Symptome
Rostorange bis braune, stäubende Sporenlager auf der Blattunterseite, denen auf der Oberseite gelbe Flecken entsprechen. Stark befallene Blätter vergilben und fallen vorzeitig ab, die Pflanze wird geschwächt. Betroffen sind unter anderem Rosen und Malven, und manche Roste haben einen Zwischenwirt (z. B. der Birnengitterrost den Wacholder). Die Pusteln (Sommersporenlager, sogenannte Uredien) durchbrechen die Blatthaut und setzen ein orange-rostfarbenes Pulver frei, das sich am Finger abwischen lässt — das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Im Hochsommer treten sie vor allem auf der Blattunterseite, entlang der Blattadern und an den Blattstielen auf, bei manchen Arten auch an grünen Trieben und Kelchblättern. Im Spätherbst dunkeln die Lager zu bräunlichschwarz nach — das sind die Dauersporen (Telien), mit denen der Pilz an Pflanzenresten überwintert. Roste zeichnen sich durch eine enge Spezialisierung aus: Ein bestimmter Rost befällt in der Regel nur eine Art oder Gattung von Wirtspflanzen, weshalb Rosenrost, Malven- und Eibischrost, Bohnen-, Lauch- und Knoblauchrost, Minz-, Pelargonien- oder Rasenrost verschiedene, nicht austauschbare Pilze sind. Das allgemeine Symptom — Vergilben und vorzeitiger Blattfall — schwächt die Pflanze und mindert Blüte und Ertrag, tötet sie jedoch selten innerhalb einer Saison.
Bekämpfung
Entfernen und Vernichten befallener Blätter, Verbesserung der Durchlüftung. Bei starkem Befall Fungizide. Bei wirtswechselnden Rosten lohnt es sich, die Nachbarschaft von Zwischenwirten zu meiden. Befallene Blätter pflücke bereits bei den ersten Pusteln ab und entferne sie aus der Umgebung (nicht kompostieren — die Reste über den Restmüll entsorgen oder zum Wertstoffhof bringen), stark befallene Triebe schneide heraus. Schränke das Benetzen der Blätter ein und gehe zum Gießen an der Basis über, denn Wasser auf der Blattspreite fördert das Keimen der Sporen. Der chemische Eingriff wirkt schützend und begrenzend — er heilt bereits zerstörtes Gewebe nicht, sein Ziel ist der Schutz gesunder, junger Blätter. Bei den ersten Symptomen setzt man Schwefelpräparate (Kontaktmittel) oder systemische Fungizide (Triazole) ein, bei starkem Druck wiederholt man die Behandlungen in den auf dem Etikett angegebenen Abständen; um Resistenzen zu vermeiden, lohnt es sich, Mittel mit unterschiedlichem Wirkmechanismus zu wechseln (z. B. Triazole mit Strobilurinen). Bei wirtswechselnden Rosten (wie dem Birnengitterrost) bringt das Entfernen des Zwischenwirts aus der unmittelbaren Nachbarschaft eine dauerhafte Besserung, sofern dies machbar ist.
Vorbeugung
Luftiger Standort, Gießen an der Basis, kein Benetzen der Blätter, Wahl widerstandsfähiger Sorten, herbstliches Zusammenrechen und Entfernen des abgefallenen Laubs. Pflanze im richtigen Abstand und lichte zu dichte Bestände aus, damit die Blätter rasch abtrocknen und die Luft frei zirkuliert. Gieße morgens und an der Basis der Pflanze. Dünge ausgewogen — vermeide einen Stickstoffüberschuss, der weiche, anfällige Triebe treibt, und sorge für gewebestärkendes Kalium. Rechne im Herbst das abgefallene Laub und die Pflanzenreste, an denen der Pilz überwintert, gründlich zusammen und entferne sie. In rostanfälligen Gemüsekulturen (Lauch, Knoblauch, Bohne) wende eine Fruchtfolge an und baue nicht dieselbe Art nach sich selbst an. Wo möglich, trenne die Pflanze von Zwischenwirten (z. B. Wacholder in der Nähe von Birnen) und wähle Sorten mit erhöhter Widerstandsfähigkeit. Kontrolliere in warmen, feuchten Perioden regelmäßig die Blattunterseiten, um die ersten Pusteln zu erfassen, bevor sich der Rost ausbreitet.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Rost | Falscher Mehltau |
|---|---|---|
| Form des Belags auf der Blattunterseite | Erhabene, stäubende Pusteln (Sporenlager), die die Blatthaut durchbrechen | Zarter, wolliger/filziger Pilzbelag ohne deutliche Pusteln |
| Farbe und Textur | Orange-rostfarbenes Pulver, das sich am Finger abwischen lässt | Weißgrauer bis violetter, weicher Belag, der nicht rostfarben abfärbt |
| Fleck auf der Blattoberseite | Gelbe, rundliche Flecken über den Pusteln | Vergilbende, oft eckige, von den Blattadern begrenzte Flecken |
| Spätsaison | Die Pusteln dunkeln zu bräunlichschwarz nach (Dauersporen) | Der Belag bleibt schimmelig, das befallene Gewebe wird braun und stirbt ab |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Sanierung und Kulturhygiene | Das Entfernen und Vernichten befallener Blätter und Triebe sowie das herbstliche Zusammenrechen des abgefallenen Laubs unterbricht den Infektionszyklus des Pilzes. | Ab den ersten Symptomen über die ganze Saison und nach dem Blattfall. |
| Regulierung des Mikroklimas | Das Auflockern der Bestände, ein luftiger Standort und das morgendliche Gießen an der Basis verkürzen die Blattnässedauer und erschweren das Keimen der Sporen. | Während der gesamten Vegetationssaison, besonders bei warmem, feuchtem Wetter. |
| Widerstandsfähige Sorten und ausgewogene Düngung | Die Wahl weniger anfälliger Sorten und das Vermeiden eines Stickstoffüberschusses zugunsten von Kalium begrenzt den Befall; wirkt vorbeugend, heilt eine bestehende Infektion nicht. | — |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Schwefelpräparate (Kontaktmittel) | Schwefel wirkt oberflächlich und schützend und sichert gesundes Gewebe; er erfordert eine gleichmäßige Blattbedeckung und Wiederholungen. | Vorbeugend sowie bei den ersten Pusteln. |
| Systemisches Fungizid (Triazole) | Dringt ins Gewebe ein und hemmt die Entwicklung des Pilzgeflechts auch nach der Infektion; bei stärkerem Befall gemäß Etikett anzuwenden. | Ab den ersten Symptomen, mit Wiederholung bei anhaltendem Druck. |
| Strobilurin-Fungizid (QoI) | Eine Gruppe mit anderem Wirkmechanismus als Triazole; der Wechsel beider Gruppen verringert das Risiko einer Fungizidresistenz des Rostes. | — |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Pflanzenkrankheiten