Stauden-Lupine

Lupinus polyphyllus · Garden lupin (EN) · Stauden-Lupine (DE)

Die Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus) ist eine stattliche Staude mit handförmig geteilten Blättern und dichten, farbigen Trauben aus Schmetterlingsblüten, die dank der Symbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff bindet.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 3a–8a Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Standort: Sonne oder lichter Halbschatten, saurer bis neutraler, durchlässiger Boden.
  • Verträgt keine kalkhaltigen oder nassen Böden, besonders im Winter.
  • Blüht im Juni und Juli in aufrechten Kerzen; Russell-Sorten in vielen Farben.
  • Bindet Luftstickstoff — Stickstoffdünger vermeiden.
  • Achtung: Samen und grüne Pflanzenteile sind giftig (Alkaloide).

Botanische Daten

Familie
Fabaceae (Fabaceae)
Höhe
0.9–1.5 m
Breite
0.5–0.75 m
Wuchsform
Aufrecht
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Sandig, Lehmig
pH-Wert
pH 5.5–6.8
Feuchtigkeit
Mäßig
Blütezeit
Juni–Juli
Winterhärte
USDA 3a–8a
Vermehrung
Aus Samen, Aus Stecklingen

Merkmale

Bildet Horste aufrechter Triebe von 0,9–1,5 m Höhe. Die charakteristischen Blätter bestehen aus einem Dutzend schmaler, strahlig angeordneter Fiederblättchen, die nach Regen Wassertropfen festhalten. Die gespornten Schmetterlingsblüten stehen in dichten, aufrechten Trauben von 30–50 cm Länge.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Mäßig gießen, in Trockenheit während der Blüte regelmäßig. Verträgt keine kalkhaltigen und nassen Böden; im Winter muss der Standort gut drainiert sein.

Im Sommer alle ~7 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Als Schmetterlingsblütler bindet sie Luftstickstoff — Stickstoffdünger meiden, der üppiges Laub auf Kosten der Blüten bringt.

einmal pro Saison, im Frühjahr · kompost, nawóz fosforowo-potasowy

Pflanzung

Leichter bis mittlerer, saurer oder neutraler, gut durchlässiger Boden; frisch gekalkte Standorte meiden.

Zeitpunkt: Frühjahr (April–Mai) oder Frühherbst; Direktsaat ins Freiland im Frühjahr · Abstand 40–60 cm

Schnitt

Verblühte Blütenstände gleich nach der Blüte entfernen — das regt oft eine zweite, schwächere Blüte an und begrenzt die Selbstaussaat.

Zeitpunkt: Nach dem Verblühen der Hauptkerzen. · Achtung: Ältere Exemplare nicht umpflanzen — die tiefe Pfahlwurzel verträgt das Versetzen schlecht.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

Hoher RitterspornPraktische Beobachtung

Zwei klassische Akzente des Bauerngartenbeets mit senkrechten Kerzen und ähnlichen Ansprüchen — gemeinsam bilden sie blühende Säulen.

EdelrosePraktische Beobachtung

Als Schmetterlingsblütler bindet die Lupine Stickstoff im Boden, was den nährstoffhungrigen Rosen daneben zugutekommt.

Orientalischer MohnPraktische Beobachtung

Blüht zur gleichen Zeit, und wenn der Mohn im Sommer einzieht, kaschiert die ausladende Lupine die entstehende Lücke.

Schlechte Nachbarschaft

Knoblauch und Zwiebeln (Zwiebelgewächse)Gärtnerische Tradition

In der gärtnerischen Tradition gilt, dass Zwiebelgewächse die Entwicklung der Schmetterlingsblütler hemmen und das Zusammenspiel ihrer Wurzeln mit den Knöllchenbakterien stören.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Echter Mehltau

Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Schnecken

Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Mäßig Samen und grüne Pflanzenteile enthalten bittere Chinolizidin-Alkaloide; der Verzehr kann Übelkeit, Erbrechen und neurologische Symptome auslösen.
Hunde Mäßig Samen und Hülsen sind für Hunde giftig — es drohen Magen-Darm- und neurologische Symptome.
Katzen Mäßig
Pferde Mäßig Das Abweiden der Pflanze kann bei Nutztieren Vergiftungen auslösen (sogenannte Lupinose).

Geschichte und Herkunft

Die Art wurde im 19. Jahrhundert aus dem westlichen Nordamerika eingeführt. Auf ihrer Grundlage züchtete der englische Gärtner George Russell in den 1920er-Jahren die berühmten, vielfarbigen Hybriden (Russell-Lupinen), die bis heute den Kern der Gartensorten bilden.

Verwendung

Für Bauern- und naturnahe Gärten, als Schnittblume sowie als Strukturpflanze mit senkrechten Akzenten im Juni und Juli. Bewährt sich in größeren Staudenkompositionen und an Gartenrändern.

Wissenswertes

  • Als Schmetterlingsblütler lebt sie in Symbiose mit Rhizobium-Bakterien, die Luftstickstoff binden — sie wird als Gründünger und Vorfrucht ausgesät.
  • Zierliche Gartenlupinen enthalten bittere, giftige Alkaloide; essbar sind ausschließlich eigens gezüchtete, entbitterte Sorten der Weißen und Schmalblättrigen Lupine, nicht diese Art.

Häufige Fragen

Warum blüht meine Lupine kaum und bildet nur Blätter?

Die häufigste Ursache ist ein Stickstoffüberschuss im Boden. Die Lupine bindet selbst Stickstoff, treibt also bei Stickstoffdüngung üppiges Laub auf Kosten der Blüten — eine phosphor-kaliumbetonte Düngung und ein magerer Standort genügen.

Ist die Gartenlupine essbar?

Nein. Die Stauden-Lupine und ihre Zierhybriden enthalten bittere, giftige Chinolizidin-Alkaloide. Essbar sind nur besondere, entbitterte Sorten anderer Lupinenarten.

Warum ist die Lupine in meinem Garten so kurzlebig?

Es ist eine verhältnismäßig kurzlebige Staude (meist 3–5 Jahre), die zudem kalkhaltige und im Winter nasse Böden schlecht verträgt. Auf passendem, durchlässigem und saurem Standort erneuert sie sich durch Selbstaussaat.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 20.7.2026.

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