Kurz gefasst
- Umgangssprachlich „Schmetterlingsstrauch“ – einer der besten Sträucher für Bestäuber.
- Braucht volle Sonne und durchlässigen Boden; sehr trockenheitsverträglich.
- Blüht am diesjährigen Trieb – im zeitigen Frühjahr tief zurückschneiden.
- Wächst schnell, ist aber mitunter kurzlebig und wird mit dem Alter unregelmäßig ausladend.
- In Polen kann er in strengen Wintern bis zum Boden zurückfrieren, treibt aber meist aus der Wurzel wieder aus.
- Die langen, kegelförmigen Blütenstände duften nach Honig und locken Schmetterlinge aus großer Entfernung an.
Botanische Daten
- Familie
- Scrophulariaceae (Scrophulariaceae)
- Höhe
- 1.5–3 m
- Breite
- 1.5–3 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig, Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- Juli–September
- Winterhärte
- USDA 6a–9b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Aus Samen
Merkmale
Strauch mit überhängenden, biegsamen Trieben und schmalen, lanzettlichen Blättern, die oberseits graugrün und unterseits silbergrau sind. Die kleinen, stark duftenden Blüten sind zu langen, kegelförmigen Rispen an den Enden der diesjährigen Triebe zusammengefasst.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen sehr trockenheitsverträglich – Gießen ist vor allem im ersten Jahr nach dem Pflanzen nötig. Er verträgt keine Staunässe und keine schweren, verdichteten Böden.
Düngung
Anspruchslos; ein Stickstoffüberschuss verringert die Blüte zugunsten üppigen Triebwachstums.
Pflanzung
Standort in voller Sonne, durchlässiger, nicht zu nährstoffreicher Boden; staunasse und schattige Plätze meiden.
Schnittkalender
Schnittgruppe: Sommerblühende Sträucher (an neuen Trieben)
Was und wie schneiden
Im zeitigen Frühjahr, bevor der Austrieb beginnt, schneide die vorjährigen Triebe tief zurück — über das zweite bis dritte Paar gesunder Knospen oberhalb des verholzten Gerüsts; entferne schwache und abgestorbene Triebe.
Zeitiges Frühjahr (März–April), vor dem Austrieb.
Was du nicht tun solltest
Schneide nicht im Herbst (frische Wunden frieren zurück) und auch nicht, wenn im Hochsommer bereits die Knospen angesetzt sind.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ähnliche Ansprüche – volle Sonne, durchlässiger Boden, Trockenheitsverträglichkeit; zusammen bilden sie ein wirkungsvolles, duftendes Beet für Bestäuber.
Eine klassische Kombination für den Schmetterlings- und Bienengarten – lange, sich überschneidende Blütezeit von Juli bis September.
Schlechte Nachbarschaft
Sie brauchen einen dauerhaft feuchten, sauren Boden und Halbschatten – das Gegenteil des trockenen, sonnigen Standorts des Sommerflieders.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Weißer, mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Knospen. Die Blätter vergilben, verformen sich und fallen vorzeitig ab. Der Belag entwickelt sich auf beiden Blattseiten, ist von oben oft gut sichtbar und lässt sich leicht mit dem Finger abwischen – es handelt sich um das oberflächliche Myzel eines Ektoparasiten, das den Zellen der Epidermis mithilfe von Saugorganen (Haustorien) Nährstoffe entzieht. Anfangs sind einzelne, runde, weiße Flecken zu sehen, die mit der Zeit zusammenfließen und die gesamte Blattoberfläche sowie die jungen Zuwächse überziehen. Am anfälligsten sind junge Blätter und die diesjährigen Triebe; bei starkem Befall kräuseln und versteifen sie sich und ihr Wachstum wird gehemmt, an den Knospen kommt es zu Verformung oder Absterben der Blüten. An den Früchten mancher Arten (Stachelbeere, Apfel, Kürbisgewächse) hinterlässt der Belag Berostungen oder eine verkorkte Schale. Gegen Ende der Saison erscheinen im Belag kleine, dunkle Fruchtkörper (Chasmothecien, früher Kleistothecien genannt) – die Überwinterungsstrukturen des Erregers. Die Krankheit befällt viele Pflanzen, u. a. Rosen, Eiche, Liguster, Flieder, Kürbisgewächse, Getreide, Weinrebe, Apfel, Stachelbeere, Phlox und Sonnenhut (Echinacea), wobei jeden dieser Wirte eine spezialisierte Pilzart befällt.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Benannt nach dem französischen Missionar und Botaniker Armand David, der die Pflanze in den 1860er Jahren als erster Europäer in China beschrieb. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert nach Europa eingeführt und rasch als pflegeleichter Zierstrauch verbreitet; in den wärmeren Regionen Westeuropas und Nordamerikas hat er durch Selbstaussaat Brachflächen, Bahngelände und Ruinen besiedelt.
Verwendung
Für sonnige Beete, Bestäuber- und Schmetterlingsgärten, als Solitär oder frei wachsende Hecke. Die Blütenstände lassen sich gut trocknen und eignen sich für Kräuter- und Blumengestecke.
Wissenswertes
- Ein einziger Sommerflieder in voller Blüte kann im Laufe eines Tages Dutzende verschiedener Schmetterlingsarten beherbergen.
- In Großbritannien wird er „buddleia“ genannt und gehört zu den ersten Pflanzen, die verlassene Baustellen und Bahndämme besiedeln.
- Der Nektar des Sommerflieders ist so reichlich, dass die Pflanze in Lehrgärten zur Schmetterlingsbeobachtung eingesetzt wird.
Häufige Fragen
Wann und wie schneidet man den Sommerflieder?
Im zeitigen Frühjahr, vor dem Austrieb, tief zurückschneiden – bis auf 30–50 cm über dem Boden. Der Sommerflieder blüht an den in der laufenden Saison gewachsenen Trieben, daher schadet ein kräftiger Rückschnitt der Blüte nicht, sondern fördert sie.
Übersteht der Sommerflieder den polnischen Winter?
In den meisten Regionen Polens ja, auch wenn die Triebe in strengen Wintern bis zum Boden zurückfrieren können. Die Pflanze treibt im Frühjahr meist aus der Wurzel wieder aus, weshalb der jährliche tiefe Rückschnitt eine natürliche Praxis und kein Verlust ist.
Warum blüht mein Sommerflieder nur spärlich?
Die häufigste Ursache ist Lichtmangel, ein zu nährstoffreicher Boden oder ein fehlender Frühjahrsschnitt. Der Sommerflieder braucht volle Sonne und einen regelmäßigen, tiefen Rückschnitt, um reiche, große Blütenstände zu bilden.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Buddleja davidiiInstitution / Botanischer Garten
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