Pflanzung auf durchlässigem Boden, dem Auslichten alter Bestände und dem Entfernen des Schnittguts nach dem Rückschnitt der Blütenstände. Kahle Stellen füllt man mit bewurzelten Rosetten auf, die man vom Rand des Teppichs abtrennt — teilen lässt sich der Günsel vom Frühjahr bis zum Frühherbst.
Warum sind die purpurnen Blätter meiner Sorte ergrünt?
Dafür kommen zwei verschiedene Ursachen infrage. Verblasst die Farbe allmählich an der ganzen Pflanze, liegt es an zu tiefem Schatten — die purpurne Färbung verstärkt sich bei größerem Lichtangebot, deshalb setzt man dunkellaubige Sorten in den Halbschatten und nicht in den Vollschatten. Erscheint dagegen im Teppich einer panaschierten Sorte ein Büschel völlig grüner, deutlich kräftiger wachsender Blätter, ist das ein rückschlagender Trieb; man muss ihn an der Basis herausschneiden, denn er wächst stärker als die Sorte und verdrängt sie mit der Zeit.
Ist der Kriechende Günsel immergrün?
Ja, wobei man ihn unter polnischen Bedingungen genauer als halbimmergrün bezeichnet: Die Rosetten überwintern belaubt, und den größten Teil des Winters bleibt die Decke grün. Nach einem frostigen, schneelosen Winter werden die Blätter vom Rand her braun oder sterben ab, doch die Pflanze treibt aus den Knospen in den Rosetten und an den Knoten der Ausläufer wieder aus. Der einzige nötige Eingriff ist das Herausrechen des beschädigten Laubs im zeitigen Frühjahr, bevor der neue Austrieb beginnt.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Ajuga reptans L.Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Ajuga reptans (bugle)Institution / Botanischer Garten
- Missouri Botanical Garden — Plant Finder: Ajuga reptansInstitution / Botanischer Garten
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