Riesen-Bärenklau

Heracleum mantegazzianum · Giant hogweed (EN) · Riesen-Bärenklau (DE)

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch als Herkulesstaude bekannt, im Englischen giant hogweed, ist eine gigantische, zweijährige bis kurzlebig ausdauernde Staude aus der Familie der Doldenblütler, heimisch im Kaukasus, in Westeuropa seit Ende des 19. Jahrhunderts invasiv nach der Flucht aus viktorianischen Gärten. Er erreicht 2–5 Meter Höhe, treibt eine monumentale weiße Dolde mit Tausenden kleiner Blüten aus und produziert einen stark fototoxischen Saft, der bei Hautkontakt mit Sonnenlicht schmerzhafte Verbrennungen Grad II–III verursacht. Auf der EU-Liste invasiver Arten stwarzających Union-Bedrohung — die Bekämpfungspflicht gilt in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Polen und der gesamten EU.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 3a–8b Giftig
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • INVASIVE UND GEFÄHRLICHE ART — in der EU zum Anbau VERBOTEN; Bekämpfungspflicht.
  • Größter der „invasiven Bärenklaue” — 2–5 m hoch (Rekord 6 m); Stängel bis 10 cm Durchmesser mit violetten Flecken, Dolde 30–80 cm, ausnahmsweise bis 1 m.
  • Der Saft ist stark FOTOTOXISCH — Furanocumarine + UV = Verbrennungen Grad II–III mit Blasen bis 48 h nach Kontakt. Saft im Auge schädigt die Hornhaut dauerhaft.
  • Heimisch im Kaukasus; nach Westeuropa im 19. Jh. als ZIERPFLANZE für viktorianische Parks eingeführt, aus den Gärten entkommen.
  • In DE/CH/UK die dominante Art; in PL häufiger der zwillingsartige Sosnowsky-Bärenklau. Klinisch und rechtlich beide gemeinsam behandelt.
  • Vollständige Erkennung, Schutz und Bekämpfung: separater [Ratgeber über die Bärenklaue](/de/ratgeber/barszcz-sosnowskiego-jak-rozpoznac/).

Botanische Daten

Familie
Apiaceae (Apiaceae)
Höhe
2–5 m
Breite
1.5–3 m
Wuchsform
Aufrecht
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Humos, Lehmig
pH-Wert
pH 5.5–7.5
Feuchtigkeit
Feucht
Blütezeit
Juni–August
Winterhärte
USDA 3a–8b
Vermehrung
Aus Samen

Merkmale

Der größte und markanteste der „invasiven Bärenklaue” — er erreicht 2–5 Meter Höhe (Rekordexemplare aus feuchten Flusstälern in Großbritannien und Deutschland bis 6 m), mit einem einzelnen geraden, hohlen Stängel von der Dicke eines Erwachsenenarms (5–10 cm Durchmesser, ausnahmsweise bis 12 cm). Der Stängel ist hellgrün mit DEUTLICHEN dunkelroten oder violetten Flecken und langen Streifen — die Flecken bei H. mantegazzianum sind meist intensiver und größer als beim verwandten H. sosnowskyi. Der Stängel ist mit steifen, rauen Härchen bedeckt. Die Blätter sind riesig — bis 3 m lang (samt Stiel), tief handförmig-gefiedert in 3 große, scharf eingeschnittene Abschnitte geteilt, dunkelgrün und glänzend oberseits; sie wachsen in einer Rosette vom Boden auf langen, fleischigen, behaarten Stielen. Der Blütenstand ist eine gigantische, flache zusammengesetzte Dolde von 30–80 cm Durchmesser (Rekord bis 1 m), gebildet aus 50–150 Strahlen; jeder mit einem kleinen Döldchen kleiner weißer Blüten. Ein Exemplar kann 20 000 Samen produzieren; zum Vergleich der Sosnowsky-Bärenklau meist 5–8 Tsd. Blüht von Juni bis August im 2.–5. Lebensjahr und STIRBT nach der Samenbildung AB (hapaxanthisch). Die ganze Pflanze enthält FURANOCUMARINE — Psoralen- und Angelicin-Derivate — die bei UVA-Kontakt eine fototoxische Hautreaktion auslösen. Botanisch ist H. mantegazzianum sehr nahe mit H. sosnowskyi verwandt; die Unterschiede beschränken sich auf die Zahl der Dolden-Strahlen, die Fruchtform und die Intensität der Stängelfleckung — in der Praxis, zum Zweck der Erkennung auf dem Weg und der Prozedur nach Kontakt, werden sie als eine Art behandelt.

Anbau und Pflege

Bewässerung

INVASIVE PFLANZE — wird nicht angebaut. In der Natur wächst er in feuchten, nährstoffreichen Habitaten: Flussufern, Bachtälern, Rändern von Auwäldern und verwahrlosten Weiden; hohe Bodenfeuchte und volle Sonne fördern seine Massenexpansion.

0

Düngung

Der Riesen-Bärenklau steht auf der EU-Liste invasiver Arten (Verordnung EU 1143/2014). Der Grundstückseigentümer hat die BEKÄMPFUNGSPFLICHT, NICHT zum Anbau — deshalb bleiben die Düngerfelder bewusst leer.

nicht anwendbar — verbotene Art

Pflanzung

INVASIVE UND GEFÄHRLICHE PFLANZE — Anbau in PL und der EU verboten. Wenn der Riesen-Bärenklau auf deinem Grundstück wild gewachsen ist, gehe zum Abschnitt „Schnitt” — dort Bekämpfungsmethoden. Vollständige Verfahren und persönlicher Schutz im separaten [Ratgeber über die Bärenklaue](/de/ratgeber/barszcz-sosnowskiego-jak-rozpoznac/).

Zeitpunkt: verbotene Art — nicht pflanzen zu keinem Termin · Abstand 0 cm

Schnitt

Grabe die GANZE Pflanze mit Pfahlwurzel mindestens 20 cm unter der Erde aus — die Wurzel allein hat Reserven zum Wiederaustrieb. Schutzkleidung: undurchlässiger Overall, Schutzbrille, Gummihandschuhe, Maske, Gummistiefel. AUSSCHLIESSLICH bewölkter Tag oder nach der Dämmerung — Sonne aktiviert die Fototoxizität des Safts. Dolden mit Samen in dichte Foliensäcke sammeln und als Sondermüll entsorgen (nicht in den Kompost, nicht in die braune Biotonne). In Deutschland beim kommunalen Umweltamt melden, in der Schweiz bei der kantonalen Fachstelle Neobiota — viele Ämter holen Säcke kostenlos ab und finanzieren einen professionellen Auftragnehmer.

Zeitpunkt: Ausgraben mit Pfahlwurzel VOR der Blüte (März–Mai), immer in vollständiger Schutzausrüstung, an einem bewölkten Tag. · Achtung: NICHT nur den Trieb ohne Wurzel schneiden — der Bärenklau treibt in der nächsten Saison wieder aus. NICHT mit bloßen Händen berühren. NICHT in der Sonne arbeiten. KEINE Samen belassen — im Boden 5–10 Jahre keimfähig.

Begleitpflanzen

Schlechte Nachbarschaft

Alle Pflanzen — der Riesen-Bärenklau unterdrückt Nachbarn durch die enorme Größe und AllelopathieDurch Studien belegt

Ein ausgewachsener Riesen-Bärenklau wirft tiefen Schatten auf einen mehrere Meter breiten Kreis und gibt Verbindungen in den Boden ab, die die Keimung der heimischen Flora hemmen. In den Flusstälern Deutschlands und Großbritanniens bildet er Monokulturen, in denen die heimischen Uferstauden verschwinden. Es gibt für den Bärenklau keine „guten Nachbarn” — die ganze Pflanze ist zu entfernen.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Hoch Der Saft enthält Furanocumarine — Verbindungen, die bei UV-Kontakt eine starke FOTOTOXISCHE Reaktion auslösen. Effekt: schmerzhafte Verbrennungen Grad II–III mit Blasen, Narben und monatelanger Hautempfindlichkeit. Die Reaktion entwickelt sich bis 48 h nach Kontakt. Saft im Auge kann die Hornhaut dauerhaft schädigen. Sofort nach Kontakt: SCHÜTZE DIE HAUT VOR DER SONNE für 48 h, mit Wasser und Seife waschen, bei Blasen oder Gesichtskontakt — zum Arzt. Vollständige Prozedur im [Ratgeber](/de/ratgeber/barszcz-sosnowskiego-jak-rozpoznac/).
Hunde Hoch Furanocumarine sind auch für Hunde fototoxisch — Kontakt von Fell und Haut mit dem Saft und anschließende Sonnenexposition verursachen Blasen und Verbrennungen. Bad mit Shampoo, Sonnenschutz, tierärztliche Beratung.
Katzen Hoch

Geschichte und Herkunft

Die Art wurde 1895 von den russisch-italienischen Botanikern Sommier und Levier zu Ehren von Paolo Mantegazza — einem italienischen Anthropologen und Arzt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts — beschrieben. Pflanzen aus dem südlichen Kaukasus kamen deutlich früher nach Westeuropa — die erste dokumentierte Einführung nach Großbritannien fand in den 1820er Jahren statt, als Samen aus russischen wissenschaftlichen Expeditionen an die Royal Botanic Gardens Kew geschickt wurden. Die Pflanze machte Furore in viktorianischen Parks als exotischer Akzent — ihre gigantische Skala, die weiße Dolde wie ein Schirm und das schnelle Wachstum passten ideal zur Ästhetik des „exotic garden” des 19. Jahrhunderts. In den folgenden Jahrzehnten gelangte sie nach Deutschland, in die Schweiz, nach Skandinavien, in die Beneluxstaaten und nach Nordamerika. Erste Berichte über Massenverbrennungen begannen bereits in den 1870er Jahren zu erscheinen — jedoch erst ab den 1960er Jahren, als die Pflanze massenhaft die Flussufer Deutschlands (Bayern, Nordrhein-Westfalen) und Großbritanniens kolonisierte, wurde sie als Problem anerkannt. Seit 2016 steht sie auf der EU-Liste invasiver Arten (Verordnung EU 1143/2014); in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Skandinavien laufen seit Jahrzehnten von örtlichen Naturschutzbehörden koordinierte Bekämpfungsprogramme.

Verwendung

Der Riesen-Bärenklau, wie der verwandte Sosnowsky-Bärenklau, HAT KEINE zulässige gärtnerische oder wirtschaftliche Anwendung — er ist in der EU zum Pflanzen, Transport und Verkauf verboten, und der Grundstückseigentümer hat die gesetzliche Bekämpfungspflicht. Historisch in viktorianischen Parks als exotischer Zierakzent kultiviert (England ab den 1820er Jahren, Deutschland und Schweiz ab ca. 1890); heute ausschließlich als Problem des Naturschutzes und der öffentlichen Gesundheit behandelt. Kontakt mit der Pflanze dient AUSSCHLIESSLICH ihrer Bekämpfung. Der Grundstückseigentümer sollte den Bärenklau entfernen — am besten mit Pfahlwurzel vor der Blüte ausgraben, in vollständiger Schutzausrüstung, an einem bewölkten Tag. Vollständige Verfahren, Erkennung, persönlicher Schutz und Verfahren nach Haut- oder Augenkontakt — im separaten [Ratgeber über die Bärenklaue](/de/ratgeber/barszcz-sosnowskiego-jak-rozpoznac/). Bestände von mehr als einigen Stück beim zuständigen Amt melden: in DE beim kommunalen Umweltamt, in CH bei der kantonalen Fachstelle Neobiota, in UK beim local council, in PL bei der RDOŚ — sie haben Programme und Budget für professionelle Bekämpfung.

Wissenswertes

  • Der Artname „mantegazzianum” ehrt Paolo Mantegazza (1831–1910) — einen italienischen Anthropologen, Arzt und Reisenden, Gründer des Museo Nazionale di Antropologia in Florenz, Erforscher kaukasischer Menschenpopulationen.
  • Ein ausgewachsenes Exemplar kann BIS 20 000 SAMEN produzieren — drei- bis viermal mehr als der verwandte Sosnowsky-Bärenklau; das ist eine der Ursachen der Aggressivität der Art entlang der Flüsse Deutschlands und Großbritanniens.
  • Im viktorianischen England, als die Pflanze in Parks eingeführt wurde, wurde ihre gigantische Skala als ästhetischer Wert betrachtet; die ersten Warnungen vor Verbrennungen erschienen erst in den 1870er Jahren in der britischen Gartenpresse — und wurden lange nicht ernst genommen.
  • Der Riesen-Bärenklau kolonisiert hauptsächlich Fluss- und Bachufer — seine Samen werden vom Wasser über große Entfernungen verbreitet, deshalb spülen jedes Jahr Hochwasser in Deutschland und Großbritannien neue Exemplare auf bisher freie Gebiete.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich der Riesen-Bärenklau vom Sosnowsky-Bärenklau?

In der Praxis durch nichts Wesentliches: beide sind gleich groß, haben identisch fototoxischen Saft und unterliegen identischen Vorschriften. Botanisch ist H. mantegazzianum meist etwas größer (bis 5 m, ausnahmsweise 6), produziert mehr Samen (bis 20 Tsd. vs 5–8 Tsd.), hat intensivere violette Flecken am Stängel und eine Dolde mit mehr Strahlen. In PL häufiger H. sosnowskyi (als Futter in den 1950ern eingeführt), in DE/CH/UK — H. mantegazzianum (als Zierpflanze im 19. Jh. eingeführt). Zur Erkennung und für die Prozedur nach Kontakt werden sie gemeinsam behandelt.

Wächst der Mantegazzianum-Bärenklau in Deutschland überall?

Ja — der Riesen-Bärenklau ist heute in ganz Deutschland verbreitet, mit besonders starken Beständen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und in den nördlichen Bundesländern entlang Elbufer und Werra. Er koloniert vor allem Flussufer, Bachtäler, Bahndämme und verwahrloste Wiesen. Große Bestände werden von den kommunalen Umweltämtern beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) über das Neobiota-Portal registriert.

Was sofort nach Kontakt mit dem Saft tun?

Die Haut MINDESTENS 48 STUNDEN vor der Sonne schützen — das ist der wichtigste Schritt, weil die Verbrennung erst unter UV entsteht, nicht durch den Saft allein. Die Stelle reichlich mit kühlem Wasser und Seife im Schatten abwaschen. Nicht die Augen reiben. Bei Blasen, Kontakt mit Gesicht oder Augen, bei Kindern — zum Arzt. Vollständiges 5-Schritt-Protokoll im [Ratgeber über die Bärenklaue](/de/ratgeber/barszcz-sosnowskiego-jak-rozpoznac/).

Darf ich den Riesen-Bärenklau im Garten selbst beseitigen?

Ja, aber AUSSCHLIESSLICH in vollständiger Schutzausrüstung (undurchlässiger Overall, Schutzbrille, Gummihandschuhe, Maske), an einem bewölkten Tag oder in der Dämmerung. Methode: die GANZE Pflanze mit der Pfahlwurzel mindestens 20 cm unter der Erde vor der Blüte ausgraben. Mähen genügt nicht — die Pflanze treibt aus der Wurzel wieder aus. Große Bestände beim zuständigen Amt melden (in DE Umweltamt, in CH Fachstelle Neobiota, in UK local council), die Bekämpfungsprogramme und qualifizierte Auftragnehmer haben.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 27.8.2026.

Meine Notiz

Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.

Ähnliche Pflanzen