Kurz gefasst
- Heller Standort — im Schatten verblassen die Streifen und die Triebe vergeilen.
- Wächst sehr schnell; erfordert regelmäßiges Einkürzen der Triebe.
- Bewurzelt aus jedem Triebstück, sogar in einem Glas Wasser.
- Der Saft kann die Haut von Menschen und Tieren reizen.
- Ideal für Hängeampeln und den sommerlichen Balkon im Halbschatten.
Botanische Daten
- Familie
- Commelinaceae (Commelinaceae)
- Höhe
- 0.1–0.2 m
- Breite
- 0.4–1.2 m
- Wuchsform
- Überhängend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Torfig
- pH-Wert
- pH 5.5–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Juni–September
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Teilung
Merkmale
Eine Staude mit kriechenden oder hängenden, fleischigen und brüchigen Trieben von bis zu einem Meter Länge, die an den Knoten wurzeln. Die Blätter sind sitzend, eiförmig-lanzettlich, oberseits mit zwei silbrigen Streifen auf grünpurpurnem Grund, unterseits einheitlich violett. Die Blüten sind klein, dreiblättrig, rosaviolett, öffnen sich einzeln und blühen nur einen Tag.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Gießen, wenn die obere Substratschicht 2 cm tief abgetrocknet ist. Die fleischigen Triebe verzeihen kurze Trockenheit, faulen aber in ständig nassem Substrat rasch an der Basis.
Düngung
Mäßig — ein Stickstoffüberschuss streckt die Internodien und schwächt den Kontrast der Streifen.
Pflanzung
Gewöhnliche Universalerde mit Perlitzusatz. Am besten wirkt sie in einer Hängeampel, wobei mehrere Stecklinge für mehr Fülle in einen Topf gesetzt werden.
Schnitt
Die Triebe um die Hälfte dicht hinter einem Knoten einkürzen — die Pflanze treibt unterhalb des Schnitts aus und wird dichter. Der Verschnitt eignet sich sofort als Stecklinge.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Beide sind schnell wachsende Hängepflanzen mit demselben Gießregime — sie wirken nebeneinander auf einem hohen Regal sehr gut.
Ähnliche Licht- und Wasseransprüche, und der Kontrast der violetten Streifen mit den hellgrünen Blättern der Grünlilie ergänzt sich gut.
Schlechte Nachbarschaft
In einer gemeinsamen Schale wächst das Ampelkraut um ein Vielfaches schneller und beschattet den langsam wachsenden Sukkulenten, und das für es nötige Gießen bringt die Haworthie zum Faulen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Die Krankheit entwickelt sich in zu nassem, schlecht durchlüftetem Substrat und befällt die Wurzeln sowie die Triebbasis. Die Wurzeln werden braun, faulen und verlieren die Rinde, die sich leicht abziehen lässt, und an der Stängelbasis entsteht eine dunkle, wässrige Fäule. Der oberirdische Teil welkt, vergilbt und stirbt trotz feuchter Erde ab – ein typisches Symptom, denn die geschädigten Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf. Besonders gefährdet sind Zimmerpflanzen, Sukkulenten und Kakteen (bei Überwässerung) sowie im Freiland Nadelgehölze, Rhododendren, Heidekrautgewächse und Erdbeeren auf staunassen Standorten. Der Prozess beginnt unauffällig an den Wurzelhaaren und Wurzelspitzen, die sich dunkel verfärben und absterben, woraufhin die Fäule zu den Skelettwurzeln und zum Wurzelhals fortschreitet. Gesunde, helle, aktive Wurzeln verschwinden – es bleibt eine dunkle, braunrostige oder schwärzliche, wässrige Masse, und die äußere Rindenschicht der Wurzel lässt sich wie ein Handschuh abstreifen und legt den verfärbten Zentralzylinder frei. Bei Bäumen und Sträuchern zeigt sich der Befall von Wurzelhals und Stammbasis (Stammgrundfäule) als dunkler, oft herablaufender Fleck, mitunter mit Ausfluss, und die Rinde ist an dieser Stelle feucht und eingesunken; bei Nadelgehölzen und Rhododendren beobachtet man ein Braunwerden und Absterben von unten oder aus der Kronenmitte bei noch feuchtem Boden. Charakteristisch ist das nesterweise (herdförmige) Auftreten der Symptome im Beet – dort, wo sich Wasser und Erreger örtlich ansammeln. Es lohnt sich, die beiden verursachenden Eipilz-Gattungen zu unterscheiden: Pythium befällt hauptsächlich Sämlinge und Feinwurzeln und verursacht Umfallkrankheit und Wurzelfäule in kühlem, nassem Substrat, während Phytophthora auch ältere, verholzte Pflanzen, Skelettwurzeln und den Wurzelhals angreift, stärker in wärmerem, mit Wasser gesättigtem Boden. Entscheidend für die Diagnose ist der Widerspruch der Symptome: Die Pflanze welkt und wirkt „trocken“, obwohl das Substrat nass ist – dies ist die Folge der zerstörten Wurzeln, nicht eines Wassermangels.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
SpinnmilbenWinzige (0,3–0,5 mm) Spinnentiere, mit bloßem Auge kaum zu erkennen, die an der Blattunterseite saugen. Symptome: feine helle Sprenkel (Einstichstellen), mit der Zeit werden die Blätter grau, vergilben und vertrocknen. Bei starkem Befall zeigt sich ein feines Gespinst. Warme, trockene Luft fördert die Entwicklung — ein häufiges Problem bei Zimmerpflanzen im Winter in der Nähe von Heizkörpern. Spinnmilben sind keine Insekten, sondern Milben aus der Familie Tetranychidae — erwachsene Tiere haben 8 Beine (Larven nur 6). Am häufigsten tritt in Kulturen die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) auf: gelbgrüne Weibchen tragen an den Körperseiten zwei dunkle Flecken, überwinternde Weibchen verfärben sich orangerot. In Obstgärten ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) verbreitet, deren rote Eier gehäuft an der Triebrinde überwintern. Fraßmechanismus: Die Milben stechen die Zellen der Epidermis und des Mesophylls an der Blattunterseite an und saugen deren Inhalt aus, und die entleerten Zellen füllen sich mit Luft — daher die charakteristische, silbrig-graue, feine Sprenkelung, die von der Blattoberseite sichtbar ist (ähnelt einer mosaikartigen Verfärbung). Bei hoher Dichte werden die Blätter braun, rollen sich ein und fallen vorzeitig ab, und die ganze Pflanze schwächt sich und verliert an Zuwachs. Ein dichtes Gespinst zwischen Blättern und Triebspitzen erscheint erst bei fortgeschrittenem Befall und ist ein Signal für die Gefahr einer Verschleppung des Schädlings auf benachbarte Pflanzen. Der Entwicklungszyklus ist bei Wärme und Trockenheit sehr schnell — bei einer Temperatur von 25–30°C kann sich eine Generation in 1–2 Wochen abschließen, daher zahlreiche Generationen pro Saison und ein rasantes, exponentielles Anwachsen der Population. Die Weibchen legen kugelige, durchsichtige Eier an der Blattunterseite ab. Es überwintern begattete Weibchen (in Rindenritzen, Streu und Pflanzenresten) oder — bei der Obstbaumspinnmilbe — die Eier an der Rinde. Ein früher Befall wird leicht übersehen; bei der Diagnose hilft das Abschütteln eines Blattes über einem weißen Blatt Papier (wandernde Pünktchen werden sichtbar) oder das Betrachten der Blattunterseite mit einer Lupe.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Der Saft der Triebe kann bei empfindlichen Personen Hautreizungen und eine Kontaktdermatitis auslösen — bei längerem Schneiden empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen. |
| Hunde | Leicht | Der Kontakt mit dem Saft verursacht mitunter Juckreiz und Hautrötungen; der Verzehr größerer Mengen reizt den Verdauungstrakt. |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Die Gattung erinnert an John Tradescant, den Gärtner der englischen Könige im 17. Jahrhundert. Die Art wurde im 19. Jahrhundert aus Mexiko in europäische Gewächshäuser gebracht; dank der leichten Bewurzelung wurde sie zu einer der am häufigsten „von Trieb zu Trieb“ weitergegebenen Zimmerpflanzen.
Verwendung
Für Hängeampeln, hohe Regale und Fensterbänke, wo die Triebe frei herabhängen können. Im Sommer bewährt sie sich in Balkonkästen im hellen Halbschatten. Eine gute Wahl für Anfänger und zum schnellen Begrünen von Innenräumen.
Wissenswertes
- Es genügt ein abgerissenes Triebstück mit einem einzigen Knoten — ins Wasser gestellt, treibt es innerhalb einer Woche Wurzeln, weshalb sich die Pflanze ganz ohne Gartencenter von Haushalt zu Haushalt verbreitet.
- In warmem Klima, unter anderem auf den Pazifikinseln und in Australien, bilden aus Gärten entkommene Exemplare dichte Teppiche, die die heimische Vegetation ersticken — dort wird die Art als invasiv bekämpft.
Häufige Fragen
Warum verliert das Ampelkraut seine violetten Streifen und ergrünt?
Das ist ein Zeichen von Lichtmangel. Die Färbung hängt von der Helligkeit des Standorts ab — stellen Sie die Pflanze näher ans Fenster (ohne pralle Mittagssonne), dann gewinnen die neuen Blätter ihren Kontrast zurück. Alte, ergrünte Triebe lassen sich nicht mehr umfärben, sie sollten eingekürzt werden.
Was tun, wenn die Triebe lang und an der Basis kahl sind?
Das ist für diese Art natürlich und die Folge fehlenden Schnitts. Kürzen Sie alle Triebe um die Hälfte — die Pflanze treibt unterhalb des Schnitts wieder aus und wird dichter. Aus den abgeschnittenen Enden lassen sich Stecklinge machen, die in denselben Topf gesetzt werden, um die kahle Basis aufzufüllen.
Wie vermehrt man das Ampelkraut?
Am einfachsten über Triebstecklinge: Schneiden Sie ein 8-10 cm langes Endstück ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stellen Sie es ins Wasser oder gleich in feuchtes Substrat. Die Wurzeln erscheinen nach 5-10 Tagen, zu jeder Jahreszeit.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Tradescantia zebrinaInstitution / Botanischer Garten
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