Knollensellerie

Apium graveolens var. rapaceum · Celeriac (EN) · Knollensellerie (DE)

Der Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) ist ein zweijähriges Gemüse aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), das als einjährige Pflanze für seine große, nahezu kugelige Verdickung an der Sprossbasis angebaut wird, die gekocht und roh verzehrt wird. Er zählt zu den Grundbestandteilen des polnischen Suppengrüns (Włoszczyzna). Er ist eine eigene botanische Varietät derselben Art wie der Stangensellerie (var. dulce), der anstelle der Verdickung fleischige Blattstiele bildet.

Sonne/Halbschatten Viel Wasser USDA 6a–9b
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Wird für die kugelige Verdickung an der Sprossbasis angebaut, nicht für die Stiele (wie der Stangensellerie).
  • Sehr lange Vegetationszeit (etwa 180–200 Tage) — die Jungpflanzen werden bereits im Februar–März ausgesät.
  • Braucht gleichmäßige Feuchtigkeit und einen fruchtbaren, tiefgründigen Boden; empfindlich gegenüber Bormangel (hohles, braunes Herz der Verdickung).
  • Wird flach gepflanzt; die Verdickung wird weder mit Erde angehäufelt noch gebleicht.
  • Verträgt leichte Fröste — er wird spät geerntet, im Oktober, vor den starken Frösten.

Botanische Daten

Familie
Apiaceae (Apiaceae)
Höhe
0.3–0.6 m
Breite
0.3–0.5 m
Wuchsform
Aufrecht
Wuchsgeschwindigkeit
Mäßig
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Humos, Lehmig, Torfig
pH-Wert
pH 6.5–7.2
Feuchtigkeit
Feucht
Blütezeit
Juni–Juli
Winterhärte
USDA 6a–9b
Vermehrung
Aus Samen

Merkmale

Zweijährige, als einjährig kultivierte Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine bodenständige Rosette aus aufrechten, gerillten Blattstielen mit kräftigem, würzigem Aroma und vor allem — an der Sprossbasis — eine große, nahezu kugelige Verdickung von 8–15 cm Durchmesser und meist 0,3–1 kg Masse. Diese Verdickung ist keine eigentliche Wurzel, sondern der verdickte Hypokotylbereich zusammen mit dem oberen Abschnitt der Hauptwurzel; ihr hellcremiges Fleisch hat eine feste, mehlige Konsistenz und einen nussig-selleriehaften Geschmack. An der Unter- und Seitenfläche der Knolle wächst ein dichter Bart aus Seitenwurzeln, der umso stärker ist, je älter die Sorte ist. Die Blätter sind gefiedert, dunkelgrün, glänzend und sitzen auf kürzeren und kräftigeren Stielen als beim Stangensellerie. Im zweiten Jahr treibt die Pflanze nach der Überwinterung einen bis zu einen Meter hohen Blütenstängel mit kleinen, weißen Blüten in zusammengesetzten Dolden — im Gemüsebau wird dieses Stadium übersprungen, indem die Knollen bereits im ersten Jahr geerntet werden. Das Wurzelsystem arbeitet flacher, als die Größe der Verdickung vermuten lässt, woraus die deutliche Empfindlichkeit der Pflanze gegenüber Austrocknung folgt. Die Vegetationszeit ist sehr lang: von der Aussaat bis zur Ernte vergehen in der Regel 180–200 Tage, was den Knollensellerie zu einem der am längsten wachsenden Gemüse des polnischen Gartens macht.

Beliebte Sorten

‘Praski’
Alte, klassische Sorte (auch bekannt als Prager Riesen / Giant Prague) mit großer, kugeliger Verdickung. Das Fleisch ist weiß und wohlschmeckend, doch die Schale ist mitunter uneben, und an der Unterseite bildet sich ein starker Bart aus Seitenwurzeln, was das Schälen erschwert. Bezugspunkt für neuere, glattere Sorten.
‘Monarch’
Mit dem RHS Award of Garden Merit ausgezeichnete Sorte, geschätzt für ihre glatte Schale und die geringe Zahl an Seitenwurzeln, was die Reinigung der Knolle erleichtert. Das Fleisch ist fest, weiß und von mildem Geschmack.
‘Diamant’
Sorte mit weißem Fleisch, das nach dem Anschneiden nur schwach nachdunkelt, geschätzt für gleichmäßige, glatte Knollen und ihre Toleranz gegenüber vorzeitigem Schossen. Sie lässt sich über den Winter gut lagern.
‘Odrzański’
Polnische späte Sorte mit großer, kugeliger Verdickung und guter Lagerfähigkeit. Sie benötigt eine volle, lange Saison, um eine Knolle voller Größe auszubilden.
‘Jabłkowy Kulisty’
Alte polnische Sorte mit kleinerer, kugeliger Verdickung und früherem Ertrag als die späten Sorten. Sie eignet sich für eine kürzere Saison und für eine frühere Ernte.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Braucht während der gesamten langen Saison gleichmäßige, reichliche Feuchtigkeit — Austrocknung stoppt das Wachstum der Verdickung und mindert ihre Qualität.

Im Sommer alle ~2 Tage · Trockenheitstoleranz: Niedrig

Düngung

Zehrfreudige Pflanze, die einen sehr humosen Boden liebt; besonders empfindlich gegenüber Bormangel, der zum Braunwerden und Aushöhlen der Mitte der Verdickung führt (hohles Herz).

vor der Pflanzung sowie als Kopfdüngung im Laufe der Saison · kompost, obornik przekompostowany, nawóz wieloskładnikowy

Pflanzung

Tiefgründig humoser, gleichmäßig feuchter Boden mit nahezu neutraler Reaktion. Jungpflanzen flach setzen — die Basis der Rosette muss über der Erde bleiben. Ein zu frühes Auspflanzen in die Kälte droht mit dem Schossen in Blütenstängel.

Zeitpunkt: Die Jungpflanzen werden im Februar–März ausgesät, ins Freiland gesetzt wird in der zweiten Maihälfte, nachdem die Gefahr längerer Kälteperioden vorüber ist. · Abstand 30–40 cm

Schnitt

Gegen Ende der Kultur entfernt man die ausladenden unteren Blätter, scharrt die Erde vom oberen Teil der Verdickung weg und kürzt die Seitenwurzeln ein, was die Ausbildung einer glatten, festen Knolle fördert.

Zeitpunkt: Von August bis zur Ernte. · Achtung: Die Verdickung nicht mit Erde anhäufeln und nicht bleichen — anders als die Stiele des Stangenselleries.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

KopfkohlGärtnerische Tradition

Klasyczne, korzystne sąsiedztwo — aromat selera odstrasza bielinka kapustnika, a rośliny kapustne dobrze rosną obok selera.

PorreePraktische Beobachtung

Por i seler mają zbliżone wymagania (żyzna, wilgotna gleba) i dobrze rosną w jednym zagonie.

GartenbohnePraktische Beobachtung

Niska fasola szparagowa wzbogaca glebę w azot i dobrze współżyje z selerem, nie konkurując z nim silnie o światło.

Schlechte Nachbarschaft

KarottePraktische Beobachtung

Marchew należy do tej samej rodziny (baldaszkowate) i dzieli z selerem szkodniki, m.in. połyśnicę marchwiankę — sąsiedztwo ułatwia ich rozprzestrzenianie.

Kartoffel (Solanum tuberosum)Gärtnerische Tradition

Ziemniak jest żarłocznym konkurentem o wodę i składniki pokarmowe, których wymagający seler bardzo potrzebuje przez cały długi sezon.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Krankheiten und Schädlinge

Septoria-Blattfleckenkrankheit

Auf den Blättern erscheinen zahlreiche, kleine, runde Flecken mit hellerer, gräulicher Mitte und dunklerem, braunem Rand. Innerhalb der Flecken sind winzige schwarze Punkte sichtbar – Pyknidien, also die Fruchtkörper des Pilzes, was die Krankheit von anderen Blattflecken unterscheidet. Der Befall schreitet von den unteren, ältesten Blättern nach oben fort; bei starkem Befall fließen die Flecken zusammen, die Blätter vergilben, vertrocknen und fallen vorzeitig ab, was die Pflanze schwächt. Betroffen sind u. a. Tomate, Johannisbeere, Phlox sowie viele Stauden. Die Flecken haben meist 2–5 mm Durchmesser; das entscheidende Erkennungsmerkmal sind die dunklen Pyknidien in ihrer Mitte – am besten mit der Lupe zu erkennen, die bei hoher Luftfeuchtigkeit weißliche „Ranken“ von Sporen ausdrücken. Dicht mit Flecken übersäte Blätter wirken wie bestäubt. Die Krankheit wird durch warmes (etwa 20–25 °C), feuchtes Wetter sowie lange auf den Blättern verbleibendes Wasser (Regen, Tau, Beregnung von oben) begünstigt. Bei der Tomate beschränkt sich der Befall fast ausschließlich auf Blätter und Blattstiele – die Früchte bleiben meist gesund –, doch der Verlust des Assimilationsapparats führt zu kleiner werdenden Früchten und setzt sie Sonnenbrand aus.

Fusarium-Welke

Der bodenbürtige Pilz befällt das Wurzelsystem und dringt in die Leitbündel ein, wodurch der Wasserfluss in der Pflanze blockiert wird. Die Pflanzen welken zunächst an heißen Tagen und oft einseitig oder von den unteren Blättern her, vergilben anschließend und sterben trotz feuchten Bodens ab. Im Querschnitt des Stängels ist eine charakteristische braune Verfärbung der Leitbündel sichtbar. Die Krankheit verstärkt sich in der Wärme — das Entwicklungsoptimum des Erregers liegt bei hohen Bodentemperaturen (etwa 25–30 °C), weshalb die ersten Symptome meist im Hochsommer auftreten. In der Frühphase welken die Pflanzen in der heißen Mittagszeit und richten sich nachts oder nach dem Gießen vorübergehend wieder auf; mit der Zeit wird das Welken dauerhaft. Die Vergilbung schreitet von den ältesten, unteren Blättern nach oben fort und ist oft deutlich einseitig — mitunter ist nur eine Blatthälfte oder eine Triebseite befallen, und zwar auf jener Seite, auf der die verstopften Leitbündel verlaufen. Die Pflanzen bleiben im Wuchs zurück (Wachstumshemmung), und bei Sämlingen zeigt sich die Fusarium-Welke als Umfallkrankheit und Zusammenbrechen der Jungpflanzen. Die braune Verfärbung der Leitbündel ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal — bei der Fusarium-Welke ist sie meist intensiv und reicht tief in den Stängel und in die Wurzeln. Bei feuchten Bedingungen kann sich, besonders an der Stängelbasis oder an der Schnittfläche, ein zarter rosa-lachsfarbener oder weißer Sporenbelag des Pilzes bilden. Fusarium oxysporum tritt in spezialisierten Formen (formae speciales) auf, von denen jede nur eine bestimmte Pflanzenart oder -gattung befällt (z. B. Tomate, Gurke, Erbse, Nelke, Banane), was die Unterscheidung von Erregern mit breitem Wirtsspektrum erleichtert.

Grauschimmel

Graubrauner, flaumiger Myzelbelag auf Blüten, Früchten, Blättern und Trieben, dem wässrige, faulende Flecken vorausgehen. Er befällt geschwächtes und beschädigtes Gewebe und entwickelt sich rasch bei Feuchtigkeit und Kühle sowie bei schlechter Luftzirkulation. Häufig an Erdbeeren, Begonien, Pfingstrosen und Rosen. Der Belag ist charakteristisch „mausgrau“ — flaumig, aschgrau, und beim Anstoßen des befallenen Gewebes steigt eine sichtbare Wolke von Sporen (Konidien) auf, was das Erkennungsmerkmal dieser Krankheit ist. Die Infektion beginnt meist an den schwächsten Geweben: verblühenden Blütenblättern, Wunden, Hagelschäden oder Fraßstellen von Schädlingen sowie an Pollenresten, die sich auf den Blütenblättern abgelagert haben. An den Blüten erscheinen kleine, braune, wässrige Flecken, die rasch die ganze Blüte erfassen („Blütenfäule“); von der befallenen Blüte wächst der Pilz oft in den Trieb hinein und verursacht dessen Einschnürung und Absterben. An Weichfrüchten (Erdbeere, Himbeere, Weintrauben, Tomate) entwickelt sich eine wässrige, braun werdende Fäule, die von einer dicken Schicht grauen, flaumigen Pilzrasens überzogen ist — die Beere wird weich und „zerfließt“. An Sämlingen und Stecklingen verursacht Botrytis eine Fäule der Triebbasis und ein plötzliches Umfallen der Pflanzen. Im älteren, absterbenden Myzel sowie an Pflanzenresten bilden sich harte, schwarze, unregelmäßige Klümpchen — Sklerotien (Dauerkörper), mit denen der Erreger im Boden und in Pflanzenresten überwintert. Die Krankheit tritt auch nach der Ernte auf, als rasch fortschreitende Lagerfäule von Obst und Gemüse.

Weißstängeligkeit (Sklerotinia-Fäule)

An den Stängeln, am Pflanzengrund und an bodennahen Teilen tritt eine wässrige, weiche Fäule auf, die von einem dichten, weißen, watteartigen Pilzmyzel überzogen ist. Im Gewebe und an dessen Oberfläche bilden sich schwarze, harte Dauerkörper (Sklerotien) von Korngröße, die ein diagnostisches Merkmal sind. Befallene Pflanzen welken, knicken um und sterben ab; die Krankheit befällt viele Gemüse- und Zierpflanzenarten. Die Infektion beginnt meist mit einem hellen, wässrigen, fast durchscheinenden Fleck, der sich rasch zu einer weichen Fäule ausweitet; bei feuchter Luft überzieht ihn das charakteristische, wattig-weiße Pilzmyzel. Mit fortschreitender Krankheit wird der befallene Stängel eingeschnürt und umgürtet, verliert seine Festigkeit, wodurch die Pflanze oberhalb der Befallsstelle welkt und abstirbt, und das Gewebe bleicht nach dem Austrocknen aus, wird trocken, bastig und fasert auf. Das Innere der befallenen Stängel (das Mark) ist oft hohl und mit schwarzen Sklerotien von der Größe von Getreidekörnern gefüllt — das sicherste Merkmal zur Unterscheidung dieser Krankheit. Sclerotinia befällt einen sehr breiten Wirtskreis (u. a. Salat, Bohnen, Gurken, Möhren, Kohlgewächse, Sonnenblume, Raps sowie zahlreiche Stauden und Zierpflanzen), und die Fäule entwickelt sich auch nach der Ernte, in gelagerten Wurzeln und Köpfen. Im Frühjahr wachsen aus den im Boden verbleibenden Sklerotien kleine, cremebraune, becherförmige Fruchtkörper (Apothecien), die Schlauchsporen (Askosporen) freisetzen, welche die Pflanzen meist über verblühte Blütenblätter und geschwächtes Gewebe befallen.

Möhrenfliege

Eine Fliege, deren Larven Gänge in den Wurzeln der Möhre (sowie von Petersilie, Sellerie und Pastinake) fressen. Symptome: rostbraune Gänge und Tunnel in der Wurzel, bräunlich-rote Verfärbungen der Blätter, bitterer Geschmack und Fäulnis der Wurzeln bei der Lagerung. Die erwachsenen Tiere werden vom Geruch beschädigter Blätter angelockt. Die erwachsene Möhrenfliege ist eine kleine, etwa 4–5 mm lange Fliege mit schlankem, glänzend schwarzem Hinterleib, rostgelbem Kopf, gelben Beinen und durchsichtigen, leicht schillernden Flügeln — daher der polnische Name „połyśnica“ (die Schillernde). Das Insekt fliegt niedrig über dem Boden und nur schwach und versteckt sich gern im Schatten der Pflanzen. Die Larve ist beinlos, cremegelb, glänzend und wird bis zu 8–10 mm lang; sie richtet den Schaden an, indem sie flache, gewundene Gänge dicht unter der Wurzelhaut frisst, die mit der Zeit verrosten und aufreißen. Im Laufe der Saison entwickeln sich in der Regel zwei Generationen (örtlich eine dritte): Die ersten Zuflüge fallen auf die Wende von April und Mai, und die gefährlichste, zahlreichere zweite Generation frisst von August bis September und beschädigt die Wurzeln kurz vor der Ernte. Der Schädling überwintert als Larve in den im Boden verbliebenen Wurzeln oder als Tönnchenpuppe in der Erde. Das erste Anzeichen sind oft bräunlich-rote, wie welk wirkende Verfärbungen der Blätter; nach dem Herausziehen der Wurzel sieht man rostige Furchen und mit dunklem Kot gefüllte Tunnel. Beschädigte Wurzeln werden bitter, faulen im Lager leicht und werden zum Eintrittstor für sekundäre Pilz- und Bakterieninfektionen.

Schnecken

Nackt- und Gehäuseschnecken, die nachts und nach Regen fressen. Symptome: unregelmäßige Löcher in den Blättern und vollständig abgefressene junge Sämlinge, silbrige Schleimspuren auf Blättern und Boden. Die größten Schäden treten an feuchten, schattigen Stellen auf — besonders an Salat, Erdbeeren und Funkien. Am gefährlichsten im Garten sind die Nacktschnecken (ohne äußeres Gehäuse): die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris, früher als A. lusitanicus beschrieben) sowie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum). Der Tigerschnegel (Limax maximus) ähnelt ihnen morphologisch, frisst jedoch vor allem an verrottender organischer Substanz und Pilzen und erbeutet mitunter sogar andere Schnecken, sodass er als Schädling lebender Pflanzen kaum Bedeutung hat. Gehäuseformen — Bänderschnecken (Cepaea) oder die geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia) — richten in der Regel geringere Schäden an. Der Körper ist weich, langgestreckt und ständig mit Schleim bedeckt; am Kopf sind zwei Paar einziehbare Fühler zu erkennen — das längere obere Paar trägt die Augen, das kürzere untere dient dem Tast- und Geruchssinn. Schnecken sind Zwitter: Sie legen kugelige, durchsichtige oder perlmuttfarbene Eier in Gelegen ab, verborgen im feuchten Boden, unter Steinen und in der Laubstreu. Ein einzelnes Exemplar der Spanischen Wegschnecke kann mehrere Hundert Eier ablegen; es überwintern sowohl die Eier als auch die Jungschnecken, und der Fraß dauert vom Frühjahr bis in den Spätherbst, wobei er sich in warmen, feuchten Nächten verstärkt. Die Schäden haben glatte Ränder und entstehen oft mitten in der Blattspreite, nicht nur am Rand; Sämlinge und Jungpflanzen werden bis auf den blanken Boden abgefressen, und an Erdbeeren sowie reifenden Gemüsen nagen die Schnecken Vertiefungen in die Früchte. Diagnostisch entscheidend ist die eingetrocknete, silbrig glänzende Schleimspur — kein Insekt hinterlässt sie.

Blattläuse

Kleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Leicht Essbares Gemüse, das jedoch Furanocumarine enthält, die bei empfindlichen Personen eine Überempfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht (Photodermatose) auslösen können; er ist zudem mitunter ein Nahrungsmittelallergen.
Hunde Keine
Katzen Keine

Geschichte und Herkunft

Alle Kulturformen des Selleries (Apium graveolens) stammen vom wilden Echten Sellerie ab, der an feuchten, leicht salzigen Gewässerufern Europas, Westasiens und des Mittelmeerbeckens wächst; er wurde bereits im antiken Griechenland und Rom als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt. Die für die essbare Verdickung ausgelesene Wurzelvarietät (var. rapaceum) wurde in Europa im 16.–17. Jahrhundert beschrieben. Besondere Beliebtheit erlangte sie in Mittel- und Osteuropa sowie in den deutschsprachigen Ländern, wo sie bis heute deutlich verbreiteter ist als der Stangensellerie. In der polnischen Küche etablierte sich der Knollensellerie als eine der Säulen der Włoszczyzna — des Bündels aus Wurzelgemüse und Lauch, das zum Kochen von Brühen verwendet wird und dessen Name auf das seit dem 16. Jahrhundert in Polen verbreitete italienische Gemüse anspielt.

Verwendung

Der Knollensellerie wird fast ausschließlich im Freiland für die im Herbst geerntete Verdickung angebaut. Wegen der langen Vegetationszeit werden die Jungpflanzen sehr früh ausgesät — im Februar oder März, im Haus oder unter Schutz —, denn die Samen keimen langsam und ungleichmäßig. Die Jungpflanzen werden in der zweiten Maihälfte ins Freiland gesetzt, wenn die Gefahr längerer Kälteperioden vorüber ist: ein zu frühes Auspflanzen junger Pflanzen in die Kälte kann ein Auslöser für vorzeitiges Schossen (Bildung von Blütenstängeln) sein. Gepflanzt wird flach, sodass die Basis der Rosette über der Erde bleibt; der Standort muss fruchtbar, tiefgründig humos und gleichmäßig feucht sein, der pH-Wert nahezu neutral. Die Pflanze ist zehrfreudig und besonders empfindlich gegenüber Bormangel, der zum Braunwerden und Aushöhlen der Mitte der Verdickung führt (sogenanntes hohles Herz). Gegen Ende der Kultur entfernt man die ausladenden unteren Blätter, scharrt die Erde vom oberen Teil der Knolle weg und kürzt die Seitenwurzeln ein, was die Ausbildung einer glatten, festen Verdickung fördert; sie wird nicht gebleicht und nicht mit Erde angehäufelt, anders als die Stiele des Stangenselleries. Die Ernte erfolgt spät, im Oktober, vor Eintreten stärkerer Fröste — leichte Fröste verträgt die Pflanze. Die Knollen lassen sich über den Winter gut in einem kühlen Keller lagern, eingeschichtet in feuchtem Sand. In der Küche findet der Knollensellerie Verwendung in Brühen und Suppen, in Pürees und Aufläufen und, roh gerieben, in Salaten, unter anderem der klassischen französischen Rémoulade.

Wissenswertes

  • Das essbare „Wurzelgemüse“ des Selleries ist größtenteils keine Wurzel, sondern der verdickte Hypokotylbereich des Sprosses — die eigentliche Wurzel bildet erst den Bart an der Unterseite der Knolle.
  • Knollensellerie und Stangensellerie sind dieselbe Art (Apium graveolens) in zwei botanischen Varietäten: var. rapaceum bildet die Verdickung, var. dulce die fleischigen Blattstiele.
  • Er gehört zu den am längsten wachsenden Gemüsen des polnischen Gartens — von der Aussaat bis zur Ernte vergeht etwa ein halbes Jahr, weshalb die Jungpflanzen schon im Winter angezogen werden.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich Knollensellerie vom Stangensellerie?

Es ist dieselbe Art (Apium graveolens) in zwei Varietäten. Der Knollensellerie (var. rapaceum) bildet eine große, kugelige Verdickung an der Sprossbasis, und diese ist essbar, während die Blätter hart sind und vor allem als Gewürz verwendet werden. Der Stangensellerie (var. dulce) bildet keine Verdickung — verzehrt werden seine fleischigen, knackigen Blattstiele.

Warum hat der Knollensellerie ein hohles, braunes Herz?

Die häufigste Ursache ist Bormangel, gegenüber dem der Sellerie besonders empfindlich ist; begünstigt wird er auch durch ungleichmäßiges Gießen und Austrocknung. Die Mitte der Verdickung wird braun und hohl. Vorbeugend wirken ein fruchtbarer Boden, gleichmäßige Feuchtigkeit sowie eine Ergänzung von Bor entsprechend dem Nährstoffbedarf der Pflanze.

Wann sät man Knollensellerie aus?

Sehr früh — die Jungpflanzen werden im Haus oder unter Schutz bereits im Februar oder März ausgesät, denn die Art hat eine lange Vegetationszeit (etwa 180–200 Tage) und die Samen keimen langsam. Die Jungpflanzen werden erst in der zweiten Maihälfte ins Freiland gesetzt, nachdem die Gefahr längerer Kälteperioden vorüber ist, die ein vorzeitiges Blühen auslösen könnten.

Wann erntet und wie lagert man Knollensellerie?

Er wird spät geerntet, im Oktober, vor Eintreten stärkerer Fröste — leichte Fröste verträgt die Pflanze. Die Knollen lassen sich den ganzen Winter über gut in einem kühlen, feuchten Keller lagern, eingeschichtet in Kisten mit feuchtem Sand, was sie vor dem Austrocknen schützt.

Warum bildet der Knollensellerie keine große Verdickung?

Meist war die Saison zu kurz (zu späte Aussaat der Jungpflanzen), der Boden zu nährstoffarm oder den Pflanzen fehlte Wasser. Auch der richtige Pflanzabstand spielt eine Rolle — zu dichtes Pflanzen begrenzt die Größe der Knollen. Der Schlüssel liegt in früher Aussaat, fruchtbarem Standort und gleichmäßiger Feuchtigkeit während der gesamten langen Anbauzeit.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 25.7.2026.

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