Kurz gefasst
- Rosa Blüten erscheinen direkt aus Stamm und Ästen (Kauliflorie), vor dem Laubaustrieb.
- Herzförmige, rundliche Blätter sind auch im Sommer zierend.
- Liebt Wärme, Sonne und trockenen, durchlässigen, auch kalkhaltigen Boden.
- Winterhart bis USDA-Zone 6 — am besten an warmen, geschützten Plätzen.
- Wertvolle frühe Nektarquelle für Bienen; die Blüten sind essbar.
Botanische Daten
- Familie
- Fabaceae (Fabaceae)
- Höhe
- 4–8 m
- Breite
- 4–8 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Sandig, Lehmig, Kalkhaltig
- pH-Wert
- pH 6.5–8
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 6a–9b
- Vermehrung
- Aus Samen
Merkmale
Meist mehrstämmiger, ausladender Baum mit breiter, unregelmäßiger Krone. Die schmetterlingsförmigen, rosa-violetten Blüten erscheinen büschelweise am Stamm und an alten Ästen — ein als Kauliflorie bezeichnetes Phänomen. Die Blätter sind herzförmig bis rundlich, blaugrün und färben sich im Herbst gelb. Als Früchte bilden sich abgeflachte, braune Hülsen, die lange am Baum hängen bleiben.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen verträgt er Trockenheit und Hitze gut. Auf Staunässe und schweren, verdichteten Boden reagiert er schlecht.
Düngung
Sparsam; auf humosem Boden ist eine Düngung meist überflüssig.
Pflanzung
Warmer, geschützter und durchlässiger Standort. Junge Exemplare pflanzen — ältere haben eine Pfahlwurzel und wachsen schwer an.
Schnitt
Totes, krankes oder schlecht stehendes Holz entfernen; leicht formen und den natürlichen Wuchs bewahren.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Mediterraner Begleiter mit denselben Ansprüchen: volle Sonne sowie trockener, durchlässiger Boden; bedeckt schön die sonnige Stammbasis.
Blühen im Unterwuchs, bevor der Judasbaum das Laub entfaltet, und verlängern so den Frühlingseffekt unter der Krone.
Schlechte Nachbarschaft
Sie brauchen sauren, dauerhaft feuchten Boden, während der Judasbaum trockenes, durchlässiges und kalkhaltiges Substrat bevorzugt.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die rosa Blüten sind essbar und werden mitunter Salaten zugegeben; die Samenhülsen sind nicht zum Verzehr bestimmt. |
| Hunde | Leicht | — |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Im Mittelmeerraum seit der Antike in Kultur. Der Name bezieht sich auf die Legende, wonach sich Judas an diesem Baum erhängt haben soll; das lateinische siliquastrum verweist auf die charakteristischen Hülsen (siliqua).
Verwendung
Effektvoller Frühlingsakzent in kleinen und mittleren Gärten, auf Höfen und in Parks, besonders an warmen, geschützten Mauern. Passt gut in mediterrane Pflanzungen und an trockene Böschungen.
Wissenswertes
- Er gehört zu den wenigen Bäumen der gemäßigten Zone mit Kauliflorie — der Blüte direkt aus dem Stamm.
- Als Hülsenfrüchtler bildet er Hülsen, bindet aber anders als viele Schmetterlingsblütler keinen Luftstickstoff (keine Wurzelknöllchen).
Häufige Fragen
Warum blüht der Judasbaum direkt am Stamm?
Das nennt man Kauliflorie — die Blütenknospen bilden sich am mehrjährigen Holz von Stamm und Ästen, nicht nur an jungen Trieben. Beim Judasbaum ergibt das den spektakulären Effekt von Blüten, die die Äste vor dem Laubaustrieb überziehen.
Übersteht der Judasbaum ein kühleres Klima?
Er ist bis USDA-Zone 6 winterhart, braucht in kühleren Gegenden aber einen warmen, geschützten Standort, am besten an einer Südwand. Junge Exemplare schützt man in den ersten Wintern vor Frost.
Wann und wie pflanzt man den Judasbaum?
Am besten im Frühjahr, mit einem jungen Containerbaum. Der Judasbaum bildet eine Pfahlwurzel und verträgt das Verpflanzen schlecht, daher werden ältere Exemplare praktisch nicht umgesetzt.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Cercis siliquastrumInstitution / Botanischer Garten
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