Kurz gefasst
- Der beliebteste Strauch für formgeschnittene Hecken in Polen.
- Glänzende, dunkelgrüne Blätter, im Herbst rot-orange gefärbt.
- Weiße Blüten im Juni, schwarze Früchte im Herbst — gern von Vögeln gefressen.
- Verträgt Luftverschmutzung, basischen Boden und Trockenheit.
- Verträgt starken, regelmäßigen Rückschnitt sehr gut.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 2–3 m
- Breite
- 1.5–2.5 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Sandig, Humos, Kalkhaltig
- pH-Wert
- pH 6–7.8
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Juni–Juni
- Winterhärte
- USDA 3a–7b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Aus Samen, Durch Absenker
Merkmale
Ein Strauch mit aufrechten, bogig überhängenden Trieben und ovalen, glänzenden Blättern von intensivem Grün, die sich im Herbst rot und orange verfärben. Im Juni erscheinen kleine, weiße, in Dolden zusammenstehende Blüten, aus denen anschließend schwarze, kugelige Früchte reifen.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen sehr trockenheitsresistent; Gießen ist vor allem im ersten Jahr nach dem Pflanzen nötig.
Düngung
Genügsam — wächst auch auf Böden ohne zusätzliche Düngung gut.
Pflanzung
Verträgt praktisch jeden Gartenboden, auch basischen und staubbelasteten; am besten sonnige Standorte.
Schnitt
Mit Heckenschere oder Gartenschere schneiden und eine kompakte Form formen; regeneriert sehr gut nach starkem Verjüngungsschnitt.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ähnliche Bodenansprüche und Schnittverträglichkeit — häufige Kombination in gemischten Hecken mit unterschiedlicher Blattstruktur.
Schlechte Nachbarschaft
Die Felsenmispel verträgt basischen und trockenen Boden gut, was den Ansprüchen säureliebender Pflanzen widerspricht, die direkt daneben gepflanzt werden.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Gelbe oder eckige (von den Blattadern begrenzte) Flecken auf der Blattoberseite, denen auf der Unterseite ein grauvioletter oder brauner Sporenbelag entspricht. Er unterscheidet sich vom Echten Mehltau, dessen weißer Belag auf der Blattoberseite sitzt. Er entwickelt sich bei Feuchtigkeit und kühlen Nächten und ist gefährlich für Gurken, Zwiebeln und Weinreben. Die Flecken sind anfangs hellgrün oder vergilbend, und ihre eckige, mosaikartige Form entsteht dadurch, dass die Entwicklung des Erregers von den größeren Blattadern aufgehalten wird. Der zarte, filzige Belag auf der Unterseite (daher der Name „Mehltau“) ist die Sporenbildung des Eipilzes — am besten morgens oder nach einer Phase hoher Luftfeuchtigkeit zu erkennen. Mit der Zeit werden die Flecken braun, trocknen ein und fließen zusammen, das Blatt stirbt vorzeitig ab, was die ganze Pflanze schwächt und den Ertrag mindert. Die Krankheit ist stark auf ihren Wirt spezialisiert: Gurken und Kürbisse befällt Pseudoperonospora cubensis, Zwiebeln Peronospora destructor, Weinreben Plasmopara viticola und Salat Bremia lactucae — daher überträgt sich der Befall einer Art in der Regel nicht auf nicht verwandte Kulturen.
FeuerbrandBlüten und junge Triebe werden plötzlich braun und anschließend schwarz, als wären sie vom Feuer versengt — daher der Name der Krankheit. Die Spitzen befallener Triebe krümmen sich charakteristisch nach unten zu einem Haken, der an einen Bischofsstab erinnert. Bei hoher Luftfeuchtigkeit tritt aus dem befallenen Gewebe ein milchiger, klebriger Bakterienschleim aus, und die Infektion breitet sich rasch im Trieb abwärts aus, sodass ganze Äste absterben. Befallene Blätter und Früchte vertrocknen, bleiben aber lange am Baum haften. Am stärksten befallen werden Birne und Quitte, danach der Apfel, und unter den Zier- und Wildgehölzen — Weißdorn, Zwergmispel, Feuerdorn (Pyracantha) und Eberesche, die ein gefährliches Infektionsreservoir sein können. An der Rinde von Ästen und Stamm entstehen deutlich abgegrenzte, eingesunkene Nekrosen (Rindenbrand) mit aufreißender Rinde; nach dem Anschneiden ist das Gewebe unter der Rinde rotbraun verfärbt, oft mit marmorierten Streifen. Der Tropfen des Bakterienschleims wird mit der Zeit bernsteinfarben und trocknet ein, und das Vorhandensein der Bakterien lässt sich mit dem sogenannten Ausströmtest bestätigen — aus frisch angeschnittenem, in Wasser getauchtem befallenem Gewebe treten Schlieren einer trüben Bakteriensuspension aus. Befallene Früchte werden schwarz und mumifizieren, bleiben am Baum hängen, was den Feuerbrand vom gewöhnlichen Welken durch Wassermangel unterscheidet.
Deckel- und NapfschildläuseUnbewegliche, braune oder gelbliche Schilde (1–4 mm), die an Stängeln und der Blattunterseite haften, besonders entlang der Blattadern. Leicht mit Auswüchsen an der Pflanze zu verwechseln. Sie saugen Pflanzensaft, verursachen Vergilbung und Schwächung und scheiden klebrigen Honigtau aus. Häufig an Ficus, Orchideen und Pflanzen mit festen Blättern. Der Sammelname umfasst zwei Gruppen mit unterschiedlicher Biologie. Die Deckelschildläuse (Diaspididae) besitzen einen harten, vom Körper getrennten Wachsschild, den man anheben kann — darunter kommt ein winziges, bein- und flügelloses Weibchen zum Vorschein; sie scheiden keinen Honigtau aus. Die Napfschildläuse (Coccidae) haben eine gewölbte, napfförmige, mit dem Körper verwachsene Hülle und sind es, die ihn reichlich absondern. Der klebrige Honigtau — die Domäne der Napfschildläuse und anderer honigtaubildender Schildläuse, nicht der Deckelschildläuse — lagert sich auf den Blättern ab und lockt Schwärzepilze (Rußtau, Rußtaupilzbelag) sowie Ameisen an, die die Kolonie vor Fressfeinden verteidigen. Das einzige bewegliche saugende Stadium ist die wandernde Larve (der sogenannte Crawler) — eine flache, winzige Larve, die nach dem Schlupf unter dem Schild der Mutter über die Pflanze auswandert, sich dann festsetzt, den Stechrüssel in die Leitgewebe treibt und die Beweglichkeit verliert; die erwachsenen Weibchen bleiben bis zum Lebensende unbeweglich. Die Männchen verpuppen sich und fressen als winzige, geflügelte, kurzlebige Insekten nicht. In beheizten Innenräumen vermehrt sich der Schädling das ganze Jahr über und bildet mehrere sich überlappende Generationen; im Freiland meist 1–3 Generationen, wobei begattete Weibchen oder unter dem Schild verborgene Eier überwintern. Die Fraßsymptome sind Vergilbung und vorzeitiger Blattfall, das Absterben von Trieben, Verkümmerung sowie Schwächung der Pflanze und sekundär ein schwarzer Rußtaubelag auf den mit Honigtau bedeckten Blättern. An Obstbäumen, die von der San-José-Schildlaus (Comstockaspis perniciosa) befallen sind, treten rund um die Saugstellen rötliche Verfärbungen auf, und stark besiedelte Äste sterben ab. Da die Schilde unbeweglich sind und sich farblich auf Rinde und Blattadern tarnen, wird der Befall leicht übersehen, bis Honigtau auftritt oder die Pflanze deutlich geschwächt ist — deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten und Triebwinkel entscheidend.
BlattläuseKleine (1–3 mm) weichhäutige Insekten in Grün, Schwarz oder Rosa, die in Kolonien an jungen Trieben und auf der Blattunterseite saugen. Sie scheiden einen klebrigen Honigtau aus. Ein diagnostisches Merkmal, das Blattläuse von anderen kleinen saugenden Insekten unterscheidet, ist das Paar Siphonen (röhrenförmige Fortsätze) am Hinterleibsende sowie das Schwänzchen (Cauda); in einer Kolonie treten meist ungeflügelte Formen (parthenogenetische Weibchen) neben geflügelten Wanderformen auf, die im Sommer neue Pflanzen anfliegen. Im Sommer vermehren sich Blattläuse parthenogenetisch und lebendgebärend in vielen Generationen, wodurch die Population lawinenartig anwächst; im Herbst erscheint bei vielen Arten eine geschlechtliche Generation, die überwinternde Eier am Wirt ablegt, und wirtswechselnde Arten wandern zwischen dem Winterwirt (oft einem Baum oder Strauch) und dem Sommerwirt (einer krautigen Pflanze). Fraßsymptome sind Einrollen, Kräuseln und Verformung junger Blätter, Wachstumshemmung, Vergilben sowie Abfallen von Knospen und Fruchtansätzen. Reichlicher Honigtau überzieht die Blätter, und der darauf wachsende Rußtaupilz bildet einen schwarzen Belag, der die Photosynthese einschränkt; vom Honigtau ernähren sich Ameisen, die im Gegenzug die Kolonie vor Fressfeinden schützen. Blattläuse sind zudem wichtige Vektoren von Pflanzenviren (u. a. Mosaiken) und übertragen diese bereits während eines kurzen Probestichs von Pflanze zu Pflanze.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Die Früchte sind für Menschen ungenießbar und können nach dem Verzehr größerer Mengen leichte Magenbeschwerden verursachen. |
| Hunde | Leicht | — |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Aus Sibirien und China im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht, gewann die Glänzende Felsenmispel dank ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Luftverschmutzung und Bodenversalzung schnell an Popularität in Städten — sie wurde zum Standardstrauch für Hecken entlang von Straßen, Parkplätzen und Wohnsiedlungen in ganz Polen.
Verwendung
Hauptsächlich für formgeschnittene, niedrige und mittelhohe Hecken, auch als Bodendecker an Böschungen oder als Solitär in weniger formellen Pflanzungen. Verträgt Stadtklima gut.
Wissenswertes
- Aufgrund massenhafter Pflanzungen in Städten ist die Glänzende Felsenmispel einer der am häufigsten geschnittenen Sträucher Polens — praktisch in jeder Stadt als formgeschnittene Hecke anzutreffen.
- Die schwarzen Früchte, obwohl für Menschen ungenießbar, sind eine wichtige Nahrungsquelle für Wacholderdrosseln und andere Drosselarten im Winter, wenn andere Ressourcen knapp sind.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man die Glänzende Felsenmispel in der Hecke schneiden?
Bei formgeschnittenen Hecken genügen üblicherweise 1-2 Schnitte pro Saison — Ende Juni/Anfang Juli und eventuell im August, um eine kompakte Form zu erhalten. Der Strauch verträgt sogar einen starken Verjüngungsschnitt sehr gut.
Hat die Glänzende Felsenmispel essbare Früchte?
Nein — die schwarzen Früchte der Felsenmispel sind für Menschen ungenießbar und können nach dem Verzehr leichte Magenbeschwerden verursachen. Sie werden jedoch gerne von Vögeln gefressen, besonders im Winter.
Wächst die Glänzende Felsenmispel im Schatten?
Am besten wächst sie in voller Sonne, verträgt aber auch Halbschatten gut. Im tieferen Schatten blüht und fruchtet sie schwächer, behält aber ihren Wert als dekorative Blatthecke.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Cotoneaster lucidusInstitution / Botanischer Garten
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