Symptome
Gelbe oder eckige (von den Blattadern begrenzte) Flecken auf der Blattoberseite, denen auf der Unterseite ein grauvioletter oder brauner Sporenbelag entspricht. Er unterscheidet sich vom Echten Mehltau, dessen weißer Belag auf der Blattoberseite sitzt. Er entwickelt sich bei Feuchtigkeit und kühlen Nächten und ist gefährlich für Gurken, Zwiebeln und Weinreben. Die Flecken sind anfangs hellgrün oder vergilbend, und ihre eckige, mosaikartige Form entsteht dadurch, dass die Entwicklung des Erregers von den größeren Blattadern aufgehalten wird. Der zarte, filzige Belag auf der Unterseite (daher der Name „Mehltau“) ist die Sporenbildung des Eipilzes — am besten morgens oder nach einer Phase hoher Luftfeuchtigkeit zu erkennen. Mit der Zeit werden die Flecken braun, trocknen ein und fließen zusammen, das Blatt stirbt vorzeitig ab, was die ganze Pflanze schwächt und den Ertrag mindert. Die Krankheit ist stark auf ihren Wirt spezialisiert: Gurken und Kürbisse befällt Pseudoperonospora cubensis, Zwiebeln Peronospora destructor, Weinreben Plasmopara viticola und Salat Bremia lactucae — daher überträgt sich der Befall einer Art in der Regel nicht auf nicht verwandte Kulturen.
Bekämpfung
Entfernen befallener Blätter, Verbesserung der Durchlüftung und Verringerung der Feuchtigkeit, bei Bedarf Fungizide (andere als gegen den Echten Mehltau). Wichtig ist schnelles Reagieren. Entscheidender Hinweis: Schwefel und Triazol-Fungizide, die gegen den Echten Mehltau wirken, wirken NICHT gegen den Falschen Mehltau, denn dessen Erreger ist ein Eipilz (pilzähnlicher Organismus) und kein Pilz — der falsche Einsatz dieser Mittel ist eine vergeudete Spritzung. Gegen den Falschen Mehltau wirken für Eipilze spezifische Präparate: kontaktwirksame Kupferpräparate mit mehreren Wirkorten (Multi-Site) (schützend, vorbeugend ausgebracht) sowie systemische Fungizide — Phenylamide (Metalaxyl/Mefenoxam), Phosphonate (Fosetyl-Aluminium, Phosphite) und Carbonsäureamide CAA (z. B. Mandipropamid). Die Behandlungen haben den größten Schutzwert — am besten vor der Infektion oder bei den ersten Symptomen, in an das Wetter angepassten Abständen. Da Eipilz-Erreger vor allem gegen Phenylamide und Strobilurine rasch Resistenzen entwickeln, ist der Wechsel von Gruppen mit unterschiedlichem Wirkmechanismus und der abwechselnde Einsatz mit einem Kontaktmittel zwingend erforderlich.
Vorbeugung
Luftiger Pflanzabstand, morgendliches Gießen an der Basis, kein Benetzen der Blätter am Abend, widerstandsfähige Sorten, Fruchtfolge. Vorbeugung ist hier wichtiger als Bekämpfung, denn für die Keimung der Sporen wird Wasser auf dem Blatt benötigt — je kürzer die Blätter nass bleiben, desto geringer das Risiko. Daher lohnt es sich, für einen weiten Pflanzabstand und eine gute Luftzirkulation zu sorgen (in Folientunneln und Gewächshäusern — Lüften sowie Verringern der Kondenswasserbildung), tröpfchenweise oder morgens an der Basis zu bewässern und die Pflanzen nicht am Abend zu beregnen. Reste befallener Pflanzen müssen entfernt und vernichtet werden, da viele Erreger als Dauersporen (Oosporen) im Boden und in Pflanzenresten überwintern — daher der Wert der Fruchtfolge und des Vermeidens, dieselbe Art nacheinander anzubauen. Es lohnt sich, das Wetter zu beobachten: kühle Nächte mit Tau und lang anhaltende Feuchtigkeit sind ein Signal für eine Schutzbehandlung. Grundlage bleibt die Wahl widerstandsfähiger oder toleranter Sorten, besonders bei Gurke, Zwiebel, Salat und Weinrebe, wo die Krankheit am schwersten wiegen kann.
Unterscheidung von Verwechslungen
| Merkmal | Falscher Mehltau | Echter Mehltau |
|---|---|---|
| Lage des Belags | Belag auf der Blattunterseite (grauviolett oder braun) | Weißer Belag auf der Blattoberseite |
| Art des Erregers | Pilzähnlicher Organismus — Eipilz (Peronosporaceae) | Schlauchpilz (Erysiphaceae) |
| Entwicklungsbedingungen | Hohe Feuchtigkeit, nasse Blätter, kühle Nächte | Warm und trocken; entwickelt sich ohne Wasser auf den Blättern |
| Lässt sich der Belag mit dem Finger abwischen? | Schwerer — der Erreger steckt im Gewebe, und die Sporenbildung tritt auf der Unterseite durch die Spaltöffnungen aus | Ja — der oberflächliche, mehlige Belag lässt sich leicht abwischen |
| Wirksame Mittel | Kupfer, Phenylamide, Phosphonate (NICHT Schwefel oder Triazole) | Schwefel, Triazol-Fungizide |
Bekämpfung — biologische und chemische Methoden
Ökologische und biologische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Entfernen und Vernichten befallener Blätter und Pflanzenreste | Beseitigt die Sporenquelle und die überwinternden Dauersporen (Oosporen) und verringert den Krankheitsdruck in der nächsten Saison | Laufend in der Saison sowie nach der Ernte |
| Verkürzen der Blattnässedauer (Durchlüftung, morgendliches Gießen an der Basis) | Die Sporen des Eipilzes keimen nur in Wasser auf dem Blatt — ein trockener, gut durchlüfteter Bestand unterbricht den Infektionszyklus | Die ganze Saison über, besonders bei kühlen, feuchten Nächten |
| Widerstandsfähige oder tolerante Sorten und Fruchtfolge | Verringert die Anfälligkeit und unterbricht die Wiederkehr des auf einen Wirt spezialisierten Erregers; grundlegend bei Gurke, Zwiebel und Salat | Anbauplanung vor der Saison |
Chemische Methoden
| Methode | Wirkungsweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Kupferfungizide — kontaktwirksam, mit mehreren Wirkorten (Multi-Site) | Bilden eine schützende Barriere auf der Blattoberfläche, die vorbeugend ausgebracht wird; auch im Ökolandbau zugelassen, mit begrenzter Kupfermenge | Vorbeugend, vor der Infektion und bei für den Erreger günstigem Wetter |
| Für Eipilze spezifische systemische Fungizide (Phenylamide, Phosphonate, CAA-Amide) | Dringen in die Pflanze ein und hemmen die Entwicklung und die Sporenbildung des Erregers; erfordern einen Wechsel der Gruppen, da rasch Resistenzen entstehen | Kurativ ab den ersten Symptomen, abwechselnd mit einem Kontaktmittel |
Wir nennen Wirkstoffgruppen und Wirkmechanismen, keine Handelsnamen — konkrete Präparate und ihre Zulassung unterscheiden sich je nach Land und werden mitunter zurückgezogen. Prüfen Sie stets das aktuelle Etikett und befolgen Sie es.
Quellen
- Atlas der Gemüsekrankheiten