Kurz gefasst
- Blüht lange, von Juni bis zu den Herbstfrösten, in fast jeder Farbe außer Blau.
- Benötigt Sonne oder Halbschatten und einen nährstoffreichen, durchlässigen Boden.
- Beliebt für Rabatten und als haltbare Schnittblume.
- Das Entspitzen junger Pflanzen bringt mehr Blütenähren.
- In dichter Pflanzung ist es anfällig für Rost — für Luftzirkulation sorgen.
Botanische Daten
- Familie
- Plantaginaceae (Plantaginaceae)
- Höhe
- 0.2–0.9 m
- Breite
- 0.2–0.35 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Juni–Oktober
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Eine Pflanze mit steifen, aufrechten Trieben, die in dichten Blütenähren enden. Die einzelne Blüte hat eine zweilippige Krone, die sich unter seitlichem Druck „öffnet“ wie ein Maul — daher der volkstümliche Name Löwenmaul. Die Blüten öffnen sich nacheinander von unten nach oben entlang der Ähre, in Farben von Weiß über Gelb-, Rosa- und Rottöne bis zu zweifarbigen Kombinationen. Die Sorten unterscheiden sich in der Höhe — von niedrigen Einfassungssorten bis zu hohen Formen für den Schnitt.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Mäßig gießen, am besten am Fuß der Pflanze, ohne die Blätter zu benetzen — nasses Laub in dichter Pflanzung begünstigt den Rost, für den das Löwenmaul anfällig ist.
Düngung
Regelmäßige, mäßige Gaben erhalten eine reiche Blüte und kräftige Triebe für den Schnitt.
Pflanzung
Sonniger oder leicht schattiger Standort, nährstoffreicher, durchlässiger, neutraler bis leicht basischer Boden. Die feinen Samen flach aussäen — sie keimen am Licht.
Schnitt
Das Entspitzen der Triebspitzen junger Pflanzen über dem 3.–4. Blattpaar bewirkt Verzweigung und eine größere Zahl von Ähren. Das systematische Entfernen verblühter Blütenstände sowie der Schnitt für die Vase regen die Pflanze zu erneuter Blüte an.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Zwei klassische Rabattenpflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an Sonne und Wasser, die zusammen eine farbenfrohe, lang blühende Komposition bilden.
Beide Arten vertragen die kühleren Teile der Saison gut und ergänzen sich daher gut in Frühjahrs- und Herbstpflanzungen in der Rabatte.
Die ähnliche Vorliebe für Sonne und durchlässigen, eher basischen Boden erleichtert die gemeinsame Kultur in einer sonnigen Rabatte.
Schlechte Nachbarschaft
Eine zu enge Nachbarschaft verschlechtert die Luftzirkulation rund um das Löwenmaul und erhöht das Risiko der Rostentwicklung, für die die Art besonders empfindlich ist.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Keimlinge und junge Jungpflanzen welken plötzlich, fallen um und sterben ab, oft nesterweise. An der Stängelbasis, dicht über der Bodenoberfläche, wird der Wurzelhals schwarz, weich und schnürt sich ein, wodurch die Pflanze den Halt verliert und sich legt. Die Samen können auch schon vor dem Auflaufen faulen, was sich in einem lückigen, ungleichmäßigen Auflaufen der Jungpflanzen von Gemüse, einjährigen Blumen und aus Saat gezogenen Kräutern zeigt. Man unterscheidet zwei Phasen: die Auflaufkrankheit vor dem Auflaufen (Fäulnis der keimenden Samen, fehlendes oder lückiges Auflaufen) und nach dem Auflaufen (Umfallen bereits aufgelaufener Keimlinge). Das genaue Bild hängt vom Erreger ab. Bei Befall durch Eipilze (Pythium) ist die Fäule wässrig, durchscheinend und weich — der eingeschnürte Stängel sieht wie „mit dem Messer abgeschnitten“ aus, und der Keimling fällt flach um, besonders bei Kälte und Wasserüberschuss. Rhizoctonia solani verursacht eine braune bis rostrote Einschnürung, das Gewebe ist eher trocken und eingedrückt als wässrig, der Keimling bleibt noch eine Zeit lang stehen, und auf der Substratoberfläche und am Wurzelhals ist manchmal ein zartes, braunes, spinnwebartiges Pilzgeflecht zu sehen. Fusarium ruft Welke mit Vergilbung und Verfärbung an der Basis sowie an den Wurzeln hervor. Der Befallsherd breitet sich kreisförmig, nesterweise vom ersten befallenen Keimling aus, weil der Erreger durch das feuchte Substrat und Wasser wandert; die Wurzeln kranker Keimlinge sind braun, schwach ausgebildet und mit sich ablösender Rinde.
RostRostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Blüten gelten als essbar und werden gelegentlich zur Dekoration verwendet, doch die Pflanze wird vor allem als Zierpflanze kultiviert. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Art stammt vom Mittelmeer, wo sie als mehrjährige Pflanze auf Felsen und trockenen Hängen wächst. In Gärten wird sie seit Jahrhunderten kultiviert, und intensive Züchtung brachte Hunderte Sorten hervor, die sich in Farbe, Höhe und Blütenform unterscheiden. Der botanische Name Antirrhinum, aus dem Griechischen „einer Nase ähnlich“, spielt auf die Form der Blüte an.
Verwendung
Eine vielseitige Rabatten- und Balkonpflanze. Niedrige Sorten eignen sich hervorragend als Einfassungen und in Kübeln, hohe sind eine wertvolle, haltbare Schnittblume für Sträuße. Das Löwenmaul fügt sich gut in bunte Sommerrabatten und Bauerngärten ein und zieht Hummeln an, die seine Blüten zu öffnen vermögen.
Wissenswertes
- Kinder öffnen gern die „Mäuler“ der Blüten, indem sie sie sanft von den Seiten zusammendrücken — die Blüte klappt für einen Augenblick auf und wieder zu.
- Nach dem Verblühen bilden sich trockene Samenkapseln, die in ihrer Form winzigen Totenschädeln ähneln, was der Pflanze in manchen Kulturen düstere Beinamen einbrachte.
Häufige Fragen
Warum erscheinen auf den Blättern meines Löwenmauls rostige Flecken?
Das ist meist Löwenmaulrost — eine Pilzkrankheit, für die die Art besonders anfällig ist. Begünstigt wird sie durch zu dichte Pflanzung, schlechte Luftzirkulation und Gießen, das die Blätter benetzt. Es empfiehlt sich, größere Abstände zu lassen und ausschließlich am Fuß der Pflanzen zu gießen.
Wie erhält man mehr Blüten am Löwenmaul?
Entscheidend ist das Entspitzen der Triebspitzen junger Pflanzen, was die Verzweigung und die Bildung von mehr Ähren anregt. Auch das regelmäßige Entfernen verblühter Blütenstände und das systematische Schneiden der Blüten für die Vase helfen.
Überwintert das Löwenmaul im Garten?
Im polnischen Klima meist nicht — es ist eine im Freiland nicht winterharte Staude, weshalb es einjährig kultiviert wird. In milden Wintern können einzelne Pflanzen überleben, doch darauf sollte man nicht bauen; sicherer ist die jährliche Aussaat.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Antirrhinum majusInstitution / Botanischer Garten
Meine Notiz
Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.